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Kreuzfahrt mit MS Amsterdam - Panama Kanal Dez. 2011

Torrevieja, Spanien
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Kreuzfahrt mit MS Amsterdam - Panama Kanal Dez. 2011

Kurz dargestellte Schiffsdaten

Das Schiff

Die MS Amsterdam, mit 61.000 BRT und 1.30 Passagieren, hat eine angenehme Größe. Die Atmosphäre ist daher sehr entspannt und locker, da man bald Bekanntschaften machen kann.

Dress Code

Auf dem Schiff gibt es die Bekleidungsrichtlinien „Formal“ und „Smart Casual“. Nicht alle richten sich aller-dings nach Bekleidungsrichtlinie „Formal“ und das finde ich schade, denn das Gesamtbild wird von einigen dadurch gestört.

Kabine

Unsere Kabine war ca. 18 qm groß und für unsere Bedürfnisse völlig ausreichend. In dem dreiteiligen Schrank passte alles rein was wir beide mitgenommen hatten. Zur Ausstattung gehören neben einen Sofa, auch noch ein Tisch, Fön, Bademäntel, ein Flachbildschirm und ein DVD-Gerät mit dem man auch Musik CD hören kann.

Das Badezimmer hatte Dusche, Badewanne, WC und Handwaschbecken. Alles in einem kleinen Raum, aber sehr gut platziert.

Wäscherei

Am Bord kann man sich die Wäsche waschen lassen, auch in der chemischen Reinigung. Es gab sogar einen kostenlosen Schuhputzservice, was sehr erfreulich war nach den staubigen Wegen, die man bei Landausflügen durchmarschieren musste.

Unterhaltungsprogramm auf dem Schiff

Auf dem Schiff fand aber auch ein tägliches Unterhaltungsprogramm statt. Das Angebot war überwältigend. Es fing tagsüber an mit Beiträgen zu den Ländern, wo man Landausflüge gebucht hatte. Weiter ging es mit Koch-kurse und Kochtipps, Wein- und Bierproben, PC-Kurse jeglicher Art um seinen Computer zuhause besser zu beherrschen, Gesundheitstipps bis hin zu ein vielseitiges Musik- und Theaterprogramm. Jazz, klassische und moderne Musik am Abend, sowie Theater in Form von Shows und allg. Unterhaltungsprogramme verschiedener Gruppen, die mit am Bord fuhren, wurden jeden Tag angeboten. Hier, allerdings eine kleine Kritik.

Das Programm an klassischer Musik sollte man vielleicht ein wenig ausdehnen und dabei auch den Musikern einen geschlossen Raum anbieten. Es war nämlich nicht gerade schön zu erleben, wie das Streichquartett dort spielen musste, wo alle Leute vorbeigingen und einige davon sogar sehr laut waren, ohne Rücksicht und Respekt, weder auf die die Musiker noch auf uns Zuschauer hatten, die in Ruhe die schönen Stücke hören wollten.

Lesen, Schwimmen, Kartenspiele, Casino, Jogging, Fitness Center, sehr gut ausgesuchte Spielfilme, usw. war ebenfalls an der Tagesordnung. Auch eine tägliche Zusammenfassung der wichtigsten Weltnachrichten auf Deutsch, Spanisch oder auch in andere Sprachen konnte man sich an der Rezeption kostenlos abholen.

Die Küchenbesichtigung, die veranstaltet wurde, wurde ein grandioser Erfolg. Und wer Seelensorge benötigte wurde auch zufriedengestellt, denn es wurden Messen für katholische und evangelische Gläubigen gehalten. Auch ein spezieller Treffpunkt für Gays durfte am Bord nicht fehlen.

Und wem das alles nicht reicht, gibt es auch nette Unterhaltung an der Bar, abends mit Life-Musik.

Zu essen und zu trinken gab es genug. Neben dem Nobel Restaurant Namens „La Fontaine“ (Deck 4 und 5), gab es einen 24 Std. Selbstbedienungsrestaurant, der „Lido“ (Deck 8).

Nach erstmaligem Chaos im „La Fontaine“ zur Abendessenszeit, bezüglich der Tischen mit oder ohne fester Reservierungen, für die erste oder zweite Runde, um 17:00 oder um 20:00 Uhr, hat sich die Lage aber rasch gebessert und wir bekamen einen erstklassigen Tisch für zwei Personen und einen echten Profi als Kellner, der uns jeden Tag das Beste aus dem Karteangebot servierte. Auch der Sommelier machte seine Arbeit tadellos. Wir mussten allerdings in Kauf nehmen, das unser Abendessen um 17:00 statt um 20:00 Uhr stattfand, wie wir es lieber gehabt hätten. Dafür hatten wir aber für den restlichen Abend Zeit genug gehabt um uns das Kulturpro-gramm anzuschauen.

