Die heißen Vulkanquellen in Furnas sind eine der Hauptattraktionen der Insel São Miguel. Daraus ergibt sich für diesen Ort eine höhere Besucherzahl der vom Individualtourismus geprägten Azoreninsel. Wenn an den Quellen große Reisebusse auftauchen, dann sind darin garantiert Passagiere von Kreuzfahrtschiffen unterwegs, die eine Furnas-Tour mit dem Besuch der Quellen und anschließender Einkehr in einem der bekanntesten Restaurants der Stadt gebucht haben, um dort das Cozido nas Caldeiras zu probieren.
Dadurch hat sich das in den meisten Reiseführern erwähnte Restaurant leider ziemlich in Richtung Touristenspektakel mit Massenabfertigung und nachlassender Qualität entwickelt.
Wir waren daher unserem Hotelmitarbeiter in Ponta Delgada sehr dankbar, daß er uns das Vale das Furnas empfohlen hat.
Das einfache saubere Restaurant liegt am Ortsausgang von Furnas direkt an einem Campingplatz. Obwohl der Platz im Winter geschlossen ist, war das Restaurant mittags fast ausgebucht. Wir hatten Glück und konnten ohne Wartezeit einen Tisch bekommen.
Es war unschwer erkennbar, daß die Überzahl der Gäste Portugiesen waren. Offensichtlich ist das Vale das Furnas für Touristen ein Geheimtipp.
Ehrlicherweise muss ich zugeben, daß wir ohne den Hinweis niemals auf die Idee gekommen wären, dort einzukehren.
Das wäre allerdings sehr schade gewesen, denn wir hätten ein traditionell zubereitetes Cozido nas Caldeiras aus regionalen Erzeugnissen verpaßt.
Der Schmortopf aus dem Vulkan besteht aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Zwiebeln, Weißkohl, Möhren, Grünkohl und Yamswurzeln. Auf diesem Gemüsebett werden Rind- und Schweinefleisch, Blutwürste, Chorizowurst und Rippchen geschmort. Dieses deftige Gericht kommt in einer solch großen Portion auf den Tisch, daß wir dringend von der Bestellung einer Vorspeise abraten.
Die Speisenkarte offeriert auch andere Gerichte als Cozido, doch die Mehrzahl der Gäste essen hier diesen traditionellen Eintopf.
Die Preise sind untouristisch günstig: Für 2 Personen werden 25,- Euro berechnet - ein Glas Wein (mit kostenlosem Nachschenken) 1,50 Euro.
Wir sind Edgar von der Herdade do Ananás dankbar für diesen Tipp.
Das Verkosten der authentisch deftigen Bauernküche gehört zur kulinarischen Erkundigung der Insel.
Fazit: Hier befindet sich abseits der Touristenpfade ein sauberes einfaches Restaurant, daß die lokale Spezialität original und mit ausschließlich regionalen Erzeugnissen zubereitet anbietet.
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