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“Unser Besuch in KL Auschwitz und Auschwitz-Birkenau” 4 von 5 Sternen
Bewertung zu Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau

Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau
ul. Wiezniow Oswiecimia 20, Oswiecim, Polen
48 33 843 21 33
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Art: Historische Stätten, Heimatkundemuseen, Museen
Weitere Details zu Sehenswürdigkeiten
Attraction Details
Gebühr: Nein
Empfohlene Besuchsdauer: Über 3 Stunden
Hamburg, Deutschland
1 Bewertung
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Wertungen
“Unser Besuch in KL Auschwitz und Auschwitz-Birkenau”
4 von 5 Sternen Bewertet am 25. August 2012

wir waren tief betroffen, diese unfaßbar große Vernichtsfabrik zu sehen, in der wir Deutschen mit vollem Bewußtsein diese Gräueltaten an Menschen, vornehmlich Juden, verübten. Die zurückhaltende Pflege des KL Auschwitz 1 und Auschwitz-Birkenau 2 der Museumsleitung bleibt zu bewundern. Allerdings möchten wir anmerken, dass wir jegliches Fotografieren und das Mitnehmen von Kindern unter 12 Jahren an dieser Stätte, besonders das Fotografieren, für überflüssig halten.

Aufenthalt August 2012
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Erfurt
Senior-Bewerter
14 Bewertungen 14 Bewertungen
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“Sehr bewegend!”
5 von 5 Sternen Bewertet am 30. Juli 2012

Sehr zu empfehlen und man sollte fast einen ganzen Tag einplanen.
Sehr Informativ und die es läßt nicht wieder los.

Aufenthalt Juli 2012
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lingenau
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“sehr gut, informativ”
4 von 5 Sternen Bewertet am 6. Juni 2012

Am besten die Morgenstunden nutzen. Da noch wenige Besucher. Mittags kommen die Busse und Schulen. Abends auch gut, so ab 18 Uhr. Da ist wieder Ruhe.
Riesiges Gelände, gutes Schuhwerk empfehlenswert. Fotografieren kein Problem. Auch mit Stativ nicht. Die Gedenkstätte ist empfehlenswert.

Aufenthalt Mai 2012
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Frankfurt am Main, Deutschland
Top-Bewerter
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“Ein Ort, den man nie vergessen wird”
5 von 5 Sternen Bewertet am 23. April 2012 über Mobile-Apps

Im Februar war ich mit einem Teil meiner Klasse dort und wir besichtigten das Stammlager Oswiecim und das Lager Brzezinka. Beide Lager zeigen die traurige Wahrheit der damaligen Zeit. Es war sehr grausam, alles zu sehen. Im Stammlager sind die Gebäude weitestgehend erhalten geblieben und dort werden die einzelnen Museen gezeigt. Am erschreckensten ist der Schriftzug direkt am Eingang, spätestens dann kann man nachvollziehen, wie schlimm alles gewesen sein muss. Man fühlt sich manchmal selbst wie ein Häftling. Insgesamt waren wir zwei Tage dort und wie hatten danach leicht unruhige Nächte. Wir waren auch in einem weiteren Lager bei Oswiecim, dort stehen nicht mehr so viele Gebäude, da sie damals gesprengt wurden um Beweise zu vernichten. Die Größe des Lagers ist macht einem noch mal alles deutlich. Solche Erlebnisse vergisst man so schnell nicht. Trotzdem empfehle ich es jedem, damit man selber auch mal einen Eindruck bekommt und mitreden kann. Es wird einem alles gut gezeigt und näher erläutert. Ich empfehle wirklich jedem dorthin zu fahren.

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Wiener Neustadt, Österreich
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“Residenz des Todes”
5 von 5 Sternen Bewertet am 7. April 2012

.…unsere Sprache hat keine Worte um diese Schmach, dies Vernichten eines Menschen zu äußern.“

So, oder so ähnlich wird oft in die Thematik eingeleitet, die über wohl bitterste Kapitel unserer Geschichte berichtet - die Greueltaten der SS im zweiten Weltkrieg.

Auschwitz wird in der Landessprache Oswiecim genannt. Dies ist wichtig zu wissen, denn Hinweisschilder nach Auschwitz sucht ihr vergebens.

Wenn ihr in Auschwitz ankommt, dann müsst ihr zu Auschwitz I fahren, denn dort beginnt die Führung. Wenn ihr eine in deutscher Sprache wollt, dann informiert euch am besten vorab auf der Homepage, wann sie beginnt, denn es gibt nur eine. Derzeit ist es 12.00 Uhr.


