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S I K K I M - Reise “Im Angesicht des Kanchenchunga“

Wien, Österreich
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S I K K I M - Reise “Im Angesicht des Kanchenchunga“

S I K K I M - Reise “Im Angesicht des Kanchenchunga“

                   1. Routenbeschreibung durch SIKKIM - auf TA

                                             

                        „ Die Anreise „

 

                       Flug Delhi – Bagdogra, dann -

Bagdogra – Darjeeling – 95 km mit dem Bus – Fahrzeit 5 Std. 30 Min.

Darjeeling – Pemayangtse – 124 km mit dem Bus – Fahrzeit 6 Std.

Pemayangtse – Gangtok – 119 km mit dem Bus

Gangtok – Rumtek – 20 km mit dem Bus

Gangtok – Kalimpong - 75 km,

Kalimpong – Doar (Grenzort zu Buthan) – 80 km

        

                               Zusammen: Flugzeug: 19.102 km

                                                    Bus: 915 km

       

     Delhi – Flug nach Bagdogra – Busfahrt nach Darjeeling

Die Flugroute führte von Delhi nach Guwahati (Assam) und ein Stück zurück nach Bagdogra.

Langsam rollte die Boing 737-800 von Jet Airways (154 Pers.) zum Start. Wir flogen entlang der Himalaya Kette, die Berge waren zuerst im Dunst, wurden dann immer klarer und ragten aus den weißen Wattewolken. Fotografieren verboten – sagte das Flugpersonal.

Nach 1 Std. 55 Min. waren wir in Guwahati und starteten weiter nach Bagdogra. Wieder ein Stück entlang des Himalaya und nach 37 Minuten Landung in Bagdogra.

Dort bestiegen wir zwei Kleinbusse und der indische Reiseleiter Dilip begrüßte uns,

95 km bis Darjeeling lagen vor uns.

Bagdogra liegt auf 125 m Seehöhe. Rundum abgeerntete Reisfelder, Kühe, Schweine und kleine Hütten am Straßenrand, Tischler, Töpfer waren fleißig bei der Arbeit. Aus dem Flussbett wurde Sand und Schotter gewonnen. Fußgänger und Radfahrer kamen uns entgegen. Bei Siliguri waren die ersten Teeplantagen zu sehen.

Bereits WELTKULTURERBE – die „Darjeeling Himalayan Railway“ -

Die Schmalspurbahn mit 61 cm Spurbreite führt neben der Straße nach Darjeeling, 1881 nahm die Darjeeling Himalayan Railway ihren Dienst zwischen Siliguri und Darjeeling auf.

Zwei bis dreimal täglich wird die Gesamtstrecke befahren. Auf 87 km winden sich die Züge aus dem Tiefland in vielen Schleifen in mehr als 8 Stunden über Ghoom, dem mit 2258 m höchsten Punkt der Strecke, nach Darjeeling.

Unsere Fahrzeit mit dem Bus wurde mit 4 Stunden veranschlagt.

Die Straße stieg schnell an und wurde immer kurvenreicher, hohe Teakholzbäume ragten auf, die Dschungelgebiete sind Nationalparks. Neben der Straße, wie an die Berghänge geklebt, viele Wellblechhütten. Immer wieder behinderten Erdrutsche und Baustellen den Verkehr und bei Gegenverkehr musste einer zurückschieben. Tiefe Abgründe, mal links, mal rechts der Straße, damit wir alle im Bus angsterfüllt hinunterschauen konnten, so schraubte sich die Straße rund um die Berghügel höher. Die atemberaubenden Ausblicke wurden manchmal durch den Dunst gedämpft.

Am Felsen stand geschrieben:

Driver – Passengers life is in your hand!

Um 19,45 Uhr trafen wir in Darjeeling ein, Fahrzeit 5 Std. 30 Min. Seehöhe 2135 m. Sterne standen am Himmel!

Kurz vor dem Hotel mussten wir in kleine Busse umsteigen, die uns über steile Serpentinen ins Hotel Cedar Inn brachten. Wir wurden mit gelben Katas (Schals), Namaste (Willkommen) und Weichsellikör begrüßt. Das Hotel liegt in steiler Lage am oberen Stadtrand, rundum sind herrliche Zedern. Die Zimmer sind schön und gemütlich eingerichtet mit offenem Kamin, Sitzecke und Erkerfenster mit Blick zum Kanchenchunga.

