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“Beeindruckendes Zeugnis der Sozial- und Industriegeschichte” 5 von 5 Sternen
Bewertung zu New Lanark World Heritage Village

New Lanark World Heritage Village
ML11 9DB, Schottland
44 1555 661345
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Art: Historische Stätten
Attraction Details
Gelnhausen, Deutschland
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“Beeindruckendes Zeugnis der Sozial- und Industriegeschichte”
5 von 5 Sternen Bewertet am 25. September 2012

New Lanark liegt in der Nähe der Kleinstadt Lanark in South Lanarkshire und ist mit dem Auto sowohl von Glasgow als auch von Edinburgh aus in weniger als einer Stunde zu erreichen. Der Weg ist gut beschildert und führt durch die idyllischen sanften Hügellandschaften der Southern Uplands.

Der Textilkaufmann David Dale gründete die Baumwollfabrik 1785 an diesem Ort, weil die Wasserfälle des Clyde für den Antrieb der Mühlräder genutzt werden konnten. Sein Schwiegersohn Robert Owen leitete die Fabrik von 1800 bis 1825. Owen war ein Sozialreformer und gestaltete die Arbeitsbedingungen für die damalige Vehältnisse sehr fortschrittlich. So verbot er Kinderarbeit für Kinder unter zwölf Jahren, gründete in New Lanark den ersten Kindergarten der Welt, führte eine Schulpflicht für die Kinder der Spinnereiarbeiter ein und begrenzte die wöchentliche Arbeitszeit auf sechs Tage zu max. zehn Stunden Arbeit. Heute wird in New Lanark keine Baumwolle mehr gesponnen, aber das Fabrikgelände kann besichtigt werden und ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Vom Besucherparkplatz im Wald führt ein Teerweg hinab nach New Lanark. Schon der Blick ins Tal ist wunderschön.

Vom Besucherzentrum aus wird man zunächst zum "Annie MacLeod Experience ride" gebeten. Man steigt in Gondeln ein, wie man sie von Karussels kennt. Die fiktive Annie MacLeod aus dem Jahr 1820 führt auf der Gondelfahrt als Holographie durch ihre Welt: Familie, Wohnung, Schule, Arbeit. Das alles ist sehr liebevoll gemacht und sehr informativ. Die Informationen gibt es auf Wunsch in vielen Sprachen, aber ich habe mir die englische Originalversion angehört. Obwohl ich sehr gut Englisch spreche, musste ich wegen des starken schottischen Akzents öfter ganz schön die Ohren spitzen, aber es ging. Die Bedingungen in New Lanark müssen für damalige Bedingungen fast paradiesisch gewesen sein, trotzdem werden negative Aspekte nicht verschwiegen. Es wird z.B. auf der Gondelfahrt und auch in der alten Textilspinnerei mehrfach erwähnt, dass viele Spinnerinnen schnell lernten, von den Lippen abzulesen und sich mit Zeichensprache zu verständigen, weil sie durch den Maschinenlärm früh schwerhörig wurden. Kinder durften zwar erst ab 12 Jahren in der Spinnerei arbeiten - damals geradezu revolutionär -, aber sie mussten beispielsweise unter den Spinnmaschinen durchkriechen, um heruntergefallene Baumwollflusen aufzusammeln, was nicht ungefährlich war. Annie erzählt auch von Arbeitsunfällen der Erwachsenen. Die Arbeiter zahlten einen für sie erschwinglichen Betrag in eine Art Genossenschafts-Krankenkasse ein und bekamen daraus Arztbesuche und Verdienstausfall im Krankheitsfall bezahlt. Wer durch einen Arbeitsunfall invalide wurde, bekam ebenfalls Unterstützung und wurde, wenn möglich, entsprechend seiner Möglichkeiten weiter beschäftigt.

Im ehemaligen Mühlenhaus Nr. 1 stehen noch Originalmaschinen, deren Arbeitsweise sehr gut erläutert wird. In einer großen Halle des Gebäudes kann man die damaligen Spinnmaschinen in Betrieb sehen; daneben gibt es lebensgroße Pappmachéfiguren, die bei den verschiedenen Arbeitsgängen zu sehen sind. Sehr informativ und sehr liebevoll bis ins Detail gestaltet.
In diesem Haus befindet sich auch ein Café. Es ist einer ehemaligen Arbeiterkantine nachempfunden, aber keineswegs schäbig, sondern sehr anheimelnd gestaltet. Speisen und Getränke dort sind im Hinblick auf Geschmack, Portionsgröße und Preis auch absolut in Ordnung; vor allem die Kuchen sind lecker.

