Reise in Kanada - In den kanadischen Rockies (2)
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Der Flug von Montreal nach CALGARY dauerte ca. 4 Stunden, und dann hiess es, die Uhr 2 Stunden zurückzustellen. In der Provinz Alberta gilt die "Mountain Standard Time".

Nachdem wir unser Gepäck hatten, gingen wir erstmal zur Autovermietung. Und leider war es nicht so unkompliziert wie in Montreal... Man wollte uns zuerst ein so kleines Auto geben, dass wir Mühe gehabt hätten, unser Gepäck unterzubringen. Nach einigem Hin und Her - mithilfe eines anderen Mitarbeiters von Alamo - bekamen wir dann doch ein grösseres Auto.

Das Navi war zum Glück schon programmiert, denn es gab einige Baustellen und Strassensperrungen auf dem Weg zu unserem Hotel.

Da es bei unserer Ankunft doch schon früher Abend war, hatten wir das Hotel nicht allzu weit vom Flughafen gebucht.

Im Grossraum Calgary leben ca. 1,35 Mio. Einwohner. Die Stadt ist die Öl- und Gasmetropole der Provinz Alberta. Hier fanden 1988 die Olympischen Winterspiele statt, die der Stadt einen Bauboom brachten. Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für Reisen in die kanadischen Rockies.

Das Strassennetz in Calgary ist schachbrettartig angelegt - in Nord-Süd-Richtung gibt es die "Streets" - in Ost-West-Richtung die "Avenues".

In der Innenstadt südlich des Bow Rivers herrscht Parkplatzmangel, die Parkhäuser sind teuer und oft schon frühmorgens belegt.

Wir suchten uns zunächst einmal einen Supermarkt, um Proviant und vor allem Wasser zu kaufen. Dann fanden wir einen Parkplatz nicht allzu weit von der Innenstadt - wir sind ja gut zu Fuss…

Eine Sehenswürdigkeit in Calgary ist sicherlich immer noch der Calgary Tower aus dem Jahr 1968. Er war mit seinen 191 m einmal ein herausragender Punkt in der City Skyline, wird heute aber längst von einigen der höchsten Wolkenkratzer in West-Kanada überragt.

Es war leider bewölkt, so dass wir darauf verzichteten, mit dem Lift auf die Aussichtsplattform zu fahren, denn die bei gutem Wetter schöne Rundumsicht über die Stadt und bis zu den Rocky Mountains hätten wir keinesfalls gehabt.

So liefen wir die viel gepriesene Fussgängerzone in der Stephen Avenue auf und ab. Hier befinden sich einige Geschäfte und Restaurants. Die Strasse ist geschmückt mit Blumenampeln und hat viele Bänke. Diese waren leider überwiegend besetzt von Obdachlosen mit Bierflaschen in der Hand, daneben die Einkaufswagen mit allem, was sie so mitschleppen. Einige wühlten in den Mülltonnen…

Wir spazierten zur Olympic Plaza - benannt nach den Olympischen Winterspielen, die hier 1988 stattfanden. Hier hielten sich einige Leute anlässlich eines kleinen Strassenfestes auf.

Auf dem Weg zurück zum Auto kamen wir noch vorbei an einem der neuesten Wolkenkratzer "The Bow" - 236 m hoch mit 58 Etagen - fertiggestellt im Jahre 2013.

Leider wurde es von Norden her sehr dunkel am Himmel, und wir erreichten unser Auto gerade noch, bevor die ersten Regentropfen fielen, und wir fuhren zum Hotel.

Es kam dann ein Unwetter mit Blitzen und Starkregen, so dass wir auf weitere Besichtigungen in Calgary verzichteten.

Wir hätten gerne noch den Pengrowth Saddledome - errichtet für die Winterspiele - und die Stampede Grounds angeschaut. Hier findet im Juli die 10tägige bekannte "Stampede" statt mit Rodeo, Planwagenrennen und Shows.

Aber leider machte uns - wie schon gesagt - das Wetter einen "Strich durch die Rechnung"…

Am nächsten Morgen war es mit dem Navi relativ einfach die richtige Strasse Richtung Banff zu finden, um auf den TRANSCANADA HIGHWAY zu gelangen. Es war viel Verkehr auf dem Highway, wahrscheinlich weil wir an einem Samstag unterwegs waren.