Darjeeling

Der etwa 3000 km2 große, in den Bergen des Vorhimalaya liegende Distrikt gehört zu West-Bengalen. Er grenzt im Westen an Nepal und im Osten an Bhutan, während im Norden Sikkim anschließt. Ursprünglich war die Bergregion bis hinab in die Ebenen Teil des Königreiches Sikkim und Bhutan.

Nach der Annektion durch die Engländer und Inder erfuhr nun die dünn besiedelte Bergregion durch die Anlage von Plantagen – zunächst Kaffee, später Tee – einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Stadt Darjeeling zieht sich in 2100 m Höhe viele Kilometer entlang eines Gebirgskamms und hat 60.000 Einwohner. Um den alten Bahnhof drängen sich die Geschäftsviertel, oben thronen die Villen der ehemaligen Kolonialherren.

Die größte Attraktion Darjeelings ist das Panorama der zum Greifen nahen Bergriesen des Kanchenchunga-Masssivs, das seine Pracht allerdings vornehmlich in den frühen Morgenstunden offenbart, um sich dann für den Rest des Tages in dichte Wolken zu hüllen.

Darjeeling mit Sonnenaufgang am Kanchenchunga

Um 04,15 Uhr wurden wir geweckt, zogen alle warmen Sachen an und tranken Tee in der Lobby. Außentemperatur 3 Grad, bei manchen hatte es im Zimmer 11 Grad.

Kurz darauf die Fahrt nach Ghoom und 11 km weiter zum 2590 m hohen Aussichtsberg Tiger Hill, um den Sonnenaufgang am Kanchenchunga, dem dritthöchsten Berg der Welt zu beobachten.

Noch waren die Sterne am Himmel und der Wind blies kalt. Auf einer kurvenreichen Straße erreichten wir den Tiger Hill. Schon in der Dunkelheit waren auf der Straße Wasserhändler mit vielen Plastikbehältern unterwegs, um die vielen Hütten ohne Wasserleitung zu versorgen.

In dieser Gegend gab es früher Bergdschungel und Tiger, daher der Name.

In der Dämmerung bezogen wir Position am Aussichtspunkt. Es war kalt und windig, aber klar. Dann wurde eine Wolke am Himmel gelb angestrahlt und die Berge tauchten aus der Dämmerung auf. Langsam erreichten die Sonnenstrahlen die Bergspitzen des Massivs und beleuchteten sie immer mehr. Davor lagen tiefgrüne Berghänge mit kleinen Häuschen und im Tal lag der Dunst, der aber nicht ganz aufstieg. Es war wunderschön!

Links vom Kanchenchunga waren Everest und Makalu in der Ferne zu sehen und die Sonne beleuchtete alle drei 8.000-er.

Obwohl wir schon in vielen Weltgegenden Sonnenaufgänge beobachtet und fotografiert haben, dieser war wohl der beeindruckendste und wird uns lebenslang in Erinnerung bleiben,

die Bilder aus diesen Beobachtungen, ein „Schatz“.

Wir fuhren nun zurück nach Ghoom und besuchten das etwas abseits gelegene Gelbmützen-Kloster Yiga-Choliang. Es wurde im 14. Jh. gegründet, das heutige Kloster wurde 1875 errichtet. Es lag im schönsten Sonnenlicht vor uns, Gebetsfahnen flatterten in einem strahlend blauen Himmel.

Am Platz davor waren noch die Kreidezeichnungen vom Lossar-Fest (Neujahr) zu sehen.

Für uns bliesen vor dem Klostereingang zwei Mönche mit Gelbmützen in große Trompeten aus Metall, die mehrere Meter lang waren. Ihr Ton war tief und füllte dröhnend die Luft und soll bei tantrischen Riten die ursprünglichen Laute der Natur, die Ewigkeit symbolisieren.

Nach ausgiebigem Filmen und Fotografieren betraten wir in Tempelsocken das Kloster. Im Gebetsraum eine 5 m hohe Statute des zukünftigen Buddha Maitreya, links ein symbolischer Thron für den Dalai Lama. An der Wand links Tsongkapa, der Begründer der Gelbmützen-sekte, rechts Padmasambhava, der Verbreiter des Buddhismus, gemalt. In hohen Stellagen waren Bücher, das sind lose Papierstreifen mit Deckeln aus Holz, aufbewahrt. Eines war aufgeblättert und wir konnten die Schriftzeichen fotografieren.

