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N A M I B I A - ein „Reiseerlebnis“ von WINDHOEK durch BOTS

Wien, Österreich
Reiseziel Experte
für Ladakh, Usbekistan, Neukaledonien, Portugal
Beiträge: 1.027
Bewertungen: 226
N A M I B I A - ein „Reiseerlebnis“ von WINDHOEK durch BOTS

N A M I B I A - ein „Reiseerlebnis“

von WINDHOEK durch BOTSWANA zu den VICTORIA Wasserfällen in ZIMBABWE

TEIL I – von Windhoek bis Swakopmund.

Zurückgelegte Flug- und Wegstrecken:

Wien – Paris – 1034 km – Flugzeit: 1 Std.45 Min.

          mit Air France Airbus A 318

Paris – Johannesburg (Südafrika) – 8732 km – Flugzeit: 9 Std. 50 Min,mit Air France Boing 777-300

Johannesburg – Windhoek (Namibia) 1164 km -

Flugzeit : 1 Std.45 Min. mit British Airways Boing 737-300

: Windhoek – Bitterwasser Lodge Kalahari Wüste – 260 km (Bus)

: Bitterwasser Lodge – Keetmaanshoop – 300 km

: Keetmaanshoop – Fish River Canyon – Lüderitz – 560 km

: Lüderitz – A Little Sossus Lodge Namib Wüste – 590 km

: Sossusvlei – Corona Gästefarm am Gamsberg - 300 km

: Corona Gästefarm – Swakopmund – 240 km

: Swakopmund – Dünen – Namuk Naukluft Park – Swakopmund – 100 km

: Swakopmund - Cape Cross – Epako Ranch – 400 km

: Epako Ranch – Twyfelfontein – Okaukuejo Camp Etosha Nat.Park – 650 km

: Okaukuejo Camp – Halali Camp Etosha Nat.Park – 120 km

: Halali Camp – Mahangu Safari Lodge Bagani – 550 km

: Mahangu – Caprivi – Chobe Safari Lodge Kasane (Botswana) – 420 km

: Chobe Safari Lodge (Botswana) – Vic Falls Safari Lodge (Zimbabwe) – 180 km

: Vic Falls – Johannesburg – 928 km – Flugzeit: 1 Std.30 Min.

  mit British Airways B 737-300

 Johannesburg – Amsterdam – 9011 km – Flugzeit: 10 Std. mit KLM B 747-400

: Amsterdam – Wien – 959 km – 1 Std. 27 Min.mit KLM B 737-300

Zurückgelegte km mit dem Flugzeug: 21.828

                   mit dem Bus: 5.251

Namibia hat eine Fläche von 824.292 km2 (mehr als 2 x so groß wie Deutschland) und 1,8 Millionen Einwohner.

Hauptstadt ist Windhoek mit 220.000 Einwohnern.

Der Name Namibia wurde von der Namib, der ältesten Wüste der Welt abgeleitet.

Als wir um 12.30 Uhr in einer Boing 737-300 von British Airways saßen zogen Blitz und Donner über Johannesburg und wir konnten wegen des Gewitters nicht starten. Nach einer Stunde schien wieder die Sonne und wir rollten zum Start.

Über eine Rumpelstraße landeten wir um 15.15 Uhr gut am Flughafen von Windhoek. Es schien die Sonne bei 27 Grad und es war sehr windig. Nachdem auch alle Koffer eingelangt waren, wechselten wir noch am Flughafen € 200,- in 1.873,- Namibia-Dollar.

Fahrer und Guide Peter hatte uns abgeholt und wir bestiegen einen unseren Bus, jeder hatte einen Fensterplatz. In Namibia ist Linksverkehr. Es gibt schöne Straßen, gepflegte Häuser und Gärten mit Jacaranda in Vollblüte, Bougainvillea, Oleander und Palmen auf der Strecke nach Windhoek.

   Windhoek – Bitterwasser Lodge - 260 km

Nach einem guten Frühstück fuhren wir zur Stadtbesichtigung von Windhoek.

Windhoek ist Regierungssitz, Wirtschaft- und Kulturzentrum und einzige Universitätsstadt Namibias. Die größte Stadt des Landes liegt in 1700 m Seehöhe und ist von Bergen umgeben.

Zuerst fuhren wir zum neuen Präsidentenpalast auf einem Hügel im Südosten der Stadt. In drei Jahren Bauzeit wurde von Nordkoreanern ein Glaspalast erbaut mit Schmiedeeisenzaun rundum und Wachtürmen. Geschätzte Baukosten ca. 125 Millionen Euro. Doch die Stromversorgung funktionierte nur bei der Probe und so ist das Gebäude ungenützt. Wir durften nicht aussteigen, nur vom Bus aus fotografieren

Windhoek hatte wenig Verkehr, saubere Straßen und gepflegte, kleine Häuser, die Bewohner waren am Wochenende am Meer.

Wir stiegen bei der Christuskirche aus, dem Wahrzeichen der Stadt. Am 20.01.1896 wurde in Windhoek die deutsche evangelische Gemeinde gegründet. Mit dem Bau der Kirche wurde 1907 auf der weithin sichtbaren Anhöhe begonnen.

Auf der Spitze des Hügels thront das ehemalige Fort, davor das Reiterdenkmal, zum Gedenken an die während der Nama- und Herero-Kriege gefallenen Deutschen. Die Skulptur wurde in Gladbeck bei Berlin gefertigt und 1912 aufgestellt.

Auf einer Tafel ist zu lesen: Zum ehrenden Angedenken an die tapferen deutschen Krieger welche für Kaiser und Reich zur Errettung und Erhaltung dieses Landes während des Herero und Hottentotten Aufstandes 1903 und 1907 und während der Kalahari Expedition 1908 ihr Leben ließen. Zum ehrenden Angedenken auch an die deutschen Bürger welche den Eingeborenen im Aufstand zum Opfer fielen. Gefallen, verschollen, verunglückt, ihren Wunden erlegen und an Krankheiten gestorben von der Schutztruppe Offiziere 100, Unteroffiziere 254, Reiter 1180, Marine Offiziere 7, Unteroffiziere 13, Mannschaft 72. Im Aufstand erschlagen Männer 119, Frauen 4, Kinder 1.

Die Alte Festung ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. 1890 wurde der Grundstein gelegt. Das Bauwerk wurde aus ungebrannten Lehmziegeln errichtet, musste daher häufig Instandgesetzt werden und wurde kontinuierlich bis 1912 erweitert. Es diente der Schutztruppe als Hauptquartier bis 1915, danach den siegreichen südafrikanischen Truppen.

Da die Festung und das darin untergebrachte Staatsmuseum noch geschlossen waren, spazierten wir auf der Independence Avenue, der früheren Kaiserstraße, zum Uhrturm.

Gegenüber vom Zoopark kann man noch Häuser im deutschen Kolonialstil sehen, wie das Erkrath-Haus von 1910, unten Geschäft, darüber Wohnhaus, daneben das Gathemann-Haus von 1913. Heinrich Gathemann war damals Bürgermeister von Windhoek. Die Apotheke im Erdgeschoss heißt noch immer Luisen-Apotheke. Im Nebenhaus, dem Kronprinzenhaus von 1902 ist ein Schuhgeschäft untergebracht.

Der Uhrturm steht an der Einmündung der Post Street Mall, einer Fußgängerstraße mit Kunsthandwerk, Kleidung, Schmuck und Postkarten.

Wir gingen bis zum Meteoriten-Brunnen, er besteht aus 31 Gesteinsbrocken, die auf Stahlsäulen montiert sind. 21 Tonnen Gesteinsbrocken fielen 1837 bei Gibeon vom Himmel. Der „Gibeon shower“ gilt als der heftigste bekannte Meteoritenregen, der je auf die Erde niedergegangen ist.

 

Gegen Mittag verließen wir Windhoek und fuhren auf einer zweispurigen meist kerzengeraden Asphaltstraße Richtung Süden.

Bei der Weiterfahrt begleitete uns eine flache Landschaft mit Akazienbäumen, manchmal ein paar Ziegen, Schafe oder Rinder. Dann verließen wir die Hauptstraße und bogen auf die C21 Richtung Hoachanas ab. Wir fuhren auf einer breiten Sandpiste zur Bitterwasserlodge. Bei einer großen Kolonie von Siedlerwebervögel auf einem Akazienbaum hielten wir an. Viele Webervogelfamilien hatten gemeinsam aus Grashalmen eine richtige Wohnburg errichtet. Die Webervögel sehen wie große Finken aus.

Wir befanden uns nun am Beginn der Kalahari, vereinzelt waren schon Sanddünen zu sehen.

Die Kalahari liegt auf 1000 bis 1200 m Seehöhe, charakteristisch sind ihre bewachsenen, durch Eisenoxyd rot gefärbten Dünen.

Später am Nachmittag bogen wir von der breiten Sandpiste auf eine schmale Rumpelpiste ab und erreichten kurz darauf die Bitterwasserlodge. Die Bungalows sind mit Gras gedeckte Rundhäuser in einem gepflegten Garten. Eine lange Palmenallee führt zum Flugplatz. Seit über 40 Jahren gilt unter Kennern der Himmel über Namibia mit seiner phantastischen Thermik als Geheimtipp unter Segelfliegern. Besonders in der Zeit von November bis Februar ist Bitterwasser ein Eldorado für nationale Bestleistungen und Weltrekorde. Jeder Segelflug über 1000 km wird mit einer neu gepflanzten Palme und jeder Weltrekord mit einer Königspalme geehrt.

Wir wurden mit einem Drink herzlich empfangen, bezogen unsere Rundhäuschen und fuhren in der Abenddämmerung mit drei Jeeps auf eine Sanddüne zum Sonnenuntergang.

Von der Lodge waren schon Sekt, Nüsse und getrocknetes Kudufleisch vorbereitet. Doch vorerst mussten wir noch die rote, untergehende Sonne mit vielen Vordergrundvariationen fotografieren. Die Rückfahrt traten wir in der Finsternis an, es wurde schnell dunkel und kalt.

Am Weg zu unseren Bungalows betrachteten wir den Sternenhimmel, der über Namibia zu den klarsten und schönsten der Welt zählt. Da die Atmosphäre in Namibia rein ist und künstliche Lichtquellen in der Wüste nicht vorhanden sind, ist der Blick frei bis hoch hinauf in den nächtlichen Himmel. Die Milchstraße, das Rückgrat der Nacht, so nennt sie der Buschmann von der Kalahari, mit ihren 100 Milliarden Sternen glitzerte und blinkte am namibischen Himmel.