AUSSCHWITZ I

Nun standen wir also da, am Eingang mit der verlogenen Überschrift „Arbeit macht frei“. Diese nationalsozialistische Inschrift wurde in vielen Konzentrationslagern als Toraufschrift verwendet. Es stammt von einem Buchtitel eines nazionalsozialistischen Romans von Lorenz Diefenbach aus dem Jahr 1873. In Auschwitz ist bemerkenswert, dass der Buchstabe „B“ auf dem Kopf steht. Angeblich war das ein heimlicher Protest eines Häftlings, der als Kunstschlosser für die Nazis tätig war.

Die Sonne strahlte und passte so gar nicht zu der düsteren Stimmung, die sich in meinem Inneren breitmachte, als ich durch das Tor ging. Im besetzten Europa richteten die Nazis viel Arten von Lagern ein, das berüchtigste jedoch wurde Auschwitz. Dies ist auf mehrere Gründe zurückzuführen, zum Einen aufgrund der hohen Opferzahl, zum Zweiten aber auch auf die Ausdehnen, die hier im Auschwitz 1 noch gar nicht wirklich erfassbar ist.

Ich war überrascht von der Art und Weise der einzelnen Blocks. Hier handelte es sich um massive Häuser auf zwei Stockwerken mit einem Gang und teilweise richtigen Stockbetten. Ich war bereits zweimal in Mauthausen und war auf etwas anderes vorbereitet. Dass hier im Männerlager sowohl die Häuser als auch die sanitären Anlagen eher „schön“ waren, war eine Überraschung, die sich aber bald - vor allem dann in Birkenau - in blankes Entsetzen verwandeln sollte.

Im ersten Haus, das wir besichtigten gab es den ersten geschichtlichen Hintergrund. Nach dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939 und dem sowjetischen zwei Wochen später, wurde Polen geteilt und ein Teil wurde dem Dritten Reich einverleibt. Hier erfuhren wir anhand einer Schautafel, dass Auswitz genau das war, was ich bereits vorher wusste, ein Ort, an dem grausame Exekutionen, frevelhafte medizinische Experimente und die gnadenlose Ausplünderung der Gefangenen erfolgten. Auf der Schautafel war zu erkennen, dass die Nazis mindestens 1.100.000 Menschen, meistens Juden, aus den verschiedensten Ländern Europas verschleppten, sogar Griechen und Norweger waren darunter.

Ziel dieser Verschleppung und der darauffolgenden Ermordung war es „eine Gesellschaft zu gründen, aus der man all jene eliminiert, die der Definition des reinblütigen Deutschen nicht entsprechen.“ Im Buch „Residenz des Todes“, einem Bildband über Auschwitz, ist ein Auspruch Hitlers zu lesen: „Ich habe den Befehl gegeben und ich lasse jeden füsilieren, der auch nur ein Wort der Kritik äußert, dass das Kriegsziel nicht im Erreichen von bestimmten Linien, sonder in der physischen Vernichtung des Gegners besteht. So habe ich, einstweilen nur im Osten, meine Totenkopfverbände bereitgestellt mit dem Befehl, unbarmherzig und mitleidslos Mann, Web und Kind polnischer Abstammung und Sprache in den Tod zu schicken. Polen wird entvölkert…“ Diese Rede, nur ein paar Tage nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war der Anfang der „Endlösung der Judenfrage“, die hier in Auschwitz ihren traurigen Höhepunkt erreichte. In der Wannsee-Konferenz wurde eine genaue Liste erstellt, wie viele Juden, Roma, Zigeuner und Sinti zu ermorden wären. Insgesamt beschloss man die Zahl mit 11 Millionen. 10 % davon also fanden in Auschwitz den Tod.

Mit dem oben genannten Vorhaben wurde im Frühling 1940 also Auschwitz 1 erbaut. Der unmittelbare Grund dafür waren die Massenfestnahmen in Polen, die zur Überfüllung der bestehenden Gefängnisse führten. Am 14. Juni 1940 schickte die Gestapo den ersten Transport von 728 politischen Gefangenen nach Auschwitz. Das Lager befand sich außerhalb der Stadt und so konnte es leicht von der Außenwelt verborgen werden.

