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Tafelberge in Venezuela

Interlaken, Schweiz
Beiträge: 9
Bewertungen: 1
Tafelberge in Venezuela

Wir würden gerne nächstes Jahr ein Trekking machen auf die Tafelberge.

Hat jemand Erfahrung? wie sicher ist es im Moment da?

Und natürlich auch die reise Erfahrung würde mich interessieren-

Vielen Dank jetzt schon für die vielen Berichte.

Grigia63

5 Antworten zu diesem Thema
Wien, Österreich
Reiseziel Experte
für Ladakh, Usbekistan, Neukaledonien, Portugal
Beiträge: 877
Bewertungen: 204
1. AW: Tafelberge in Venezuela

Servus grigia 63,

... war als Reiseleiter 2006 mit einer Gruppe ( 28 ) im Zuge einer großen Rundreise auch im Gebiet der Tafelberge und haben dort sehr viel unternommen.... sicher ist es dort noch immer, auch sind soeben Freunde dort mit "Auswanderern" unterwegs...

..hier ein Auszug meines Reiseberichtes von damals......Du kannst alle Ausflüge, auch die Wanderungen zu den Tafelbergen vor Ort buchen. Die "Führer" sind durchwegs gut.

...hier nun der Bericht;

11. November 2006

 - Ciudad Bolivar – Canaima

Um 06,30 Uhr trafen wir uns zum Frühstück. Es gab Arepa, das sind Maistaschen mit Schinken und Käse gefüllt, gut aber fett.

Das Hotel Le Cumbre lag auf einem Hügelkamm mit schöner Aussicht auf die Stadt Ciudad Bolivar und den Fluß. Es hatte einen schönen Garten mit Schwimmbad und viele gemütliche Sitzecken. Die Koffer wurden in einem Zimmer zusammengestellt und mit dem Seesack fuhren wir um 07,50 Uhr zum Flughafen.

Um 08,15 Uhr bestiegen wir eine kleine Propellermaschine von Avior Airlines. Die übrigen flogen mit einer 15-sitzigen Maschine. Unser Kapitän verteilte die Sitze nach dem Körpergewicht und wir kraxelten mühsam auf die schmalen Sitze, die nur 10 cm hoch waren. Die vorderen Fenster waren ausgestellt und beim Start um 08,20 Uhr blies frischer Wind herein. Der kleine Hupfer stieg auf 1200 m und wir flogen mit 91 Meilen Geschwindigkeit. Unter uns lagen Büsche und Gras, es war dunstig. Die Flugstrecke betrug 168 km. Später war ein Flusslauf zu sehen, Seen und dichter Dschungel. Bei den ersten Bergen begann der Nationalpark von Canaima . Die ersten Tafelberge tauchten auf, es gab keine Besiedelung. Die Wolken versperrten die Sicht auf den Angel Fall und wir landeten um 09,45 Uhr in Canaima. Der Flug war ruhig und schön.

Canaima heißt in der Sprache der dort ansässigen Kamarakoto-Indianer eine furchterregende Gottheit, die den Inbegriff des Bösen darstellt. Das 1962 zum Nationalpark erklärte Gebiet liegt im äußersten Südosten Venezuelas mit dem Auyan-Tepuy, dem gewaltigsten aller Tafelberge und dem Salto Angel, dem höchsten Wasserfall der Erde.

Auyan-Tepuy oder „Berg der Hölle“ nannten die indianischen Ureinwohner das mehr als 2000 m hohe Massiv im Zentrum der Gran Sabana, auf dem sie die Wohnstatt von Dämonen vermuteten und dem sie sich deshalb nicht zu nähern wagten.

Zwischen 1890 und 1910 waren bereits mehrere Reisende an den Fuß des Wasserfalls gelangt. Als eigentlicher Entdecker gilt der katalanische Kapitän Puig, der 1928 den Auyan-Tepuy bestieg. Der amerikanische Pilot Jimmy Angel sichtete 1935 von einer einmotorigen Cessna erstmals den gewaltigen Wasserfall, der dann nach ihm – Angel Fall – und nicht nach seinem Entdecker benannt wurde.