Am Eingang zum Banff Nationalpark kann man auch gleich das Ticket für den Jasper Nationalpark bekommen. Der Preis setzt sich zusammen aus der Anzahl der Personen und den Tagen, die man im Nationalpark verbringen will. Der Beleg wird an der Frontscheibe so befestigt, dass er von aussen gut lesbar ist.

Der BANFF NATIONALPARK hat eine Fläche von 6641 qkm, er besteht seit 1887 und ist der älteste Nationalpark in Kanada und UNESCO Welterbe.

Der Park bietet den ca. 5 Mio. Besuchern pro Jahr hohe Berge, tiefe Schluchten, weite Wälder, türkisblaue Seen, imposante Wasserfälle und Flüsse.

Unser Hotel im Ort Banff liegt direkt an der lebhaften Banff Avenue, aber wie zugesagt, bekamen wir ein ruhiges Zimmer nach hinten - sogar mit Sicht auf die Berge.

Banff ist ein rustikaler Ort im Zentrum des gleichnamigen Nationalparks. Von der Banff Avenue sieht man auf einer Seite auf den Mount Rundle. Der Blick zurück fällt dann auf die 2285 m hohen Sulphur Mountains.

Der auf 1400 m gelegene Ort hat etwa 7500 Einwohner. Aber es war Labour-Day-Wochende und daher war die Stadt "gestopft voll". Es ist ja nicht weit von Calgary und Vancouver - für kanadische Verhältnisse.

Viele der Häuser in Banff sind im Chaletstil errichtet, typisch für einen Wintersportort.

An der Banff Avenue befindet sich auch die kleine 1927 errichtete Rundle United Church.

In einem sehenswerten Gebäude ist die St. Paul's Presbyterian Church untergebracht.

Am Ende der Banff Avenue befindet sich die Bow River Bridge. Im Central Park nebenan fand ein Fest statt - das "Harvest Festival". mit einer Musikband und Ständen zum Essen und Trinken. Es war schönes Wetter und wir fanden einen freien Platz, so dass wir uns sonnen und Musik hören konnten.

Nicht weit von Banff im Tal des Bow River befinden sich die drei VERMILION LAKES am Fuss des Mount Norquay. Die 4,3 km lange Strasse endet für Autos in einer Sackgasse.

Dieses Gebiet im Nationalpark ist ein Feuchtbiotop mit grosser Vielfalt an wild lebenden Tieren. Vor vielen Jahren gab es hier noch Bisons und Dickhornschafe.

Auf den Seen kann man paddeln oder Kanufahren und natürlich gibt es Wege für Wanderungen.

Es war ruhig an den Seen, nur wenige Leute kamen jeweils für eine kurze Zeit. Wir fanden eine schöne Bank mit Blick auf den Mount Rundle und packten unser Picknick aus.

In der Touristeninformation hatte man uns u.a. den Vorschlag gemacht zum MINNEWANKA LAKE zu fahren. Als wir dort ankamen, war es leider so stark bewölkt, dass wir uns nicht allzu lange dort aufhielten.

Wir fuhren von dort aus Richtung Johnson Lake, um dort wenigstens die 3 km lange Wanderung zu machen. Leider war die Strasse - aus welchen Gründen auch immer - zu diesem See gesperrt.

Ebenfalls empfohlen wurde uns, die NORTHQUAY ROAD bis zu einem Lookout zu fahren.

Am Ende der Northquay Road ist ein grosser Parkplatz, und im Winter herrscht hier ein reger Skibetrieb. Im Sommer sind die Lifte geschlossen.

Aber beim Zurückfahren hatten wir an einem Lookout - trotz Bewölkung - einen schönen Blick auf Banff und die Vermillion Lakes.

Das Wetter wurde besser, und wir entschlossen uns, nochmals an den Minnewanka See zu fahren. Es war ja nicht weit.

Der MINNEWANKA LAKE ist der grösste See im Nationalpark und einer der schönsten in den kanadischen Rockies. Er ist umgeben von hohen Bergketten und wird gespeist vom Cascade River, der im Bow River mündet. Der See ist 28 km lang und 147 m tief.

