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Kriminaltät in Marrakesch?

Wien, Österreich
Beiträge: 2
Kriminaltät in Marrakesch?

wie sicher ist Marrakesch? hab gelesen dass es immer wieder zu raubüberfällen mit messern (seite des us state department) auch bei tageslicht kommt bzw die mordrate eine hohe ist

was ist davon zu halten?

danke im voraus marc

19 Antworten zu diesem Thema
Albany, New York
Reiseziel Experte
für Oberbayern, New York
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Bewertungen: 86
1. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Hallo,

herzlich willkommen bei Tripadvisor.

Wir waren vor ein paar Jahren in Marokko, unter anderen auch in Marrakesch und hatten keinerlei Probleme. Wir sind zwar nicht alleine losgezogen, waren immer in Begleitung eines privaten Tourguides aber hatten keinerlei Vorkommnisse.

Ich denke wenn Du dort genauso vorsichtig bist wie Du es in NYC oder einer anderen Grosstadt waerst hast Du keine Probleme. Benutze einfach Deinen gesunden Menschenverstand und geniesse Marokko.

Undine

Frankfurt
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2. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Hallo marc h,

ich bin oft in Marrakesch und zwar überwiegend NICHT in den Touristen Ecken, sondern in den entlegensten Winkeln des Gassenlabyrinths. Auch dort, wo die Ärmsten der Armen leben. Mir ist noch nie etwas passiert (was NICHT heißt, dass NIE etwas passiert in Marrakesch).

Garantien dazu gibt es nicht. Man muss wissen, dass in Marokko trotz aller Öffnung in den letzten Jahren, Polizei und Gericht nach wie vor nicht zimperlich sind. Von ziviler Polizei und Geheimdienst ganz zu schweigen. Also ein Dieb überlegt sich das zweimal. Die Präsenz von ziviler Polizei hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Ich finde sie fast schon übertrieben (manchmal merkt man das). Grund ist neben der arabischen Revolution und Taliban (Attentat vor wenigen Monaten am Place Jemaa El Fna) vor allem die "Belästigung" von Touristen durch "Fremdenführer" (nahezu jeder männliche Marrkoaner ab 3 Jahre fühlt sich als Fremdenführer). Diese Fremdenführer waren derart "lästig", dass sich viele Touristen beschwert hatten. Für "westliche" Touristen war es eben ungewohnt, so bedrängt zu werden. Dabei muss man eben nur immer etwas hartnäckiger sein, als der, der seine Dienste anbietet und Augenkontakt und Kommunikation vermeiden. Dann klappt das. So wurden nun leider wie ich finde viele "Fremdenführer" um ihren wichtigen Nebenverdienst gebracht.

Klar, die Geheimpolizie hält sich mehr in den Souks (Märkten) auf. In den entlegenen Nebenstraßen vermuten sie keine Touristen (obwohl viele Riads sehr abgelegen sind...). Also ein gewissen Risiko besteht natürlich vor allem in den entlegenen Elendsvierteln. Der Norden der Medina ist spürbar religiöser und strenger, als andere Stadtviertel. Außerhalb der Medina ist es vor allem das Elendsviertel im Nordosten der und dort außerhalb der Medina, wo aber eigentlich so gut wie nie Touristen hinkommen.

Ich kann nur Marrakesch, auch und gerade außerhalb der Souks, wärmestens empfehlen. Folgende Punkte sollte man einfach beachten (aber das sind normale Regeln, die nichts mit einer besonderen Gefahrenlage zu tun haben).

1. Außerhalb der Souks und der Neustadt des Geschäftszentrums sollte man nicht alleine rumlaufen. Frauen schon gar nicht (hier geht es eher um Belästigung durch männliche Jugendliche als um wirklich gefährliche Situationen).

Als Frau sollte man auch allzu provokative Kleidung vermeiden. Es gibt zwar auch Einheimische in Mini, aber die wissen denke ich, was sie tun und wo sie sich wann zu bewegen haben. Es gibt eben enorme Unterschiede innerhalb der Stadt. Das wechselt mancmal von Meter zu Meter.

2. Freundlichkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg, also empfehel ich, sich so zu verhalten. Marrokkaner haben wir als überaus freundliche Menschen kennen gelernt. Gastfreundschaft ist heilig - zumal für Menschen, die irgendwie Hilfe brauchen.

3. Möchte man Angebote gleich welche Art nicht haben, ein kurzer Blickkontakt und freundlich sagen "nein, danke" (egal in welcher Sprache). Dann weitere Kommunikation und Blickkontakte vermeiden und einfach weiter gehen. Das wirkt immer (einfach hartnäckig bleiben - kann schon mal ein paar Minuten dauern ;-).

Wenn man sich einlässt, kann eine endlose Kette an Angeboten folgen (z.B. erst Führung in die Färbe- / Gerberviertel, die dann in Geschäften der Verwandten endet, vom Gerber zum Gewürzhändler zum Schwippschwager, der Teppiche verkauft etc etc etc). Das kann auch mal lustig sein. Die Situation unter Kontrolle behalten, aber man kann doch auch mal was kaufen, wenn einem was gefällt, warum nicht. Die Leute wollen auch leben, auch wenn Handel hier für unsere Verhältnisse vielleicht manchmal lästig ist. Uns macht das Spaß.

4. RECHTZEITIG vor Eintritt der Dunkelheit wieder entweder im Hotel/Riad sein oder auf dem Place el Fna oder in den bekannten belebten Vierteln der Stadt (westliche/südliche Medina und dort angrenzende Neustadt) oder am Taxi. Also auch abends zum Essen gehen so verhalten. Einige Plätze und Straßen sind so belebt, dass es kein Problem geben sollte. Ich war auch schon in abgelegenen Vierteln bei Nacht, aber das ist unangenehm, denn die Orientierung ist noch schwieriger und es sind keine Leute da, die einem Helfen könnten.

5. Es ist NORMAL und passiert am laufenden Band, dass man sich im Gassenlabyrinth der Medina verirrt. Entweder man hat einen der sehr guten und seltenen perfekten Stadtpläne und gute Orientierung oder man muss eben doch mal ein Angebot zur "Führung" wahrnehmen, um wieder heraus zu kommen (am Ende zahlen). Im ersten Jahr war das noch spannend. Heute finden wir es nur noch lustig.

6. Man muss respektieren, dass viele vor allem ältere Menschen aus religiösen Gründen nicht fotografiert werden wollen. Die Menschen leben auf den Straßen und es gibt eine große Solidarität. Ich weiß, dass einem ständig die verlockensten "lebenden Motive" die man sich denken kann, begegnen, aber die Menschen auf den Straßen beobachten die Touristen genau, schon von weitem, also es ist nicht so easy mit starkem Tele die Menschen einfach unbeobachtet ran zu holen.

Das sind überwiegend gute Ratschläge, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Nur die wenigsten haben wirklich mit Gefahren, Überfällen zu tun.

Die Marokkaner machen sich sorgen, dass nach dem Attentat vor einigen Monaten die torusiten wegbleiben. Staat und Bevölkerung sind sich da einig. Daher gibt es eine gesteigerte Solidarität und Aufmerksamkeit, damit Touristen nichts passiert. Leider hat sich die Stadt durch radikale Modernisierugn enorm verändert in den letzten Jahren. Dieser Trend hält an. Also besser heute als morgen hin fahren.

Risiken gibt es überall auf der Welt. Wenn man die vorgenannten Ratschläge beachtet, sollte es im Normalfall ein wunderbarer Urlaub in Marrakesch werden.

Viel Spaß wünscht

ikarusfly

Wien, Österreich
Beiträge: 2
3. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Vielen Dank für Ihre ausführliche und sehr differenzierte Antwort!

ich beginne mich bereits jetzt sicher und wohlzufühlen ;-)

Hua Hin, Thailand
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4. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Wir waren dort mit unserem kleinen Jungen, 6 Jahre alt, blond und blauauegig.