Bei Canaima stürzt der Rio Carrao über sieben neben einander liegende Katarakte Salto Hacha etwa 20 m in die Tiefe und bildet eine große, ruhige Lagune. Die dunkle Färbung des Wassers ist durch Gerbstoffe, der Schaum durch Mineralien bedingt. Hinter dem Salto Hacha sieht man das Plateau Cerro Topoche.

Der Salto Sapo liegt Ostufer des Rio Carrao. Der besondere Reiz liegt darin, dass man den Wasserfall auf einem Pfad unterqueren kann und dabei von den donnernden Wassermassen wie von einem Schleier umhüllt wird.

Der Salto Angel – Churun-Meru stürzt aus der an der Ostseite des Auyan Tepuy gelegenen Felsschlucht El Dragon herab. Seine freie Fallhöhe beträgt 1005 m. Während das Wasser in der Trockenzeit zu einem Tröpfchennebel vergischtet, bildet es in den regenreichen Monaten eine vielarmige Kaskade, die mit voller Wucht auf dem Talgrund aufprallt.

Nachdem wir alle in Canaima angekommen waren, starteten wir mit kleinen Maschinen zum Rundflug über den Salto Angel. Die meisten hatten Glück und konnten den Wasserfall aus der Luft gut sehen . Wir flogen in geringer Höhe zu den Tafelbergen, die wie Riesen aus dem dichten Dschungel ragten. Viele Wasserfälle stürzten von den Bergen und dunkelbraun-schwarze Flussläufe durchzogen wie Schokosoße das Grün. Der Kapitän steuerte auf den Angel Fall zu, der aus 1000 m Höhe über den Rand einer Schlucht des Tafelberges floss. Er schien aus dem Nebel zu strömen, wie ein dichter Schleier zwischen dichtem Grün. Wir flogen durch ein grünes Tal, das von Tafelbergen begrenzt war, noch einmal die Runde, damit wir alle den Wasserfall gut sehen konnten. Dann kehrten wir zu dem kleinen Flughafen zurück.

Nach einem Erinnerungsbild mit dem Kapitän fuhren wir mit einem offenen Wagen zur Waku Lodge. Diese liegt in einem schönen Garten an der Canaima Lagune gegenüber der Ucaima Wasserfälle. Eine niedrige Bungalowreihe mit überdachter Terrasse, Hängematten, Korbstühlen und Ausblick zu den unablässig tosenden hellbraunen Wassermassen lud zum gemütlichen Ausruhen ein. Bei der Rezeption warteten schon grüne Papageien und Tukane, die an den Schuhbändern und Fototaschen knabberten.

In die Canaima Lagune münden 6 Wasserfälle – Salto Hacha, Salto Golondrina (2) und Salto Ucaima (3).

Um 13,30 Uhr gab es Mittagsbuffet, sehr guten Fisch und Steak.

Es fing zu donnern an und bald war das schönste Tropengewitter im Gange. Wir schaukelten in unseren Hängematten, ich schrieb mein Tagebuch, einige schliefen.

Warten auf den Nachmittagsausflug zum Salto Sapo mit dem Boot.

Der Regen hatte aufgehört und um 15 Uhr war Aufbruch. Wir bestiegen zwei Langboote vor der Waku Lodge und fuhren über die Lagune. Von der rechten Seite näherten wir uns dem Salto Hacha die Gischt sprühte hoch auf, hellbraune Kaskaden stürzten nieder und weißer Schaum bildete sich am braunen Wasser. Die großen Wellen der Wasserfälle schaukelten die Boote, Gischt sprühte ins Gesicht und bald waren wir gebadet. Es machte Spaß, so nah am Wasserfall zu sein.

Nach den Fällen stiegen wir aus uns spazierten zum Salto Sapo. Zwei Indios begleiteten uns, erklärten Pflanzen, entdeckten einen kleinen gelbschwarzen Pfeilgiftfrosch, ein Ameisennest am Baum, es sah wie ein Wespenkrug aus, rundum krabbelten die Ameisen. Die Indianer rieben sich mit den zerdrückten Ameisen ein, als Schutz gegen die Moskitos. Der Steig führte über Wurzeln und große Steine, unter dichtem Blattwerk durch, alles glänzte vom letzten Regen. Wir mussten uns vor großen schwarzen Ameisen, sie sahen wie unsere Waldameisen aus, in Acht nehmen. Sie liefen über den Weg und wenn man mit ihnen in Berührung kommt sondern sie Gift ab und man erkrankt 24 Stunden lang an Fieber, Erbrechen, Durchfall. Deshalb werden sie 24-Stunden-Ameisen genannt.

