Meine erste Begegnung mit den Mangyan
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Mangyan sind eines der indigenen Völker auf den Philippinen. Sie sind sozusagen die Ureinwohner des Landes, sind kaum oder gar nicht durch fremde Gene beeinflusst. Sie leben zurück gezogen im Hochland von Mindoro. Sie sind durch den philippinischen Staat geschützt, können (ohne Einfluss von außen) ihrer Kultur und Lebensweise nachgehen, sind (bis auf wenige Ausnahmen) von der Einhaltung der philippinischen Gesetze ausgenommen, müssen keine Steuern zahlen.

Man erkennt die Mangyan relativ schnell, wenn man ihnen begegnet. Sie unterscheiden sich stark vom Rest der Bevölkerung, die Mestizen sind. Sie sind in der Regel kleiner (unter 150 cm), haben eine tiefbraune Haut und lockiges, meist verfilztes Haar. Sie sprechen kaum die Landessprache Tagalog. Die Frauen sind sehr früh heiratsfähig, meist mit 12 oder 13 Jahren.

Als ich auf Mindoro wohnte hat man eigentlich 2 Arten von Mangyan unterscheiden können. Die Einen, die man wirklich nicht sehen konnte, weil sie ihre Territorien nicht verlassen und den Rest der Bevölkerung meiden. Und die Mangyan die sich als Tagelöhner in den Tälern und Städten verdingen. Sie sind fleißige Arbeiter, die in der Regel für körperlich schwere und einfache Arbeiten angeheuert werden. So z. B. Kokosnuss-Ernte, Bauarbeiten, Abriss, Wegebau, Baumfällen.

Nun trug es sich zu das auch ich die Mangyan benötigte. Ich wollte in meinem Garten, der immerhin 500 qm an Fläche aufwies, Carabao-Gras haben. Samen dafür gibt es nicht zu kaufen. So empfahl mir ein Nachbar mich an die Mangyan zu wenden. Gesagt, getan; ich traf mich mit einem der Tagelöhner, die jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit an meinem Haus vorbei kamen und schilderte mein Problem.

Schon am darauf folgenden Sonntag Morgen stand dieser vor meiner Tür. Er wies mich an dem Weg seiner Beschreibung zu folgen. Die Fahrt ging in die Berge. Nach etwa 40 Minuten war der Weg zu Ende. Kein Weg, keine Strasse, nur noch unberührte Natur. Jetzt lag noch ein Fußweg von 20 Minuten vor uns. Plötzlich ein kleines Dorf, etwa 10 Häuser, alle auf Stelzen gebaut. in der Mitte des Dorfes ein Platz wo die Männer und Frauen ihren Beschäftigungen nachgingen.

Ich wurde sehr freundlich aufgenommen. Schnell umringt von den kleinen Kindern. Nun ist es ja nicht so dass die Mangyan keine außenstehenden gesehen hätten, doch ein weißer Ausländer war dann doch schon etwas besonderes.

Der Arbeiter, der mich dort hin geführt hatte zeigte mir die Wiese und wir wurden uns schnell einig. Das ganze Dorf stach in den nächsten Tagen das Gras und brachte es bis zur Strasse, als dann wurde mein Van beladen. 10 mal fuhr ich in den kommenden 5 Tagen. Bei mir im Garten waren 4 Mangyan die die Grasflächen wieder zusammensetzten und wässerten.

Als die Arbeit getan war bezahlte ich das Gras und die Arbeiter. Doch ich lies es mir nicht nehmen die Mangyan im Dorf noch einmal zu Besuchen. Diesmal mit Geschenken und trinkbarem.

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