Hierzu aber eine Kritik. Man hatte uns gesagt, wir könnten die Menukarten auch auf Deutsch bekommen. Das wäre einfacher gewesen bestimmte Erklärungen zu den Speisen besser zu verstehen. Das geschah allerdings nur einmal, sonst gab sie nur auf Englisch. Aber unser Kellner kannte unseren Geschmack bestens und somit brachte er uns immer die guten Sachen aus dem Tagesangebot.

Und wenn wir doch noch eine Kleinigkeit hätten essen wollen, dafür war der „Lido“ immer offen. Hier, muss ich allerdings sagen, das Essen dort war längst nicht so gut wie im „La Fontaine“, aber das ist ja wohl klar.

Auch ein 24 Std. Zimmerservice war auf dem Schiff ebenfalls eingerichtet. Also niemand sollte weder verhun-gert noch verdursten.

Und wer seinen Gaumen noch mehr bieten wollte, der konnte den Restaurant „Pinnacle Grill“ (Deck 4) besuchen. Dieses war im Cruise Preis selbstverständlich nicht mit eingeschlossen.

Nicht zuletzt möchte ich an die wirklich schöne Weihnachtsdekoration aufmerksam machen, die in den letzten Tagen unserer Fahrt an den wichtigsten Orten des Schiffes angebracht wurde. Wir standen nämlich kurz vor Weihnachten. Das war eine schöne Überraschung.

Reisebericht

Am 4. Dezember 2011 legten wir mit dem MS Amsterdam vom Cruise Hafen in Los Angeles ab. Nach drei Tagen Seefahrt legten wir zuerst in Mexico, gleich an zwei Häfen, an: in Puerto Vallarta und dann auch in Hua-tulco. Anschließend ging es weiter nach Guatemala (Puerto Quetzal), nach Nicaragua (Corinto), weiter nach Costa Rica (Puerto Caldera) und durch den Golfo Dulce fuhren wir in den Panama Kanal hinein. Von dort aus fuhren wir dann weiter nach Aruba (Oranjestad), eine ehemalige holländische Kolonie. Wir beendeten die Reise am 20. Dezember in Florida (Fort Lauderdale). Von dort aus traten wir den Rückflug nach Europa an.

Puerto Vallarta

Der erste Hafen wo wir anliefen war der mexikanische Cruise Hafen von Puerto Vallarta. Eine eher Touristenatt-raktion, wie sie überall auf der Welt zu finden ist, mit Souvenirs deren Preisen sich nach der Sprache der Touris-ten richteten. Die spanisch sprechende Touristen, also wir und andere Passagiere aus Spanien und aus verschie-denen lateinamerikanischen Länder, bezahlten den regulären Preis. Das wurde uns so glaubhaft gemacht. Wie schön. Für welche Sprache am teuersten verkauft wurde, konnten wir allerdings nicht ausmachen.

Malecón (Strandpromenaden)

An der Strandpromenade kann man gut spazieren gehen und sich die bunten Gebäudefasaden anschauen. Wer die dortige Küche schmecken möchte, kann in den zahlreichen Bars und Restaurants einkehren.

Hauptkirche (Iglesia parroquial)

Die Kirche von Puerto Vallarta nennt sich „Nuestra Señora de Guadalupe“ (Unsere Madonna von Guadalupe) und liegt in der Str. Hidalgo. Ein Besuch ist lohnenswert. Als wir dort ankamen, war die Kirche überfüllt mit Einheimischen, aber auch mit zahlreichen Touristen.

Museum Huichol

Hier wird die Geschichte und Kunst der Huicholes Indios gezeigt. Sie sind bekannt auch als das Wixarikas Volk. Sie besiedelten die Region, wo heute Puerto Vallarta liegt, um das Jahr 1580. Der Eintritt ist frei, zumindest als wir dort waren.

Gringo Gulch oder Casa Kimberly

So nennt sich das Haus an der Calle Zaragoza Nr. 445, wo Elizabeth Taylor gelebt haben soll. Richard Burton soll dieses Haus der Liz abgekauft haben.

Huatulco

In Huatulco, unser zweiter Hafen in Mexiko, besuchten wir eine Plantage für Naturmedizinische Präparate und Heilmittel. Es war sehr interessant und lehrreich, denn die Mayas hatten schon damals ein sehr hohes Wissen was der Naturmedizin angeht. Dieses Wissen ist weitergegeben worden, bis heute. Auf dieser Plantage wurden sämtliche Pflanzen gezüchtet, die man irgendwie braucht um Naturheilmittel gegen sonstige Erkrankungen und Schmerzen herzustellen. Die meisten Körperbeschwerden kann man mit Naturheilmittel beheben, bzw. verhin-dern, so das medizinische Personal dort, welches uns durch die Plantage und die Fabrik führte.