Wir fuhren weiter auf den Aussichtshügel, Observatory Hill, 2600 m hoch. Auf dem Gipfel ein buddhistisches Kloster, Dorje Rinzing, 1765 gegründet. Unzählige Gebetsfahnen in den Farben der fünf Elemente rot, grün, weiß, blau und gelb, flatterten im Wind.

Soeben wurde ein Puja (Opfer) von einem buddhistischen Mönch und einem Hindupriester dargebracht. Das Kloster ist auch ein Shiva-Heiligtum, erkennbar am Stier Nandi, dem Reittier Shivas vor dem Eingang. Anschließend ein Aufenthalt im Bergsteigermuseum.

Es wurde 1954 nach der ersten Besteigung des Mount Everest (1953) erbaut. Angeschlossen ist eine Bergsteigerschule

Über noch viel steilere Straßen fuhren wir hinab zur Teeplantage „Happy Valley“. Mitte März bis November wird Tee gepflückt und verarbeitet. In einem Tag ist der Tee fertig getrocknet. Eine Pflückerin pflückt 50 kg am Tag.

1 kg bester Tee aus Darjeeling kostet 1000 USD!

Die Mittagpause war nur kurz, dann zum Bahnhof, eine Fahrt mit dem „Toy Train“ ins 8 km entfernte Ghoom, stand auf dem Programm.

Die kleinen Waggons warteten schon. Erste Klasse fährt nur einmal am Morgen, so mussten wir in der harten Klasse Platz nehmen. Dann kam die kleine Dampflokomotive. Sie wurde von vorne beheizt und tüchtig nachgelegt. Kinder sammelten aus der herausgeputzten heißen Asche Kohlenreste auf. Mit einem kräftigen Ruck wurde angekoppelt, der Kontrollor gab uns ein Autogramm auf die Fahrkarte und unter lautem Pfeifen zuckelten wir los. Vorbei an Autos hautnah – wir fuhren auf der Straße – Häuser fast gestreift an Vorraum und Fenstergitter – endlich verließen wir die Stadt.

Nach vielen Kurven, hinauf und hinunter, schönen Ausblicken auf Darjeeling und die Landschaft, mit viel Ruß im Gesicht und Rauch in den Lungen trafen wir nach 45 Minuten in Ghoom ein.

In unserem Hotelzimmer wurde das Kaminfeuer eingeheizt, wir saßen gemütlich davor, tranken Tee und besprachen den schönen Tag.

Darjeeling – Pemayangtse – Sikkim

Zeitig am Morgen starteten wir Richtung Sikkim, die Koffer befanden sich am Dach des Bus, 124 km – 6 Stunden Fahrzeit lagen vor uns.

Nach Verlassen der Stadt fuhren wir über Ghoom nach Norden, der Kanch begleitete uns. In unzähligen Serpentinen ging es bergan, durch Bergdschungel mit Zedern, Farnen, Magnolien, Rhododendron ( es gibt 175 Arten!), Flechten und Teakbäumen. Kleine Bächlein sprangen über die Felsen, Bergdörfer lagen in schwindelerregenden Höhen mit Azaleen und Orchideen in vielen Farben vor den Hütten und rundum Kardamompflanzungen.

Die Sonne schien, aber es war diesig. Im Tal ein breiter Fluß, der Rangit.

Auf den Felsen an der Straße waren Sprüche zu lesen.:

Come home in peace, not in pieces. (Komm heim in Frieden, nicht in Stücken)

Dann waren wir an der Grenze zu Sikkim, wir fuhren über eine Brücke und durch ein Tor –

                                         Welcome to Sikkim –.

Alles für die Einreise gut vorbereitet – Permit, Passlisten – unser indischer Reiseleiter Dilip halfen dem Beamten beim Pässe stempeln. So war alles in 15 Minuten erledigt.

Wir bestiegen unsere zwei Busse und reisten ein. Eine schmale Asphaltstraße führte weiter entlang des Flusses Tista mit klarem Wasser, in Flussbiegungen waren Terrassenfelder angelegt, die manchmal die Berghänge empor reichten. Die schmale, kurvenreiche Straße war ohne Befestigungen an den Berghang geklebt, tief unter uns rauschte der Fluss.

Wir waren im ehemaligen Königreich von SIKKIM eingetroffen.

Fortsetzung folgt…….