In diesem ersten Block befinden sich vor allem Schautafeln, auf denen neben hochsensiblen Dokumenten auch die ersten Bilder von Gefangenen zu sehen waren. Da Auschwitz erst 1942 zum Massenvernichtungslager umfunktioniert wurde, waren die ersten Menschen, die hierher kamen noch als Arbeitssklaven gekennzeichnet.

Im ersten Stock des nächsten Blockes war dann eine Nachbildung der Gaskammern in Auschwitz Birkenau zu sehen. Die Juden, die als arbeitsunfähig angesehen wruden, wurden zum Tod in die Gaskammern geführt. Um Panik und Widerstand zu vermeiden, betrogen die Nazis ihre Opfer. Sie versprachen ihnen ein Bad und danach das Wiedersehen mit ihren Familien. Vor der Gaskammer gab es den sogenannten „Entkleideraum“, was das „nackt“, das ich eingangs beschrieb, meinte. Den Menschen wurde sogar in der Stunde ihres Todes jede Würde genommen. Die erschöpften Menschen, denen man oft noch Seife und Handtuch mit gab, waren meist ruhig und gingen ohne Furch in die Gaskammern. Die Führerin erzählt, dass, sollte sich Unruhe verbreiten, der Unruhestifter sofort aus der Masse genommen wurde und hinterm Haus mit einem Kleinkalibergewehr getötet wurde. Waren die Gaskammern voll, so wurde die Türen hermetisch abgeriegelt und Zyklon B durch spezielle Öffnungen in das Innere geleitet. Das austretende Gas tötete die Menschen nach einiger Zeit. Die Leichen wurden dann aus den Gaskammern gezerrt, ihnen wurden die Haare abgeschnitten, Goldzähle entfernt und danach in den Krematorien verbrannt. Wenn es zu viele waren, dann fand die Verbrennung oft auch im Freien statt.

Gegenüber des Modells der Gaskammern waren auch geöffnete Dosen des hochgiftigen Zyklon B ausgestellt sowie Lieferscheine und Rechnungen dafür. All das wurde nach der Befreiung des Lagers gefunden.

Im nächsten Raum befanden sich dann 2 Tonnen abgeschnittene Haare der Menschen. Die Nazis hatten sogar dafür eine Verwendung. Die Haare wurden verkauft und mit ihnen wurden Stoffe und Filze hergestellt. Es war ein beklemmendes Gefühl, diesen Berg an Haaren zu sehen und das Gefühl wurde auch nicht besser, je weiter wir gingen. Wir bekamen nun einen Bruchteil dessen zu sehen, was den Juden abgenommen wurde. In der Regel versprachen die Nazis den Menschen neue Siedlungsmöglichkeiten und Arbeit. Den Anleitungen entsprechend wurde ihnen erlaubt, Gepäck bis zu 50 kg mitzunehmen. Daher brachten die Juden Kleidung, Nährung, Gebrauchsgegenstände und Haushaltsgeräte ebenso Werkzeug und medizinische Ausstattung mit. Den deportiertenh Juden wurde es verboten, Wertgegenstände und größere Geldsummen mitzunhmen, doch viele Personen versuchten, das Vermögen zu schmuggeln. Nach der Ankunft mit dem Zug mussten die Leute ihr Gepäck am Bahnhof zurücklassen. Sämtliche Gegenstände kamen nach „Kanada“, was nichts mit dem Land zu tun hatte sondern mit der Tatsache, dass der Ausdruck damals mit „Reichtum“ gleichgesetzt wurde.

So wurden wir durch Räume geführt, wo folgendes ausgestellt war: Hand- und Fußprotesten, Brillen, Kochtöpfe, Geschirr, ca. 80.000 Paar Schuhe, unzählige Koffer, versehen mit Namen, Geburtsdatum und Adresse, Babykleidung, Rasierpinsel und vieles mehr. All das gehörte den Menschen, die großteils genau hier ihr Leben lassen mussten.

Im nächsten Block fanden sich dann Reihen von Fotografien. Rechter Hand die von Männern, links die der Frauen. Die Bilder wurden erst vor kurzem neu entwickelt, weil viele Negative noch vorhanden waren. Die Nazis fotografierten jeden einzelnen Häftling - allerdings nur die, die auch registriert wurden - drei Mal. Einmal von der Seite, einmal von vorne und einmal mit der lagereigenen Kopfbedeckung. Auf den Bildern hier waren Name, Lagernummer (sie wurde hier - und nur hier - jedem einzelnen eintätowiert) Geburtsdatum, Beruf, Ankunftsdatum und Sterbedatum vermerkt. Beklemmend.