Antigua Guatemala

In Guatemala fuhren wir nach Antigua, eine Stadt im zentralen Hochland des Landes. Mit ihrer barocken Kolo-nialarchitektur gehört sie seit 1979 zum Weltkulturerbe. Antigua Guatemala, wie sie richtig heißt, stammt aus dem Jahre 1543. Sie hat heute ca. 38.000 Einwohner. 1773 wurde sie von einem schweren Erdbeben völlig zer-stört. 1976 ein neues Erdbeben richtete wieder schwere Schäden an. Ruinen erinnern heute noch an die beiden schweren Naturkatastrophen.

Antigua gehört heute zu den touristischen Hauptattraktionen in Guatemala. Überall in der Stadt findet man noch Gebäude in schönen Kolonialstil. Die noch aktiven Vulkane Agua, Acatenango und Fuego sind stehst im Hinter-grund zu bewundern. Aus ihren „Calderas“ steigt ständig Wasserdampf empor.

Während unserer weiteren Seefahrt Richtung Nicaragua gelang uns eine große Familie Delphine zu beobachten. Sie begleiteten unser Schiff eine ganze Weile mit akrobatischen Sprüngen aus dem Wasser und schienen sehr erfreut von unserer Präsenz zu sein. Es waren richtige Zirkusnummern und das ohne Zwang, wie es geschieht mit ihren Artgenossen, die Lebenslang eingesperrt leben müssen.

Nicaragua - Corinto – León

Unser nächster Anlaufhafen war Corinto in Nicaragua. Schon vom Deck des Schiffes aus konnten wir die Armut und die Slums, die sich vom Hafen aus bis ins innere des Landes ausbreiteten.

Unser Landausflug hatte als Ziel León, die zweitgrößte Stadt des mittelamerikanischen Landes, eine alte Koloni-al- und Universitätsstadt mit der sogenannten „Universidad Nacional Autónoma de Nicaragua“, kurz auch UNAN genannt. Dieses Gebäude stammt aus dem Jahre 1680. Die Stadt selber wurde vom Spanier Francisco Hernández de Córdoba im Jahre 1524 gegründet.

Gleich nach dem Frühstück auf dem Schiff ging es also los. Wir wurden mit dem Bus an der Pier abgeholt. Dort standen die gut bewaffneten Soldaten, die wir schon vorher beim Anlegen, vom Deck aus, bereits gesehen hatten.

Während der etwa einstündigen Fahrt nach León wurde uns viel über Nicaragua, seine Geschichte und Politik erzählt. Unsere Guide war, so vermutete ich stark, eine stramme Anhängerin vom Revolutionsführer Ortega, den sie bewunderte immer wieder sein Engagement für das Land. Sie betonte abermals die Worte „Mi presiden-te“ hin, „Mi presidente her“ (Mein Präsident). Die versteckte FSLN Propaganda wurde uns langsam lästig. So wie in Kuba oder in Venezuela, auch in Nicaragua sind alle verblendet von ihrem Führer. Und desto ärmer die Leute waren, desto mehr vergöttert sie Ortega. Aber die Armut war hier wirklich überall zu sehen. Nicaragua war mit Abstand das schlimmste an unserer Fahrt. Immer wieder tauchten Slums auf und kleine Kinder liefen fast nackt herum. Hier wurden die Touristen regelrecht für Geld eingekreist, denn die Menschen benötigen alles was man sich nur vorstellen kann.

Aber weiter mit unserem Ausflug. In Nicaragua gibt es auch viele aktive Vulkane. Dies konnten wir deutlich an deren heißen Rauchaufstieg feststellen, wie zuvor auch schon in Guatemala.

Der Ausflug bestand aus einer Stadtrundfahrt durch die Stadt León. Dann konnte jeder der wollte alleine die Stadt erkunden. Wichtig war dabei allerdings wenigstens ein wenig Spanisch sprechen zu können.

In León angekommen, besichtigten wir erstmal die Kathedrale aus dem Jahre 1747. Dieses ist das wichtigste Gebäude der Stadt und wird als Nationalsymbol hochgehalten. Es gehört immerhin zu den bedeuteten Schätzen der lateinamerikanischen Architektur und liegt genau im Zentrum der Stadt. Ist daher ein Magnetpunkt sowohl für Einheimische als auch für Touristen.

