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“Das drum und dran von Bad Cannstatt” 4 von 5 Sternen
Bewertung zu Stadtmuseum Bad Cannstatt

Stadtmuseum Bad Cannstatt
Marktstrasse 71/1 (Kloesterle), 70372 Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland
071121696400
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“Das drum und dran von Bad Cannstatt”
4 von 5 Sternen Bewertet am 23. April 2014

Durch das alte Bad Cannstatt flanieren, auch wenn es kein großes Shopping-Paradies ist, um dabei auf kleine Schätze zu stoßen, wie z.B. das “Klösterle“, das 1463 erbaut wurde und somit das älteste Gebäude des heutigen Stuttgart ist, in dem sich sowohl ein Gastronomiebetrieb der gehobenen Kategorie als auch das sehenswerte Stadtmuseum von Bad Cannstatt befindet, oder das umgebaute Gewächshaus, das noch im Kurpark steht, wo Wilhelm Maybach und Gottlieb Daimler an ihrer Motor-Vision schraubten, bis hin zum Kursaal mit Kurpark samt Altstadt, lohnen sich immer entdeckt zu werden.

Wer somit den Spuren der Kurgäste von damals folgen möchte, der findet im Stadtmuseum auf der Ebene des Erdgeschosses und im ersten Stock (nur über eine Treppe erreichbar), dass sich in der angrenzenden “Klösterlesscheuer“ befindet, ein Entree für eine Art virtuelle Zeitreise durch die Historie Bad Cannstatts, sowie Hinweise über die Stadtentwicklung von einst bis in Gegenwart. Ein optimales Warm Up also, für einen Rundgang durch Bad Cannstatt.

Um dies erlebbar zu machen, hat einerseits der Verein Pro Alt-Cannstatt unter anderem die Erhaltung und Restaurierung des Klösterle realisiert, andererseits belebt der Planungsstab des Stadtmuseums Bad Cannstatt/Stuttgart die Dauerausstellung des Museums mit wechselnden Themenausstellungen, wie z.B. die Thaddäus-Troll-Ausstellung (11.3. – 29-06.2014).
Hans Bayer, so sein bürgerlicher Name, wurde vor 100 Jahren, am 14.März 1914 in Bad Cannstatt geboren, dessen Bekanntheitsgrad, auch bei Nichtschwaben, durch seinen Bestseller “Deutschland deine Schwaben“ in die Höhe schnellte.

Das Museum ist drei Mal in der Woche geöffnet (Öffnungszeiten Mittwoch 14-16 Uhr, Samstag 10-13 Uhr, Sonntag 12-18 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos.

Wenn Besucher, z.B. über die Uferstraße an der Anlegestelle des Neckar Käpt’n vorbei gehen (Infos über Saisonauftakt, Linienfahrten, Rundfahrten und Erlebnisfahrten auf dem Neckar gibt’s an der Anlegestelle oder im Internet), dann erkennt man hinter dem gegenüberliegenden Neckarufer den Turm der Stadtkirche, die im Zentrum der Altstadt steht. Die Kirche, die im gotischen Stil 1471-1506 erbaut wurde, blieb wie durch ein Wunder, im 2. Weltkrieg nahezu unzerstört.

Beim Überqueren des Neckars über die Rosensteinbrücke, ist unweit des Ufers, am Rande der Fußgängerzone, Ecke Marktstraße/ Thaddäus-Troll-Platz auf der rechten Seite ein rotes, ziemlich schief modelliertes Fachwerkhaus zu sehen. Es ist das zuvor erwähnte “Klösterle“, in dem neben dem Stadtmuseum auch das Restaurant mit Weinstube Klösterle zu finden ist, das inzwischen unter Gourmets als Geheimtipp gehandelt wird (Tischreservierung ist ratsam).