Danach besuchten wir noch die Sanitäranlagen und weitere Unterkünfte bevor es in den Keller ging. Hier war das Gefängnis untergebracht. Es war für mich unvorstellbar, wie es in Ausschwitz auch noch ein Gefängnis geben soll. Hier allerdings war das Elend wohl am größten. Über die Hälfte der registrierten Häftlinge wurden aufgrund von Hungersnot, brutalem Terror, verschiedenen Strafen und Torturen, elenden Lebensbedingungen, Krankheiten und Epidemien sowie unfassbare medizinische Experimente umgebracht. Kam man ins Gefängnis, so hieß das meist „Vernichtung durch Hungerstod“ oder „Sterben durch Stehstrafe“.

Danach blieben wir vor dem Krankenlager stehen und die Führerin erzählte uns, welche unmenschlichen Versuche hier am Menschen unternommen wurden. Einer der Ärzte war der Deutsche Josef Mengele, der auch als „Todesengel von Auschwitz“ in die Geschichte einging. Neben Sterilisationsversuchen übte er vor allem Experimente an Zwillingen durch. Mengele selbst meinte, es gäbe in Auschwitz genügend „Lebendmaterial“ für seine Forschungen. Er war für die Selektion der Menschen verantwortlich und daher unmittelbar in ihrer Ermordung beteiligt. Mengele musste sich nie für seine Taten verantworten, weil er nach Südamerika flüchtete. Er starb schließlich nach einem Schlaganfall beim Schwimmen. Er wurde als „Wolfgang Gerhard“ beerdigt, Jahre später allerdings ließ man seine Leiche exhumieren und 13 DNA Spezialisten stellen seine Identität fest. Die Führerin erzählt, dass Mengele selbst sich nie einer Schuld bewusst gewesen war.

Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, ging es zum Abschluss noch dorthin, wo das Töten seinen Endpunkt hatte - in die Gaskammer, die hier in Auschwitz 1 nicht wie in Birkenau unter der Erde war, sondern genau ebenerdig angelegt wurde. Die Juden, die sofort nach ihrer Ankunft in Auschwitz in den Gaskammern getötet wurden, wurden nicht in die Evidenz des Lagers aufgenommen, also nicht registriet und nicht nummeriert. Daher weiß man nicht genau, wie viele Menschen direkt nach der Ankunft getötet wurden - es waren auf alle Fälle um jeden einzelnen zu viel. Wir gingen also in die Gaskammer, die hier nicht einmal durch Duschatrappen getarnt wurden, und danach sofort weiter in die Krematorien. Zwei der drei Öfen waren noch sehr gut erhalten. In jeden Ofen passten aber höchstens fünf Leichen, daher war das Verbrennen eine zeitaufwändige Angelegenheit.

Nun hatten wir bereits beinahe zweieinhalb Stunden Führung hinter uns und mittels Bus wurden wir dann nach


AUSCHWITZ BIRKENAU

gebracht. Die Hitleranhänger hatten im Oktober 1941 mit dem Bau von Birkenau, auch Auschwitz II genannt, begonnen. Das Baugelände liegt in Brzezinka, ca. drei Kilometer von Auschwitz entfernt. Die polnischen Dorfbewohner wurden vertrieben und die Häuser, die ihnen weggenommen wurden, abgetragen.

Wir gingen durch das Ankunftsgebäude und was wir dann sahen, das war unbegreiflich. Die Ausmaße des Lagers Birkenau waren unvorstellbar. Es wwar war nicht nur wegen der Geländegröße, der Zahl der Baracken und der Zahl der Gefangen, sondern vor allem aufgrund der ermordeten Menschen das allergrößte Konzentrationslagersystem.

Um den Prozess der Massenvernichtung von Jeden effektiver zu m achen, hatte man im Zentrum von Birkenau eine Rampe mit einem Anschlussgleich gebaut, das genau zwischen den Gaskammern und Krematorien endete. Auf dieser Rampe gingen wir nun. Wir standen dort, wo Mengele stand und mit dem Daumen nach rechts oder links zeigte, entweder ins Lager oder direkt in die Gaskammer.