Dann spazierten wir durch den Marktplatz. Straßenverkäufer baten hier alles Mögliche an, angefangen von alten Kinofilmen auf Super 8, auf DVD, über alte und neue Klamotten, Essen, Haushaltswaren, usw. Alles wurde verkauft was nicht nietenfest am Boden gesichert ist.

León ist eine sehr lebendige und laute Stadt. Wir konnten uns mit den Einheimischen sehr gut unterhalten und viel Interessantes über Land und Leben dort erfahren. Eine ältere Frau näherte sich uns und fing an über die rote Revolution im Lande zu sprechen. Sie war scheinbar eine alte Frontkämpferin und lobte den Kampf gegen die USA und gegen den Imperialisten. Sie hatte ein Büchlein bei sich von wo sie ihre Sprüche und Attacken gegen den Westen abliest. Wir versuchten immer wieder sie los zu werden, aber sie klammerte sich an uns wie eine Klette. Wir gaben ihr dann einige Dollars, sie wollte aber mehr haben. Typisch. Und so was nennt sich Klassen-kämpferin. Auf unsere ständige Weigerung liest sie uns endlich zufrieden und ging schimpfen weg.

Wir hatten zwar keine Angst durch einsamen Strassen zu laufen. Mit Video und Fotokamera fällt man doch ein wenig auf. Da wir aber ständig Spanisch sprachen, auch unter uns, schienen die Leute nicht das große Interesse an uns zu haben. Wir waren in ihre Augen keine richtigen „Gringos“, somit auch nicht ihre politischen Feinde.

Die Busse, die in León und die sonst im ganzen Land verkehren, sind ausrangierte Modelle aus den USA, deren Standard in Amerika nicht mehr genügen. Für das Ortega Volk sind sie aber noch gut genug, auch wenn sie aus dem feindlichen Lagern kommen, wie sie USA pflegen zu nennen.

Ein anderer Punkt der uns hier besonders negativ auffiel, war der Müll, der sich überall an den Straßenrändern anhäufte. Und bei der dort herrschenden Wärme, sind diese Müllhaufen richtige Krankheitsquellen. Es schien dort niemanden zu interessieren wo er seinen Müll ablud. Auf Seitenstreifen, in Vorgärten, in Wassergräben oder am Wegesrand: überall lagen leere Flaschen, Tüten, Kartons, Verpackungsmaterial, Essensreste, usw. Die Stra-ßenhunde kamen aus allen Ecken hervor, durchstreifen in kleinen Rudeln die Orte und durchsuchen den Müll nach Essbarem. Ich habe wirklich viel mehr Mitleid mit diesen armen und ausgehungerten Geschöpfen gehabt, als mit den Menschen, die diese riesigen Müllhalden überall in der Landschaft errichtet haben. Ortega, aus sei-nem gut bewachten Palast, kann das alles ja nicht sehen.

Gegen 17:00 Uhr wurde es dort langsam dunkel, daher mussten wir rechtzeitig in die Busse einsteigen und zu-rück zum Schiff fahren.

Wir waren froh an diesem Abend wieder ablegen zu können. Nicaragua ist ein Land, das uns überhaupt nicht zugesagt hat. Das sollte das Paradies der roten Revolution sein. Nein danke.

Costa Rica - Puerto Caldera

Nach weiterer Fahrt auf See sichteten wir am nächsten Tag die Küste von Costa Rica. Die Vielfalt an Flora und Fauna, die der Besucher an nur einem einzigen Tag erleben kann, macht Costa Rica zu einem wahren Urlaubspa-radies. Wir machten in Puerto Caldera fest. Alle schienen aufzuatmen, denn nach den negativen Eindrücken von Nicaragua schien hier die Welt wieder in Ordnung zu sein. In der Tat, am Hafen war alles bestens organisiert. Unser Reiseführer erzählte uns wichtiges über Costa Rica, dabei blieb aber immer neutral, ohne in politische Propaganda zu verfallen, wie am Tag zuvor in Nicaragua. Als Zielort des Landausflugs wurde Alajuela gennant und den Besuch dort bei einer Kaffeeplantage mit der Möglichkeit auch Kaffee einkaufen zu können. Schade nur, dass der Tag so bewölkt und regnerisch war, aber das soll in Costa Rica sehr oft vorkommen, sagte uns der Rei-seführer, der ausführlich und sachlich jede Frage der Gäste beantwortete.