 Der Weg war rutschig, doch teilweise mit einem Geländer versehen. Das Tosen kündigte den nahen Salto Sapo an. Die Fluten strömten über einen Felsvorsprung und man konnte hinter der Wasserwand durchgehen. Wir hatten die Fotosachen in Nylonsäcken und unter der Regenjacke verstaut. Das Wasser spritzte von allen Seiten, rann über das Gesicht, beim Hals hinein und den Bauch hinunter. Die Beine waren glitschnass. Am Ende der Regenzeit floss besonders viel Wasser. Der Wasserdruck wurde unheimlich stark, man konnte überhaupt nichts mehr sehen und wir duckten uns zu den Felsen hin.

Es war heiß und schwül, wir waren entweder vom Wasserfall oder vom Schweiß nass. Ein Jungbrunnen für die Haut, die Falten glätteten sich und wir sahen immer jünger aus.

Anschließend kraxelten wir über viele Steinstufen zum Ausgang des Salto Sapo. Es bot sich ein schöner Ausblick auf die Tafelberge – Indianer mit Lendenschurz im Wasserfall als Vordergrund.

 Am Rückweg sahen wir viele Tillandsien, Moorgras in Blüte, sowie schöne Bäume und Blüten, bekannt im Kleinformat vom Gärtner.

Wieder beim Boot – Abendstimmung am Fluss – Sonnenuntergang nicht eingetrommelt wie auf Fidschi – sondern untermalt vom lustigen Quaken vieler Frösche - ein wunderschönes Naturerlebnis.

Um 17,30 Uhr waren wir zurück in der Waku Lodge und nach einer warmen Dusche schaukelten wir in den Hängematten bis zum Abendessen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden am Flussufer und im Garten Petroleumfackeln entzündet, Grillen zirpten zum Rauschen der Wasserfälle. Zu unserer Überraschung waren keine Moskitos.

Nach dem Abendessen Heimatabend im Dschungel. Wie in einer Show sangen Kinder vom Kindergarten und der nahen Schule Indio- und spanische Lieder.die jüngsten waren drei Jahre alt. Der Erlös der verkauften Musik-CDs dient dem Erhalt der Schule.

Während wir noch gemütlich bei einem Cocktail saßen, hüpfte ein Riesenfrosch, ca. 15 cm hoch und 20 cm lang durch den Garten, wie aus Jurassic Park entsprungen.

12. November 2006 - Bootsfahrt zum Angel Wasserfall

Für den freien Tag hatten wir eine Bootsfahrt zum Salto Angel gebucht. Alle außer Monika und Peter fuhren mit.

Nach Kaffee und Keksen um 5 Uhr in der Waku Lodge marschierten wir los. Ein Fußmarsch von 20 Minuten war angesagt. Bald erreichten wir das Dorf Maloca mit 1500 Einwohnern, die zum Stamm der Pemon Kamaracoto Indianer gehören. Die meisten arbeiten heute im Tourismus.

 Im Dorf bestiegen wir einen Klein-Lkw und fuhren eine sehr schlechte Straße mit vielen Wasserlöchern entlang, vorbei am Salto Hacha, zur Bootseinstiegstelle Puerto Ucaima . Der Mond stand am Himmel und die Tafelberge trugen eine Nebelhaube, langsam wurde es hell.

Um 06,15 Uhr bestiegen wir zwei Einbäume und fuhren den Carrao River aufwärts. Der Bootsführer verteilte die Sitze nach dem Gewicht. In den Booten war auch die Tagesverpflegung verstaut und wir saßen sehr gedrängt. Wir hatten ganz schön Tiefgang. Dann ging die Fahrt los, aber nach 20 Minuten Fahrt stiegen wir wieder aus. Im Fluß waren gefährliche, die ganze Breite einnehmende Stromschnellen und die schweren Boote hätten an den Steinen gestreift. So wanderten wir flussaufwärts, während die leeren Boote die schwierigen Passagen leichter bewältigen konnten.

