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Reisebericht

Bern
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Reisebericht

Meine Freundin und ich sind gerade zurück von einer zweiwöchigen Iran-Reise. Und sind noch voller Eindrücke. :)

Wir hatten eine Rundreise durch den Iran gebucht und dabei die Städte Tehran, Hamedan, Kermansch, Ahvaz, Shivaz, Kerman, Yazd und Isfahna sowie verschiedene Sehenswürdigkeiten unterwegs besucht. Wir hatten einen deutschsprachigen Tourguide dabei. Insgesamt spulten wir über 4'000 Kilometer ab. Was im Nachhinein etwas viel war.

Die Einreise verlief ohne Probleme. Kurz nach 1 Uhr landete die Lufthansamaschine von Frankfurt her kommend in Tehran. Wir haben uns schon auf strenge Sittenwächter gefasst gemacht aber trafen nur freundliche Zollbeamte wieder. Die Einreise z.B. vor 2 Jahren in die USA empfand ich als viel "strenger", die Beamten dort viel grimmiger. Generell hatten wir viel mehr Polizei, Sittenwächter oder Militärpräsenz erwartet. In den Städten hat es zwar viele Verkehrspolizisten, auch Geschwindigkeitskontrollen auf der Autobahn gab's häufig zu sehen aber sonst ist die Präsenz der Polizei völlig im normalen Rahmen. Vor grossen Städten oder beim Übergang von einer Region zur anderen gibt's ab und zu Check-Point artige Anlagen. Zum Teil auch in Verbindung mit Maut-Stationen. In zwei Wochen mit 4'000 Kilometer wurden wir gerade mal 1x dabei kontrolliert. Und das wohl auch nur, weil der sympathische Polizist mal einen CH-Pass sehen wollte. Wir empfanden das Land als sehr sicher.

Beim Ausflug in Tehran fiel uns der mörderische Verkehr ein erstes Mal auf. Laut unserem Fahrer habe das alles "sein System". Aber wir fanden es nicht heraus. :) Auf drei Spuren kann man locker zu Sechst neben einander fahren und plötzlich kommt einem noch einer auf einem kleinen Roller samt kompletter Familie drauf entgegen. :) Aber sonst ist zu sagen, dass die Strassen im Iran wirklich super ausgebaut sind. Viele mit 2 oder 3 Spuren in eine Richtung. Und auch entfernte Dörfer haben gute Strassen.

Dann ein Wort zu den Kleiderregeln. Die verschiedenen Ratschläge im Internet haben wir wohl zu streng interpretiert und zu viel dunkle & konservative Kleidung mitgenommen. Junge und junggebliebene Iranerinnen tragen das Kopftuch sehr locker und mehr als modisches Gadget. Dazu sahen wir enge Jeans und moderne Heels mit hohen Absätzen. Und die Mäntel sind auch bunt, aus schönen Stoffen gefertigt und sind oftmals eher ein cooler Blazer als denn ein Mantel. Natürlich sieht man, vor allem auch in der ländlichen Gegend, immer noch Frauen mit schwarzen Kopftüchern & Tschador. Aber das Bunte und Modische ist deutlich im Vormarsch. Wenn man heilige Städte besucht, ist aber konservative Bekleidung angesagt. Wobei man meistens beim Eingang einen Tschador ausleihen kann. Für Männer ist einzig die lange Hose Pflicht. Bunte kurzarm T-Shirts sind weit verbreitet. Also nichts da von langarm Hemden.

Wir waren im Juli (2014) unterwegs. Nicht die beste Reisezeit im Iran. Wir hatten je nach Region Temperaturen von 40+ Grad. Aber die Landschaft von Tehran runter nach Shiraz war schon toll. Schneebedeckte Gebirgszüge, Landschaften welche an Winnetou Filme erinnern, Salzseen oder Wüste. Im Iran herrscht leider immer mehr Wassermangel. So waren die im April/Mai noch grünen Wiesen bei uns schon trocken. Negativ aufgefallen ist uns, dass die Iraner unterwegs einfach alles zum Auto rauswerfen. Es liegt, gerade auch um Rastplätze, enorm viel Abfall am Boden. Und der Wind bläst die Pet-Flaschen und Plastik-Säcke in alle Richtungen. Laut unserem Tourguide habe man das Thema aufgegriffen und man will es verbessern. Die Städte empfanden wir als sauber & modern, die ländlichen Gegenden mit ihren Lehmbauten eher als ärmlich. Auch wenn die Abdeckung mit Strom und Gas in diesen Gegenden über 80% sein soll.

