Ausstellung: Maimonides schriftliches Erbe
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Vom 11.12.2018-27.04.2019 findet im Israel Museum, Jerusalem, eine interessante Ausstellung über Maimonides statt.

Rabbi Mosche Ben Maimon, bekannter unter dem Akronym Maimonides, (geboren zwischen 1135 und 1138 in Córdoba; gestorben am 13. Dezember 1204 in Kairo) war eine vielschichtige Persönlichkeit - Exegete und halachische Autorität, Philosoph, Wissenschaftler, Arzt und kulturell anerkannter jüdischer Führer.

Er gilt als bedeutender Gelehrter des Mittelalters, galt für Jahrzehnte als geistiges Haupt der orientalischen Juden und als einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten überhaupt.

Maimonides entstammte einer der angesehensten Familien Córdobas, deren Haus zu den Zentren des dortigen intellektuellen Lebens gehörte. Unterweisung in die jüdische Lehre erhielt er durch seinen Vater, einen Rabbiner und Richter in Córdoba. Zudem unterrichteten ihn arabische Lehrer in griechisch-arabischer Philosophie und Naturwissenschaften.

1148, nach der Invasion der Almohaden, die einen intoleranten Islam vertraten, wurde seine Familie vor die Wahl gestellt, zum Islam überzutreten oder auszuwandern. Maimonides’ Familie floh, verbrachte mehrere Jahre unstet in Spanien und möglicherweise auch in der Provence und liess sich vermutlich 1160 im marokkanischen Fès nieder.

1165 zog die Familie weiter nach Jerusalem, dann nach Alexandria und schliesslich nach Fustat, heute ein Teil von Kairo, wo Maimonides bis zu seinem Tod lebte.

Die in der Ausstellung vorgestellten Manuskripte mit verschiedenen geokulturellen Hintergründen spiegeln die Breite und Beachtung seines Erbes wider. Das besondere dieser Ausstellung ist ein Manuskript, das von Maimonides selber geschrieben sein soll, sowie seine eigenhändige Unterschrift. Es handelt sich um eines seiner frühesten Werke, an dem er während seiner Wanderschaft gearbeitet hat, bevor er sich in Ägypten niederliess. Die Abhandlung befasst sich mit seinen Gedanken zur Verbindung zwischen Thora und Wissenschaft und seinem Bestreben, das jüdische Gesetz (Halacha) so vielen wie möglich zugänglich zu machen.

Maimonides wurde bereits in seiner Jugend auf die schwierige Lage der jüdischen Gemeinden in islamischen Ländern und im christlichen Europa aufmerksam. Aus Angst um das physische und spirituelle Überleben der jüdischen Gemeinschaften weltweit und entschlossen, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, um ihre Kontinuität zu gewährleisten, produzierte er drei bahnbrechende Werke: den Kommentar über die Mischna, die "Mischne Torah" (umfassende Sammlung der jüdischen Gesetze) und den "Führer der Unschlüssigen" (philosophisches Hauptwerk von Maimonides: Stellungnahme zu grundlegenden religiösen und philosophischen Fragen). Neben seinen umfangreichen und systematischen halachischen Lehren - und vielen anderen Themen - befassen sich seine Schriften mit grundlegenden Fragen wie der Natur der menschlichen Seele, dem Glauben und der Beziehung zwischen Mensch und Gott und ethischem Verhalten. Sie bieten auch praktische Ratschläge für einen richtigen Lebensstil. Maimonides Denkweisen und sein Konzept der jüdischen Religion waren nichts weniger als revolutionär. Obwohl einige seiner Ideen umstritten waren, wurden seine Schriften eingehend untersucht. Sie bleiben nach mehr als 800 Jahren relevant.

Diese Ausstellung ist Teil eines Joint Ventures, an dem das Israel Museum und die National Library of Israel unter der Schirmherrschaft des Maimonides Fund beteiligt sind. Eine ergänzende Ausstellung mit dem Titel "Maimonides - Von der Erfindung des Druckens bis zum digitalen Zeitalter" und eine internationale Konferenz werden von der Nationalbibliothek veranstaltet.

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