Ich hatte den großen Tiefgang der Einbäume bemerkt und Delfo beauftragt, ein vorüberfahrendes Boot als „Lastenboot“ zu chartern.

Wir wanderten über ein Hochplateau mit hartem Gras, kein Viehfutter, die Tautropfen an den Halmen glänzten im Sonnenlicht. Rundum ragten Tafelberge auf. Nach 50 Minuten erreichten wir wieder das Flussufer. Vor uns spiegelte sich der Auyan-Tepuy, der Teufelsberg, im Wasser, von dessen Ostseite die Kerepaküpai – Vena, die Angel Falls stürzen.

Wir kraxelten wieder in die Boote und das dritte Boot wurde mit Proviant und unseren Reisebegleitern beladen. Hurtig ging es nun über unzählige Stromschnellen bergauf. Vom Bootsbug spritzten Wasserfontänen in hohem Bogen und feiner Sprühregen, der manchmal zu einem Brausebad wurde schlug uns ins Gesicht. Danach war das Wasser wieder ganz ruhig und Teufelsberg und Urwald spiegelten sich darin.

Um 9 Uhr Frühstücksstopp. Wir kletterten über das steile Ufer und unter Blechdächern im Dschungel wurde das mitgebrachte Frühstück verspeist.

Wir befanden uns am ältesten Teil unseres Planeten Erde.

Das Guayana-Schild ist Teil von Gondwanaland – einem der Urkontinente des Erdaltertums – Paläozoikum – etwa 375 Millionen Jahre alt.

Der Nordkontinent – Angaraland - bedeckte die nördliche Hälfte der Erdkugel, der Südkontinent – Gondwanaland – erstreckte sich vom Osten Südamerikas über Afrika und Vorderindien bis zum Westen Australiens. Dazwischen lag ein äquatorial gerichtetes Mittelmeer.

Das Hochland von Guayana liegt zwischen Orinoco und Amazonas. Es war nie vom Meer bedeckt. Ein etwa 1,75 Millionen km2 großes, sehr fruchtbares Berg- und Tiefland mit tropischem Klima. Das Guayana – Schild ist durchschnittlich 1000 m hoch und aus der Hochebene ragen mehr als 100 Tafelberge – Tepuyes – hervor, die im Laufe der Jahrmillionen von Wind und Wasser aus dem aufgelagerten Sandstein modelliert worden sind. Der von den Hochflächen abfließende Niederschlag sammelt sich in zahlreichen, teilweise mehrere hundert Meter hohen Wasserfällen. Niemals haben Menschen auf den Hochflächen der Tafelberge zu siedeln gewagt. Die indianischen Ureinwohner betrachteten die Tepuyes als Wohnungen ihrer Geister und Götter.

Die Hochfläche des Teufelsberges ist 700 km2 groß.

Um 09,30 Uhr bestiegen wir wieder unsere Boote und setzen die Fahrt fort. Der Carrao Fluß führte viel Wasser und hatte eine große Fließgeschwindigkeit. An seichten Stellen in Ufernähe sah das Wasser wie Bernstein aus. Wir verließen den ruhigen Carrao und fuhren nun den Churun Merum flussaufwärts. Schon bald trafen wir auf die ersten Stromschnellen. Der Steuermann vorne im Boote deutete zusammenrücken und Kopf einziehen, wenn wir in Ufernähe an Ästen und Baumstrünken vorbeisausten. Geschickt wurden die Wasserstrudel angesteuert, Gas weggenommen, das Boot schaukelte durch, der Steuermann schwang sein Riesenruder, dann wurde Vollgas gegeben und wir hatten die Hürden geschafft. Zur Nervenerholung folgte ruhiges Wasser, doch bald begann das Spiel von Neuem.

 Am Flussufer blühten vereinzelt die Bäume weiß, lila, blau und rot-weiß pinselartig. Schwalben segelten knapp über der Wasserfläche und ein Schwarm Kuhreiher ließ sich auf einem Ast nieder.

Der Teufelsberg und damit der Salto Angel rückte immer näher. Riesengroße Felsen lagen im Flussbett und das Boot schoss um Haaresbreite daran vorbei.

