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Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

Langenfeld ...
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Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

2011-05-19 Calvi – Korsika – zwischen Meer und Bergen – und dazu eine gute Portion Kultur

Calvi, an der nord-westlichen Seite von Korsika gelegen, ist ein wunderschönes kleines Städtchen mit rund 5000 Einwohnern, das viel zu bieten hat: Es gibt einen Flughafen (Calvi-Ste. Catherine, der zwar noch nicht so intensiv angeflogen wird, aber immerhin); Calvi hat Fährverbindungen, und vor allen Dingen hat Calvi viel Natur. Ob nun das Meer oder die Berge, hier Urlaub zu verbringen bietet für jeden Geschmack etwas.

Wir waren dort vor 50 Jahren und jetzt wieder einmal im Mai 2011.

Und wir schwärmen immer noch von diesem weitläufigen Golf de Calvi mit seinem wunderschönen Sandstrand, an dem man weit laufen kann. Das Blau des Meeres und des Himmels! Und dazu dann der Duft der Macchia von den Berghängen.

Dieses mal kamen wir nach Calvi im Rahmen einer Kreuzfahrt, hatten also einen Tag Zeit auf alt-bekannten Pfaden zu bummeln.

Natürlich hat sich der Hafen verändert, vor 50 Jahren gab es nur ein paar Fischerboote und jetzt überwiegen die Sportboote. Es ist Leben dort an der Mole und auf der Strandpromenade mit seinen vielen Restaurants und Cafés.

Uns zog es zuerst in die Höhe, auf die Zitadelle, die das Wahrzeichen von Calvi ist. Sie liegt auf einem Felsvorsprung und hat mit ihren mächtigen Bastionen so manchem Angriff getrotzt. Im 12.-15. Jht. erhielt die Zitadelle durch die Genueser ihr heutiges Erscheinungsbild – von dort oben hat man einen schönen Ausblick über den Golf von Revellata bis hin zum gleichnamigen Kap. Aber auch auf der Zitadelle gibt es einiges zu entdecken: Die Kirche St. Jean Baptiste können Sie anschauen, aber viel schöner ist das kleine Oratoire St.Antoine mit Fresken aus dem 15.und 16.Jht. Alles so, als hätte der Pater gerade den Gottesdienst erst beendet. Das sollten sie nicht verpassen!

Weiter ging es für uns natürlich zum Haus von Christoph Columbus. Man sagt, dass CK hier 1451 als Genuese geboren worden sei – studiert man die Geschichte und die Geschichtchen, dann könnte es wohl so sein. Die Stelle ist mit einem Gedenkstein gekennzeichnet. Viel malerischer sind jedoch die Häuschen und die Gassen durch die wir weiter bummelten hinüber zur Ostseite der Zitadelle. Von hier aus blickten wir auf die Stadt und über den Golf von Calvi. Irgendwo habe ich einmal gelesen: „Calvi muss man betrachten…die Lage von Calvi ist von vollkommener Schönheit.“

Irgendwie stimmt das! Wir erinnern uns – mit Blick in die Höhe zur Madonna de la Serra, der kleinen Kapelle auf dem Bergrücken – als wir seinerzeit dorthin wanderten, um Calvi von einer anderen Perspektive zu betrachten.

Unser Tipp: Wandern Sie am späten Nachmittag (vielleicht ausgerüstet mit einem Korb mit Baguette, Käse und einem Roséwein) dorthin und machen Picknick mit Blick auf die ganze Bucht von Calvi – laufen Sie zunächst die Strasse Richtung Halbinsel Revellata und biegen dann links ab zur M.d.L.Serra – später können Sie den direkten Abstieg von der Kirche ins Städtchen wählen. Dann landen Sie genau im Ortskern mit seinen Butiken, Restaurants und Hotels.

Wenn Sie in Calvi sind und kein eigenes Boot besitzen, dann müssen Sie unbedingt einen Bootsausflug machen, die Westküste entlang zum Golf von Girolata und zur Halbinsel La Scandola – heute ist diese felsige Küste in allen Rot- und Brauntönen in die UNESCO Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Einfach fantastisch die Felsformationen im Abendlicht anzuschauen!

Und mit diesen so malerischen Eindrücken drehte unser Kreuzfahrtschiff, um noch einmal die Küste hinaufzufahren bis nach Calvi und dann dem nächsten Hafen entgegen.