Bitterwasser – Keetmanshoop – 300 km

Trotz strahlendem Sonnenschein war es sehr kalt in der Früh. Nach dem Frühstück sang das Personal für uns ein paar Abschiedslieder, bevor wir den Bus bestiegen und abfuhren.

Bald hatten wir wieder die breite Sandpiste erreicht und brausten mit 90 km/h dahin. Es war kein Verkehr. Zu beiden Seiten der Straße lag eingezäuntes Farmland. Wir sahen einige Gazellen, grüne, bewässerte Felder und Ziegenherden. Weiterfahrt nach Süden, in Richtung Mariental. Roter Sand, gelb blühende Akazien, trockenes gelbes Gras und rote Termitenhügel in der meist ebenen Savanne begleiteten uns. Die Kameldornholzakazien oder Anabäume haben kleine gelbe Kugelblüten und ca. 10 cm große mondsichelförmige Früchte.

Am späten Vormittag erreichten wir die Kreisstadt Mariental, wichtigste Einrichtung ist die große Tankstelle an der Hauptstraße, wo wir kurz anhielten.

Nun fuhren wir entlang der Bahnlinie durch eine immer karger werdende Landschaft, eine weite Ebene nur mit niederen Dornbüschen bewachsen, auch hier kein Verkehr.

An der Hauptstraße zwischen Windhoek und Keetmanshoop erhebt sich der Brukkaros 650 m über die Ebene. Wegen der kraterähnlichen Senke am Gipfel mit einem Durchmesser von ca. 2000 m wurde er irrtümlich für einen Vulkan gehalten.

Kurz vor Keetmanshoop bogen wir auf eine Sandpiste ab und fuhren zum Köcherbaumwald. Etwa 300 Köcherbäume, ein Wahrzeichen Süd-Namibias, stehen auf der Farm Gariganus und wurden bereits 1955 unter Naturschutz gestellt. Ungewöhnlich ist das gehäufte Auftreten der Pflanze an dieser Stelle, da sie sonst nur im Süden Namibias und im Norden Südafrikas vereinzelt vorkommt.

Keetmanshoop ist benannt nach Johann Keetman, Keetmans Hoffnung, der als Vorsitzender der Rheinischen Missionsgesellschaft 1866 eine Missionsstation erbauen ließ.

Keetmanshoop – Fish-River-Canyon – Lüderitz – 560 km

 Pünktlich wie immer saßen wir alle im Bus, angezogen wie die Südpolfahrer, denn es hatte nur drei Grad. Wir fuhren auf einer breiten Asphaltstraße nach Süden Richtung Lüderitz. Im Osten ging die Sonne hinter den Randbergen der weiten Ebene auf. Dann bogen wir auf die C 12 Richtung Südosten zum Fish-River-Canyon ab, er liegt etwa 100 km entfernt. Auf der breiten Sandpiste brauste unser Bus einsam mit bis zu 100 km/h dahin. Das gelbe Büschelgras leuchtete in der Sonne, vereinzelt spazierte Vogel Strauß herum. Beim ersten großen Tafelberg bogen wir auf die C 37 ab. Ein Schakal lief über die Straße, Steinböcke, Springböcke und Impala bevölkerten die Savanne, vereinzelt standen Köcherbäume. Die Landschaft hatte sich verändert, aus der Ebene ragten nun viele Tafelberge empor.

Der Fish-River-Canyon, Afrikas tiefste Schlucht, erstreckt sich von Seeheim im Norden bis nach Ai-Ais im Süden. Der Fish-River hatte sich über 161 km in die wüste Landschaft geschnitten.

Bei der Einfahrt zum Canyon mussten wir Eintrittsgebühren bezahlen, hier hatte es –2 Grad in der Nacht. Der Wind blies eiskalt.

Am ersten Aussichtspunkt, von wo aus der Hell Bend zu überblicken ist, machten wir unsere Frühstückspause. Hier beginnt auch der 86 km lange Trekking Pfad. Wenn man heute auf den Fish-River hinunterschaut, kann man kaum glauben, dass er die Kraft hatte, den tiefen Canyon zu graben. Heute bildet er in der Trockenzeit nur mehr vereinzelt Tümpel. Wie ein Amphitheater lagen die Felsformationen und tief unten der gewundene Canyon vor uns. Die Felsen waren braun, beige und schimmerten manchmal grün und blau.

Nach diesem kalten Aufenthalt im Fish-River-Canyon fuhren wir auf der C37 zurück bis zur Abzweigung und bogen auf die C12 Richtung Seeheim ein. Dann auf der B 4 300 km Richtung Lüderitz. Der Wind blies kalt. Zu beiden Seiten der Straße lag eingezäuntes Farmland. Eine Farm ist durchschnittlich 30-40.000 ha groß, es wurden meist Schafe gezüchtet. Seit 10 Jahren fiel kein Regen mehr, es gibt kein grünes Gras mehr, nur noch Dornenbüsche in der Savanne. Die Farmer sind weggezogen und arbeiten nun in den Kleinstädten wie z.B. Lüderitz. Sie besitzen zwar viel Land, doch es bringt nichts ein.

Wir überquerten das Bett des Fish-Flusses, er führte bis zum vorigen Jahr Wasser, nun ist er ausgetrocknet. Die Straße führte nun in Serpentinen durch die Randberge und danach schnurgerade durch das Huib-Hochplateau.

Aus ist eine kleine Ansiedlung auf dem Huib-Hochplateau am Rand der Namibwüste. Es ist im Winter der kälteste Ort Namibias, er liegt auf 1446 m Höhe und Tiefdruckgebiete ziehen vom Kap herauf. Doch auch zu Sommerbeginn war der Wind zum eiskalten Sturm geworden, Der Sand flog durch die Luft und bei der Weiterfahrt wehte er über die Fahrbahn, wie bei uns der Schnee. An der Straße sahen wir Verkehrsschilder wie Achtung Wind, Achtung Sand und Sandpflüge standen bereit, um Verwehungen zu beseitigen.

Bei Kolmanskop im Diamantensperrgebiet machten wir nur einen Fotostopp – verlassen der Straße verboten – unseren Besuch verschoben wir wegen des Sandsturms auf morgen.

Am späten Nachmittag trafen wir in Lüderitz ein. Die kleine Stadt liegt am Meer. Wir machten einen kleinen Rundgang am Hafen, bevor wir zum Hotel Zum Sperrgebiet fuhren.

Lüderitz hat 25.000 Einwohner und die Jugendstil-Kolonialbauten im Stadtkern verleihen der Kleinstadt deutsches Flair.

Die Stadt trägt den Namen des Mannes, der Reichskanzler Bismarck maßgeblich beeinflusst hatte, die einzige deutsche Kolonie in Afrika zu gründen. Adolf Lüderitz, ein Tabakhändler aus Bremen, kaufte 1884 die Bucht und das umliegende Gebiet dem Nama-Häuptling Joseph Fredericks für 10.000 Reichsmark und 260 Gewehre ab. Die von ihm im Landesinnern vermuteten Erzvorkommen fand er ebenso wenig wie die Diamanten im Sand. Völlig verarmt starb er 1886.

 Die Bergstraße führte zum Goerke-Haus. Es entstand in der Zeit als der Diamantenrausch die Stadt beherrschte und war das Wohnhaus von Leutnant Hans Goerke. Dieser war nach seiner Dienstzeit bei der Schutztruppe Leiter der Diamantengesellschaft. Heute nächtigen hier Staatsbesuche, die nach Lüderitz kommen, die übrige Zeit kann das Haus besichtigt werden.

Auf der Spitze des Diamantberges wurde 1912 die neugotische Felsenkirche erbaut. Die Buntglasfenster stiftete Kaiser Wilhelm II, auf einem ist Martin Luther dargestellt. Von den Felsen vor der Kirche hat man einen schönen Ausblick zum Meer und auf Lüderitz.

Wir spazierten die Berggasse hinunter zur Bismarck Straße, an der Ecke steht das ehemalige Handelshaus von Krabbenhöft&Lampe, auf der anderen Straßenseite Richtung Hafen das 1909 errichtete Kreplin-Haus, dessen Besitzer erster Bürgermeister von Lüderitz war.

Lüderitz – Kolmanskuppe – Duwisib – Little Sossus Lodge – 590 km

Auf zum Sperrgebiet und Lüderitz. Es schien wieder die Sonne, es war nicht so kalt und der Wind erst am Üben. Wir besuchten die Geisterstadt Kolmanskuppe, eine Diamantenminenstadt aus der Vorkriegszeit, mitten in der Namibwüste entstanden innerhalb von nur zwei Jahren.

1908 fand der Bahnarbeiter Zacharias Lewala einen schönen Stein, von dem sich dann herausstellte, dass dies ein Diamant war. Als der Oberbahnmeister August Strauch dann für ein Gebiet von 75 km2 das Schürfrecht erwarb, setzte der Diamantenrausch ein. Von 1908-10 wurde eine der fortschrittlichsten Siedlungen in Afrika errichtet. Bis zum ersten Weltkrieg wurden in Kolmanskuppe über 1 Tonne Diamanten, das sind 5 Millionen Karat, gefördert.

Heute bewohnen die Häuser Skorpione, Schlangen und Hyänen und der stetig wehende Wind bläst den Sand in die leeren Häuser. In der Windsaison von Oktober bis März weht hier jeden Nachmittag ein Südwester mit 40-60 km/h, der alle 10 Tage 100-120 km/h erreicht.

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In Kolmanskuppe darf man nichts aufheben, auch keinen Sand, es könnten Diamanten dabei sein. Besuche im nach wie vor streng gesicherten Diamanten-Sperrgebiet müssen vorher mit Reisepass-Nummer, Namen und Wohnadresse gebucht werden.

Um 9 Uhr verließen wir die Windhölle von Kolmanskuppe und führen auf der B 4 zurück nach Aus, kauften Proviant bei der Tankstelle ein, bevor wir gegen 11.15 Uhr auf die C 13, eine Sandpiste, abbogen und Richtung Helmeringshausen fuhren. Eine weite Ebene mit Tafelbergen am Rand lag vor uns. Rote Sandberge waren aufgetürmt, über die Straße wehte heller Sand. Wir fuhren durch die Namib, die älteste Wüste der Welt. Hier keine schöne Sandwüste, sondern steinig. Tafelberge, Pyramidenberge, dürre Büsche und Gras, sonst nichts. Die Straße führte gerade bis zum Horizont. Wir sahen ein paar Wildpferde, Oryxantilopen und Schafe.

Kurzer Aufenthalt in Helmeringshausen bevor wir mit 90 km/h auf der Sandpiste weiterbrausen bis zur Abzweigung der D826 zur Farm und zum Schloss Duwisib. Die Straße führte nun hügelauf, hügelab, wie auf der Hochschaubahn. Vor dem Schloss machten wir unser Mittagspicknick unter einer großen Kameldornakazie. Frisch gestärkt besuchten wir anschließend die einzige deutsche Ritterburg in Afrika, erbaut 1909.