2 Antworten zu diesem Thema
London, Vereinigtes ...
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1. AW: S I K K I M - Reise “Im Angesicht des Kanchenchunga“

Vielen Dank für deinen Beitrag!

Ich persönlich lese sie immer mit sehr viel Interesse und Begeisterung!

Gruß

Annette

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2. AW: S I K K I M - Reise “Im Angesicht des Kanchenchunga“

Teil 2 – SIKKIM – bis zur Grenze nach Bhutan.

S I K K I M

Ehemaliges Königreich, ab 1975 von Indien integriert im Staatenverband

Fläche: 7000 km2, Einwohner: mehr als 400.000, Hauptstadt: Gangtok

Sikkim liegt zwischen Nepal im Westen und Bhutan im Osten am Rande des Himalaya.

Ein besonderes Kennzeichen des Landes sind die enormen Höhenunterschiede auf kürzester Entfernung. Von 280 m im Testa-Tal steigt das Gelände bis auf über 8000 m an.

Im Norden schließt das mächtige Massiv des 8579 m hohen Kanchenchunga nach Mt. Everest und K2 der dritthöchste Berg der Welt, das Land gegen Tibet ab.

In den letzten Jahrzehnten sind die Bergwälder weitgehend der Landwirtschaft und dem Raubbau zum Opfer gefallen. Die Überschwemmungskatastrophen Bangladesh haben hier ihre Ursache.

Geschichte: 1641 wurde ein Königreich gegründet, das sich aber bereits ein Jahrhundert später gegen Angriffe aus Bhutan und Nepal zur Wehr setzen und territoriale Verluste hinnehmen musste.

1817 schloß das Königreich einen Schutzvertrag mit der Britischen Ost-Indien Kompanie und wurde 1861 britisches Protektorat.

1973 verstärkte Indien seinen Einfluß und integrierte Sikkim schließlich 1975.

Wir erreichten gegen 12,45 Uhr Jorethang, ein Marktzentrum von Zentral- und Südsikkim in 350 m Seehöhe.

Mittagsrast im „Hotel Namgyal“. Unser Lunchpaket war vom Hotel Cedar Inn gut gefüllt mit Gemüseschnitzel, Eiern, Bananen und Toast. Am Nachbartisch saßen lauter junge Mädchen, sie waren in die Stadt zum Einkaufen gekommen und schwätzten gerne mit uns.

Später, auf einem Straßenschild stand 47 km bis Pemayangtse.

Auf Terrassenfeldern war Raps, er blühte leuchtend gelb, und Gemüse angepflanzt. Die Straße wurde wieder steiler, die Serpentinen enger, der Asphalt löchriger und teilweise zur Schotterstraße, die Ausblicke ins Tal aus schwindelerregenden Höhen atemberaubender.

Auf einem erst seit drei Monaten frisch gepflasterten Weg marschierten wir los, das Ziel war uns unbekannt. Der Weg führte durch lichten Dschungel leicht bergan. Unsere Überraschung war groß, nach 20 Minuten standen wir vor den Ruinen der alten Hauptstadt Sikkims – Rabdenste .

Die Ruinen auf der Spitze eines Hügels wurden vom Dschungel befreit und gut restauriert. Man sieht Königspalast, Chorten und königliches Kloster mit Steinthron und Reliefs der drei Schutzheiligen Sikkims. Bei klarer Sicht hat man eine atemberaubende Aussicht ins Tal. Links vom Kloster lag der Königspalast, darauf wachsen drei Zedern. Anschließend drei Chorten, vor denen Schiefertafeln mit Reliefs von Lamas, Inschriften – Om mani padme hum – Du Juwel in der Lotosblüte – liegen, das sind Manisteine, die bei Pilgerfesten mitgebracht wurden.

Am Berg gegenüber war das Kloster Pemayangtse im Dunst zu sehen.

Am Abend erreichten wir Pemayangtse und bezogen unser Hotel in 2020 m Höhe.

Es war sehr einfach und auch ungeheizt

Pemayangtse – Gangtok

Wir wurden um 6 Uhr geweckt und marschierten gleich los zum nahe gelegenen Kloster Pemayangtse. Es nieselte aus dem Nebel und fing dann leicht zu regnen an. Entlang des Weges waren viele weiße Gebetsfahnen mit aufgedruckten Gebeten zu sehen.