Wir machten eine kleine Wanderung am Seeufer entlang und konnten von weitem sogar Bergschafe sehen.

Man kann am See wandern, Fahrradtouren machen und angeln. Mutige nutzen den See zum Schwimmen - wir haben es nicht ausprobiert. Es gibt Schiffstouren, aber man kann auch Tret- oder Motorboote mieten.

Wir hatten uns ein Picknick mitgenommen und fanden einen schönen sonnigen Platz. Eine Rangerin kam vorbei, sie informiert die "Unwissenden" über die Parkregeln, und wir hatten ein nettes Gespräch mit ihr.

Ein anderer kleiner Besucher hauste direkt neben unserem Picknickplatz - ein Streifenhörnchen, welches um Futter bettelte.

Am BOW RIVER gibt es einen grossen gut besuchten Parkplatz mit einem "Overlook" auf den Fluss und die Bow Falls. Die Fälle des 623 km langen Bow Rivers sind nur 9 m hoch und 30 m breit.

Das FAIRMONT BANFF SPRINGS Hotel hat einen phantastischen Blick auf die Sulphur Mountains. Das nostalgische Luxushotel wurde 1888 von der Canadian Pacific Railway im schottischen Burgenstil erbaut und galt mit seinen 770 Zimmern damals als grösstes Hotel der Welt. Der Ausbau dauerte bis 1928.

Im Hotel gibt es 11 Restaurants und viele Geschäfte. Bereits die Lobby ist sehr eindrucksvoll. Von der Terrasse des Hotels aht man einen tollen Blick auf das Bow River Valley.

Von Banff nach LAKE LOUISE ist es nicht weit auf dem Highway No. 1. Aber wir wählten den Bow River Parkway, der sich auf der anderen Seite des Flusses parallel zum Highway befindet. Diese Strasse zweigt nach einigen Kilometern vom Highway ab. Die Strasse ist kurvenreich und schmal, es gibt einige Picknickplätze.

Hier ist es eher möglich, Wild zu sehen, da es an dieser Strasse keinen Zaun gibt wie am Highway.

Und wir hatten dann das Glück, einen Waipitihirsch beim Fressen der Blätter an den Büschen zu sehen. Es standen schon einige Autos am Strassenrand - meistens ein Zeichen, dass es etwas zu sehen gibt…

Die Zufahrt zum Lake Louise endet auf einem riesigen Parkplatz vor dem Nobelhotel THE FAIRMONT CHÂTEAU LAKE LOUISE. Die täglich anreisenden Besuchermassen halten sich meistens in den Parkanlagen zwischen Hotel und See auf.

Das Hotel liegt unterhalb der Gletscherkulisse des 3459 m hohen Mount Victoria. Das zwischen 1913 und 1915 erbaute 10stöckige Hotel mit Terrassen, Restaurants und Souvenirshops selbst sieht recht fantasielos aus. Das Innere ist längst nicht so eindrucksvoll wie das Fairmont Hotel in Banff.

Wir hatten schon soviel gehört und gelesen von bezaubernden Lake Louse. Womit wir allerdings zu dieser Jahreszeit nicht gerechnet hatten war schlechtes Wetter. Das nimmt dem Ganzen natürlich schon etwas von seiner Schönheit.

Der See hat türkisfarbenes Wasser, was im Sonnenlicht natürlich noch besser "rüberkommen" würde. Rings um den See sind hohe Berge: der Mount Temple mit 3543 m, der Mount Whyte mit 2962 m und der Mount Niblack mit 2976 m.

Trotz des schlechten Wetters hat man vom Ufer aus einen phantastischen Blick auf den Mount Victoria Gletscher. Der See liegt auf einer Höhe von 1756 m, er ist 2,5 km lang und 90 m tief.

Im Winter ist diese Gegend ein gutes Skigebiet - bekannt auch durch die im Dezember stattfinden Ski-Weltcuprennen..

Von Lake Louise ging es zurück auf den TRANSCANADA HIGHWAY, der über 230 km durch die Jasper und Banff Nationalparks führt. Diese Strasse gilt eines eine der schönsten Gebirgsstrecken in Kanada mit teilweise grandiosen Ausblicken.