Unser Programm war auf das alte Persien ausgerichtet. Wir besuchten viele alte Ausgrabungsstätten und Ruinen. Im Nachhinein waren es uns etwas zu viel alte Lehmbauten, Steine und Moscheen. Ein Mix zwischen altem und modernem Iran wäre besser gewesen. Aber so müssen wir halt nochmals in den Iran reisen. :)

Discos, Bars oder so gibt es im Iran ja keine. Wir waren am iranischen Week-End (Freitag = unser Sonntag) in Shiraz. Dort hatten wir gleich neben dem Hotel eine sehr schöne Parkanlage. Viele Grünflächen für Picknick oder zusammen sitzen, kleine Shops wo man Getränke kaufen konnte, eine recht grosse Auswahl an Fahrgeschäften und Plätze zum Fussball oder Volleyball spielen. Wir hatten das Gefühl, dass die halbe Stadt hier auf Achse war. Es wurde viel gelacht. War eine aktive, fröhliche und sehr friedliche Atmosphäre. Vielleicht lag's daran, dass es wie überall im Iran, keinen Alkohol gibt.

Internet war auch immer ein Thema. In allen Hotels hatten wir Gratis WiFi, welches auch schnell & zuverlässig funktionierte. Zum ersten Mal erlebten wir, was es bedeutet wenn Webseiten oder Apps gesperrt sind. Facebook, Youtube oder Homepages von manchen Boulevardzeitungen lassen sich nicht öffnen. Die Iraner (und auch der Hassan Rohani & Ali Chamene’i) haben einen Filter gegen die Blockade und nutzen so trotzdem alle Webseiten.

Spannend war auch, mal zwei Wochen nicht den westlichen Main-Stream Medienmix zu erhalten. Das gibt einem etwas zu denken. Wenn Du die News aus Israel, Gaza, Syrien oder zur Atom-Diskussion etc. mal aus der "anderen" Sicht zu sehen bekommst. Würde uns wohl allen gut tun, nicht immer alles sofort zu glauben, was bei uns im TV kommt. Weil der iranische Tagesschau-Sprecher sieht genau so kompetent aus wie bei uns - warum sollte er nicht die "Wahrheit" sagen? :) Und da wären wir schon beim Thema Politik & Religion. Um zu verstehen wie die Iraner bei dem Thema ticken muss man vieles berücksichtigen: Geschichte, Tradition, Kultur, Werte, Religion und noch vieles mehr. Der Iran hat in den letzten 8'000 Jahren viel erlebt und durchgemacht. Ein Blick hinter die oftmals populistischen Schlagzeilen erklärt vieles. Oder - und dazu hat man im Iran als Reisender immer die Möglichkeit - ein Gespräch mit den Einheimischen. Die erzählen nämlich gerne (und sehr offen) und interessieren sich auch sehr dafür, wie gut einem der Iran gefällt.

Etwas doch noch zur Religion. Die Moschee ist im Vergleich zu den Kirchen in unseren Breitengraden nicht nur Gebetsraum sondern auch gesellschaftlicher Treffpunkt. Hier ruhen sich Leute aus, spielen Kinder, unterhalten sich die Leute oder beten. Und trotzdem: mir kamen die Moschen, mit ein paar Ausnahmen, ähnliche leer vor wie bei uns die Kirchen.

Von den Städten her haben uns Tehran (Big City halt), Shiraz und Isfahna am besten gefallen. Aber auch andere Orte haben durch Architektur, Natur, Geschichte oder Sehenswürdigkeiten in der Nähe überzeugt. Die Hotels waren alle gut bis sehr gut. Märchenhaft war das Abbasi in Isfahan aber auch das Parsian in Kermanschah oder das Homa Hotel in Shiraz waren super.

Eine Reise in den Iran können wir nur empfehlen. Gerade jetzt wo das Land noch nicht von Touristen überflutet ist, machen die Begegnungen mit den Iranern viel Freude. Wir werden beim nächsten Mal mehr den modernen Iran besuchen und nicht mehr so viele Kilometer in so kurzer Zeit zurücklegen. Rund um Tehran, die Berge dort, rauf zum kaspischen Meer und so könnte es werden. :)

Gebucht haben wir die Reise über Marco Polo, mit Superior Zimmern, Frühstück & Nachtessen, deutschsprachiger Tour-Guide mit Auto, Getränke unterwegs, alle Eintritte und Flug ab Frankfurt für 3900 Euro pro Person. Marco Polo hat im Iran mit Pari Tours (Inhaberin: Pari Nikzad) zusammen gearbeitet. Wurde alles tip top organisiert.

2 Antworten zu diesem Thema
1 Beitrag
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1. AW: Reisebericht

Hallo, finde diesen Bericht sehr interessant und informativ. Bin auf der Suche nach solchen Infos, da ich für Mai 2015 eine 23tägige Iranreise gebucht habe.

2. AW: Reisebericht

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Entfernt am: 11. Februar 2015, 12:58
 
Antwort auf: Reisebericht
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