Um 11 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht. Wir waren bei der Insel Ratoncito gegenüber der Kerepaküpai – Vena, das ist der indianische Name der Angel Falls, angekommen. Die Boote legten an und wir kletterten ein steiles, erdiges Ufer empor. Der Ausblick war überwältigend! Wasserkaskaden fielen in Zeitlupe aus 1000 Meter Höhe zu Tal. Vorerst war der Beginn des Wasserfalls im Nebel.

Um 11,40 Uhr wir zum Angel Fall Mirador auf. Das Boot brachte uns ans andere Ufer. Ein Bernstein-Bach kam vom Wasserfall. Ein kurzes Stück marschierten wir am Fluss entlang, dann bogen wir in den Regenwald ein. Bald war über uns ein dichtes Blätterdach, die Sonnenstrahlen drangen nur selten bis zum Boden durch. Wir kletterten über Wurzeln, Steine und durch Morast. Auf den Urwaldriesen saßen Bromelien, Philodendron und Baumfarn. Kleine blaue Glockenblumen und leuchtend rote „Indianerlippen“, Heliconien und viele uns vom Aussehen her bekannte Pflanzen bedeckten den Waldboden. Dunkelbraune, lederartige Blätter, daher die Farbe des Wassers, bildeten eine dichte Matte, aus der frisches Grün spross. Man musste sehr auf den Weg achten, es war rutschig und viele Wurzeln bildeten Fangfallen.

Unsere indianischen Führer hatten Wasser mitgeschleppt. Das war auch nötig, denn der Schweiß rann in Strömen.

Noch 20 Minuten steil bergauf verkündete ein Wegweiser. Stufenartig stiegen wir höher und kamen dem Tosen immer näher. Und nun lag er vor uns – eingerahmt von saftigem Grün, fielen die Wassermassen wie ein Tüllvorhang über die Felsen und in einer zweiten mächtigen Stufe weiter zu Tal.

Die Wolkenbank war weggezogen und der blaue Himmel bildete einen schönen Kontrast zu den rotbraunen Felsen und dem weißen Wasser. Wir saßen auf großen Steinblöcken und konnten uns gar nicht satt sahen. Nach der Verschnaufpause traten wir den Rückmarsch an und zügig ging es talwärts. Wir entdeckten noch einen Termitenbau auf einem Baum. Die Termiten wählen für ihren Bau den Baum, weil es am Boden zu nass ist. Der Baum stirbt ab. Ein Spinnennetz groß wie ein Hochhaus mit vielen Zimmern glänzte in der Sonne.

Dann erreichten wir wieder den Fluss. Ich wusch meine heißen Füße, das Wasser war erfrischend, unser indianischer Führer nahm ein Bad.

Das Boot brachte uns um 14,15 Uhr wieder zur Gruppe zurück, die bereits beim Mittagessen saß. Es gab Brathühner, die über Mahagoniholzfeuer zubereitet wurden. Sie schmeckten sehr gut. Der Wasserfall war nun wolkenlos, nur ganz im Gegenlicht.

Delfo ( unser örtlicher Guide ) rief zum Aufbruch, wir hatten einen weiten Weg vor uns.

Um 15,10 Uhr waren wir wieder alle in die Boote geschlichtet und brausten los. Nun ging es noch schneller mit der Strömung flussabwärts. Über dem Wasser lag leichter Dunst, die Gischt sprühte und wir waren froh, dass die Fotoapparate gut verpackt waren.

Plötzlich stoppte ein Boot und steuerte zum Ufer. Wir folgten nach. Der Motor war ausgefallen, er wurde beim Überqueren der Stromschnellen beschädigt. Die Antriebswelle wurde ausgebaut und ausgeklopft. Die Strömung trieb unser Boot ans Ufer und wir hielten uns an den Zweigen fest. Nach ein paar Fehlversuchen sprang der Motor wieder an. Zwei schwere Jungs stiegen auf das Versorgungsboot um.

Dann ging es weiter hurtig die vielen Stromschnellen bergab. Plötzlich fiel bei unserem Boot der Motor aus. Der Steuermann paddelte wie wild, denn wir trieben mit dem Heck voran in schneller Fahrt auf die Stromschnellen zu. Zu unserem Glück war das Versorgungsboot nicht weit entfernt, kam uns zu Hilfe und sicherte unser Boot mit einem Seil, bis der Motor wieder ansprang. Das war noch einmal gut gegangen!