Während der Fahrt konnten wir weitläufige Natur und Mangrovenwälder und wieder aktive Vulkane beobachten. Das Land ist ungefähr so groß wie Niedersachsen. Die Entfernungen sind daher gering, aber die Vielfalt der Natur ist enorm. Den Costa-Ricanern geht es zwar viel besser als ihren Nachbarn aus Nicaragua, aber reich sind sie trotzdem nicht. Besitz bedeutet für die Ticas und Ticos (so nennen sich die Leute in Costa Rica) vor allem Familie und Freundschaften. Sie sind ein sehr herzliches Volk und dankbar für das, was sie haben. Bei der Be-grüßen, beim Abschied nehmen oder wenn man einfach nur Begeisterung zeigen möchte, sagen sie immer „Pura Vida” (so was wie „Viel Freude beim Leben“). Dieses ist kein hohler Spruch, sondern ein echtes Gefühl, das dort gelebt wird. Mit Sicherheit konnten wir auf unseren Ausflug dort Costa Rica ein wenig davon miterleben.

Die geführte Tour durch die Kaffeeplantage begann. „Hier kommt also der Starbuck und der Tchibo Kaffee her“ sagten wir. Eine Verkäuferin, die uns dabei zuhörte bejahte es. Uns wurden einige Kaffeebohnensorten und deren Fertigungsprozess erklärt. Es war sehr lehrreich. Zum Abschluss stand ein traditionelles Mittagsessen in der Hacienda bereit.

Im Anschluss fuhren wir dann weiter nach La Garita über atemberaubende und kurvenreiche Landschaften, vorbei an weitere Kaffeeplantagen und viel Natur. Hier, in La Garita, stand der Besuch bei einem berühmten Orchideengarten im Programm, einem eindrucksvollen botanischen Garten, in dem eine Vielzahl an Orchideen-arten gezüchtet wurden. Dazu verschiedene Papageienarten, die in einer Pflegestation gehalten wurden, weil sie wegen Krankheit oder durch einen Unfalles nicht mehr oder noch nicht wieder in der freien Natur überleben könnten. Wir ließen uns viel Zeit beim Bestaunen der Tiere und Pflanzen, aber die Zeit rannte und wir mussten leider zurück zum Schiff.

Golfo Dulce

Langsam näherten wir uns dem Golfo Dulce mit seiner einmaligen schönen Natur. Der Golfo Dulce, der Eingang zum Panamakanal, ist ein wunderschöner Meerbusen, wo ringsum fast unberührte Wälder und Natur existiert.

In den dichten Wäldern, die wir nur vom Schiff aus bewundern konnten, verbarg sich eine ganze Welt tropischer Natur. Hier sollen gewaltige Urwaldriesen gedeihen, die Jaguare, Tapire und eine große Population an Aras beheimaten. Zum Schutz dieser Naturschätze wurden der Nationalpark Corcovado und der Piedras Blancas ein-gerichtet.

Panamakanal

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise näherte sich: Die Durchfahrt durch den Panamakanal. Glücklicherweise konnten wir das gesamte Manöver am hellen Tag erleben. Das wird ja nicht immer garantiert wegen der großen Zahl an Schiffen, meistens Frachter, die diesen Kanal täglich durchqueren. Alle am Bord zeigten große Begeiste-rung, auch diejenigen, die diese Überfahrt schon von früheren Cruises kannten.

Die Gesamtlänge der Überfahrt beträgt 82 Km. Es müssen insgesamt drei Schleusen passiert werden mit einer Niveaudifferenz von 26 m. Der Tiefgang ist von max. 12 m. Deshalb wird zurzeit an einem zweiten Kanal gear-beitet, der parallel zum alten verlaufen wird und für größere Schiffe gedacht ist.

Die insgesamt 12 Schleusenkammern sind je 300 m lang und 34 m breit. Die Füllzeit pro Kammer wird in ca. 10 Minuten erreicht. Es war ein gigantisches Erlebnis zu beobachten, wie riesige Tanker vor unseren Augen von den Wassermassen in den Schleusen zuerst gehoben und anschließend wieder abgelassen wurden. Was für enorme Kräften wurden dabei vom Wasser und von den Pumpen entwickelt. Faszinierend, einfach genial. Wir stauten alle wie kleine Kinder beim Zusehen des Manövers.

Die Durchfahrtszeit beträgt zwischen 8 bis 12 Stunden, ja nach Verkehr. Je nach Größe des Schiffes schleppen vier bis acht Zahnradlokomotiven die Schiffe durch die Schleusen mit dicken Seilen. Sie dienen zur Stabilisie-rung der Schiffe gegen Strömungen, die sich in der Schleusenkammer entwickeln. Somit wird auch verhindert, dass der Rumpf des Schiffes die Wände der Kammern berührt und beschädigt wird.

Man sollte dabei allerdings nicht vergessen, dass während der Bauarbeiten, zwischen 1906 und 1914, dort 28.000 Arbeiter an Unfällen und Krankheiten starben.