Man hatte uns vorher schon gewarnt. Beim Befahren der Altstadt und der Souks bekammen wir erst ein ungutes, dann ein Angstgefuehl. Wir haben

dort in der Altstadt das Auto nicht verlassen. Wir sind dann nach ausserhalb gefahren, haben tief Luft geholt und sind weitergefahren.

Also, Marrakesch als harmlos darzustellen, halte ich doch fuer ganz schoen naiv.

Frankfurt
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5. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Hallo fred463,

ich weiß nicht recht, was Du hier meinst. Ihr habt Angst gehabt, weil Ihr ein kleines Kind dabei gehabt habt, um das Ihr Angst gehabt habt und das ist ein fremdes Land und eine fremde Kultur.

Wenn ich das so richtig verstehe, ist mir Eure Angst zwar klar, ist aber unberechtigt.

Natürlich ist ein blondes Kind etwas Besonderes. Es würde bestimmt aufmerksam beobachtet. Aber das ist überhaupt kein Grund, Angst zu haben.

Beim ersten Besuch ist sowieso alles so neu und fremd und man sieht die exotischen Menschen, die exotischen Verhältnisse und den stolz der Menschen und sicher auch einige, die streng religiös wirken, sodass man gleich an Taliban und Iran und was weiß ich nicht alles denkt.

Und mit dem Auto in die Medina zu fahren, ist beim ersten Besuch Wahnsinn. Die Medina ist für Autos völlig ungeeignet. Nur kundige Einheimische trauen sich da hinein, weil man wissen muss, wo man hinfährt. Es ist ein Labyrinth und endet ganz schnell in engen Gassen.

Glaube mir, Marokkaner lieben Kinder - genau wie wir - egal welcher Haut- und Haarfarbe.

Seit vielen Jahren ist Marrakesch Touristenattraktion. Schau mal welche Tradition das Hotel Mamunia hat. Seit vielen Jahrzehnten gibt es Toursimus auf prominentestem Niveau. Auch in den Hippiejahren waren viele einfache Menschen in der Stadt. Es gab nie Probleme (wenn man nicht gerade mit Drogen Probleme hatte). Und heute ist die Medina voll von Franzosen (auch blonde), die hier leben, seit vielen Jahren, sich ein Riad gekauft haben und betreiben. Die Stadt ist tolerant seit vielen Jahren (wenn man Respekt hat).

Es gibt sicher Traditionen, die uns fremd sind. Ich möchte auch nichts entschuldigen oder verharmlosen.

Ich kann nur sagen, mit Respekt und Freundlichkeit ist diese wunderbare Stadt ein unvergesslich positives Erlebnis, gerade wegen ihrer Fremdartigkeit. Ein Traum aus 1000 und einer Nacht.

Schönen Gruß von

ikarusfly

Hua Hin, Thailand
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6. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Wir waren mehrfach in Marokko. Agadir, Essaouria, usw. Da haben wir auch

die Freundlichkeit der Marokkaner kennengelernt. Aber diese hatten uns

ja schon von der Fahrt nach Marrakesch abgeraten. Wir sind dennoch gefahren und haben im Nachhinein die Warnungen der Marokkaner verstanden.

Frankfurt
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7. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Nur so viel noch.

Ich habe bisher jetzt noch nichts Konkretes dazu von Euch gelesen, warum Eure Angst berechtigt sein sollte. Wenn man es nicht getestet hat...

Zu den Ratschlägen aus Agadir und Essaouria. Dies sind selbstverständlich harte Konkurrenten im Kampf um Touristen. Und da wird schon mal "Eigenwerbung" gemacht. Ich kenne Leute aus Agadir, die immer auf Marrakesch schimpfen.

