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Aki Ra's Landmine Museum

Köln
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Aki Ra's Landmine Museum

"Es ist besser, im Dunkeln eine Kerze anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beklagen!"

Dieser Aphorismus von Edith Stein trifft den Punkt, was Mr. Aki Ra's Landmine Museum betrifft, nur zum Teil.

Irgendwann sind Kerzen nicht mehr ausreichend.

Ich bewundere, was der Mann da aufgebaut und geleistet hat, und habe grossen Respekt vor seiner bisher regelmässigen, gefährlichen Arbeit als Handentminer. Besser per Hand entminen, als gar nicht entminen.

Ich bin ein Kollege von Mr. Aki Ra und entmine mit einem 43 Tonnen-Koloss mit 100% Räum- und Personalsicherheit bis zu 40.000 Quadratmeter pro Tag und pro Maschine. Die Technologie, die meine Organisation und ich verwenden, stammt aus Deutschland und wurde bisher erfolgreich in Bosnien, der ehem. deutsch-deutschen Grenze, Afghanistan und Süd Korea eingesetzt.

Derzeit bemühe ich mich um Regierungsaufträge für Mechanisches Minenräumen in Ländern Indochina's.

Meine geplante Tätigkeit als Volunteer-Lehrer im November/Dezember 2006 ist jedoch leider nicht zustande gerkommen.

Bereits zu dieser Zeit waren die Spuren von Verfall, Chaos und Desorganisation im Landmine Museum nicht zu übersehen.

Der Ort sah aus wie Pol Pot's Dschungel Camp: Überall lag Abfall herum, und nur hier und da herumlaufende kids an Krücken und mit Plastikbeinen verrieten, dass das Etwas aus gestapelten UXOs, Bambusstangen, Plastikplanen und roh zusammengezimmerten Bretterbuden das berühmte Landmine Mueseum sein sollte.

Ich war angemeldet und hatte zuvor umfangreiche Korrespondenzen mit Herrn Roy Clark aus Toronto, Ontario, einem der Initiatoren und Designer der gut gemachten Web site, www.akiramineaction.com, geführt.

Erstaunlicherweise schien niemand von meiner geplanten Lehrtätigkeit: Französisch, Englisch, Deutsch und allerlei andere nützliche Dinge, zu wissen.

Eine verloren wirkende Britin und Neuseeländerin, gleichfalls volunteer teachers, sassen im Schatten der Bäume herum, liessen sich von den Mosquitos pieken und warteten auf ihre Schüler, die nicht kamen.

Ich habe den Damen zwei Tage lang Gesellschaft geleistet und an einem Tag einen Schüler knapp 35 Minuten lang englische Grammatik gelehrt. Nach dieser Zeit verschwand der Boy jedoch ohne Angabe von Gründen und ward nicht mehr gesehen.

Reichlich mageres feed back erhielt ich von Mr. Clark, den ich über diese Zustände informierte und der meinte, "das sei eben der Charme des Aki Ra Landmine Museum's".

Auch ein Besuch in der neuen Aki Ra Landmine Gallery in der Siem Reap Tourist Zone verlief eher frustrierend: Zum Einen war die gallery geschlossen, und als sie einmal geöffnet hatte, liess sich dort kein menschliches Wesen blicken. Stattdessen lief eine DVD-Präsentation, die Mr. Aki Ra beim Handentminen zeigte.

Die gut gemachten T-shirts mit dem Aufdruck des Centers lagen ordentlich nach Grössen sortiert im Regal, und ein gut leserliches Schild wies darauf hin, dass ein T-shirt $ 3 koste. Spenden seien jederzeit willkommen. Voilà!

Sorry, für einen solchen Kuddelmuddel bin ich nicht nach Cambodia gekommen. Die web site von Mr. Clark gaukelte mir die Existenz einer ordentlich geführten NGO vor, und so betrachtete ich es nicht als vermessen, einígen Schülern etwas beizubringen und einen nachweisbaren Lehrerfolg zu erzielen.

Von der Gabe einer grösseren Summe, die ich an das Center spenden wollte, habe ich Abstand genommen.

Es gibt bereits viele U.S.-Amerikaner, die sich der Kriegsverbrechen der Nixon-Administration in Indochina schämen und Canadier, die sich grosszügig engagieren.

Anstatt bei Aki Ra nicht vorhandene oder nicht motivierte Schüler zu unterrichten, habe ich dann bei den Jesuiten ABF (Arsenic Biosand Wasserfilter) gebaut, um den Bewohnern der floating villages auf dem Lac Tonlé Sap Zugang zu Trinkwasser mit einem erwiesenen Reinheitsgrad von 98.7% zu verschaffen. Das kam gut an, wie ein Dankesschreiben des für mein Projekt verantwortlichen Paters belegt.

Meine ursprünglich für Mr. Aki Ra vorgesehene Spende erhielt vor meiner Rückreise nach Deutschland der Rector der Riverside Road Roman Catholic Church in Form eines electric bike's, um ihn und seine Mitarbeiter mobil(er) zu machen.

Herrn Aki Ra, seiner lieben Frau Hourt, seinen beiden kleinen Söhnen und den landmine survivor Kids in seiner Obhut wünsche ich alles Liebe viel Erfolg für ihre Zukunft!

Wenn Mr. aki Ra sich jedoch weiterhin mit ausländischen Partnern umgibt, sollte er künftig bitte sicherstellen, dass volunteers nach gutem Konzept effizient eingesetzt werden.

Letztendlich kommen diese Leute aus Idealismus auf eigene Kosten von weit her, um Herrn Aki Ra und seinen survivor kids zu helfen!

Gerne würde ich erfahren, wer ähnliche Erfahrungen als volunteer im Aki Ra Mine Action Center gemacht bzw. welche Eindrücke sein Besuch bei ihm hinterlassen hat.

   

 

2 Antworten zu diesem Thema
Hamburg, Deutschland
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1. AW: Aki Ra's Landmine Museum

War im März 07 in Siam Reap im Landmine Museum, das

Museum soll an diesen jetzt wirklich abgelegenen und

unschönen Ort aufgrund regionaler politischer Querelen verlegt

worden sein (ein Kambodscha General hat ein Kriegs-und

Waffenmusuem eröffnet u. wollte angebl.Mr. Aki's Museum

vertreiben, jetzt liegt es am unwirtlichen Stadtrand inmitten von

"Slums" (ja,leider kann ich die Gegend dort nicht anders bezeichnen !) an einem mit Schlaglöchern übersäaten Feldweg.

Im Museum werden Spenden gern genommen, kümmern tut

sich um die Besucher anscheinend niemand, alles wirkte ver-

nachlässigt , schade ! Wer in Siam Reap ist, sollte trotzdem dorthin

fahren und nicht in das "offizielle" Waffenmuseum, weil der Besucher/-in hier doch wengistens eine Ahnung vom Ausmaß der

Verseuchung Kambodschas mit Landminen und der damit ver-

bundenen Gefahr bekommt !

Witten, Deutschland
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2. AW: Aki Ra's Landmine Museum

Respekt für Dein Engagement. Ich war Volunteer in Kathmandu, Nepal für das Dilaram House. Gruß und weiterhin viel Erfolg.

The world is our living room, there is no better place.

Ulf

Antwort auf: Aki Ra's Landmine Museum
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