Das Land zwischen dem Pazifik und der Karibischen See bietet eine faszinierende Natur, artenreiche Regen-waldgebiete, die noch von Indianern bewohnt werden, wir haben aber keinen gesehen noch gehört. Die Durch-fahrt durch dieses Meisterwerk der Ingenieurkunst war, in der Tat, ein einmaliges Erlebnis.

Aruba - Oranjestad

Nun befanden wir uns auf der Karibischen See und fuhren in Richtung Aruba. Diese Insel liegt 25 Kilometer nördlich von Venezuela. Sie ist einer der vier gleichberechtigten Inseln von Niederland und hat eine eigene Ver-fassung und Regierung. Die Insel genießt vollkommene innere Autonomie. Die Amtssprachen sind Niederlän-disch und Papiamento, eine Kreolensprache aus Zeiten der portugiesischen Kolonialzeit. Man kann sie sehr gut verstehen, denn sie ist eine Mischung aus Englisch, Niederländisch und Spanisch.

Aruba liegt außerhalb der Orkanzone, genießt daher das ganze Jahr über Sonne. Dazu weht dort auch ein kühler Passatwind, der die Temperatur nicht allzu sehr steigen lässt. Auf Aruba wachsen, unter anderem, die Aloepflan-ze und ein seltener Baum mit dem witzigen Namen Divi Divi.

Als wir dort ankamen goss es in Bindfäden. Später klarte aber auf und wir konnten ungehindert den Stadtkern von Oranjestad besichtigen. Oranjestad ist die Hauptstadt von Aruba mit ca. 30.000 Einwohnern. Sie ist auch der Cruise Hafen für sämtliche Kreuzfahrtschiffe die dort anlegen.

Der Höhepunkt in dieser Hafenstadt war eine Tauchfahrt in einem speziell angefertigten U-Boot Namens Atlan-tis und von wo aus wir die Unterwasserwelt beobachten konnten. Wir waren bis etwa 50 Meter tief getaucht und konnten einige Fische beobachten. Ehrlich gesagt, ich hatte mir mehr daraus versprochen. Wir haben immerhin einen gesunkenen Bootswrack, Autoreifen und viel Dreck gesehen.

Fort Lauderdale - Florida

Unser letzter Anlaufhafen war Fort Lauderdale, in den USA, bei Florida, nördlich von Miami. Mit einem speziell angefertigten Wasserfahrzeug, der mittels eines riesigen Propellers der die angesaugte Luft nach hinten schoss, fuhren wir in Höllentempo über eine Sumpflandschaft voller Schilf. Der Krach war ohrenbetäubend. Dabei soll-ten wir frei lebende Alligatoren beobachten. Aber da die lieben Tierchen nicht auf Kommando auftauchten um die blöden gaffende Touristen zu begrüßen, sahen wir kein einziges Exemplar. An den Krach sind sie dennoch bestimmt schon gewohnt.

Neben dieser Sumpflandschaft verschafften wir uns einen Überblick in den Erlebnispark und sahen uns einige lebenden Reptilien wie Schlangen, Krokodile und andere Tiere dieser Gegend an. Dieser wirklich sehenswerte Park beherbergte dutzende Tiere, die in der freien Wildbahn, aus welchen Gründen auch immer, nicht hätten überleben können. Hier werden sie gepflegt, von Touristen begafft und verbringen ein ruhiges und friedliches Leben bis sie ins Tierparadies gehen.

Soweit die Beschreibungen der Landausflüge.

Vom Miami Flughafen aus flogen wir dann am 20. 12. zurück nach Europa. Schade, die Reise war somit zu ende.

Abschließend möchte ich diesen Bericht mit zwei wichtigen Punkten beenden.

Der eine bezieht sich auf die Anzahl von Passagieren und die Größe des Schiffes. Obwohl wir 1.300 Passagiere an Bord waren, es gab niemals das Gefühl von Bedrängnis. Es gab immer genug Platz für alle, ohne den Ande-ren gleich auf die Pelle zu fallen, wie es bei anderen größeren Passagierschiffen der Fall ist.

Und der zweite und wichtigste Punkt zum Schluss.

Unsere allgemeine Danksagung an das gesamte Personal des Schiffes, welches immer sehr freundlich, hilfsbereit und nett uns entgegenstand. Das ist nicht immer selbstverständlich, wie wir es von anderen Passagierschiffs- bzw. Fluggesellschaften kennen. Hut ab und weiter so.

  

Unsere nächste Cruise, nur noch mit der Holland America Linie. Und die steht auch schon fest.

2 Antworten zu diesem Thema
London, Vereinigtes ...
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1. AW: Kreuzfahrt mit MS Amsterdam - Panama Kanal Dez. 2011

Hallo und vielen Dank für deinen Beitrag!

