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“Unter "Guited Tour" verstehe ich etwas anderes!”
Bewertung zu Myvatn Tours

Myvatn Tours
Platz Nr. 2 von 7 Touren in Lake Myvatn
Zertifikat für Exzellenz
Weitere Details zu Sehenswürdigkeiten
Details zur Sehenswürdigkeit
Empfohlene Besuchsdauer: Über 3 Stunden
Frankfurt am Main, Deutschland
1 Bewertung
common_n_attraction_reviews_1bd8 10 "Hilfreich"-
Wertungen
“Unter "Guited Tour" verstehe ich etwas anderes!”
Bewertet am 11. November 2013

Meine Eltern und ich hatten im Frühjahr im Internet diese Tour entdeckt und waren sofort total glücklich eine Möglichkeit gefunden zu haben, zu bezahlbaren Preisen den Askja Krater zu sehen.

Auf der Webseite stand geschrieben, dass man um den Krater zu erreichen ca. 30 Minuten zu Fuß gehen müsse. Da meine Eltern beide schwerbehindert sind, habe ich allerdings vor der Buchung nochmal genau nachgefragt, was uns auf dem Weg erwarten würde. (Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass schwerbehindert in diesem Fall nicht hochgradig körperlich oder geistig behindert meint, sondern lediglich eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit)

Alles kein Problem sagte man mir. Die meiste Zeit sitze man ohnehin im Bus und auch die Wanderung sei nicht besonders anstrengend. "Na wenn das so ist", dachte ich mir und habe mit meinen Eltern vereinbart, dass sie jederzeit im Bus warten können, wenn es ihnen doch zu anstrengend werden sollte.

Die Buchung erfolgte per email, als Bestätigung kam eine formlose Mail zurück. Ein bisschen mulmig war mir schon, da man zur Buchung weder eine Kreditkartennummer noch sonstige detaillierten Informationen verlangte. Aber da alles klappte war ich zufrieden.

Der Bus war dann doch ziemlich in die Jahre gekommen und hatte auch kein WC, aber da Myvatn Tours der günstigste Anbieter weit und breit war und der Bus seine rumplige Fahrt über die unebenen Pisten gut meisterte, hat mich diese Tatsache eigentlich nicht weiter gestört.

Begleitet wurde die Tour von einem jungen Mädchen, deren Kompetenzen sich hauptsächlich auf das vorlesen von Texten aus einem Reiseführer beschränkten. Aber auch diese Tatsache fand ich am Anfang nicht weiter schlimm. Jeder fängt mal an.

Zu Beginn hatten wir auch absolut unseren Spaß an der faszinierenden Natur Islands. Meine Eltern sind meistens in Busnähe geblieben und ich bin mit der Gruppe über Stock und Stein. Um ganz sicher zu gehen, habe ich die Reiseführerin am zweiten Stopp auf das Problem meiner Eltern aufmerksam gemacht. Ich erklärte ihr ausführlich, dass mein Vater einen Schlaganfall hatte und daher ein paar Probleme beim Laufen hat. Wir haben sogar noch einige Zeit über seine Rehabilitation gesprochen, weil in ihrer Verwandtschaft auch jemand kurz zuvor einen Schlaganfall hatte. Ich schreibe das alles hier so ausführlich, um zu verdeutlichen, dass ihr durchaus bewusst gewesen sein muss, über welches Problem wir sprechen.

Bei der letzen Toilettenpause vor dem Askja habe ich die junge Dame dann erneut angesprochen. Ich fragte sie, wie schlecht der 30-minütige Fußweg zum Askja denn sein würde und erklärte ihr, dass meine Eltern sonst lieber an der Hütte warten würden, bis der Bus zurück kommt. Sie versicherte mir erneut, dass alles "kein Problem" ist. Außer einer kleinen Steigung zu Beginn gehe es nur geradeaus. Ich frage sie sogar speziell nach Unebenheiten auf dem Weg oder sonstigen „Stolperfallen“. Auch diese Frage verneinte sie.