5 Antworten zu diesem Thema
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1. AW: Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

Vielen Dank ,Corvus, für deinen anschaulichen Bericht über Calvi und Umgebung.

Leider gibt es immer noch viel zu wenig Besucher aus Deutschland , die diese Insel schätzen und lieben. Allerdings sind die Preise höher als in anderen vergleichbaren Urlaubsländern.

Wir waren ein paarmal in St. Florent, Algajola und südlich von Bastia und vor allem die Abschnitte zwischen Calvi , Algajola und Ile Rousse sind empfehlenswert für einen kombinierten Strand-und Wanderurlaub. Man sollte aber ein Auto mieten, dann ist man flexibler und der Radius größer.

Frankfurt
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2. AW: Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

Hallo an alle,

ja hier in Korsika an der Westküste hat alles angefangen - meine Liebe zum Mittelmeer und zu dieser Insel - beides hat bis heute angehalten.

Aber etwas Wasser sei doch in den herben und trotzdem guten korsischen Wein gegossen: Die Insel hat sich verändert in den letzten Jahrzehnten und zwar zum Nachteil:

die Deutschen haben diese Inseln vor vielen Jahrzehnten entdeckt - heute sind sie nicht mehr so zahlreich vertreten - das ist kein Nachteil. Stattdessen sind die italiener heute nach den Franzosen die meisten Touristen und da sind wir auch schon bei einem großen Nachteil:

Wo früher in Saint-Florent oder Calvi kleine gemütliche Ein- bis maximal Zweimaster am Hafen in der Abendsonne schaukelten sieht man heute vom Restauranttisch aus eine weiße Wand, blickt nach oben und sieht pervers große Schlachtschiffe - schrecklich was da an Geld in Häßlichkeit umgesetzt wurde - der Größenwahn nach dem Motto wer hat die größte Yacht ist seit vielen Jahren ungebremst. In den beschaulichen korsischen und sardischen Küstendörfchen ist das eine Katastrophe. Italiener, Russen, Franzosen und andere Verrückte mit Größenwahn - sicher auch ein paar Deutsche nd Engländer dabei.

Und die schönen kleinen Küstenstädte, die schon vor Jahrzehnten in den Sommermonaten aus allen Nähten geplatzt sind: sie waren trotzdem früher gemütlich. Heute ist das bei den wichtigsten Küstenstädten anders geworden: Bastia, Calvi und Porto Vecchio sind in der Peripherie mit schrecklichen modernen Bauten gewachsen - häßlich. Dass gilt auch für viele ehemals kleine Örtchen an der Ostküste: die platzen auch heute aus allen Nähten. Mal schnell an der Ostküste von Nord nach Süd fahren oder umgekehrt zur Rückfahrt zur Fähre ist heute ein Geduldsspiel geworden.

Schaut man darüber hinweg, bleiben natürlich die wunderschönen Altstadtkerne der genannten Perlen und nur wenige Kilometer außerhalb natürlich noch viel viel Natur pur. Doch auch hier starke Veränderungen: Der Korsikaurlauber hat auch abseits der Küste und abseits des Wanderwegs GR 20 die Schönheit des Inselinneren entdeckt. So sind ehemals verträumte Gebirgsbäche mit Wasserfällen und Badestränden im Inselinneren heute im Sommer von Massen überlaufen und mit Kanuvermietern und Abenteuerkletterparks übersät - schade! Wie kann man diese wunderschöne Natur nur retten?

Viele Korsikaliebhaber sehen also die Entwicklung der letzten Jahrzehnte mit einem weinenden Auge, aber wahre Liebe kann das nicht wirklich beeinträchtigen - wir weichen aus in Korsika - noch geht das...

Schönen Gruß von

ikarusfly

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3. AW: Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

Eine Verwandte von mir lebt seit 35 Jahren auf Korsika und hat von ähnlichen Veränderungen berichtet. Das sie im Sommer als Reiseleiterin arbeitet bekommt sie hautnah diese Negativentwicklung mit. Allerdings hofft auch sie, wie die meisten Inselbewohner, dass der Tourismus auf der Insel wächst und den Bewohnern ein Einkommen sichert, denn die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Es ist leider häufig so, dass die Wünsche und Vorstellungen der Einheimischen und die vieler Individualurlauber auseinanderdriften...