Es würde uns sehr freuen wenn du auch einen Bewertung, zb über eine der Attraktionen oder Restaurants abgegeben würdest!

Wenn du Lust hast natürlich :)

Hier der Link zur Bewertungsmaske:

tripadvisor.de/UserReview-ehttp%3A__2F____2F…

vlg

Annette

Torrevieja, Spanien
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2. AW: Kreuzfahrt mit MS Amsterdam - Panama Kanal Dez. 2011

Bewertung der Gesamteinrichtung vom MS Amsterdam

Explorationscafe: Note 2

Hier befinden sich die Bibliothek und das Internetcafe. Die Buchauswahl ist ausreichend groß und in verschiedenen Sprachen. Werke auf Deutsch, Spanisch, Französisch und Englisch sind ausreichend vorhanden. Die Frage ist ob man das Richtige Buch für sich selbst findet. Daher nehme ich mir lieber meine eigene Lektüremit. Was die Privatsphäre im Internetcafe bei der Internetanwendung angeht, lässt zu wünschen. Angenehm ist hier auch die Kaffeetheke mit verlockendem Kuchenangebot.

Explorer’s Lounge: Note 2

Hier findet man gemütliche Sitzgelegenheiten, sowohl auf der Fensterseite, als auch auf der Innenseite, wo abends ein Solomusiker Klavier oder auch mal Gitarre spielte und dabei sang. Hier werden ebenfalls Getränke jeglicher Art angeboten.

Kabinen: Note 2

Sie sind ausreichen groß für zwei Personen. Die Einrichtung ist hell und funktionell. Das Bett bequem. Da man fast nur zum Schlafen reingehen muss, ist das völlig in Ordnung. Auch das Badezimmer mit Dusche, Badewanne und WC ist absolut ausreichend. Nachteil: das WC stopft sehr schnell.

Landausflüge: Note 4

Einige Touren waren ziemlich teuer für das was dort angeboten wurde. Die Orte waren meistens gut ausgewählt. Nur bei der Nicaragua Tour störte uns die politische Indoktrinierung der Dame, die uns führte. HAL sollte da vielleicht ein Auge drauf werfen, was für Personal eingesetzt wird. Es war auch nicht möglich einen Ausflug in einer anderen Sprache, als nur in Englisch zu buchen. In spanisch sprechenden Ländern hätten wir auch gerne eine Führung auf Spanisch gehabt, denn dann wirkt sie auch echter und man kann mit den Leuten aus der Gegend besser kommunizieren. Wir haben daher einige Ausflüge mit Einheimischen selber dort vor Ort für uns beide organisiert.

Lidodeck

Hier befinden sich die beiden Schwimmbäder, das eine mit zwei Whirlpools, das Lido Selbstbedienungsrestaurant, der Spa Salon und das Fittneszentrum.

- Die Schwimmbäder: Note 3

Sind relativ klein, daher überfüllt bei Sonnenwetter und geöffnetem Dach. Beim geschlossenen Dach kann man mehr Platz dort finden. Man kann bis 21:00 Uhr ins Wasser gehen. Dann war es auch dort schon fast menschenleer.

- Das Lido Selbstbedienungsrestaurant: Note 4

Zwar schön hell mit ovalen Fenstern an jeder Seite, ist aber oft sehr voll und für die Qualität des Essens, lohnt sich nicht lange Schlange zu stehen. Kalte Speisen wie Nachtisch, Kaffee und Kuchen und das Eis, was man sich dort aufdecken kann, sind aber sehr lecker. Um wirklich gut zu essen, sind die anderen Restaurants viel besser.

 

- Den Spa Salon: Note 3

Hat mein Freund einmal aufgesucht. Er brauchte einen Friseur. Der Service war gut, nicht teuer, aber nichts was man unbedingt besuchen muss, wenn man das nicht braucht.

- Das Fittneszentrum: Note 3

war praktisch immer besetz, wie man sich vorstellen kann, denn jeder wollte die angesetzten Kilos wieder schnell loswerden.

Ocean Bar: Note 3

In der Ocean Bar kann man jeden Abend Tanzmusik hören. Allerdings ist die Tanzfläche einfach viel zu klein, wenn viele Leute dort anwesend sind. Da können höchstens acht bis zehn Paare zur gleichen Zeit tanzen. Sitzgelegenheiten sind allerdings genug vorhanden.

Pinnacle Grill: Note 3

Der Pinnacle Grill ist das Restaurant wo man bezahlen muss. Das Design der Einrichtung ist ein wenig zu üppig. Etwas weniger hätte besser ausgesehen. Das Essenangebot ist sehr verlockend, aber ehrlich gesagt, nicht wesendlich besser als die Gerichte, die wir in La Fontaine bekommen haben. Wenn man den Pinnacle Grill einmal besucht hat, reicht das auch. Die Preise bewegen sich zwischen 10,- und 20,- Dollar.