An dieser Stelle machen wir mal “a Päusle“ und lassen mal das gelernte auf uns wirken.
Am besten gelingt das, wie es Thaddäus Troll beschrieb, z.B. in der Weinstube des Klösterle oder im Cafe Tratsch, einer Kaffeehausinstitution an der oberen Marktstraße, bei einem “Viertele“ "Cannstatter Zuckerle" oder "Cannstatter Berg", die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind, auch wenn der Rebensaft überwiegend vor Ort getrunken wird.

In solchen Situationen unterstrich Troll gerne und oft seine Herkunft und Verbundenheit zu seiner Geburtsstadt Cannstatt mit dem Satz: „sage mir, was du von Stuttgart hältst, und ich sage dir, ob du ein Cannstatter bist.“
Besucher der ehemals selbständigen Oberamtsstadt rätseln natürlich, was er mit dem Satz zum Ausdruck bringen wollte oder was andere Cannstatter meinen, wenn sie scherzhaft von Stuttgart bei Cannstatt reden.
Eine Erklärung für den langsam verblassenden Zwist findet man möglicherweise, wenn man das Rad der Geschichte zurückdreht, als durch die römische Präsenz am Neckar um 90 n. Chr. die erste Ansiedlung entstand, die sich zu dem heutigen Cannstatt entwickelt hat.

1330 erhielt Cannstatt, das sich inzwischen beiderseits des Neckars ausgebreitet hatte, die Stadtrechte. Die Stadt erlebte im 18. und 19. Jahrhundert ihre Blütezeit, wobei sie zunächst von den vielen Mineralquellen profitierte, wodurch besonders der Kur- und Erholungswert für gut situierte Gäste stieg. Daraus resultierend, wurde Cannstatt ab 1933 Bad Cannstatt. Für den damaligen Zeitgeist nicht nur die Basis für ein profitables Marketingkonzept.

Nicht nur Gottlieb Daimler zog es von seiner Geburtsstadt Schorndorf, das im Remstal liegt, an den Neckar nach Cannstatt, wo er zunächst mit Wilhelm Maybach in einem zur Werkstatt umgebauten Gewächshaus schraubte und tüftelte, um ihre Motor-Vision Wirklichkeit werden zu lassen. 1887 wurde die die Daimler-Motoren-Gesellschaft gründete. Eine weittragende Entscheidung, wie wir heute wissen.
Auch andere Unternehmer bevorzugten den Standort am Neckar, wo mögliche Synergien zwischen Unternehmen, das historische Flair und die gute Infrastruktur viele kreative Köpfe nach Bad Cannstatt, also in das damalige “schwäbische Silicon Valley“, kamen, wo damals wie heute die Wirtschaft brummt.
Das daraufhin Cannstatt im Jahre 1905 mit der Residenzstadt Stuttgart zwangsvereinigt wurde, hat bis heute für die Cannstatter, höflich ausgedrückt, ein “Gschmäckle“; weil, wie Thaddäus Troll es darstellte, für den Cannstatter Stuttgart das zerebrale Produkt einer Fürstenlaune ist, also ein “Residenzle“, eine Siedlung, von der man ehedem höchstens wusste, dass sie bei Cannstatt liegt. Ohne Cannstatt wäre Stuttgart, wie die Cannstatter meinen, ganz schön arm dran (gewesen). Inzwischen sehen es die “Cannstatter“ gelassener; wissen sie doch, dass ihr “Städtle“ im Kleinen ganz groß ist.

Zwar ist die Blütezeit der einstigen Kur-Metropole mit dem Einzug der Industrialisierung wieder zu Ende gegangen. Doch auch heute noch plätschern Cannstatter neben Stuttgarter gemeinsam mit auswärtigen Gästen in den Mineralbädern, wie dem Leuze-Bad, dem Mineralbad Cannstatt und dem Mineralbad Berg, im heilsamen Wasser, dass das kollektive Wohlbehagen fördert.

An der Skulptur des “Entenklemmer“ vorbei, die wiederum Thaddäus Troll gewidmet ist, führt der Weg über die Marktstraße (Fußgängerzone) in die Altstatt, die das Herz von Bad Cannstatt bildet. Hier wurden viele Häuser, die während des 2. Weltkrieges – wie fast überall in Bad Cannstatt – zerstört wurden, später wieder in dem Stil aufgebaut, in dem sie ursprünglich gebaut wurden. Leider verblassen die Farben an einigen Fassaden im Altstadtbereich, der eine freundliche Farbenauflage gut tun würde.