Das Sandstein-Fort am Rande der Namib Wüste hat einen Rittersaal, die 22 Räume sind mit Teppichen, offenen Kaminen, Gemälden und schönen Möbeln ausgestattet. In der Eingangshalle waren viele Oryxtrophäen und Gewehre zu sehen, im Speisezimmer hingen Gemälde des Schlossherren Baron Hansheinrich von Wolf, ein preußischer Artillerieoffizier, und seiner amerikanischen Frau Jayta. Im Innenhof stehen zwei große Jacarandabäume, eine grüne Wiese und ein (leeres) Wasserbecken sind angelegt.

Dann bestiegen wir wieder unseren Bus, fuhren zurück über die Kamelbuckel zur D831, dann Richtung Norden bis zur C19 Richtung Solitaire. Die gute Sandpiste führte in einen Canyon, rundum schöne Tafelberge und dann über den Tsaris Paß hinunter in eine weite Hügellandschaft. Auch hier wieder eingezäuntes Farmland, aber nur selten eine Farm und Tiere zu sehen, aber vereinzelt wieder Köcherbäume.

Am Abend trafen wir bei der Little Sossus Lodge ein. Sie liegt einsam in der Savanne. Strom wird solar erzeugt. Der Wind pfiff über die dürren Gräser, aber es war nicht kalt.

Little Sossus Lodge – Sossusvlei – Sesriem Canyon – Corona Gästefarm – 250 km

Sossus kommt aus der Nama-Sprache und bedeutet blinder Fluss. Früher floss der Tsauchab River ins Meer, nun blockieren die Dünen seinen Lauf und er verläuft im Sand. Dieser Sand wurde vom Orange River in den Atlantik gespült, von nordwärts gerichteten Meeresströmungen an die Küste getragen, von wo ihn der Wind ins Innere der Namib trug.

Wenn der Fluss nach seltenen Regenfällen Wasser führt bildet sich am Fuß der Dünen ein großer See.

Die Berge lagen im gelb-orangen Morgenlicht und hatten noch lange Schatten, darüber wie immer ein wolkenloser Himmel. Die ersten Dünen die auftauchten, die Elam Dünen heißen so wie die Lodge. Sie sind auch wie die Ebene dazwischen seit dem Regen 1997 mit Grasbüschel bewachsen, die aber jetzt wieder dürr sind. 19 Jahre davor fiel kein Regen. Im Jänner 2006 regnete es ungewöhnlich viel, sodaß die Sossusvlei Lodge überschwemmt wurde. Seit einigen Jahren hat sich der Wind gedreht, er bläst jetzt Richtung Küste, sodaß die Dünen wieder zum Meer wandern, im Jahr bis zu 1,5 m.

Statt der Berge sahen wir nun rote Sanddünen mit geschwungenen Kämmen, Licht und Schatten bildete schöne Kontraste zum dunkelblauen Himmel. Sie waren vom Wind wie Schneewächten geformt.

Bei der ersten hohen Düne hielten wir an. Der Wind war zum Sturm geworden und der Sand wehte über den Hügelkamm. Eine halb grün, halb abgestorbene Akazie bildete einen schönen Vordergrund zur roten Sanddüne und dem tiefblauen Himmel. Wir versuchten auch die Düne zu erklimmen, doch der Sturm war so stark, er drohte uns umzuwerfen und so kehrten wir um. Er blies mit ca. 80-100 km/h.

In der tieferen Sossusvlei tobte ein Sandsturm, wir sahen vor uns nur alles grau in grau. Unser Bus und auch alle anderen Autos kehrten um und wir fuhren zum Parkeingang zurück.

Erst seit dem Regen gibt es Gras in der Namib, früher nur Sand. Ein Phänomen dieser Wüste sind Kreise ohne Vegetation, ihre Entstehung ist unerklärlich, wie z.B. Kornkreise.

Wir machten nun einen Kaffeestopp in der Sossus Lodge und fuhren dann zum Sesriem Canyon. Die enge, 1 km lange und 30 m tiefe Schlucht entstand, als der Tsauchab Fluß sich einen Weg durch den wasserlöslichen Kalkstein bahnte.

Eine holperige Sandpiste führte zum Canyon Rand. Der Fluß hatte sich tief in das Gestein eingegraben, das wie Konglomerat aussah. Ein schmaler Einstieg führte zum Canyon Grund, der Wind hatte grauen Sand hereingeweht. Unten war es kühl, schattig und windstill und wir wanderten zu einem kleinen Tümpel, dem letzten Wasserrest. In den Felswänden waren Schwalbennester. In der Schlucht waren schöne Fotomotive mit Akazien, Steinformationen, Licht und Schatten.

Bei der Weiterfahrt bogen wir dann um auf die C14 ab, fuhren durch das Naukluftgebirge und über den Gaubpaß. Die Sandstraße führte in Serpentinen über den Paß, schöne Berge und tolle Aussichten auf Canyons und Wüste führten uns wieder auf eine Hochebene. Wir bogen dann auf die C26 Richtung Windhoek ein, noch 48 km auf der D1438 zur Corona Lodge. Die Lode liegt am Gamsberg in der Namib und die Sandstraße führte wie eine Hochschaubahn dahin. Vor uns lag ein großer, rotbrauner Tafelberg, leuchtend gelbes Gras und vereinzelt Boabab-Bäume. Ihre Äste sehen wie Wurzeln aus mit einer glänzenden Rinde.

Nun erreichten wir die Einfahrt zur Corona Lodge, auch eine Jagdlodge mit großem Landbesitz. Wie eine grüne Insel lag sie in einem weiten Tal, in das eine steile Straße hinunterführte. Wir trafen um 17.30 Uhr ein und wurden beim Eingang von der Verwalterin mit Handschlag begrüßt. Der Besitzer lebt in der Schweiz. Grüne Wiesen, Palmen, Springbrunnen, Bougainvilleen, Petunien, Erdbeeren, Gemüsegarten, Pool, geschmackvoll eingerichtet Kaminecke und Speiseraum, sowie traumhafte Zimmer erwarteten uns. Zwei liebe Hunde und zwei zutrauliche Katzen streiften durch den Garten. Nach einem erfrischenden Bad im Pool und einem schönen Sonnenuntergang, für Genießer standen drei Bankerl am Poolrand bereit, setzten wir uns zum Abendessen zur festlich gedeckten Tafel. Bei Kerzenlicht, Laternen und Bougainvilleablüten am Tischtuch speisten wir Mozarella mit Tomaten und Basilikum aus dem Garten, Salate, Kudubraten mit Pilzsoße und Oryxgeschnetzeltes mit Bechamelhaube. Es schmeckte sehr gut, obwohl ich diese Tiere lieber in der Savanne beobachte.

Corona Lodge – Walvis Bay – Swakopmund – 240 km

Die D1438 führte uns wieder zur C26 und wir fuhren Richtung Walvis Bay. Die Straße führte durch die Berge, zwei Springböcke liefen vor uns die Straße entlang. Sie konnten nicht flüchten, da zu beiden Seiten Weidezäune errichtet waren. Dann bogen wir auf die C14 ab, noch 160 km bis Walvis Bay. Kahle Hügel mit einsamen Baobab Bäumen begleiteten uns, wir durchquerten eine weite Hochebene, die von hohen Bergen begrenzt war. Dann führte die kurvenreiche Straße durch und über die Hügel, kein anderes Auto war zu sehen.

Auf unserem Weg lag der Kuiseb Pass, von einem Aussichtspunkt mit Köcherbäumen und glänzenden Granit- und Quarzsteinen in der Sonne, bot sich ein weiter Blick in die weiß-beige Ebene. Zwischen den zerfurchten Bergen hatte der Kuiseb Fluß einem Labyrinth gleich den Kuiseb Canyon gebildet. Dieser Fluß ist oft jahrelang trocken, aber nach schweren Regenfällen wird er zum reißenden Strom, der dann den in das Flussbett gewehten Sand wieder ins Meer zurückspült.

Die Straße führte nun durch eine unendliche Weite, alles eben bis zum Horizont. Nachdem wir die roten Granitfelsen des Vogelfederberges passiert hatten, fuhren wir am größten Flughafen Namibias am Stadtrand von Walvis Bay vorbei.

Kurz zuvor hatten die Asphaltstraße und die Dünen begonnen, sie sind 35 km lang und der Südostwind weht sie Richtung Stadt.

Walvis Bay lag im Nebel vor uns, durch den kalten Atlantik ist das Wetter hier das ganze Jahr so.

Die Stadt Walvis Bay ist mit 55.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Namibias und lebt hauptsächlich vom Tiefseehafen, dem einzigen Namibias, dem Fischfang, der Fischverarbeitung sowie der Meersalzgewinnung. Von den vorgelagerten Inseln wird Guano abgebaut.

Der Seefahrer Bartolomeu Dias hatte die Bucht bereits 1487 entdeckt, doch wegen der fehlenden Wasserquellen in der Nähe entwickelte sich erst im 18. Jh. eine Siedlung. Walvis Bay war bis 1994 eine südafrikanische Enklave.

Wir hielten bei der Lagune, der Nebel zog vom Meer herein. Strandläufer, Schlangenhalsreiher und Flamingos suchten im seichten Wasser nach Futter. Doch die meisten Flamingos waren nur als weißer Streifen am Horizont zu sehen.

Hauptattraktion von Walvis Bay sind die unzähligen Seevögel, ihre Zahl wird auf 120.000 Tiere geschätzt. 34 Arten suchen im flachen, nährstoffreichen Wasser der Lagune, die durch eine Landzunge vom Meer geschützt ist, nach Fischen, Krebsen und Muscheln.

Den nördlichsten Punkt der Landzunge mit Leuchtturm und Robbenkolonie konnten wir durch den starken Nebel nicht sehen.

Wir fuhren nun auf der gefährlichsten Straße Namibias an der Küste entlang Richtung Swakopmund. Wegen des dichten Nebels und der rutschigen Asphaltstraße passieren viele Unfälle. Die Sandhügel reichten bis zum Meer, das im Nebel manchmal zu sehen war. Das Wasser hatte 12 – 13 Grad und sah auch gar nicht einladend aus. Wellen rollten an den Strand und das Wasser war grau und aufgewühlt. Die Dünen begleiteten uns, aber auch der Nebel.

Um 13.30 Uhr machten wir Mittagsrast am Strand, es war nebelig und windig. Frisch gestärkt erreichten wir um 14 Uhr Swakopmund und das Swakopmund Hotel, ein schönes Haus mit Türmchen, Innenhof mit Palmen, Pool und Springbrunnen. Der 1901 erbaute Bahnhof wurde stilvoll renoviert und zum Luxushotel umgestaltet.