Am Ende der Rampe stand ein Viehtransporter - ein Original. In diesem Transporter wurden unzählige Menschen nach Auschwitz deportiert - tagelang, wochenlang. Die Zustände hier liegen weit über meiner Vorstellungskraft. Nachdem die deportierten Juden die Züge verlassen hatten, führten die Ärzte direkt auf der Rampe die Selektion durch, wobei sie nur jene Ankömmlinge auswählten, die sie für arbeitsfähig und momentan nützlich für die Rüstungsindustrie des Dritten Reichs hielten. Kranke Personen, Schwangere, Kinder und andere Menschen, die sie für unnütz befanden, wurden ind er Regel direkt in die Gaskammern geführt, das wären etwa drei Viertel jedes Transportes. Oft sind gleich ganze neu angekommene Transporte ohne Selektion direkt in die Gaskammer geführt worden.

Hier blieb ich nicht lange, sondern ging schnell weiter ganz nach hinten, wo eine Gedenkstätte errichtet wurde.

Auf einer Tafel in Deutsch steht hier zu lesen: „Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis etwa anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas. Auschwitz - Birkenau 1940 - 1945“.

Links dieser Gedenkstätte befinden sich heute noch die Ruinen der gesprengten Krematorien, die vernichtet wurden, kurz bevor es zur Befreiung des Lagers kam.

Das Lager hier war dann das, was ich erwartet hatte. Die Baracken waren als Pferdeställe geplant. Auf gemauerten 1 x 1 Meter großen Zellen war Stroh aufgelegt, bis zu 30 Personen sollen hier pro Abtrennung gelebt haben. Unvorstellbar müssen die Szenen gewesen sein, die sich hier abgespielt haben.

Hier befindet sich auch der Block Nr. 25, der Todesblock. Die Verurteilten erlebten hier die letzte Etappe, quasi ein Warterum des Todes. Die Selektion dauerte etwa vier Tage und die eingesperrten Frauen bekamen weder zu trinken noch zu essen. Sie gingen elendig zugrunde.

Die Führung in Birkenau dauert etwa eine Stunde, es ist viel zu gehen und hier hat man keine Kopfhörer, sodass man sich in der Nähe des Tourguides aufhalten muss, um alles genau zu verstehen.

Am Schluss der Tour bringt einem der Bus wieder zurück zum Hauptmuseum, es ist aber auch möglich mit dem eigenen Auto hinzufahren, allerdings ist dann die Chance, dass man seinen Guide schnell wieder findet, eher gering.


ALLGEMEINE INFORMATION

Die Eintrittsgebühr liegt bei 40 Zloty für den Erwachsenen und 30 Sloty für Kinder und Jugendliche, was ich persönlich für eine 4-stündige Tour als sehr günstig empfinde.

Falls einem die Führung zu lange ist, dann kann man Birkenau entweder ganz auslassen oder auf eigene Faust erkunden. Ich persönlich würde euch das aber nicht raten.

Während der Führung gibt es keine Möglichkeit, die Toilette zu besuchen oder sich mit Getränken einzudecken, also am besten also vorher machen.

Von Oktober bis April ist das Museum von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, September und Mai bieten Öffnungszeit bis 18.00 Uhr und in den Sommermonaten kann man dem Museum bis 19.00 Uhr einen Besuch abstatten.

Der Parkplatz am Gelände kostet 8 Zloty, was etwas mehr als 2 Euro sind.

Es gibt ein Restaurant vor Ort und auch einige Snackstände. Außerdem wird mehrmals im und rund um das Gelände die Möglichkeit geboten, Bücher zu kaufen, was wir auch getan haben, wir erwarben den Bildband „Residenz des Todes“ um umgerechnet 20,-- Euro.

FAZIT

Ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, euch einen groben Überblick über das Museum in Auschwitz I und Auschwitz II - Birkenau zu geben. Ich habe versucht, in dem Bericht so viel Information wie möglich zu verpacken, doch natürlich ist das im Grunde nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Greueltaten, die vor allem den Juden, aber auch vielen anderen Bevölkerungsgruppen hier angetan wurden, sind nur schwer zu beschreiben und noch schwerer zu erfassen. Wir können die Geschichte nicht ändern, aber wir alle können dazu beitragen, dass so etwas niemals wieder passiert. Wir dürfen unsere Menschlichkeit nie wieder so aus den Augen verlieren, denn es geht weit über meine Vorstellungskraft hinaus, dass jemand denkt, dass sein Leben weitaus mehr wert wäre als das eines anderen.

Wir alle gemeinsam können dafür sorgen, dass so etwas Fürchterliches nie wieder geschieht - und dass wir so klug und empathisch sind, darauf setze ich alle meine Hoffnung.

Aufenthalt April 2012
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