Wir fuhren also noch ca. 2 km mit dem Bus. Dort erklärte man uns auf einmal, dass die folgenden Kilometer mit einer Schneeraupe zurückgelegt werden sollten, die Myvatn Tours „extra für seine Kunden“ angeschafft hätte, da man in diesem Jahr einen langen und harten Winter auf Island gehabt habe. Ich war wirklich erstaunt, denn von Schnee oder gar einer Schneeraupe war bis dato überhaupt keine Rede gewesen. Aber diese Beschreibung hörte sich fast an, als ob nur die Kunden von Myvatn Tours bis direkt vor das Ziel gefahren würden, von daher war ich nicht ganz so beunruhigt. Mit dieser Schneeraupe ging es dann weitere 2 km berauf und ich begann mich zu fragen, wo sich bei dieser Masse an Schnee, ein ebener Weg ohne Hindernisse verstecken sollte. Die Raupe hielt an und vor uns lag eine geschlossene Schneedecke matschigen Schnees. Wir wurden vom Fahrer gedrängt auszusteigen und noch bevor ich die Reiseführerin gefunden hatte brauste die Schneeraupe davon und wir wurden hier oben im Nebel und knöcheltief im Schnee stehend zurück gelassen. Nun eröffnete uns die Reiseleiterin, dass wir einen "lustigen Spaziergang" durch den Schnee machen würden, der sicherlich „eine Menge Spaß“ machen würde und wir uns an ebendieser Stelle in ca. 3 Stunden wieder treffen würden, da die Schneeraupe vorher nicht zurück kehren würde. Sie wolle voraus gehen, damit jeder den Weg findet.

Und weg war sie, zusammen mit den sportlichen Teilnehmern dieser "Expedition".

Meine Eltern haben dann wirklich ihr möglichstes versucht diesen "kleinen Berg" hinauf zu kommen. Aber besonders mein Vater war bereits bevor wir oben ankamen am Rande seiner Kräfte, denn wir mussten uns ja schließlich alle durch den matschigen Schnee kämpfen. Als wir es endlich nach oben geschafft hatten zog das Wetter noch weiter zu und es begann ein heftiger, eisiger Regen. Da meine Eltern inzwischen so erschöpft waren, dass sie nicht mehr weiter gehen konnten beschloss ich, der Reiseführerin alleine hinterher zu laufen und sie darum zu bitten die Schneeraupe zurück zu holen, denn mir erschien es unmöglich ca. 2 1/2 Stunden mitten im Schneeregen auszuharren.

Ich bin der Gruppe dann ca. 2 km hinterher gejagt und mein Versuch endete damit, dass ich meine Wander-Halbschuhe knöcheltief in einem Matschloch kurz vor dem Askja-Krater versenkte. Sie waren innerhalb von Minuten vollkommen durchgeweicht und ich habe resigniert den Rückweg antreten, da ich mir mit nassen, eiskalten Füßen nun auch langsam Sorgen um meine eigene Gesundheit machte und auch nicht besonders viel Hoffnung hatte die Reiseführerin bei diesem Nebel überhaupt zu finden.

Auf meinem Rückweg peitschte mir der Schneeregen seitlich unter die Kapuze und ich traf auf halbem Weg auf eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die auch zu unserer Reisegruppe gehörte. Sie kauerten an einem kleinen Felsen, um vor dem Regen Schutz zu suchen. Die Kinder hatten zuvor offenbar geweint und die Mutter versuchte sie mit Keksen aufzumuntern und mit ihrer eigenen Jacke zu wärmen.

Einen riesigen Schreck habe ich dann bekommen, als ich zurück am Treffpunkt ankam und meine Eltern verschwunden waren. Also harrte ich eine weitere Stunde im peitschenden Regen aus, fast krank vor Angst um meine Eltern. Ich malte mir alle möglichen Szenarien aus und suchte sogar die umliegenden Felsen ab, in der Hoffnung dass sie dort Schutz gefunden hatten. Ich war noch nie so glücklich einen Motor zu hören, wie an diesem Tag. Es stellte sich heraus, dass die Schneeraupe aufgrund des Wetters doch zurückgekehrt war und meine Eltern mitgenommen hatte. Da der Raupenfahrer allerdings kein Englisch sprach erfuhr ich dies erst, als der Tourguide auch endlich zurückkehrte. Das waren wirklich die längste Zeit meines Lebens!