Swakopmund, die Riviera Namibias, wird auch als südlichstes Nordseebad der Welt bezeichnet. Wenn zwischen November und März das gesamte Land unter der Hitze stöhnt, herrschen hier angenehme Temperaturen und viele wohlhabenden Windhoeker beziehen ihre Ferienhäuschen am Atlantik.

Der Name des Ortes stammt von den Nama, die den Platz tsoa-xoub nannten, nach dem braunen Wasser des Flusses. Tsoa bedeutet Hinterteil und xoub ist das, was herauskommt.

Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, gingen wir gleich in die Stadt um Geld zu wechseln. Es war mühsam, eine Bank war überfüllt, bei der nächsten der PC kaputt, die dritte wechselte kein Geld, erst bei der vierten klappte es.

In der Hauptstraße, die seit 2002 nicht mehr Kaiser Wilhelm Straße, sondern Sam Nujoma Avenue (Ex-Präsident), heißt, tranken wir guten Capucchino. Dann spazierten wir zur 1911 erbauten evangelischen Kirche, zur Alten Post, heute Sitz der Stadtverwaltung und Irene und ich noch weiter zum ehemaligen Kaiserlichen Bezirksgericht, 1902 erbaut, heute Sommerresidenz des Präsidenten und zum Leuchtturm. Er wurde 1902 erbaut, ist 21 m hoch und sendet noch immer seine Leuchtsignale 35 Seemeilen weit auf den Atlantik hinaus, obwohl der Hafen schon lange versandet ist. Doch alles lag im Nebel und so kehrten wir zum Hotel zurück.

Swakopmund – Namib Wüste – Mondlandschaft – 100 km

Zum Frühstück im Swakopmund Hotel gab es schon Austern und Muscheln neben vielen anderen Köstlichkeiten.

Um 8 Uhr fuhren wir mit drei Allrad-Autos von Tommy`s Tours in die Wüste. Hochnebel lag über der Stadt, es nieselte leicht und in den Straßen lag der Sand. Nur ein paar Straßen weiter begann die Wüste, wir fuhren durch das trockene Swakop-Flussbett Richtung Dünen. Die Steinplatten, die aus dem Sand ragen, sind aus Marmor.

Nun wurde Luft aus den Reifen gelassen, damit die Autos mehr Bodenhaftung im Sand haben, inzwischen begann Tommy mit seinen Erklärungen.

Die Namib ist die älteste Wüste der Welt und reicht von Südafrika bis Angola an der Westseite Afrikas. Es kommen Krokodile, Hippos, Löwen, Giraffen und Leoparden vor, 200 verschiedene Käfer, einige endemische Arten u.a. der schnellste Käfer der Welt und das schnellste Chamäleon, Spinnen, Blindschleichen, Skorpione, Eidechsen, Gecko ... Als Buschmann-Zeitung bezeichnet man die Spuren im Sand. In der Namib fallen nur 3-15 mm Regen im Jahr, der Nebel spendet die Feuchtigkeit für die Wüste.

Um Feuchtigkeit aufzunehmen steckt der Onymacris unguicularis – der Kopfstandkäfer – den Kopf in den Sand, die Wassertröpfen kondensieren an seinem Körper und rinnen Richtung Maul. So trinkt er das 20-fache seines Körpergewichts und das Chamäleon frisst diese „Wasserflasche“ um seinen Durst zu stillen.

Der Sand der Namib kommt aus Südafrika, gelangt durch den Organgefluss ins Meer, die Wellen spülen ihn an Land und der Wind trägt ihn zu den Dünen.

Die Namib besteht aus Bergen, Kiesflächen und Dünen, die bei Swakopmund bis 3 ½ km breit und bis 100 m hoch sind, bei Conceptionsbay und Sussosvlei sind sie bis 120 km breit und bis 500 m hoch. 90 % der Dünen besteht aus Quarzsand, dann haben sie eine gelbe Farbe, 10 % aus Mineralien Magnetit und Eisen, d.i. die schwarze Farbe. Die Sandwellen sahen wie Zebrastreifen aus.

In der Wüste hat es an der Küste 8 Grad, im Inland bis zu –14 Grad, bei Sonne bis 45 Grad.

Der Südwestwind bewegt die Dünen bei Swakopmund jährlich bis 2 m die großen und bis 20 m die kleinen, in Lüderitz bis zu 1 km. Der Wind bläst das ganze Jahr über, an der Leeseite der Düne ist sie 32-34 Grad steil, hier ist es wärmer. Die Luvseite ist 11-14 Grad steil. Der Sand ist sauber, es ist kein Staub dabei.

Tommy war auf der Suche nach einer Sandviper, er hatte Spuren im Sand gefunden. Nachdem der Jeep angehalten hatte, zeigte er auf einen Punkt oberhalb einer Wellenlinie auf einer Düne und sagte, das ist der Kopf der Schlange. Dann holte er mit einer Eisenstange eine ca. 30 cm lange Sandviper aus dem Sand. Sie wird ca. daumendick und bis 30 cm lang. Ihr Gift ist für den Erwachsenen nicht lebensgefährlich, die Bissstelle schwillt stark an. Es gibt kein Gegengift, das ist laut Tommy nicht nötig. Durch wellenförmige Bewegungen grub sich die Schlange wieder ein und nachdem sie wieder herausgeholt wurde, „lief“ sie mit wellenförmigen Bewegungen die Düne hinauf.

Wir fuhren weiter, immer entlang der Basis der Dünen und Tommy hielt Ausschau nach einer Blindschleiche. Nach einigen Versuchen grub er sie mit den Händen aus. Sie ist ganz blind und frisst die Eier von Käfern. Der Kopfstandkäfer legt keine Eier, sondern Larven in den Sand.

Wir durchfuhren nun braune, rote, schwarze, gelbe Dünen, ein Farbenspiel, das durch die langsam durch den Nebel kommende Sonne ins rechte Licht gerückt wurde.

Tommy suchte nun einen Palmato Gecko im Sand. Er hielt Ausschau nach kleinen Dellen im Sand, wo sich die Tiere eingegraben hatten und nach einigen vorsichtigen Grabversuchen konnte er uns ein putziges Tierchen zeigen. Diese weißen Geckos sind ca. 5-8 cm lang und haben zum Graben Füße wie eine Ente. Der Bauch ist weiß und gelb, Rücken und Kopf sind rosa, die Haut ist durchsichtig. Sie leben nur im Schatten, d.h. im Sand vergraben. Der Sand kann bis 70 Grad heiß werden. Der Gecko ist kaltblütig, er gräbt sich tief ein. Der Palmato war der erklärte Liebling unserer Gruppe.

Nun fand Tommy ein Prachtexemplar von einem schwarzen Skorpion. Er hielt ihn mit zwei Fingern ganz fest seitlich am Stachel fest. Der Skorpion hatte kleine Scheren, einen dicken Köroer und ist behaart. Sein Gift ist tödlich. Es gibt kein Gegengift, in 3-4 Stunden ist man tot. Das Tier drehte und wand sich, es versuchte frei zu kommen. Nachdem wir ihn alle neugierig betrachtet, fotografiert und gefilmt hatten, wurde er bei einem Busch abgesetzt und Tommy hatte vom Festhalten tiefe Kerben in den Fingern.

Wir suchten nun nach einem Chamäleon bei den grünen Büschen in einer Senke zwischen den Dünen. Tommy wusste, dass sich hier junge Tiere aufhalten und fand bald eines. Das Chamäleon legt 6-22 Eier dreimal im Jahr. Es wechselt die Farbe bei Sonne und Schatten und hat an den Beinen 5 Finger vorne und zwei hinten. Es wurde mit schwarzen Käfern gefüttert und wir konnten das blitzschnelle Hervorschnellen der Zunge beobachten. Nach zwei dicken Käfern war das junge Chamäleon satt und versuchte mit wippenden Schritten aus unserem Kreis zu entkommen. Wir durften das seltsame Tierchen noch auf der Handfläche halten, ehe es im Schatten eines Busches wieder abgesetzt wurde.

Tommy zeigte uns noch einen Schakalbusch, er hat nur Äste, keine Blätter, seine Blüten und Samen sind die Nahrung der Käfer. Die Büsche wachsen nur, wo es neblig es, der Nebel reicht 70 km ins Inland. Dann den Dollar- oder Geldbusch, so genannt, weil seine Blätter rund wie Münzen sind. Diese Blätter fressen Springböcke, Schakale und Hyänen wegen des gespeicherten Wassers. Ganzes Jahr haben diese Blätter Wasser.

Dann fuhren wir nach Swakopmund ins Hotel zurück….

Fortsetzung folgt.....

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Teil II – Reiseerlebnis NAMIBIA –

Swakopmund – Cape Cross – Epako Game Ranch – 400 km

Um 7.15 Uhr verließen wir Swakopmund und fuhren der Küste entlang Richtung Norden. Es war kühl und nebelig. Feuchter Sand lag auf der Fahrbahn der C34 und machte sie rutschig. Wir fuhren entlang der Skelettküste, das Meer war nur im Dunst als schmaler Streifen zu sehen. Die Straße führte durch eine ebene, öde Gegend, vereinzelt sah man dunkelgrüne Büsche wie Warzen im Sand.

An der unberechenbaren Atlantikküste nördlich von Swakopmund sind in der Vergangenheit Hunderte von Schiffen gestrandet. Plötzlich auftretender Nebel und eine fast immer stürmische See waren an der Skelettküste für viele Katastrophen verantwortlich. Die wenigen, die sich aus den Wracks retten konnten, verdursteten in der Namib Wüste, deren Dünen nahtlos in den Sandstrand übergehen. Diese Tragödien verliehen dem Küstenabschnitt seinen Namen. Seit 1967 ist die Skelettküste auf eine Länge von 500 km und eine Breite von 30-40 km Nationalpark.

Die Zufahrt zur Robbenkolonie war noch gesperrt, so kehrten wir kurz in der Cross Lodge ein. Am Strand liefen Schakale herum, schöne Perlmuttmuscheln lagen im Sand und bei der Lodge große Walfischknochen.

Neuerlich fuhren wir dann zur Cape Cross Seal Reserve. Hier befinden sich in der Paarungszeit zwischen November und Dezember bis zu 250.000 Zwergpelzrobben, außerhalb dieser Zeit etwa 100.000. Es ist dies die größte der 23 Robbenkolonien an der Küste Südafrikas und Namibias. Ihre natürlichen Feinde sind Schabrackenschakale und Hyänen. Umstritten ist das jährliche Töten von etwa 13.000 Jungtieren und 1200 Bullen. Wie Fische sind die Pelzrobben für Namibia eine natürliche Ressource, die ausgebeutet wird. Seit 1990 geschieht das Abschlachten kontrolliert.