Ein Besuch des Restaurants Cafes Meran oder ein Abend mit Freunden bei einem “Viertele“ Württemberger Wein und rustikal schwäbische Topf- und Pfannengerichte Gasthaus “Zur Sattlerei“, wie auch im Klösterle oder im Ackerbürger – schwäbische und internationale Cuisine – können einen Besuch auch aus kulinarischer Sicht in Bad Cannstatt abrunden.

Wer hingegen bei großen Sportereignissen und mega Musik- & Show-Events dabei sein will, den zieht es eher in den Neckarpark, z.B.:

in die Mercedes-Benz-Arena
“Heimspielplatz“ für den VFB Stuttgart und Austragungsort für Leichtathletik Europa- und Weltmeisterschaften.

auf den Cannstatter Wasen
“Festwiese“ für Open-Air-Konzerte und für das im Herbst stattfindende Volksfest, von dem behauptet wird, dass es hinter dem Münchener Oktoberfest, dass zweitgrößte Volksfest der Welt sei. Die “Durststrecke“ zwischen den Festterminen im Herbst wird durch das Frühlingsfest halbiert, das sich ebenfalls zu einem Publikumsmagnet entwickelt hat.

oder in das Hallen-Duo Hanns-Martin-Schleyer-Halle & Porschearena.
“Spielhallen“ in den zahlreiche Events, wie Rock- und Pop-Konzerte, Tennis Masters, Fußball Masters, Motocrossrennen etc. über die Bühne gehen.

Leise Töne hingegen begleiten die Besucher im Mercedes-Benz-Museum, das am Rande des Neckarparks liegt. Eine “Schatztruhe“ der Automobilgeschichte, die von Mercedes-Benz geprägt wurde und, wie im Daimler-Motorenwerk, auf dessen Gelände das Museum steht, unschwer zu erkennen ist, immer noch geprägt wird.

Ruhe und Entspannung findet man auch im Park Rosenstein, im Kurpark mit dem Kursaalanlagen und der Gottlieb Daimler Gedächtnisstätte, sowie im botanisch zoologische Garten Wilhelma. Er ist Europas größter zoologisch-botanischer Garten und zählt mit mehreren Tausend Tieren und Tierarten zu den artenreichsten Zoos in Deutschland. Im botanischen Teil gibt es bis zu fünftausend Pflanzenarten zu bestaunen, die in den schönsten Farben um die Wette blühen.

Stop and go oder à la minute
Aufgrund der guten Verkehrsanbindung ist Bad Cannstatt und der Neckarpark mit dem Pkw z.B. über die B10/B14 von/nach Esslingen, Waiblingen (mit Anschluss ins Remstal über die B29) sowie über die B10/B27 von/nach Zuffenhausen/Ludwigsburg, gut zu erreichen. Man muss sich aber, je nach Tageszeit, oder wenn Großveranstaltungen (Fußball, Cannstatter Wasen etc.) auf ein hohes Verkehrsaufkommen, also auf Stop and go, einstellen.

Parkmöglichkeiten sind im gesamten Stadtgebiet grundsätzlich ausreichend vorhanden. Bei Großveranstaltungen und/oder an Wochenenden (im Wilhelma-Parkhaus auch während der Schulferien) kann es schon mal eng werden. Auch wer in der Altstadt (überwiegend Fußgängerzone) unterwegs ist, strapaziert schon mal sein Nervenkostüm bei der Suche nach einem nahegelegenen freien Parkplatz.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, von denen es z.B. jeweils 3 S- und U-Bahnlinien und div. Zugverbindungen (s. Bahnhof Bad Cannstatt) von/nach Bad Cannstatt gibt, ist hier oft die bessere Wahl, und das à la minute.

Aufenthalt April 2014
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