Durch die breit ausgebaute Strassen und die vielen Autos ging aber die Ursprünglichkeit der Strecke ziemlich verloren. Es herrscht starker Verkehr, im Sommer teilweise Staus und ein Parkplatzproblem an den Aussichtspunkten.

Wenn man den Parkway von Banff nach Jasper nicht in einem Tag fahren möchte, wäre es wahrscheinlich besser, mit einem Womo zu reisen. Denn es gibt recht viele Campingplätze, wohingegen Hotels doch eher rar sind.

Vom Parkway aus sieht man kurz vor dem Bow Lake die oberhalb des Sees gelegenen Crawford und Bow Gletscher.

Der auf einer Höhe von 1920 m gelegene BOW LAKE mit einer Länge von ca. 2 km ist einer der kleinsten Seen im Banff Nationalpark.

Der Bow Summit mit 2088 m Höhe ist der höchste Punkt des Parkways.

Der PEYTO LAKE mit seinem türkisfarbenen Wasser ist einer meist fotografiertesten Seen am Parkway.

Eine kleine Stichstrasse führt zu einem Parkplatz. Von dort geht ein teilweise recht steiler asphaltierter Fussweg ca. 1,5 km bis zum Peyto Lake Overview.

Die Vegetation in dieser Gegend und auf dieser Höhe ist recht empfindlich, und man sollte unbedingt auf den markierten Wegen bleiben.

Es geht weiter auf dem ICEFIELDS PARKWAY - leider ist das Wetter sehr wechselhaft heute. Von weitem sieht man dunkle Wolken heranziehen.

Die einzigen Tiere, die wir auf der ganzen Fahrt auf dem Parkway sehen, sind einige Rehe, die sich auch von den Autofahrern, die fast alle anhalten zum Fotografieren, nicht stören lassen.

Der grösste Teil des 325 qkm grossen COLUMBIA ICEFIELDS liegt verborgen in der Höhe. Den Gletscher speist ein 3 Fluss-Systeme: Der Athabasca River ist ein Quellfluss des 4200 km langen McKenzie Rivers, der ins Polarmeer strömt. Der North Sasketchewan River fliesst in den Winnipeg Lake und dann als 2470 km langer Nelson River in die Hudson Bay. Auf der Westseite fliessen die Gletscherbäche in den 2000 km langen Columbia River, der bei Portland (U.S.A.) in den Pazifik strömt.

Die Höhenlage und die Kälteausstrahlung der Eismassen wirken sich auf das lokale Klima aus. Im Juli ist die Durchschnittstemperatur nur 15 Grad, bei schlechtem Wetter muss man selbst im Sommer mit Schneeschauern rechnen.

Und so einen Schlechtwetter-Einbruch erlebten wir auch Anfang September. Das Wetter war in Richtung Columbia Icefield immer schlechter geworden. Es fing an zu nieseln und später sogar zu schneien.

Wir fuhren trotzdem auf den grossen Parkplatz unterhalb des ATHABASCA Gletschers. Von dort aus kann man bergauf zu Fuss bis an den Rand des Gletschers laufen. Es war wirklich sehr ungemütlich und vor allem an den Ohren und Händen richtig kalt. Zu Fuss darf man den Gletscher aber nicht betreten, es war abgesperrt.

Es gibt doch recht viele Leute, die für einen "stolzen" Preis mit dem Spezialbus auf den Gletscher fahren, um etwas auf dem Eis zu spazieren. Meiner Meinung nach eine "Geldschneiderei" und ökologisch sicherlich bedenklich.

Insgesamt war der Gletscher für uns enttäuschend, was sicherlich auch teilweise am schlechten Wetter lag. Die Eisschicht war ein einziges "grau in grau"...

Wir haben schon schönere Gletscher gesehen, z.b. in Neuseeland oder auch in den Alpen.

Weiter ging es über den 2035 m hohen SUNWAPTA PASS. Unser nächster Stopp war dann bei den Sunwapta Wasserfällen. Das Wetter war etwas besser geworden, zwar nicht sonnig, aber wenigstens trocken.