Durch eine Holzbarriere getrennt vom Felsenstrand konnten wir die Tiere beobachten. Schakale streiften umher. Große Männchen bewachten ihren Harem und verjagten die „Jungspunde“, große Babies saugten an der Mutterbrust und die Halbstarken spielten in der Brandung des stürmischen Atlantik.

In der Nähe der Robbenkolonie bei Cape Cross ging 1486 als erster Europäer der Portugiese Diogo Cao an Land und errichtete zu Ehren seines Königs ein Steinkreuz. Heute steht eine naturgetreue Nachbildung des Steinkreuzes neben einem Granitmonument, das Kaiser Wilhelm II. errichten ließ. Zusammen symbolisieren die Steinmonumente und die Plattform, auf der sie stehen, das Kreuz des Südens, jenes Sternbild, an dem sich Diogo Cao orientiert hatte.

Um 10 Uhr bestiegen wir wieder unseren Bus, fuhren auf der C39 zurück bis Henties Bay und bogen auf die Sandpiste der C35 Richtung Uis (116 km entfernt) ins Landesinnere ab. Langsam ließen wir den Nebel hinter uns.

Brandberg und Spitzkoppe lagen in der Ferne, wir machten einen Fotostopp. Der Brandberg ist ein 500 Millionen Jahre alter Granitrücken mit 30 km Durchmesser, daraus ragt Namibias höchster Gipfel der 2573 m hohe Königstein hervor. Die Spitzkoppe wird das Matterhorn Namibias genannt und 1728 m hoch.

Die Sandpiste führte meist gerade dahin bis zur Picknick-Rast mitten in der Wüste, endlich war es sonnig und warm. In unserer Picknick Box war wieder ein Schnitzerl mit Kartoffelsalat und Schokotorte.

Verkehrsschilder mit einem Baum, darunter Tisch und Bank weisen auf Namibias Fernstraßen einen Kilometer im Voraus auf einen Rastplatz mit Betontisch und Sitzgelegenheit unter einem Schattenbaum hin. Da die Abstände zwischen den Ortschaften oft groß sind, tut es gut, hin und wieder anzuhalten und im Schatten auszuruhen.

Am häufigsten dient der Hirtenbaum (Boscia albitrunca) als Schattenbaum an den Rastplätzen. Seine länglichen, lederigen Blätter falten sich nämlich auch bei großer Hitze nicht wie die der Akazien zusammen und drehen sich auch nicht aus der Sonne, wie die der Eucalyptusbäume, sondern geben einen dichten Schatten, in dem die Temperatur bis zu 20 Grad unter der der Umgebung liegen kann.

Um 13 Uhr Stopp in Uis. Die 1922 gegründete Zinn- und Wolframmine wurde 1990 wegen Preisverfall stillgelegt und es werden nun Probebohrungen vor einer Wiederinbetriebnahme gemacht.

In Uis bogen wir auf die C36 Richtung Osten ab. Es wurde nun hügeliger, vor uns lag das Erongogebirge. Es wachsen hier viele Akazien, es sieht bewaldet aus, und wieder eingezäuntes Farmland zu beiden Seiten der Straße. Die Sandpiste führte durch eine weite Ebene, es begleiteten uns hohe Randberge und es wurde immer heißer, obwohl es bewölkt war.

Um 15.15 Uhr erreichten wir Omaruru und bogen auf die C33, eine Asphaltstraße, Richtung Otjiwarongo ein. Weiße und rote Termitenhügel ragten wie Burgen aus dem Akazienwald.

Nun passierten wir die Einfahrt zur Okapu-Lodge, die mit Eisentor und Wächter gesichert war. Diese Lodge liegt bei einem Wasserloch, gleich bei der Ankunft sahen wir ein großes Breitmaulnashorn und viele Gnus am Wasser. Hier werden auch die Tiere mit Heu gefüttert, da es in diesem Jahr so trocken war, gibt es wenig zu fressen.

Nachdem wir die Bungalows bezogen hatten, machte ich eine schnelle Fotorunde durch die Anlage und dann eine kurze Erfrischung im Pool.

Am Nachmittag unternahmen wir mit zwei Jeeps einen Extra Game drive. Unser Fahrer hieß Hendrik und nicht weit von der Logde entfernt trafen wir bei einer Salz-Jause Mutter und Kind Nashorn. Das Junge ist zwei Jahre alt und bleibt noch ein Jahr bei der Mutter. Breitmaulnashörner haben zwei Hörner und sind nicht angriffslustig, zum Unterschied von den Spitzmaulnashörnern. Wir fuhren nun weiter durch einen lichten Akazienwald, durch ausgetrocknete Flussläufe und sahen Giraffen mit Jungtieren, Gnus, Kudu, Impala und der scheue Oryx floh immer in den Busch. Im Lodgegebiet gibt es vier Nashörner und 120 Giraffen. Zwei Geparden sind in einem eingezäunten Gebiet, sie werden gefüttert, da keine Jagdbeute für sie vorhanden ist. Wir sahen einen Geparden hinter dem Gitter und der Fahrer warf ihm Fleischstücke zu.

Bei der Weiterfahrt sahen wir riesige, hellgraue Termitenhügel, manche hatte zwei Spitzen wie Hörner und viele kleine Türmchen rundum. Ein schöner Schaf- oder Hirtenbaum (Boscia albitrunca) war von der Spätnachmittagssonne herrlich beleuchtet. Große Strauß-Vögel stolzierten durch den Wald und ein Ameisenbär stöberte Termiten auf. Er ist ein nachtaktives Tier und selten zu sehen.

Nun brausten wir noch zum Sonnenuntergang auf einen Hügel, die Sonne stand schon sehr tief und wir konnten gerade noch ein Stückchen erwischen, ehe sie hinter den Bergen verschwand und den Himmel orange bis rosa färbte. Mit Sangria stießen wir auf das schöne Erlebnis an, dann kehrten wir zur Lodge zurück.

Gleich nach unserer Ankunft um 19.30 Uhr war das Abendessen. Es gab Rohschinken mit Parmesan, Kapern, Olivenöl und Knoblauch als Vorspeise, Kürbissuppe, Kudu-Steak, Caramelpudding, Tiramisu, Apfeltorte und Schokomousse. Das Abendessen nahmen wir auf der Terrasse ein, vor uns am beleuchteten Wasserloch speisten Gnus, Zebras und Nashörner.

Epako Game Ranch – Twyfelfontain – versteinerter Wald –

Etosha Nationalpark – Okaukuejo Restcamp - 650 km

Das Kreuz des Südens stand um 05.45 Uhr am Himmel, als wir zum Frühstück gingen und wir freuten uns, es zu sehen.

Um 6.20 Uhr verließen wir die Epako Ranch. Wir fuhren die C33 zurück nach Omaruru, dann die C36 ein kleines Stück, bevor wir auf die D2344 Richtung Nordwesten abbogen. Die Sandpiste führte durch eine Hochebene mit Akazien, in der Ferne der Elefantenberg. Später ragten riesige Granitfelsenbuckel auf und die Fahrbahn führte wie eine Hochschaubahn durch die Landschaft. Null Verkehr. Pferde standen auf der Fahrbahn, ein kleines Fohlen lag im Sand, sie standen langsam auf und spazierten in den Akazienwald. Vereinzelt sahen wir Schakale, Strauß und Springböcke, die mit hohen Sprüngen das Weite suchten.

Ein kurzes Stück fuhren wir auf der C35 Richtung Khorixas, bevor wir auf die D2612 einbogen.

Bei kleinen Verkaufsständen an der Straße verkauften Herero-Frauen selbstgemachte Ketten, Halbedelsteine und Stoffpüppchen. Die Hereros waren früher nackt, die Kleider verpassten ihnen die deutschen Missionare. Sie sind an ihrem markanten Kopfschmuck, der wie eine überdimensionierte Masche aussieht, zu erkennen. Nachdem wir ein bisschen eingekauft, fotografiert und die Kinder mit Zuckerl und Schokolade versorgt hatten, setzten wir die Fahrt nach Twyfelfontain fort. Der Himmel war bedeckt, in der Ferne standen Regenwolken. Der Sand war nass, also müssen auch ein paar Regentropfen die Erde erreicht haben.

Wir machten auf einer Kuppe einen Fotostopp mit schönem Ausblick auf die Berge, es roch nach Regen. Die Granitfelsen lagen malerisch im Tal. Wir durchfuhren den Abu Huab Fluß, er war ausgetrocknet, sein Flussbett geht bis ans Meer.

Um 10 Uhr trafen wir in Twyfelfontain ein. Der Name bedeutet „Zweifelsquelle“.

Insgesamt 2500 Felszeichnungen und Gravuren sind bislang die reichsten Zeugnisse von Kulturen der Mittel- und Jungsteinzeit und die ältesten in ganz Afrika. Die einfachen Darstellungen zeigen, dass die Menschen vor tausenden Jahren mit denselben Tierarten lebten, die heute noch Afrika bevölkern. Noch unklar ist, warum Gravuren in so großer Zahl gerade an dieser Stelle auftreten. Einer Theorie zufolge handelt es sich bei den Felsbildern um eine Art Jagdbeschwörung, andere Wissenschaftler meinen, die Jäger hätten sich die Wartezeit nur spielerisch vertrieben.

In einem Informationszentrum werden die Tiere und Pflanzen der Region vorgestellt. Viele Pflanzen erkannten wir wieder, wir hatten sie auf unserer Reise schon gesehen, wie z.B. den Moringabaum, seine Blätter sehen aus wie zwei Finger, die niederen Büsche in der Savanne heißen Euphorbia damara, der Bonsai-Eichblätter Strauch Commiphora wildii. Das Südwest-Edelweiß hat kleine weiß-rosa Blüten haben wir nicht gesehen. Weiters Schlangen, Skorpione, Mungos, Adler und Eidechsen. Der schwarz-blaue Skorpion ist ein lebendes Fossil, es gibt ihn seit 450 Millionen Jahren, früher war er bis 1 m lang.

„Thekla“ führte uns auf einem Rundwanderweg durch das felsige Gelände. Zuerst kamen wir zur Quelle Twyfelfontain unter einem Felsvorsprung. Den Namen Zweifelsquelle gab ihr der Siedler David Levin, der 1947 eine Farm gründete und bezweifelte, dass die spärliche Quelle noch lange fließen würde. 1964 verkaufte er an den Staat und zog weg.

