Agua Azul - mit mir nicht mehr!

Die Wasserfälle von Agua Azul, auf halbem Weg zwischen San Christobal und Palenque sind wirklich ein besonderer Fleck Erde. Ich war letztes Jahr selbst dort und hab einige schöne Stunden dort verbracht. Von einem Freund der sich gerade in der Gegend aufhält, habe ich jetzt allerdings erschreckende Nachrichten bekommen.

Demnach versuchen die Betreiber des touristischen Zentrums in Agua Azul, die Bewohner eines kleinen Indio-Dorfes zu vertreiben, um ihr Geschäft auszuweiten. Dabei greifen sie auf die Hilfe einer paramilitärischen Organisation zurück, um die Dorfbewohner einzuschüchtern.

Im September wurden bei einem Überfall mit Schusswaffen und Knüppeln drei Bewohner des Dorfes schwer verletzt. Und im November kam es wohl schon zu einer ganzen Reihe von Bedrohungen. Da ist noch einmal ein Bewohner von einer Gruppe Angreifer bewußtlos geprügelt worden, und die Leute werden mit dem Tode bedroht, wenn sie nicht wegziehen würden. Rund um das Dorf, Bolon Ajaw heißt es und liegt direkt flußabwärts der Kaskaden, werden außerdem immer wieder Schüsse abgefeuert.

Die regionalen Behörden schreiten dagegen nicht ein, weil sich die Bewohner von Bolon Ajaw zu den Zapatisten zählen, einer Gruppe die für mehr Rechte der Indios kämpft und von der Regierung deshalb seit Jahren unter Druck gesetzt wird. Und diese paramilitärische Gruppe OPDDIC greift die Zapatisten auch an anderen Orten in Chiapas mit Rückendeckung der Behörden an.

Wenn man "Bolon Ajaw" googelt, findet man auch einige Nachrichten zu dem Thema, sogar auf deutsch.

Mit dem Wissen würde ich da heute jedenfalls nicht mehr hinfahren. So schön die Wasserfälle auch sind - ich hab keine Lust, mit meinem Besuch Leute zu unterstützen, die so mit ihren Nachbarn umgehen.