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Flüchtlinge auf Sardinien

Fuldatal ...
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Flüchtlinge auf Sardinien
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Hallo

Ich will im September mit meiner Familie nach sardinien.

Ich habe 2 kleine Töchter.

Nach ein paar Zeitungs und Fernsehberichten über die Flüchtlingskrise in Italien mache ich mir Sorgen ob ich wirklich nach sardinien fahren soll.

Kann mir jemand aktuell berichten wie die Lage dort ist? Kommen da wirklich ständig Boote an? Ist die Kriminalität gestiegen?

Ist das Leid wirklich so gross auf der Insel, wie man es von Kos gerade kennt.

Ich will eine wahre Schilderung nicht die der Medien.

Danke im voraus

10 Antworten zu diesem Thema
Deutschland
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1. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Hallo Viktoria,

zunächst, Sardinien ist groß. 270 km lang und rd. 140 km breit. Das ist also nicht Lampedusa und auch nicht Kos im Größenvergleich. Ja, auch in Sardinien kommen Flüchtlinge an - und nicht wenige - und man bemüht sich, sie unterzubringen, zu versorgen und zu verteilen. Das ist nicht einfach und das gibt Probleme, so wie es auch in Deutschland nicht einfach ist und auch immer mal Probleme gibt. Wäre Unsinn, das zu leugnen.

Aber das Leben geht weiter, auch in Sardinien. Jetzt muss man sagen, dass die Sarden im Durchschnitt sicher mehr wirtschaftliche Probleme haben, als die Deutschen. Gerade im Südwesten Sardiniens, wo viele ankommen, ist die wirtschaftliche Not der Sarden seit Jahren hoch. Das wird eher schlimmer als besser (hat nichts mit Flüchtlingen zu tun). Der Tourismus hilft, das etwas abzumildern.

Die Sarden sind zwar sehr introvertiert, aber die meisten Sarden sind traditionell sehr gastfreundlich und hilfsbereit.

Schwarzafrikaner und "Marokkaner" (wie die Sarden alle Araber nennen, die in Sardinien arbeiten), gehören schon seit vielen Jahren zum Kulturbild. Viele - insbesondere die Schwarzafrikaner - bieten "ihre" Waren an den Stränden den Touristen und einheimischen seit vielen Jahren an und sind beliebt. Die "Marokkaner" bieten oft Haushaltswaren an und gehen von Tür zu Tür, von Dorf zu Dorf und sind als Händler seit Jahrzehnten etabliert und akzeptiert.

Natürlich ist die Lage jetzt angespannter. Sardinien ist sehr dünn besiedelt. So klappt das Verteilen und die Spenden der großzügigen Sarden, aber es bleiben natürlich die Probleme, wie es langfristig weiter geht (Integration, Kosten, Verteilung in Europa). Naturgemäß kommen fast alle Flüchtlinge im Süden an (Südsardinien liegt näher an Afrika, als Nordsardinien an Italien). Trotzdem waren die Massen bisher eher nicht nach Sardinien gekommen (andere Ziele), aber es werden immer mehr und das gibt natürlich die beschriebenen Probleme. Von alledem merkt der Sarde im Landesdurchschnitt nach wie vor wenig bis gar nichts. Und die Touristen merken davon schon gar nichts (es gibt immer mal wenige Ausnahmen, insbesondere im Südwesten).

Mein Rat: Das Thema Flüchtlinge ist hochpolitisch und daher möchte ich hier in einem Reiseforum nicht weiter dazu Stellung nehmen, nur inwiefern es zum Thema Reisen passt: Man tut den Sarden sicher mit und ohne Flüchtlinge einen Gefallen, wenn man diese strukturschwache Insel, die bis auf Staatsangestellte, etwas Wein und Tourismus fast nichts wirtschaftlich zu bieten hat, weiter mit Reisen unterstützt. Man wird in der Regel von Flüchtlingen nichts mitbekommen (wie gesagt, nicht mit den seit eh und je an den Stränden präsenten Schwarzafrikanern verwechseln, die ihrer Waren anbieten, inwiefern sich die neuen Flüchtlinge in Zukunft mit diesen etablierten Emigranten vermischen, bleibt abzuwarten, bisher keine wesentlichen Veränderungen.

Zur Kriminalität: es gibt einen historischen Hintergrund zum Thema Kriminalität in Sardinien, den ich hier nicht weiter ausführen will (es sei denn jemand möchte hier mehr zu den Hintergründen erfahren - dann gerne), weil er quasi keine Rolle mehr spielt und für Touristen schon gar nicht. Der Sarde ist scheu, aber gastfreundlich und skeptisch zugleich. Diebstahl ist für den Sarden verpönt. Die Kriminaltität ist nicht hoch, aber selbstverständlich gibt es Diebstahl, wo es Tourismus gibt (und die Diebe sind in aller Regel KEINE Sarden). Aber die Kriminalität ist nicht höher, als im nordwestlichen Mittelmeerraum - eher sogar niedriger.

Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Flüchtlingen und Kriminalität in Touristengebieten ist zur Zeit in Sardinien nicht gegeben.

Also genieße Deinen Urlaub auf Sardinien.

Viel Spaß

ikarusfly

Fuldatal ...
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2. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort.

Wir wollen nach sardinien. Meine Sorge war einfach das die Bilder aus Kos ect. Auch inzwischen in Sardinien zu finden sind. Menschen die auf der Strasse vegetieren, Betteln,usw.

Hoffe ich werde nicht missverstanden. Ich habe keine Angst davor , aber ich möchte diese traurigen Bilder meinen Töchtern (2 und 5) erst mal ersparen. Besonders im urlaub.

Ich danke dir

Ruhrgebiet ...
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3. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Aber Bettler, Obdachlose usw findet man doch auch im Straßenbild vieler deutscher Städte, oft in Nähe der Bahnhöfe oder auch sonst wo.

Man kann den Kindern leider keine absolut heile Welt vorspielen, sogern man das auch möchte.

Fuldatal ...
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4. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Leider kann man es nicht. Aber im urlaub wünscht man sich woanders zu sein.

Bremen, Deutschland
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5. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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ikarusfly, danke für deine wunderbare, ausführliche und kompetente antwort auf diese diffizile frage zu den flüchtlingen auf sardinien!

Zuletzt geändert: Vor 3 Jahren
Hollabrunn ...
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6. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Wir überlegen auch Urlaub auf Sardinien zu machen. Ich habe genau genommen über dieses Thema noch gar nicht nachgedacht, Doch nach diesen Bericht mach ich mir da gewiss keine Sorgen. Wir werden die Sarden unterstützen und fahren 😉

München, Deutschland
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7. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Danke für Deine ausführliche Beschreibung der Lage auf Sardinien, Ikarusfly. Ich denke darüber nach, im Herbst hin zu fliegen und finde Deine Ausführungen sehr hilfreich.

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8. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Hallo

Ich kann die Ausführungen von ikarusfly nur bestätigen, wir fahren seit 12 Jahren nach Sardinien und haben in dieser Zeit noch nie schlechte Erfahrungen gemacht auch nicht im Süden.

Einen schönen Urlaub wünsch ich euch

Gruß Marco

Valledoria, Italien
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9. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Im noeden sind fast keine asylanten mehr weil die gemeinde stellen keine Haüser mehr zu verfugugn, dann die paar wer di da sind die haben einen normale job, kriminalität in nord Sardinien ist fast null

1 Beitrag
10. AW: Flüchtlinge auf Sardinien
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Bleib am besten Zuhause.,

Antwort auf: Flüchtlinge auf Sardinien
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