Ein Stück weiter unter einem überhängenden Felsen sahen wir die ersten Felszeichnungen, sie sind etwa 3000 Jahre alt. Strauße und Buschmänner auf der Jagd waren in roter Farbe auf dem braunen Felsen gemalt. Durch die stete Trockenheit konnten die Zeichnungen die lange Zeit überdauern. Die Felsgravuren sind 2400 bis 6000 Jahre alt.

Wissenschaftler nehmen an, dass die Werke in sechs verschiedenen Zeiträumen mit Quarzsteinen einige Millimeter tief in den Sandstein geritzt worden sind. Ein viertel der dargestellten Antilopen lässt sich nicht identifizieren, von den anderen sind es 67 Oryxantilopen und 34 Springböcke. Am häufigsten werden Giraffen dargestellt – insgesamt 316 mal - sowie 283 Strauße, 175 Zebras und 144 Nashörner. Ungewöhnlich ist das gemeinsame Auftreten von Gravuren und Malereien an einem Platz.

Die Sandsteinfelsen wurden durch Wind und Regen geformt. Der Pfad führte am Löwenfelsen vorbei, der Fels sah wie der geöffnete Rachen eines Löwen aus. Auf einem großen Felsblock waren Giraffen und Kudus eingraviert. Diese sind 5000 Jahre alt. Unter überhängenden Felsen befanden sich Wohnhöhlen. Auf einem weiteren, großen liegenden Felsen waren tanzende Kudus dargestellt, sie freuten sich über das gefundene Wasserloch. Die Felszeichnungen und –gravuren wurden 1921 entdeckt.

Unser Rundgang dauerte bis 11.30 Uhr und es wurde immer heißer.

Dann setzten wir die Fahrt auf der D3254 und D2612 auf schlechten Rumpelpisten fort, bevor wir die C39 erreichten und Richtung Khorixas fuhren.

An der Straße zeigte uns Peter versteinerte Sanddünen – die Ur-Namib.

Gegen Mittag hatten wir den Versteinerten Wald erreicht und Susanne führte uns zuerst zu einem Warnschild – nichts aufheben !!! Strafe 5000,- Namib.Dollar oder 12 Monate Haft – oder beides. Versteinertes Holz ist Erbe der Menschheit, es steht unter Denkmalschutz.

Gleich beim Eingang trafen wir auf Welwitschias und versteinerte Holzstücke lagen wie Steine herum, sie waren aber an der Maserung zu erkennen. Susanne führte uns zu einem großen Baumstamm, etwa 300 Millionen Jahre alt. Am Baumstamm erkannte man die Jahresringe, es war einst ein Pinienwald. Bei einem weiteren Stamm war noch die Rinde zu erkennen und wenn man draufklopfte, klang es noch immer wie Holz. Die Baumstämme waren einst unter Sand begraben, der das Holz vor dem Vermodern bewahrte. Jede einzelne Zelle wurde durch Kieselsäure konserviert, der Baum „versteinerte“. Wind und Regen haben die Bäume schließlich freigelegt.

Schöne Eichblattsträucher und Euphorbia damara belebten die Felsenlandschaft. Nach dieser interessanten Runde durch die Erdgeschichte hielten wir Mittagsrast bei einem strohgedeckten Picknickplatz beim Eingang. Unsere Box war wie immer gut gefüllt. Die Mädchen-Guides sangen ein paar Lieder und freuten sich dann über Trinkgeld und unsere Speisen.

Kurz darauf bestiegen wir wieder unseren Bus, es lag noch ein weiter Weg vor uns. Bis Khorixas war die C39 noch eine Sandpiste, dann begann die Asphaltstraße, sie führte meist schnurgerade durch eine Hochebene am Rand der Fransfonteinberge dahin.

Kurzer Stopp bei der Tankstelle in Outjo. Es regnete stark, aber nur kurz.

Wir fuhren nun auf der C38 Richtung Etosha National Park, es war 16.30 Uhr.

Nach 100 km erreichten wir das Südtor, dem Anderson Tor, den Park. Springböcke, Giraffen und Zebras sahen wir auf der Zufahrt zum Okaukuejo Camp.

Der Etosha-Nationalpark ist Namibias Hauptsehenswürdigkeit mit 130.000 Besuchern im Jahr. Er ist mit 22.270 km2 etwa so groß wie die halbe Schweiz. 1907 erklärte der erste Gouverneur der deutschen Zivilverwaltung, Friedrich von Lindequist, große Teile im Norden Namibias, einschließlich der Ethosha Pfanne, zum Naturschutzgebiet.

Der Park ist zweigeteilt, in einem Bereich bleibt die Natur völlig sich selbst überlassen, in der anderen Hälfte gibt es Pisten und künstliche Wasserstellen, um die Tiere zu beobachten.

Die in 1065 m Höhe liegende 5000 km2 große Etosha Pfanne bildet ein riesiges, salzhaltiges Becken, das nur zeitweilig mit Wasser gefüllt ist. Etosha heißt großer, weißer Platz.

Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, gingen wir gleich zum Wasserloch. Bald ging die Sonne unter und färbte den Himmel orangerot. In einiger Entfernung vom Wasserloch stand ein Rudel Giraffen. Die Sonne schlüpfte noch einmal kardinalrot unter der Wolkendecke durch, die Giraffenköpfe ragten in die Sonnenscheibe. Langsam kamen sie näher. Der Leithengst beobachtete die Umgebung während die Weibchen und Jungen tranken. Eines nach dem anderen stupste er zum Wasser. Dann kam noch ein Nashorn.

Um 19.15 Uhr gingen wir zum Abendessen und dann gleich wieder zum Wasserloch, das nun mit Scheinwerfern angestrahlt war. Hinter einer Mauer standen bequeme Bänke, so dass man gemütlich die Tiere beobachten konnte. Die Giraffen waren noch immer da, später kamen noch drei Nashörner dazu und eine Thompson Gazelle trank hastig. Schakale strichen umher und spät kamen noch nacheinander zwei Löwinnen vorbei. Die Löwin war zwischen den braunen Steinen fast nicht zu sehen. Alle Tiere bewegten sich lautlos. Auf die Elefanten hatten wir vergeblich gewartet und so gingen wir um 23 Uhr zu Bett. Wir schliefen unter dem Moskitonetz, obwohl es gar keine Moskitos gab.

Okaukuejo Restcamp – Ethosha Pfanne – Halali Restcamp – 120 km

In den Morgenstunden trafen sich eine Herde Zebras und Gazellen beim Wasserloch, ein Oryx näherte sich langsam und trank zögernd, ebenso eine Großtrappe. Viele Webervögel umschwirrten das Wasser. In der Ferne zogen Gnus vorbei.

Um 8.30 Uhr bestiegen wir unseren Bus und verließen das Okaukuejo Camp. Es war herrlich warm. Durch den Park führen breite Straßen, die man nicht verlassen darf. Die Etosha Pfanne sieht ganz weiß aus durch abgelagerten Kalkstein. Wenn sie mit Wasser gefüllt ist, dann ist das salzige Wasser mit Flamingos bevölkert.

Die Sandpiste war breit, die Ebene weit bis zum Horizont, manchmal von niederen Büschen und trockenen Akazien bewachsen. Gazellen und Zebras zogen langsam in der Ferne vorüber.

Wir hielten bei einem Wasserloch mit grauem Wasser, trotzdem drängten sich viele Oryx, Zebras und Gazellen und eine Zebra-Kolonne war am Weg zum Wasserloch.

Beim nächsten Wasserloch waren Kudus, ein schöner Bock mit dreifach gedrehten Hörnern und viele Weibchen, zwei junge Böcke kamen nach und viele Schwarzgesichtimpalas, Kuhantilopen, Zebras und Warzenschweine. Eine Riesentrappe rastete unter einem Busch.

Die Wasserlöcher werden von der Parkverwaltung gefüllt. Es war sehr heiß geworden.

Wir fuhren nun zur Lodge Halali durch eine ebene, vor Hitze flimmernde Landschaft. Keine Tiere waren zu sehen.

Um 12 Uhr trafen wir im Halali Restcamp ein, das ebenso groß und weitläufig war, wie die letzte Lodge.

Dann auf zur Safari durch den Park.

Kirkdikdik, das sind kleine Antilopen mit großen Augen wie Bambis, Gazellen, Kuhantilopen und Gnus sahen wir zuerst. In der Nähe eines Wasserlochs trafen wir auf Löwen. Sie hatten ein Nashorn erlegt und rundum lagen 12 Löwinnen, davon drei junge satt gefressen im Schatten.

Weiße Sandpisten führten durch die weite Ebene bis zur ausgetrockneten Pfanne. Sie ist 4700 km2 groß. 2006 hatte es das letzte Mal geregnet, vorher fiel 15 Jahre kein Regen. Im weißen Sand waren noch Algenreste, daher sah die weite Ebene grünlich aus. Die Pfanne darf nicht befahren werden, nur am Ende der Stichstraße dürfen Besucher aussteigen. In der unendlich weiten, weißen Ebene flimmerte die Hitze, es hatte 38 Grad.

Dann fuhren wir wieder zur Lodge zurück, am Rückweg trafen wir noch einen einsamen Elfanten und Gnus.

Fortsetzung folgt……

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Letzter TEIL – „Reiseerlebnis“ Namibia

Halali Restcamp – Caprivi – Mahangu Safari Lodge – 690 km

Um 7 Uhr verließen wir das Halali Camp, noch eine letzte Safari Richtung Lindequist Tor und Parkausgang. Kleine Dikdik hielten sich neben der Straße auf, Gazellen weideten im trockenen Gras und eine endlos lange Reihe Zebras machte einen Morgenspaziergang. Zwei Hyänen streiften umher, eine Großtrappe lief neben der Piste und viele Kuhantilopen.

Wir fuhren entlang der Pfanne, trafen auf Gnus und verfolgten Elefantenspuren im Straßenstaub. Bis wir zwei große, weißgraue Elefanten im Akaziengebüsch sahen, die sich von der Straße entfernten. In Etosha gibt es die größten Elefanten Afrikas, sie sind bis 4,30 m hoch und bis 5 t schwer, doch ihre Stoßzähne kurz und brüchig durch Mineralienmangel. Dann trafen wir noch auf einen Elefanten am Straßenrand, der mit dem Rüssel die Akazienblätter abzupfte. Er fächerte mit seinen großen Ohren und bevor er wild wurde, fuhren wir weiter.

Wir erreichten bald Namutoni, ein von der deutschen Schutztruppe 1902/03 erbautes Fort. Es wurde ein Jahr später von 500 Ovambo angegriffen und zerstört. 1906 begann der Wiederaufbau nach den alten Plänen, 1950 stellte man die Anlage unter Denkmalschutz. Nach einem Fotostopp fuhren wir nun auf einer Asphaltstraße weiter und wir kamen rascher voran.

