Pauschalreise mit Berge und Meer nach Vietnam

Hallo,

mein Mann und ich (wir sind um die 50) haben bei Berge und Meer eine Vietnamrundreise für Anfang Oktober gebucht.

Wir stehen dazu, daß wir keine Lust haben, uns vor Ort um alles selber zu kümmern. Wir haben gerne das Rundum-Sorglos-Paket.

Nur leider sollte man doch einen anderen Reiseveranstalter wählen. Denn die arbeiten vor Ort mit einer Agentur zusammen, die sich eher wenig um das Wohl der zahlenden Reisenden kümmert.

Hauptsache der Reiseleiter kann deutsch sprechen. Wir hatten einen Kältebauingeneur als Reiseleiter. Der hatte wenig für Kultur übrig und der Service-Gedanke war ihn fern.

Am ersten Tag wurden wir aufgefordert, für die nächsten 5 Tage nur einen kleinen Rucksack zu packen. Die Koffer blieben im Hotel in Hanoi. Wir sollten aben alles Wertvolle herausnehmen, da sie keine Garantie übernehmen. Von der Regelung mit dem kleinen Rucksack (die völlig unnötig war) stand nichts in der Reisebeschreibung. Aber man will ja kein Spielverderber sein und fügt sich, in der Annahme, die wissen was sie tun.

Und dann ging es mit dem Zug in die Berge.

Jedem echten Rucksacktouristen geht es besser, da er sein gesamtes Gepäck dabei hat und vielleicht auch keine Erwartungen an Sanitäreinrichtungen hat.

Im Zug gibt es nur ein Waschbecken im Gang. Wenn jemand in den nächsten Wagen wollte, mußte man mit seiner Zahnbürste im Mund an die Seite treten. Der Toilettenboden (für 40 Leute eine!) schwamm bereits nach einer Stunde. Das Stockbett mußte ohne Leiter erklommen werden. Im Dunkeln ist das eine artistische Meisterleistung. Und das ganze gleich zwei Nächte!

In den Bergen wurden wir auf Dorfstraßen durch knöchelhohen Schlamm geführt. Die Schuhe und Hosen waren naß und lehmig verkrustet. Die Wechselsachen lagen in Hanoi im Koffer. Das Hotel war unbeheizt und bei 17°C sehr ungemütlich. Die Rezeption sprach kein Englisch und vom Reiseleiter keine Spur.

Am nächsten Tag also wieder rein in die nassen und dreckigen Klamotten und hoffen daß dieser Alptraum von einem Urlaub bald zu Ende ist. Vor uns lagen aber noch 9 Tage!!

Anmerkung: unser vietnamesische Reiseleiter war mit richtigem Koffer und großem Rucksack gut ausgestattet.

Die Reise war nur mit Frühstück gebucht. Leider war unser vietnamesische Reiseleiter der Meinung das reicht auch. Unterwegs gab es keine Pausen, die lang genug wären sich etwas zum Essen zu organisieren. Bis auf ein paar Kekse oder Bananen gabs erst mal nichts. Dafür waren wir oft pünktlich um 17 Uhr im Hotel und unser Reiseleiter war verschwunden. Da ging das Abenteuer der Nahrungssuche in einen neue Runde. Wo kann man was essen, ohne die nächsten Tage auf dem Töpfchen zu verbringen. Dazu muß man wissen, daß Vietnam an jeder Ecke Garküchen hat, aber wenig Restaurants. Selbst Hotels haben sehr oft keine Restaurants, meist nur Frühstücksräume. Wir haben es mit Händen und Füßen in den Garküchen versucht. Englisch wird sehr oft nicht verstanden. Und so manches mal hatten wir etwas abenteuerliches in unseren Schalen. Der Hunger treibts rein und meist hat es sogar geschmeckt.

Aber mit Rundum-Sorglos hatte das wenig zu tun.

Unser Vorturner hat sein Programm in null-komma-nix abgespult und war raus aus der Nummer.

Was aber sehr angenehm war, er war auch zu faul uns zu irgendwelchen Verkaufsveranstaltungen zu lotsen.

Mein Fazit aus dieser 11-tägigen Reise durch Vietnam - bestimmt ist es ein schönes Land. Nur durch die äußeren Begleitumstände konnte wir es nicht genießen. Wir waren froh, als dieser Horrorurlaub zu Ende war.

einen Gruß aus Hamburg

Susanne