Und leider werden dann oft die gleichen "Sünden" begangen wie in anderen Urlaubsländern, wo man die Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit den Investoren und den Touristen geopfert hat. Ich finde es auch sehr bedauerlich, weiß aber nicht, ob man es stoppen oder ändern kann.

Allerdings ist diese Saison ziemlich schlecht, es kamen weniger Deutsche - und andere - als sonst. Das kann natürlich viele Ursachen haben, aber vielleicht sind einige Leute auch einfach ein wenig enttäuscht und überlassen den Schickimickis das Feld.

Wir können nur hoffen, dass die Insel wenigstens ein paar Plätzchen ohne Massentourismus retten kann.

Tschüss

patara01

Frankfurt
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4. AW: Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

Hallo patara,

Du hast natürlich recht. Das ist alles immer leicht gesagt, dass alles so bleiben muss, wie es ist, angesichts hoher Arbeitslosigkeit.

Ich kenne viele Korsen und Sarden. Gerade der Korse ist ja bekannt dafür, dass er Fremdeinflüsse hasst (und nicht selten sogar bekämpft). Die Korsen (wie früher auch die Sarden) leben daher oft zurückgezogen von der Küste im gebirgigen Hinterland (ist auch historisch begründet - Piratenüberfälle und Eroberungen waren an der Tagesordnung) für die Expansion an den Küsten sind meist Fremde (insbesondere Franzosen) verantwortlich, aber auch korsische Clane, die auch für viel Unheil in Korsika verantwortlich sind.

Natürlich gibt es sehr viel Landflucht insbesondere von der Jugend (nach Frankreich/Festland) und viele Korsen finden auch Arbeit mit dem Tourismus an den korsischen Küsten. Aber viele Korsen leiden unter den Veränderungen der Landschaft. Das heißt nicht, dass sie gegen Tourismus sind.

Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass es auch enorme Nettozuwendungen vom verhassten Frankreich an Korsika gibt. Ohne dieses Geld sähe es noch düsterer in den Bergen Korsikas aus. Aber Geld ist für die stolzen Korsen eben nicht alles...

Um auch da keine Zweifel aufkommen zu lassen: mir ist ein Klettergarten mit angrenzendem Campingplatz allemal lieber, als Hotelhochbauten, die 7 Monate im Jahr leer stehen.

Ich war immer für Camping auf den beiden Inseln. Das fördert die Mobilität und erhält so weit wie möglich die Natur.

Trotzdem muss es meiner Meinung nach nicht sein, dass an den schönsten Naturschauplätzen immer wieder gebaut wird (auch Campingplätze und Klettergarten nicht). Das sollten schlicht Naturschutzgebiete sein (im Inland wie auch an den noch verbleibenden unverbauten Küsten).

Es ist höchste Zeit, Korsika soweit wie möglich zu schützen und nur noch sanften Tourismus zu fördern - das ist langfristig auch erfolgreicher. Das muss sicher auch subventioniert werden, das ist mir klar. Aber dafür zahle ich gerne Steuern (und ich glaube die Franzosen auch, denn die lieben Korsika - eine einseitige Liebe eben...)

Schönen Gruß von

ikarusfly

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5. AW: Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen

Du hast vollkommen recht, ich sehe das genauso.

Man kann nur hoffen, dass es genug Einsichtige gibt, denen der Erhalt der Schönheit und Einzigartigkeit der Insel wichtiger ist als der schnelle Euro, um dann irgendwann feststellen zu müssen, dass die normalen Touristen (nicht die richtigen Inselliebhaber) irgendwann sowieso weiterziehen, um neue "Perlen der Natur" zu entdecken und zu verändern...

Wir waren zuerst 1974 dort, in St. Florent, dann immer wieder mal mit Abständen in verschiedenen Orten, und als wir 1996 wieder mal nach St. Florent fuhren waren wir ziemlich enttäuscht.

Und in Bastia findet man im Hafen mittlerweile ein Cafe und Restaurant neben dem anderen und alle müssen sehr um ihre Existenz kämpfen. Genauso sieht es in Calvi aus und in den anderen größeren Orten...

Hoffentlich werden wenigstens die großen Hotelklötze verboten?

Tschüss

patara01

Zuletzt geändert: 05 Oktober 2011, 17:23
Antwort auf: Calvi – Korsika – Natur & Kultur zwischen Meer und Bergen
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