Außerdem kann man auf dem Gelände ehemalige Wohnsiedlungen von 1820 und von 1930 besichtigen. Die Fabrik war bis 1968 in Betrieb, und auch heute noch werden Wohnungen auf dem Gelände vermietet. Auch ein Kaufmannsladen mit einem Raum im Stil von 1820 und einem anderen im Stil von 1930 ist zu sehen; auch hier gibt es wieder Figuren und Waren aus Pappmaché. Robert Owen kaufte qualitativ gute Waren des täglichen Bedarfs auf dem Großmarkt ein und verkaufte sie im Co-op-Laden auf dem Werksgelände fast zum Selbstkostenpreis an seine Arbeiter, weil er es unzumutbar fand, dass Fabrikarbeiter normalerweise minderwertige Waren zu Wucherpreisen kaufen mussten. Sehr interessant zu sehen, wie die Menschen damals gelebt und was sie eingekauft haben.

Sehr schön ist auch das Schulhaus, das "Institute for the formation of character": Alle Kinder, die in New Lanark lebten, mussten bis zur Vollendung des 12. Schuljahres in die Schule gehen. Für Kleinkinder gab es eine Kinderkrippe bzw. einen Kindergarten. In der Schule wurden nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt, sondern auch viel Geographie, Geschichte und Naturkunde. Vor allem auf die musische Erziehung legte Owen viel Wert: Es gab viel Musik-, Gesangs- und Tanzunterricht und auch entsprechende Freizeitveranstaltungen für die Erwachsenen und für die gesamten Familien. Im Schulhaus gibt es auch einen Kinosaal, in dem der Kurzfilm "Harmony in the Future" gezeigt wird. Das Mädchen Harmony aus dem späten 21. Jahrhundert berichtet über ihr Leben und ruft vor allem zu Umweltschutz und Sozialpolitik auf. Ganz nett gemacht, aber den "Annie MacLeod Experience ride" fand ich deutlich besser und informativer.

Robert Owen hatte sein Wohnhaus ebenfalls auf dem Gelände, und das Haus kann besichtigt werden. Dort gibt es einen kurzen, recht interessanten Film über sein Leben. Das Haus des Fabrikbesitzers ist natürlich um einiges luxuriöser als das der Spinnereiarbeiter; dennoch ist es kein Palast, sondern für einen Fabrikbesitzer fast bescheiden, und die Arbeiterwohnungen waren für damalige Verhältnisse sehr komfortabel, so dass der Unterschied zwischen den Klassen zwar eindeutig vorhanden, aber längst nicht so krass war wie anderswo.

Auf dem Gelände befindet sich übrigens auch ein Informationszentrum des Falls of Clyde Wildlife Reserve, der zum Scottish Wildlife Trust gehört. Die Falls of Clyde liegen nämlich direkt nebenan. Ein Besuch von New Lanark lässt sich sehr gut mit einem ausgedehnten Spaziergang oder einen kleinen Wanderung an den Falls of Clyde verbinden.

Mir hat New Lanark ausgesprochen gut gefallen: Es ist sehr informativ, spannend und lehrreich gestaltet, die Mitarbeiter sind ausgesprochen nett und hilfsbereit, und die Landschaft ist einfach wunderschön. Meiner Ansicht ist New Lanark völlig zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe.

Aufenthalt September 2012
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“Sehenswerter Ort der Industriegeschichte”
4 von 5 Sternen Bewertet am 2. November 2011

New Lanark ist auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn der Eintritt von ca. 14 Pfund recht heftig ist. Man erfährt nicht nur einiges über die frühe Industrialisierung, sondern auch motivierendes über die Utopien und humanistischen Ideale ihres Gründers Robert Owen.
Für Familien ist von allem etwas dabei: eine alte Schule, eine noch in Betrieb befindliche Spinnerei, alte Maschinen, sogar ein Spaziergang zu nahegelegenen Wasserfällen.

Aufenthalt September 2011
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“Faszinierend”
5 von 5 Sternen Bewertet am 24. Juli 2011

Die Besichtigung von New Lanark hat uns sehr beeindruckt. In dieser malerischen Landschaft liegt die Mill von New Lanark absolut grenzgenial und demzufolge wunderschön. Der Weg vom Parkplatz zu der Sehenswürdigkeit ist unglaublich nett und der Blick auf ist permanent sensationell. Wenn man dann die Mill besichtigt, kann man sich wiklich vorstellen, wie das früher funktioniert hat. Der Rundgang in der Anlage ist für alle Altersklassen nett und wir können diese Site wirklich nur empfehlen. Leute, schaut euch das an ! !

Aufenthalt April 2011
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