Pemayangtse heißt Kloster am Bergsporn. Der über 2000 m hoch gelegene Sitz des Nyngma-Ordens gehört zu den ältesten buddhistischen Zentren Sikkims. Es wurde 1705 gegründet, 1913 durch Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut. Im Kloster ist fotografieren verboten. 30 Mönche leben hier und einer ging mit uns und passte darauf auf.

Der Regen hatte aufgehört, der Nebel hatte sich etwas gehoben und wir konnten das Kloster von außen fotografieren. Viele Gebetsfahnen rundum und Räucheröfchen.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Gangtok, der 119 km entfernten Hauptstadt von Sikkim.

Wie zur Tarnung kam Nebel auf, so konnten wir die tiefen Abgründe ( bis zu 1000 m ) neben der Fahrbahn nicht restlos sehen, nur erahnen.

Am nächsten Morgen Fotostop beim Kloster Kundrak Ling bei Phagri.

Schon von weitem sahen wir viele weiße Gebetsfahnen am Straßenrand. Wir besuchten das 1984 erbaute Kloster der Gelbmützen. Durch das bunte Eingangstor bot sich ein schöner Blick auf den Tempel, zwei Mönche mit leuchtend gelben Mützen standen davor und bliesen für uns in lange Trompeten. Betreten nur in Tempelsocken. Das Kloster „lebt“ nur von Spenden.

Dilip, unser Guide sagte, ab nun geht`s nur mehr bergab. Die Straße bestand fast nur aus Baustellen. Die Straßenarbeiter wohnten in Hütten aus Teerfässern am Straßenrand mit Frau und Kind. Die Frauen klopften Steine zu Schotter, der mit Teer erhitzt und händisch auf der Straße aufgetragen wurde

Wir durchfuhren kleine Bäche, die Straße war am Berghang angeschmiegt, ganz dem Gelände angepasst und in einem fürchterlichen Zustand. Unsere Busfahrer waren wahre Könner, sie meisterten enge Passagen ganz hervorragend. Ein Lastkraftwagen kam uns entgegen und wir mussten ein schönes Stück zurückschieben, damit er vorbei konnte. Links gähnte der Abgrund, rechts auf Tuchfühlung mit dem Lastwagen (…da wurde es ganz still im Bus ).

Auf steilen Hängen wurde Kardamom angepflanzt, vereinzelt standen Baumfarne dazwischen. Vorbei am kleinen Terrassenfeldern, wo Kartoffel, Gerste, Mais und Gemüse angebaut werden, fuhren wir talwärts.

Wieder Sprüche an der Straße: Speed is a knife in your life.

       Life is short, don`t make it shorter.

Zuerst fuhren wir zum alten Rumtek Kloster in 1615 m Seehöhe. Am Weg flatterte eine ganze Reihe weißer Gebetsfahnen im Wind. Das Kloster der Milarepa Sekte wurde 1717 gegründet und ist frisch restauriert. Das Eingangstor mit schön geschnitzten und bunt bemalten Pfeilern lag im schönsten Sonnenlicht. Davor ein großer Platz für Tempelfeste. Einige Mönche saßen in der Sonne.

Im Gebetsraum Sakyamuni, der historische Buddha, davor Opfergaben, Butterlampen, sieben Schalen, die jeden Morgen mit Wasser gefüllt werden – symbolisieren die sieben Opfergaben, die man Buddha und den Gottheiten darbringen sollte: Speisen, Getränke, Wasser zum Waschen, Blumen und Weihrauch den Sinnen zum Gefallen, eine Butterlampe als Licht sowie Wohlgerüche. Kunstvolle Opferküchlein aus Reismehlteig und Butter in vorgeschriebenen Formen und Farben – Torma , sie ersetzen die Menschen- und Tieropfer, die in der vorbuddhistischen Religion dargebracht wurden.

Bei den Bänken der Mönche lagen Zeremonialgegenstände. Wir durften bei einer Zeremonie zusehen: 12 Mönche lasen aus den Schriften in eintönigem Singsang, Räucherstäbchen wurden entzündet und die Glocke geläutet.

300 Mönche befinden sich derzeit in der Anlage, die eine buddhistische Universität beherbergt. Die Mönche lernen Sanskrit und Philosophie. Außerdem besitzt das Kloster eine wertvolle Sammlung ritueller Gegenstände.

Es gab Druckstöcke und Rollbilder zu kaufen, das Militär überwachte das Fotografierverbot.