Durch das Lindequist Tor verließen wir um 8.50 Uhr den Etosha National Park.

Nach einem Shop-Stopp in der Mokuti Lodge fuhren wir weiter und auf der B 1 Richtung Südwesten nach Tsuneb. Die Straße führte schnurgerade entlang der Bahnlinie durch Akaziengebüsch. Die Bahn wurde zum Transport von Kupfer, das in diesem Gebiet abgebaut wurde, zum Hafen von Swakopmund gebaut. Am Rand begleiteten uns nun kleine Hügel und wir erreichten den Ort Tsumeb Namibias wichtigste Erzminenstadt mit breiten Straßen und Palmenallee wird auch als Tor nach Etosha bezeichnet. Eine Polizeikontrolle – der Polizist fragte nur how are you, where are you going?

Wir fuhren nun weiter auf der C42 Richtung Grootfontein. Zu beiden Seiten der Straße wieder eingezäuntes Farmland. Die gute zweispurige Asphaltstraße mit Hirtenbäumen als Rastplätze, führte durch sanfte Hügelketten. Eine Radarkontrolle hatte unseren Bus erwischt. Gut getarnt stand das Polizeiauto unter einem Hirtenbaum im Schatten. Für Schnellfahren, statt 100 mit 109 km/h gefahren, bekam unser Driverguide Peter einen Strafzettel über 100,- Namib.Dollar ( welche wir dann übernahmen ).

Wir fuhren dann weiter auf der B8 und erreichten um Grootfontein, das heißt große Quelle, eine Kleinstadt mit Palmen und blühenden Jacarandabäumen.

Bei der Einfahrt wieder eine Polizeikontrolle. Die Beamten saßen im Schatten eines riesigen Hirtenbaumes bei einem Stoppschild, ein nach oben gerichteter Daumen gestattete uns die Weiterfahrt. An der Straße wurden Obst und Gemüse verkauft.

Nach Grootfontein begann eine 257 km lange, gerade Straße nach Rundu, an der Grenze zu Angola. Palmen ragten aus dem Akazienwald, aus den Früchten werden Schlüsselanhänger geschnitzt. Nach 200 km Fahrt machten wir Mittagsrast unter einem Hirtenbaum.

Um 13.30 Uhr passierten wir ein großes Tor auf halber Strecke, danach gab es keine Zäune mehr. Das Tor wurde zum Schutz vor Einschleppung von Tierkrankheiten in den Etosha Park errichtet. Neben der Fahrbahn sahen wir Holzhütten mit Strohdächern, umgeben von Schilfzäunen. Die Leute bevölkerten die Straße, Peter musste ständig hupen, aber es war fast kein Verkehr. Am Bankett und im angrenzenden Buschland weideten Ziegen- und Rinderherden mit langen Hörnern. Die Landschaft hatte sich verändert. Es gab viele grüne Büsche und Bäume, manche blühten.

Bei der Tankstelle in Rundu waren viele Afrikaner versammelt. Frauen mit Babies am Rücken verkauften hartgekochte Eier und Würste aus dem Kochtopf. Sie blickten meist finster drein und wollten nicht fotografiert werden.

Entlang der Grenze zu Angola setzten wir die Reise fort.. Dieser Landstrich ist dicht besiedelt. Das Buschwerk brannte, schwarze Rauchwolken stiegen auf. Nach der Brandrodung werden neue Felder angelegt und das frische Gras für die Rinder wächst nach. Es war sehr heiß.

Später erreichten wir Divundu und bogen auf die D3403 ab. Die letzten 2 km zur Mahango Safari Lodge fuhren wir auf einer schmalen Sandpiste. Wir erreichten die Lodge um 18 Uhr. Wir hatten heute 690 km zurückgelegt.

Die Logde gehört einem Deutschen. Kleine Häuschen und Zelte liegen am Flussufer des Okawango im Schatten riesiger, alter Bäume. Die Vögel sangen und es wehte ein angenehmes Lüftchen.

Auf der Terrasse beim Fluß war für das Abendessen gedeckt. Mit Flusspferdschnauben und Grillengezirp schliefen wir im Zelt unter dem Moskitonetz ein. In der Nacht schlichen die Flusspferde durch das Camp und „schnauften“ direkt vor unseren Zelten.

Mahango Safari Lodge – Caprivi – Chobe Safari Lodge (Botswana) 420 km

Im Morgengrauen weckte uns Vogelgezwitscher. Um 7.10 Uhr starteten wir zur Flussfahrt am Okawango River. Mit zwei Motorbooten tuckerten wir los. Es war nicht viel zu sehen, von den Flusspferden ragten nur die Augen und Ohren aus dem Wasser. Manchmal tauchten sie kurz schnaubend auf. Vom einzigen Krokodil sahen wir nur kurz die Augen, bevor es auf Tauchstation ging. Der Fluss führt derzeit wenig Wasser und hat große Sandbänke. Kormorane saßen auf Steinen im Fluss, ein großer, goldbrauner Reiher und Enten flogen drüber. Das Ufer ist mit dichtem Schilf gesäumt. Wir sahen die Trampelpfade der Flusspferde, wo sie nachts das Wasser verlassen, um Gras zu fressen. Am Rand der Böschung entdeckten wir einen Waran, der aber gleich flüchtete, ebenso ein kleiner Gazellenbock und ein Warzenschwein. Nach einer großen Sandbank trafen wir noch eine große Hippofamilie. Bei einer Flussbiegung kamen Elefanten zur Tränke, eine Herde von ca 15 Tieren.

Am Ende legten wir wieder bei der Logde an und genossen das gute Frühstück. Anschließend fuhren wir auf der D3430 zurück zur B8 und weiter nach Osten Richtung Katima Mulilo.

Der Okawango bildet vor dem Caprivi die Grenze zu Angola und heißt Kawango.

Ab Bagani beginnt der Caprivi Korridor, ein bis 50 km breiter und ca. 450 km langer Landstreifen, ein Zugang zum Sambesi River für Namibia.

Noch vor 20 Jahren war der Caprivi Zipfel Namibias tierreichste Region. Neben Elefanten, Nashörnern, Flusspferden, Krokodilen, Hyänen, Löwen und Geparden gab es im Caprivi 22 Huftierarten, in der Etosha Pfanne nur 14, ua. Giraffen, Elen-, Pferde-, Rappen-, Moor- und Halbmondantilopen, Büffel, Streifengnus, Impalas und Wasserböcke. Die meisten Tierarten sind heute durch Krieg mit Angola, unkontrollierte Jagd, Wilderei und Brandrodung verschwunden.

Der Caprivi-Streifen ist nach Georg Leo Graf von Caprivi benannt, der Bismarck als Reichskanzler ablöste und am 1.7.1890 den Helgoland-Sansibar-Vertrag unterzeichnete.

Zu Beginn unserer Fahrt kamen wir an vielen Dörfern, bestehend aus Holzhütten mit Schilfdach und Schilfpalisaden rundum, vorbei. Fotografieren nur vom Bus aus erlaubt. Bei einem Aussichtspunkt am Okawango hielten wir an. Der breite Fluss schlängelte sich durch Schilf und Buschwerk. Beim Aussichtspunkt hielten sich zwei Kinder auf, die zwar unsere Schlecker nahmen, aber weiterhin finster dreinblickten. Kühe liefen über die Straße und in der Ferne sahen wir ein Dorf.

Von Bagani bis Kongola ist der schmale Landstreifen fast unbewohnt, keine Tiere nur Buschwerk zu sehen. Wir machten Rast bei einem Hirtenbaum, ich habe meinen Orchideenstrauch entdeckt, er wächst hier zu einem Baum. In meinem Blumentopf ist er ca. 50 cm groß.

Um 12.40 Uhr durchfuhren wir Kongola. Dorfbesuche sind nicht möglich. 300 km die gleiche Landschaft – gerade Asphaltstraße, Hütten, Kühe, Ziegen, verbranntes Gras und Buschwerk, angekohlte Bäume, keine wilden Tiere.

Katima Mulilo erreichten wir um 13.50 Uhr – Vierländerecke – Angola, Namibia, Sambia, Botswana. Einkaufsstopp bei einem Riesensupermarkt.

Weiterfahrt um 14.30 Uhr zur Grenze nach Botswana. Es war kein Verkehr.

Um 15.45 Uhr bei Ngomo verließen wir Namibia. Unsere Pässe bekamen im Grenzgebäude einen Ausreisestempel. Vor der Grenze zu Botswana mussten wir alle aussteigen, auf einen Seuchenteppich steigen und der Bus fuhr durch eine Desinfektionslösung.

Um 16.30 Uhr reisten wir in Botswana ein. Schnell und freundlich wurden unser Pässe gestempelt. Beim Grenzgebäude trafen wir den ersten Elefanten und große Elefantenfußbäume – Baobab. Gleich nach der Grenze begann der Chobe Nationalpark und wir durchfuhren ihn ein Stück auf einer breiten Asphaltstraße.

Kurz vor Kasane verließen wir den Park. Wir erreichten den kleinen Ort um 17.20 Uhr und nachfolgend die Chobe Safari Lodge. Im Garten patrouillierte ein Wächter mit Softgun (Steinschleuder) und Pfeiferl. Er sollte darauf achten, dass keine Krokodile aus dem Fluss und Diebe aus dem Dorf in das Hotelgelände kommen. Die Gruppe versorgte ihn mit einer Kanne Kaffee und Mannerschnitten, damit er wach bleibt und gut aufpasst.

Im Garten vor den Zimmern tranken wir Kaffee, es war angenehm warm und die Affen sahen uns von den Bäumen aus zu. Am Abendbuffet gab es ua. köstliches Ochsenschwanzragout.

Chobe Safari Lodge (Botswana) – Victoria Falls Safari Lodge (Zimbabwe) – 180 km

Einmal lange ausgeschlafen. Um 9.30 Uhr starteten wir zur Bootsfahrt am Chobe Fluß.

Der Chobe Nationalpark ist 10.700 km2 groß. Hier leben bis zu 35.000 Elefanten – die größte Konzentration in Afrika, sowie riesige Büffel- und Antilopenherden.

Unsere Gruppe fuhr auf einem großen Boot. Der Chobe fließt ganz langsam dahin, am Ufer braune Erde, hohe Bäume mit frischem Grün.

Die Dudu Insel liegt im Fluß an der Grenze Botswana/Namibia. Sie ist ganz flach, hat eine schwarze Erde und ist mit dichtem Gras bewachsen. Nicht weit von der Lodge entfernt durchquerte ein Elefant den Fluss.