Rembrandt Lounge: Note 1

Ein sehr gemütlicher Ort mit großen hellen Fenstern und ebenfalls sehr gemütliche Sitzeinrichtungen, von wo man aus das Panorama draußen herrlich beobachten kann. Abends kann man hier, bei Getränke und Cocktails, klassische Musik hören.

Restaurant La Fontaine: Note 1

In diesem zweigeschossigen Restaurant finden sowohl das Frühstück, das Mittagessen, das 17:00 als auch das 20:00 Uhr Abendessen statt. Der gesamte Raum erinnert an Art Deko. Die Tische sind immer mit weißen Tischdecken gedeckt. Sowohl auf der Backbord- als auch an der Steuerbordseite, also links und rechts sind riesige rechteckige Fenster angebracht mit einer erstklassigen Aussicht. Daher sind Tischplätze an den Seiten so beliebt. Man wird aber am Eingang von einem Kellner zum designierten Platz geführt, wenn man keine feste Dinnerzeit hat. Zu den anderen Esszeiten gibt es keine feste Erscheinungszeit. Man kann kommen wann man möchte, allerdings innerhalb bestimmter Fristen. Wünsche werden, so weit es möglich ist, erfüllt. Die Tischgrößen gehen von Zweier- bis zum Achtertische.

Hierzu einen Tipp: bei der Buchung der Reise besser feste Dinner Zeiten angeben (17:00 oder 20:00). Wir hatten zuerst freie Zeit zum Dinner gewählt und es wurde eine Katastrophe. Glücklicherweise konnten wir, nach ein paar Versuchstage, auf feste Zeit wechseln und es war phantastisch. Wir bekamen zwar einen Zweiertisch um 17:00 Uhr, aber das war uns auch recht. Der Service war einfach tadellos.

Zu den Ländern wo wir anliefen, gab es immer Themenabende mit Gerichten aus der Region.

Schiff allgemein: Note 1,5

Das MS Amsterdam, mit seinen 61.000 BRT und 1.300 Passagiere, hat eine sehr angenehme Größe, mit ausreichend Platz für alle und wo keiner den anderen auf die Pelle fällt. Die Gesamteinrichtung ist elegant und wirkt sehr angenehm. Es hat eine sehr schöne, warme und elegante Ausstattung, meist aus Holz, ohne das es in Prunk und Protz verfällt. Sowohl an den Gängen als auch an den Treppenaufgängen hängen, zum Teil interessante, zum Teil sehr schöne Kunststücke.

Es wird alles immer sehr sauber gehalten. Es wird immer sehr viel Wert darauf gelegt.

Auch die Reling ist breit genug zum Sitzen und dabei bleibt noch Platz genug für die „Wanderer“ und „Läufer“. Kein Disco oder Partyschiff.

Service: Note 1

Der Service war stehst zuvorkommend und sehr aufmerksam. Von Kellnern, Barkeepern, Chefkochs, Sommeliers über Spa-Mitarbeiter und Fitnesstrainer bis hin zu Offizieren und sonstige Mitarbeitern waren alle immer sehr engagiert. Sie alle sprachen englisch, aber es gab immer wieder Personal mit gutem bis sehr gutem deutsch bzw. spanisch Kenntnisse. An der Rezeption, z.B., gab es neben englisch auch deutsch und spanisch sprechendes Personal.

Tagesprogramm am Bord: Note 1

Es gab so eine riesige Auswahl an Programmangebote, dass es manchmal schwer fiel das Richtige zu wählen. Leider überschnitt sich manchmal das eine Angebot mit dem anderen, dann musste man einfach Prioritäten finden. Daher war lange Weile auf dem Schiff ein Fremdwort.

Wajang Theater: Note 2

Dieses Theater, mit seinen ca. 300 Sitzplätze, ist seht gemütlich, hat aber einen Nachteil. Da der Fußboden vom Theaterparkett waagerecht gebaut wurde, hat man Sehbehinderung von den hinteren Sitzplätzen, wenn man auf die Bühne schaut. Die Balkonplätze waren daher besser.

Wäscherei: Note 1

Es gab sowohl eine Wäscherei, als auch eine chemische Reinigung am Bord. Beides zu sehr vernünftigen Preisen, sehr schnell und das Ergebnis war tadellos, fast besser als bei uns in Torrevieja.

Antwort auf: Kreuzfahrt mit MS Amsterdam - Panama Kanal Dez. 2011
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