Ich möchte betonen, dass mir vollkommen bewusst ist, dass Myvatn Tours absolut nichts für das Wetter kann. Aber ich finde es unverantwortlich eine Gruppe bei schlechten Wetterbedingungen in einem Gebiet "auszusetzen", in dem es keinen Handyempfang gibt und die Gruppe dann sich selbst zu überlassen. Meiner Meinung nach ist ein Tourführer dazu verpflichtet, auf das schwächste Glied in der Gruppe zu achten und alle sicher zurück zu bringen. Dies war hier offenbar nicht der Fall. Andere Tourmitglieder berichteten mir später, dass die Reiseführerin zwischenzeitlich vollkommen überfordert war und auch absolut den Überblick verloren hatte, wer überhaupt zu ihrer Gruppe gehört. Offenbar war ihr nicht mal aufgefallen, dass es sieben Personen nicht geschafft hatten ihr zu folgen. Auch diese Tatsache ist mir ein Rätsel, denn ich bin selbst ziemlich sportlich und auch für mich war der Weg durch den Schnee ziemlich anstrengend. Es sollte also nicht besonders schwer zu erkennen gewesen sein, dass Kinder und ältere Menschen diesen Weg nicht ohne weiteres bewältigen können.

Abgesehen davon hätte man meiner Meinung nach vor Beginn der Tour jeden auf die Wetterbedingungen aufmerksam machen müssen, entweder per email oder am Bus. Ich selbst hatte zwar Wanderschuhe an, allerdings waren diese nur knöchelhoch. Sie haben mich ohne Probleme quer durch Island getragen. Aber hier waren sie absolut nicht ausreichend. Ich möchte mir auch nicht ausmalen, was ich ohne meine gefütterte Allwetter-Jacke mit Fleece-Inlet an einem Tag wie diesem gemacht hätte. Schließlich hat auch die dem Regen irgendwann nicht mehr stand gehalten und war vollkommen durchgeweicht. Und ich hatte durchaus ein hochwertiges Modell an. Ich vermute, dass es einige Menschen gibt, die solch eine Tour mit dünner Billig-Jacke und Turnschuhen antreten und ich gehe fast davon aus, dass man auch diejenigen nicht darauf aufmerksam machen würde, welche Ausrüstung tatsächlich benötigt wird. Dieses Verhalten ist für mich wirklich grob fahrlässig und spielt mit der Gesundheit der Menschen. Genau so fahrlässig ist für mich, dass ich, wie gesagt, den sogenannten Tourguide zwei Mal darauf aufmerksam gemacht habe, dass bei meinen Eltern gesundheitliche Probleme vorliegen. Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, uns von der Fahrt bis auf den Gipfel abzuraten. Im Gegenteil. Meine Eltern hätten gerne an der Hütte im trockenen gewartet bis die Gruppe zurück kommt. So wäre uns allen ein angsterfüllter Horrortag erspart geblieben!

Ich habe nun wirklich sehr viel ausgeholt, um von meinen Erfahrungen zu berichten. Aber ich finde, jeder der einen Tagesausflug mit Myvatn Tours bucht, sollte davon wissen.

Für diejenigen, die fit sind und die nur kein passendes Auto haben um den Askja zu besuchen, ist dies sicherlich eine tolle Möglichkeit zu einem bezahlbaren Preis an den Askja zu kommen. Eigenverantwortung vorausgesetzt. Aber eine geführte Tour sollte man bei diesem Unternehmen sicherlich nicht erwarten.

Aufenthalt Juli 2013
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10 Danke, Kerstin S!
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