 

Und dann ging es richtig los – Büffelherden, Affen, Hippos im Wasser, Kudu- und Gazellenherden, Schwarzstörche, Seeadler, Hornraben ... Auf einer Sandbank sonnte sich ein Krokodil, erst als unser Boot ganz nah war, verschwand es im Wasser. Auf der grünen Wiese weideten Wasserböcke und Impalas, Leguane spazierten am Ufer entlang, ebenso Geier, Nilgänse, Perlhühner und Reiher. Zwei große und drei kleine Elfanten tranken am Ufer und nahmen dann eine Schlammdusche, danach wurde der Rüssel mit reinem Wasser ausgespült. Ein Marabu fraß kleine Wasserschlangen, Krokodile lagen am Uferrand auf der Lauer, eines erwischte einen Reiher.

Dann kamen aus dem Park vier Elefantenherden zum Wasser. Die erste hatte ungefähr dreißig Tiere, darunter viele kleine Elefantenkinder. Sie standen in einer Reihe am Ufer, saugten mit dem Rüssel Wasser, hoben den Kopf und spritzten es ins Maul. Danach wurde noch ein Schlammbad genommen. Die Kleinen wälzten sich im Schlamm, die großen spritzten mit dem Rüssel. Die nächste Herde mit noch mehr Elefanten war im Anmarsch. In einer Reihe kamen sie aus dem Akazienwald um zu trinken, sie standen bis zum Bauch im Wasser.

Dann entdeckten wir zwei Hippos auf der Insel, der Rest der Familie, etwa 20 Tiere, war im Wasser.

Eine große Büffelherde marschierte einer hinter dem anderen durch das frische Gras, drei schöne Kudu-Böcke tranken am Fluß, sie spiegelten sich im Wasser. Rund um uns Tiere, Tiere, Tiere.

Wir waren begeistert.

Nach unserer Bootssafari verließen die Chobe Safari Lodge. In Botswana waren die Einwohner sehr bemüht um die Touristen, überall ein äußerst freundlicher Empfang und ein Superservice.

 Kasane ist ein kleiner Ort mit niederen, gemauerten Häusern mit Blechdach, Bananen- und Mangoplantagen und Gemüsefeldern am Ortsrand.

Um 13.30 Uhr waren wir bei der Grenze angelangt und verließen Botswana so schnell und problemlos wie wir eingereist waren.

Die Einreise in Zimbabwe kostete 30,- USD Visumgebühr und dauerte eine Stunde. Auf der Weiterfahrt trafen wir Kudus im Wald und Elefanten auf der Asphaltstraße.

Am späten Nachmittag erreichten wir die Victoria Falls Safari Lodge. Sie liegt abseits des Ortes Victoria Falls auf einer Anhöhe. Das aus viel Holz und Stein erbaute Hotel hat Terrasse und Bar mit Blick zu einer Wasserstelle in der Ebene und ein Pool mit Wasserfall unter Palmen. Nach einer Erfrischung im Wasser warteten wir auf den Sonnenuntergang. Dann kamen Büffel zur Wasserstelle, später Elefanten.

Am Abend fuhren wir mit dem Hotelbus zum Abendessen zum BOMA – Place of eating, einem Freiluftrestaurant in einem Garten mit Strohdach, zur Vic Falls Safari Lodge gehörend. Beim Eingang bekamen wir ein Tuch schräg umgebunden und weiße Punkte oder Striche auf die Stirn gemalt. Begrüßungstrunk war Boma – das Bier der Einheimischen getrunken aus einem Blechhäferl. Aus den Vorspeisen wählten wir geräuchertes Krokodil und vom Grill dann Büffelsteak. Viele Köche standen beim Grillfeuer und legten nach Wunsch Kudu, Büffel, Strauß oder Rindfleich auf. Auch gebratene Engerlinge wurden uns angeboten

( auch einer von uns hat diese verkostet ).

Dazwischen traten junge Burschen und Mädchen auf, die zu rhythmischer Trommelmusik sangen und tanzten. Dann wurden kleine Trommeln ausgeteilt und unter Anleitung des Vortrommlers trommelten viele Gäste mit. Es war ein toller Rhythmus und das Trommeln machte Spaß. Vom vielen Trommeln schmerzten meine Hände. Nach zwei Stunden Speisen und Spaß fuhren wir wieder zur Lodge zurück. Von der Bar aus beobachteten wir das Wasserloch. Drei Elefanten kamen noch vorbei.

Mit einem guten Drink beschlossen wir den schönen Tag, sicher ein Höhepunkt dieser Reise.

Als wir schon zu Bett gegangen waren, rief mich Peter unser Driver aufgeregt an. Ein Skorpion hatte Elfriede beim Zubettgehen in den Unterschenkel gestochen. Er war im Bettlaken gewsesen. Peter fing den Skorpion ein und rief sofort Tommy, unseren Wüstenfachmann in Swakopmund an. Dieser sagte je heller das Tier, desto weniger giftig und daher auch nicht tödlich, aber sehr schmerzhaft. Um Glück war es ein hellbrauner Skorpion. Peter versuchte mit einer Flasche und Vacuum das Gift aus der Wunde zu saugen. Ich rief den Arzt, welcher für unser Hotel zuständig war und die Ambulanz in Victoria Falls an.

Diese kam sofort, verabreichte Elfriede eine schmerzstillende Injektion und der Arzt im Krankenhaus saugte noch das Gift heraus. Es gibt viele Skorpione in Victoria Falls. Am nächsten Tag ging es Elfriede wieder gut.

Nach den nächtlichen Aufregungen schliefen wir gut unter dem Moskitonetz, es gab aber keine Mücken. Bei Sonnenaufgang tranken wir Kaffee auf unserem Balkon. Vor uns gingen die Gazellen zur Wasserstelle, Finken zwitscherten, ein Hornbill pickte Beeren auf und ein Gecko lief über das Balkongelände. Außer Grillenzirpen und Vogelgezwitscher kein Geräusch.

Die VICTORIA – Fälle

Um 7.30 Uhr begannen unsere Helikopterflüge über den Wasserfällen. 12 Minuten Flug kosten 95,- USD.

Welch ein Erlebnis, die Fotos vom Rundflug – ein „Schatz“.

Danach ging es zu den Wasserfällen am Victoria See – ein gewaltiger, unvergesslicher Anblick. Unsere Kameras standen wieder einmal im Dauereinsatz.

Der schottische Abenteurer, Missionar und Forscher David Livingstone besuchte am 16.11.1855 die gewaltigen Wasserfälle. Entdeckt hat er sie natürlich nicht. Vor ihm waren bereits einheimische Stämme, arabische Händler, portugiesische Forscher und burische Jäger bis hierher vorgedrungen. Durch Livingstone und seine Reiseerzählungen wurde die zu Ehren von Königin Victoria von ihm benannten Wasserfälle in Europa und Amerika bekannt. Die Stadt Livingstone entstand 1904 auf der sambischen Seite. Der Victoria Falls National Park wurde 1951 deklariert.

Elf Kilometer von Livingstone entfernt stürzt der Sambesi unter lautem Getöse 60 m tief in die enge Batoka-Schlucht.

Mosi oa tunya – heißen die Victoria Fälle in der Sprache des hier lebenden Kololo-Stammes – Donner, der raucht.

Die permanente Gischt von 500 Millionen Litern Sambesiwasser pro Minute in der Regenzeit im April bewässert einen kleinen Regenwald am Canyonrand. Er wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Eintrittsgebühr in den National Park betrug 20,- USD. Ausgerüstet mit Regenmantel und Wasserschutz für Kameras marschierten wir los. Ein Betonwegerl führte durch einen Akazienwald zu den Wasserfällen. Die ersten Wassersprüher kündigten den ersten Aussichtspunkt an. Über steile, hohe Steinstufen stiegen wir zum Boiling Pot hinunter.

Der Wind blies uns Wasserfontänen ins Gesicht, aber der Blick auf den über die Basaltklippen donnernden Sambesi und in die Batoka Schlucht war sehr schön. Üppige Vegetation im Vordergrund, die nassen Blätter glänzten im Sonnenlicht und vor uns der tosende Wasserfall. Die Kamera gut verpackt machten wir ein paar Fotos. Dann folgten wir dem Weg, der am Canyonrand entlang führte durch den Regenwald zum Danger Point.

Gegenüber tosten die grün-weißen Wasser des Sambesi in die Schlucht. Manchmal war die Gischt so stark, dass es von den Bäumen regnete. Leuchtend rot blühende Kugelblüten wurden durch das dichte Blattwerk manchmal herrlich von der Sonne beschienen. Sie bildeten einen schönen Vordergrund zum weißen Wasserfall.

Der Blick zurück von der Felsenkante zu den tosenden Wasserfällen war sehr beeindruckend und auch ein unvergessliches Erlebnis.

Zu Mittag verließen wir die Victoria Fälle und fuhren zum Picknick an den Sambesi. Im Schatten der Bäume mit einem Respektabstand zum Wasser – es könnten ja Krokodile herausschnappen – aßen wir unsere Brote. Dann zeigte uns Peter noch einen riesigen, mehrere hundert Jahre alten Baobab Baum. Er hatte einen ganz dicken Stamm, daneben sah Peter ( obwohl unser Fahrer an die 2 m groß war ) wie ein Zwerg aus.

Mit unseren Hotelbussen ging es am Abend zum Sonnenuntergang am Sambesi. Wir bestiegen 5 km von den Fällen entfernt ein Boot und legten um 16.30 Uhr ab. Auf der linken Flussseite ist Sambia. Der Sambesi ist 2700 km lang und hier bis 10 m tief. Wir fuhren 2,5 km Richtung Wasserfall. Um Ufer sahen wir Kormorane, einen großen Reiher und im dichten Schilf am Ufer Elefanten. Sie standen im schönsten Abendlicht und fraßen das frische Schilf. Eine Hippofamilie blinzelte in die Abendsonne. Die Sonne näherte sich dem Horizont und versank dann glutrot im dichten Grün.

Am Abend ging es zum Hotel, zum Abendessen.

Heute speisten wir à la card – noch einmal Strauß und Warzenschwein.

Im Rahmen dieses Dinners verabschiedeten wir uns herzlich von Peter unserem Guide ( er ist einer der besten ) und bedanken uns herzlich für seine sichere Fahrt und unschlagbare Betreuung ( insbesonders für seine Hilfe beim Biss des Skorpions ) –

wir hatten mit ihm 5251 km ( ohne jede Panne ) zurückgelegt……

„ Wer einmal dem „Zauber“ Afrikas erliegt ……., kommt immer wieder „

  lg albre13

Antwort auf: N A M I B I A - ein „Reiseerlebnis“ von WINDHOEK durch BOTS
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