Vom Parkplatz geht man ca. 2 km flussabwörts, um zu den Stromschnellen und SONWAPATA FALLS am gleichnamigen Fluss zu kommen. Die Wasserfälle sind ca. 8 m hoch und ca. 9 m breit.

Weiter fuhren wir zu den 23 m hohen Athabasca Falls. Das Wasser vom Athabasca River strömt zweistufig hinunter. Die Upper Falls sind nicht weit vom Parkplatz. Dahin kommen auch die Bustouristen. Von einer Brücke aus hat man einen guten Überblick.

Ein ca. 2 km langer Wanderweg führt zu den Lower Falls.

Das Wasser fliesst über den zweigeteilten Fluss in voller Kraft durch eine schmale kurze Schlucht, Es haben sich sogar einige Potholes gebildet. Das an den Felswänden vorbei rauschende Wasser reisst sogar Sand und Gestein mit.

Bereits vor dem Columbia Icefield geht der Banff Nationalpark sozusagen "nahtlos" in den Jasper Nationalpark über.

Der JASPER NATIONALPARK ist 10.800 qkm gross und wurde 1907 gegründet. Man findet dort schimmernde Gletscher, viele Wildtiere, kristallklare Seen, donnernde Wasserfälle, tiefe Schluchten und endlose Tannenwälder.

Der Park ist nach Banff der zweitpopulärste in Kanada mit jährlich fast 2 Mio. Besuchern.

Von den Athabasca Fällen fuhren wir dann am späten Nachmittag direkt nach JASPER. Die kleine Stadt mit ca. 4700 Einwohnern ist die grösste im Jasper Nationalpark. Der auf 1062 m Höhe gelegene Ort wurde gegründet als Pelzhandelsposten der Hudson Bay Company. Vor allem an der Haupstrasse befinden sich Restaurants, kleine Geschäfte und Souvenirläden.

Die ca. 4100 Einheimischen leben in den Strassen dahinter, wo sich auch zwei Supermärkte befinden.

Der Ort Jasper an und für sich ist nicht besonders attraktiv. Die ca. 2 Mio. Besucher pro Jahr kommen sicherlich eher wegen der phantastischen Umgebung im Nationalpark.

Jasper ist umgeben von vielen mehr als 3000 m hohen Bergen, davon ist der Mount Columbia mit 3782 m der höchste in der Provinz Alberta.

Obwohl Jasper nicht so "überlaufen" ist wie Banff, ist es doch nicht billiger hier. Die Preise für die Unterkünfte und Verpflegung sind sehr hoch, ein einfaches Motel kostet z.b. in der Hochsaison CAD 250!

Eine der Höhepunkte bei einem Besuch in Jasper ist der MALIGNE CANYON. Der Canyon ist eine der spektakulärsten Schluchten in den kanadischen Rockies, Der reissende Maligne River hat das Felsgestein tief eingeschnitten und so diese beeindruckende Schlucht geschaffen. Die mit Moos bewachsenen Kalksteinwände sind bis zu 50 m tief.

Der Canyon wird von 6 Brücken überspannt, die man vom Parkplatz aus über einen teilweise steilen Trail erreichen kann. Von diesen Brücken hat man einen Einblick in die teilweise sehr schmale und tiefe Schlucht.

Wenn man nicht genügend Zeit hat, den ganzen Trail zu absolvieren, sollte man aber wenigstens bis zur ersten Brücke laufen, um in den steilwandigen Canyon zu blicken.

Es ist schwierig dort so zu fotografieren, dass man den richtigen Eindruck bekommen kann.

Auf der schmalen Maligne Road, die parallel zum teilweise 30 m breiten gleichnamigen Fluss verläuft, kommt man an den MEDICINE LAKE.

Die Bäume am See sind leider komplett verkohlt von dem Waldbrand im Jahr 2015. Das Feuer war so gewaltig, dass die Maligne Road vollkommen geschlossen werden musste.

Der Maligne River fliesst vom Maligne Lake in den scheinbar abflusslosen Medicine Lake. Das Wasser versickert in Karsthöhlen und taucht erst nach einigen Kilometern wieder an der Oberfläche auf. Der Medicine Lake entwässert sich in einem der grössten unterirdischen Fluss-Systeme in Nordamerika, und der Wasserspiegel kann sich ständig verändern.