Manches hat mit der Präsenz der Berber zu tun. Berber und Araber lieben sich nicht gerade, allerdings wird diese Konkurrenz mit kritischen Bemerkungen in Marrakesch selbst immer mit einem Augenzwinkern belegt. Dazu betreibt man schon viel zu lange Handel miteinander.

Was stimmt ist, dass die Händler in Marrakesch viel "aggressiver" ihre Waren und Dienste anbieten, als anderswo. Das hatte ich ja beschrieben. Am Anfang ist der Tourist da verunsichert. Wenn man weiß, wie man damit umgeht, ist es Spaß. Es kann durchaus auch sein, wenn man ne halbe Stunde über einen Preis verhandelt hat, den kredenzten "Berberwhisky" (Minztee) genossen hat und trotzdem nicht kauft, dass der eine oder andere seine gute Mine verliert und schimpft. Auch das ist Teil des Spiels. Auch das kein Grund zur Besorgnis.

Wie gesagt, ich sage NICHT, dass es in Marrakesch keine Kriminalität gibt, aber bei Beachtung von ein paar Regeln ist das ein wunderschöner Urlaub, ein exotisches Bad in Gerüchen, Farben, Ornamenten und Rassen.

Schönen Gruß von

ikarusfly

Bayern
Beiträge: 1
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8. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Hallo zusammen, besonders marc h!

Ich bin gerade mit meinem Lebensgefährten von einem 11-tägigen Aufenthalt in Marrakesch nach Deutschland zurück gekehrt, war also deutlich länger in der "Roten Stadt" als die meisten Touristen, die für maximal 3 Tage hin fahren.

Wir hatten ein Zimmer in einem Dar/Riad in einer kleinen Gasse in der Gegend zwischen Medersa Ben Youssef und Tanneries. Um irgendein Ziel in der Medina zu erreichen, waren wir also ganz automatisch immer wieder im Gewirr der Gassen unterwegs - oft weit und breit die einzigen Touristen.

Auch wenn viele Marrakchi - und besser als ikarusfly ("nahezu jeder männliche Marrkoaner ab 3 Jahre fühlt sich als Fremdenführer") kann man das nicht ausdrücken - mehr oder weniger aufdringlich ihre Dienste angeboten haben, wir haben uns nie belästigt oder gar bedroht gefühlt. Ein Vorteil waren sicher meine französischen Sprachkenntnisse, so dass ein freundliches "On sait ou aller, merci!" zum einen fast immer positiv aufgenommen wurde, zum anderen manchmal Ausgangspunkt für ein nettes Geplänkel war. Manche "Führer" haben uns nach ein paar Tagen schon erkannt und nur noch gegrüßt...

Marrakesch ist für Europäer eine andere, exotische, geheminisvolle Welt, keine Frage, aber diese Welt bietet uns so vieles zu entdecken, wenn wir nur ein bisschen offen hineingehen!

Wir haben auf jeden Fall vor, wieder nach Marrakesch zu reisen - Insha'Allah!

Gruß,

Patsmum

Frankfurt am Main ...
Beiträge: 1
9. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

Hallo zusammen,

ich bereise seit einigen Jahren mehrmals im Jahr Marrakech und kann nur eins sagen: Es gab bisher keine Situation, in der ich mich irgendwie unsicher gefühlt habe. Ich laufe lieber nachts durch die Medina, als nachts durch den Frankfurter Hauptbahnhof. Schau, dass Du ein Riad findest, was nah an einem Taxistand gelegen ist, so dass Du nachts nicht lange laufen musst. Wer sich auf Marrakech einlässt wird es lieben. Lieben Gruß Patrick

München
Beiträge: 418
Bewertungen: 105
10. AW: Kriminaltät in Marrakesch?

wie sicher ist Marrakesch? Hast du dir schon dieselbe Frage über New York, Berlin, London, Neapel.... usw gestellt? In all diesen Städten kommt es gelegentlich zu Raubüberfällen mit Messern... so what?

Antwort auf: Kriminaltät in Marrakesch?
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