Bei den Tafelbergen blitzte es und der Donner rollte laut. Wir fuhren dem Gewitter davon. Die Sonne war untergegangen und die Dämmerung kam schnell. Wir steuerten das Hochplateau an, das wir am Morgen zu Fuß überquert hatten. Die Boote fuhren ein paar Stromschnellen weiter hinunter und verkürzten so unseren Fußmarsch. Es wurde schnell dunkel und wir schritten rasch aus. Leuchtkäferchen blinkten im Gras, über uns glitzerten die Sterne. Wir mussten aufpassen, damit wir uns nicht verlieren. Endlich war das silberne Band des Flusses zu sehen. Die Boote hatten die gefährlichen Stromschnellen passiert und wir stiegen rasch ein. Am ruhigen Wasser fuhren wir bei völliger Dunkelheit, über uns ein reicher Sternenhimmel. Die Bootsführer beleuchteten manchmal das Ufer. Wegen der Dunkelheit fuhren wir langsamer und legten bald an. Zum Glück hatten wir etliche Taschenlampen mitgenommen und so konnten wir den steinigen Weg beleuchten, der bergauf und bergab zur Lodge der Bootsleute führte. Wir wurden mit Kaffee und Keksen bewirtet. Danach setzten wir mit einem großen Einbaum über die Lagune zur Waku Lodge über. Es war 19,30 Uhr.

Wir waren froh, gut angekommen zu sein.

Beim Abendessen erfuhren wir, dass heuer bereits zwei Boote gekentert waren. Sie wurden bei der Fahrt flussaufwärts über die Stromschnellen von großen Wellen aufgehoben und waren seitlich weggekippt. Es wurde niemand verletzt, doch Fototaschen und Handgepäck waren verloren.

Nach einer warmen Dusche fielen wir müde ins Bett.

13. November 2006 - Canaima – Ciudad Bolivar – Caura

Nach einer Fotorunde durch den schönen Garten der Waku Lodge genossen wir das Frühstück im luftigen Restaurant mit Blick zu den Ucaima Wasserfällen. Die Sonne beleuchtete den aufsteigenden Sprühnebel. Papageien putzten in der Morgensonne ihr Gefieder und der Turpial, der Nationalvogel Venezuelas, mit glänzendem schwarz – gelb – weißem Gefieder pickte die Ameisen von den Heliconien.

Um 9,30 Uhr fuhren wir mit dem Lodge-Bus zur strohgedeckten Flughafenhütte, 5 Minuten entfernt. Mit einer Stunde Verspätung flogen wir ab. Wir sieben wieder im kleinen Flieger mit dem gleichen Kapitän. Beim Abflug waren die Ucaima Wasserfälle schön zu sehen und Tafelberg reihte sich an Tafelberg bis zum Horizont, dazwischen lag dichter Dschungel.

Wir hatten gutes Flugwetter und flogen in 2000 Meter Höhe. Nach einer Stunde landeten wir in Ciudad Bolivar. Es hatte 30 Grad.

lg albre13 TL

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2. AW: Tafelberge in Venezuela

vielen Dank für deinen Bericht, werde ihn heute abend in Ruhe lesen

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3. AW: Tafelberge in Venezuela

Hallo alber-13-TL

Übrigens gehen wir dieses Jahr nicht nach Papua wie eigentlich vorgesehen,(du hast mir da auch schon einige Tips gegeben) aber nach Sulawesi.

Hast du auch da noch einige Vorschläge?

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4. AW: Tafelberge in Venezuela

... obwohl ich schon einiges auf der Welt bereist habe, aber in Sulawesi war ich noch nicht.

Ist auch kein Ziel von mir.....tut mir leid, dazu habe ich keine INFOS....

lg albre 13

Cumana, Venezuela
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5. AW: Tafelberge in Venezuela

Sehr zu empfehlen ist das Roraima Trekking, dass dauert 6 Tage / 5 Nächte und startet ab Santa Elena. Allerdings müsstet du dort extra mit dem Bus hinfahren. Du kannst optional Träger beauftragen, wenn du dein Gepäck nicht selber befördern willst. Eine weitere interessante Trekkingroute ist auf der Humbolst Route in Ostvenezuela, rum um das Dörfchen Caripe.

Antwort auf: Tafelberge in Venezuela
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