Der MALIGNE LAKE ist der grösste See in den kanadischen Rockies. Er ist umringt von hohen Bergen mit Gletschern. Vom Medicine Lake ist es nicht allzu weit. Der Maligne Lake ist 22 km lang und 97 m tief.

Leider war das Wetter wieder mal sehr wechselhaft, dunkle Wolken wechselten sich ab mit blauem Himmel in den Wolkenlücken.

Die bekannte "Spirit Island" ist nur bei Wasserhöchststand eine Insel, bei Niedrigwasser kann man sie zu Fuss erreichen. Das nicht so gute Wetter hält aber die Bustouristen nicht davon ab, den Bootsausflug auf dem See zu absolvieren - es steht halt im Programm… Diese Bootstouren werden von Mai bis Oktober angeboten.

Der "Mary Schaffer Loop" ist ein Wanderweg von 3,2 km Länge. Zunächst kommt man am "Curly Philip Boathouse" vorbei, wo man Kanus mieten kann.

Ausser dem 44 km langen Wanderweg "Skyline Trail" oberhalb der Baumgrenze gibt es natürlich noch viele andere Wanderwege, die weniger anspruchsvoll sind.

Wir hatten Glück, das Wetter wurde besser. Und da es am See überall Bänke zum Relaxen gibt, konnten wir unser Picknick dann noch bei Sonnenschein geniessen.

Auf dem Rückweg nach Jasper hat man immer wieder wunderschöne Blicke auf die hohen Berge der Rockies.

Von Jasper aus ist man über den PYRAMID LAKE Drive in ca. 10 Minuten an den beiden Seen.

Vom Parkplatz aus kommt man über eine holzerne Brücke auf eine kleine Insel. Vor der Insel befindet sich eine kleine offene Hütte zum Picknicken.

Der Pyramid Lake liegt am Fuss der Pyramid Mountains auf einer Höhe von 1180 m. Man kann hier Wanderungen machen oder sich ein Kanu mieten.

Wir fuhren anschliessend noch an den Patricia Lake, wo sich ein kleiner Strand befindet. Aber weder Wetter noch das kalte Wasser luden zum Baden ein. So beschränkten wir uns dann auf ein Picknick am See.

Auf der Fahrt von Jasper nach CLEARWATER hatten wir kein so gutes Wetter, aber es war glücklicherweise wenig Verkehr auf der gut ausgebauten Strasse.

Clearwater sieht im ersten Moment so aus: eine Tankstelle, ein grosser Supermarkt und eine Lodge - alles direkt am Highway No. 5 gelegen.

Jetzt hiess es, wieder mal die Uhr umstellen - eine Stunde zurück, denn Clearwater liegt bereits in British Columbia mit der Pacific Standard Time.

Von der Unterkunft waren wir positiv überrascht, und wir bekamen das gewünschte ruhige Zimmer nach hinten, so dass wir vom Verkehr auf dem Highway nichts hörten.

Ein weiteres Plus dieser Unterkunft war, dass sich direkt unten ein Restaurant befindet, wo man ausgezeichnet essen konnte.

Die Häuser des Orts liegen weit zerstreut, und man mag kaum glauben, dass hier ca. 4000 Menschen wohnen. Es gibt einige eher einfache Unterkünfte, so z.b. auch Cabins und einen Campingplatz am Dutch Lake mit seinen vielen Seerosen.

Viele Leute - vor allem Camper - kommen nach Clearwater, um sich in dem gut sortierten Supermarkt mit Proviant einzudecken.

Denn der 5.400 qkm grosse WELLS GRAY PROVINCIAL PARK ist weitgehend unerschlossene Wildnis. Der Park ist für seine schönen Wasserfälle und Seen bekannt.

Die einzige asphaltierte Strasse in den Park gibt es in Clearwater. Wir hatten nicht viel Zeit in Clearwater, da wir am nächsten Morgen schon weiter wollten. Aber wir wollten zumindest ein bisschen was vom Park sehen.