Wir verließen das Kloster und fuhren zurück nach Gangtok zum Institut of Tibetology , das 1957 zum Erhaltung buddhistischer Schriften gegründet wurde. In vielen Glasschränken sind Schriften von verschiedenen Klöstern aufbewahrt (35.000), außerdem sieht man gemalte und gestickte Thankas, die entweder Meditationsbilder oder Buddhas darstellen. In den Vitrinen zahlreiche Buddha und Bodhisattva – Statuen.

Um 15 Uhr brachen wir zum Enchey – Kloster auf, das 5 km außerhalb von Gangtok liegt.

Dunkle Wolken standen am Himmel. Viele bunte Gebetsfahnen schmückten den Zugang und waren von Zeder zu Zeder gespannt. Das Kloster ist ein wichtiger Sitz des Nyngma-Ordens, Schule der Alten (Rotmützen), und 200 Jahre alt.

Beim Klostereingang wieder kunstvoll geschnitzte und bunt bemalte Pfeiler. Davor war eine Gebetshalle aus Bambus mit buntem Stoff umspannt, aufgerichtet. Viele Mönche saßen in langen Reihen, dahinter mit etwas Abstand Pilger aus den Dörfern, die eifrig ihre Gebetsmühlen drehten. Wir durchquerten die Halle und bestiegen das Dach eines Nebengebäudes, um einen Blick auf den Königspalast zu werfen.

Gangtok – Kalimpong - Doar

Wir waren auf dem Weg nach Kalimpong – 75 km entfernt – im Süden gelegen.

Danach erreichten wir Ranipool, wir passierten einen Schranken der Grenzpolizei. Auch hier wieder Terrassenfelder und am Straßenrand kleine Hütten auf Stelzen über dem Abgrund. Im Tal floß die Tista, riesige Felsblöcke lagen im Flussbett.

Um 09, 30 Uhr erreichten wir Singtam, Stockhäuser waren hier in Bau. Das ganze Baumaterial wurde in Körben am Rücken herbeigeschafft. Viele Schläuche waren der Straßenböschung entlang befestigt, es sind dies Wasserleitungen zu den Häusern.

In diesem Grenzgebiet waren viele Militärposten eingerichtet, so auch in Singtam. Trotz Asphaltstraße wurden wir im Bus tüchtig durchgeschüttelt.

Kurzer Aufenthalt in Rangpo, es war herrlich warm und sonnig. Unsere Pässe und das Sikkim Permit wurden kontrolliert und die Ausreise gestempelt. Die Brücke über den Fluß ist mit einem Schranken gesichert. Seehöhe 355 m.

In Teesta – 290 m Seehöhe – zweigten wir nach Kalimpong ab.

14 km bergauf, die Straße führte spiralförmig empor und wir erreichten schnell an Höhe, tief unter uns der rauschende Fluß. Doch wir waren mittlerweile solche Anblicke gewohnt und blickten gelassen in die Tiefe.

Wir erreichten Kalimpong und damit wieder einmal 1250 m Seehöhe.

Ein Verkehrsstau in der Stadt, alle fuhren gleichzeitig los, bis alles verstopft war und sich langsam wieder auflöste. Die Traffic Police sah teilnahmslos zu.

Auch hier ein Armeestützpunkt. Kalimpong heißt übersetzt Bergsporn und war ein Höhenkurort der Engländer. Auch heute noch ist die Stadt das größte Handelszentrum zwischen Sikkim, Bhutan und Indien, dementsprechend war viel LKW Verkehr. Die Stadt hat 35.-40.000 Einwohner.

Am Abend trafen wir bei der Krönungsbrücke König Georg V von England ein, sie wurde 1937 erbaut. Wir spazierten darüber, um uns ein wenig vom Gerumpel zu erholen. Bald darauf erreichten wir das erste breite Tal in Sikkim und fuhren auf einer geraden Betonstraße, dem Malaria – Highway, Richtung Doar, wo wir unseren letzten Aufenthalt in SIKKIM nahmen.

Am nächsten Morgen stiegen wir in die bhutanesischen Busse um, um damit in BHUTAN einzureisen.

Anschlußreise:

Siehe dazu auch den weiteren Beitrag auf TA – BHUTAN – Reise zum großen Fest nach PUNAKHA:

tripadvisor.de/ShowTopic-g293844-i10038-k522…

Antwort auf: S I K K I M - Reise “Im Angesicht des Kanchenchunga“
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