Bis zu den Spahats Falls sind es ab Clearwater etwa 10 km. Von einem Parkplatz aus sind es nur wenige hundert Meter bis zu den Fällen. Das Wasser des kleinen Spahat Creek River fällt dort etwa 100 m tief iin einen tiefen Canyon. Von einem Aussichtspunkt am Ende des Fusswegs kann man von einer der Aussichtsplattformen einen Blick in die Tiefe und auf die unendliche Waldlandschaft mit Zedern und Hemlocktannen werfen.

Nach nur einer Nacht in Clearwater ging die Reise weiter nach Whistler.

Wir starteten am Morgen von Clearwater nach Whistler bei sonnigem Wetter. In der Gegend um Kamloops war recht viel Verkehr, vor allem viele grosse Womos. Es gab unterwegs auch zwei Baustellen. Hinter Kamloops wurden die Strassen enger, da es hier viele Schluchten gibt,

Immer wieder kamen wir an Seen vorbei, so z.B. der Tunkwa Lake. Es war eine schöne aber auch anstrengende Fahrt.

Für die ca. 430 km von Clearwater nach Whistler benötigten wir über 5 Stunden.

Der Ort WHISTLER ist schon immer ein beliebter Wintersportort gewesen. Noch bekannter wurde er durch die Olympischen Winterspiele im Jahre 2010, als hier die Ski- und Rodelwettbewerbe abgehalten wurden.

Am Olympia-Plaza sieht man die riesengrossen Olympischen Ringe, ein beliebtes Fotoobjekt.

Das Zentrum ist Whistler Village rund um die Fussgängerzone. Man kann alles bequem zu Fuss erreichen: Geschäfte, Restaurants und Bars.

Whistler liegt in den Coast Mountains und war auch schon vor der Olympiade ein renommiertes Skigebiet für Skifahrer und Snowboarder.

Die Pisten, die im Winter zum Skifahren benutzt werden, sind im Sommer ein Parcours für Mountainbiker. Man konnte die Biker - immer noch mit rasendem Tempo - bei der Talstation der Bergbahn ankommen sehen.

Auch unser Hotel liegt direkt in der Fussgängerzone. Wie gewünscht erhielten wir ein ruhiges Zimmer mit Sicht auf die Berge und einen der vier Golfplätze im Ort.

An diesem Wochende fand hier das bekannte Grandfondo-Velorennen statt. Tausende Profis und Amateure fuhren die 122 km von Vancouver nach Whistler, zahlreiche Strassen im Ort wurden für den Autoverkehr gesperrt.

Whistler ist ein touristisches Boomgebiet mit knapp 11.000 Einwohnern. Die Immobilienpreise sind wegen der starken Nachfrage nach Wohnungen und Häusern sehr hoch.

Ein schöner Wanderweg ist der Trail zum LOST LAKE, einem kleinen See nur ca. 20 Minuten von Whistler Village entfernt. Am ruhigen See gibt es verschiedene Wege zum Wandern und Fahrradfahren. Man findet einige Picknickplätze und sogar einen Strand.

Ausser Angeln kann man im Sommer auch im See schwimmen - wem das Wasser nicht zu kalt ist.

Im Winter kann man hier Schneeschuh- oder Langlaufsport betreiben.

Um wieder ins Village zu gelangen, liefen wir den Trail am Blackcomb Creek entlang und kamen dann auch vorbei am bekannten und luxuriösen Fairmont Château Whistler Hotel am Fuss der Blackcomb Mountains und neben einem preisgekrönten Golfplatz.

Weiter in Richtung Ort befindet sich ein Skateboard und Bike Park, der eifrig genutzt wurde.

Von Whistler nach HORSESHOE BAY geht es auf der Strasse No. 99 oder dem "Sea to Sky Highway." Dieser gut ausgebaute Highway führt direkt nach Vancouver, und wir hatten recht viel Verkehr. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön mit schneebedeckten hohen Bergen, Wäldern, Seen und Flüssen.

Kurz vor Horsehoe Bay werden die Meeresarme immer breiter und bieten immer wieder einen tollen Ausblick.

Die kleine Gemeinde Horsehoe Bay ist vor allem bekannt durch den Fährhafen. Von hier fahren die Fähren nach Vancouver Island.

Wir waren rechtzeitig da und fuhren noch zu einer kleinen Mall, um einen Kaffee zu trinken und in einem Supermarkt Proviant einzukaufen.