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Sizilien, Quaxi (unser grasgrünes Auto) und wir

Wien, Österreich
Beiträge: 1
Bewertungen: 1
Sizilien, Quaxi (unser grasgrünes Auto) und wir

Wir hatten zu zweit Ende August bis Anfang September 2011 eine knapp 9tägige Reise mit dem Mietwagen durch Sizilien geplant. Aufgrund des Spätsommers galt unser vorwiegendes Ziel die Küste entlang zu fahren und dabei soweit wie möglich Sizilien zu umrunden (Küstenlänge 1152 km). Daher hatten wir unser Programm auch mehr auf die landschaftlichen Höhepunkte abgestellt und weniger auf die dortige Historie mit ihren Kirchen, Bauten und Museen. Nebenbei durfte dort natürlich auch die bekannte sizilianische Küche nicht zu kurz kommen. Am Ende sind wir exakt 1966 km gefahren (wäre es nur die Küste entlang gewesen hätten wir Sizilien fast 2x umrundet) und es war wirklich ein toller „Urlaub“.

Für diejenigen, die es nicht ganz so genau wissen wollen wie unser Urlaub verlaufen ist, sollten gleich ans Ende dieses Artikels springen, da wir hier das eine oder andere noch kurz zusammengefasst haben.

Um innerhalb von 9 Tagen wirklich viel zu sehen, musste der Urlaub natürlich ordentlich geplant werden. Und ihr könnt uns glauben, die Planung hat etliche Stunden in Anspruch genommen. Von den Hotels, den Sehenswürdigkeiten über die Fahrtrouten bis hin zum Benzinverbrauch wurde alles genau geplant. Nach zahlreichen Stunden waren wir dann endlich mit unserer Planung am Ende und die Reise konnte starten. Hierbei möchten wir auch gleich erwähnen, dass wir keine einzige Stunde unserer Planung bereuen. Hätten wir uns nur halb so intensiv vorbereitet, wären sicherlich etliche Stunden nur mit der Suche von unseren Zielpunkten verloren gegangen. Vor allem sämtliche Adressen vorab im Navi zu speichern und auch zu testen ob diese auch tatsächlich existieren hat sich als hilfreich erwiesen (ua Probleme können auftreten bei der Unterscheidung zw. „Via“ und „Viale“ dh manche Straßen findet man offiziell unter „Via“ im Navi sind sie aber unter „Viale“ abgespeichert. Oder zu wissen in welcher Region sich die Straße befindet war auch sehr hilfreich). Jedenfalls bis auf das eine oder andere Restaurant, das nicht an der angegebenen Adresse zu finden war, hatten wir alles ziemlich souverän und schnell gefunden.

Ankunft am Flughafen: Gelandet sind wir direkt in Catania (war aus diversen Überlegungen heraus die bessere Alternative ua da Palermo kein Ziel unserer Reise war; Palermo alleine hätte uns vermutlich schon eine Woche gekostet um nur einen Teil davon zu sehen).

Nach der Landung hatten wir uns gleich auf den Weg gemacht, um unsere Mietwagenfirma Europcar Italia zu finden. Wenn man das Flughafengebäude verlässt, sollte man sich rechts halten, dann sieht man`s ziemlich schnell. Es sind ohnehin alle Mietwagenverleiher im selben Gebäude. (Hinweis für diejenigen die noch wenig Erfahrung mit Mietwagen haben und diesen online buchen. Der Onlineanbieter muss nicht unbedingt ident mit der Mietwagenfirma sein. Dh man sollte bei Erhalt der Unterlagen genau prüfen wer der Vermieter vor Ort ist, damit man nicht etwas sucht das es dort nicht gibt. Wir hatten bspw. über CardelMar gebucht, Vermieter war allerdings Europcar Italia). Die Autoabholung hat grundsätzlich reibungslos funktioniert (in den Sommermonaten kann es aber zu längeren Wartezeiten kommen (hängt auch vom Vermieter ab). So 1-2 Stunden würden wir jedenfalls schätzen, dass man warten kann, wenn man wirklich zur absolut ungünstigsten Zeit den Schalter aufsucht. Zudem sollte man das Auto im Vorfeld gründlich auf Schäden untersuchen. Bei uns waren einige Schäden am Wisch nicht angeführt. Die dort verantwortliche Person hat diese Schäden zwar aufgenommen, aber ich glaube Schäden werden auf Sizilien anders interpretiert. Wenn man mal ein Woche dort unterwegs war, weiß man warum. Zudem, wir hatten es leider verabsäumt, würden wir jedem empfehlen eine Vollkaskoversicherung OHNE Selbstbehalt abzuschließen. Man wird in Sizilien zwangsweise einige Male in Situationen kommen, wo es zu Schäden am Auto kommen kann. Sei es durch total kaputte Straßen oder durch engste Gassen, in die einem das Navi lotzt. Wir hatten zudem das Problem, dass ein Navi mit dem Zigarettenanzünder nicht harmoniert hat – warum auch immer (gottseidank hatten wir ein zweites mit). Alsdann sind wir nach gründlicher Prüfung unseres Fahrzeuges nun endlich in unser Auto eingestiegen und in Richtung unseres Hotels in Fiumefreddo di Sicilia (Nähe Taormina) gebraust. Quer durch die Stadt durch, damit man gleich in den ersten Minuten sizilianischen „Verkehrsflair“ geniesst. Man sollte sich nicht wundern, aber sämtliche Verkehrszeichen, Zebrastreifen oder Ampeln werden dort grundsätzlich ignoriert. Der Verkehr ist wirklich ein Horror, aber man gewöhnt sich dran. Zugegeben so schlimm wie es in Catania war, war es während unserer ganzen Reise dann nicht mehr (in Palermo waren wir ja nicht). Wenn man sich dort ein Auto ausborgt sollte man jedenfalls schon seit einigen Jahren einen Führerschein besitzen und auch viel mit dem Auto fahren, ansonsten könnte man dort leicht in Situationen kommen, wo man die Nerven verliert.

Tag 1: Die ersten Stunden

Fahrt in Richtung Hotel „La Terra dei Sogni“ in Fiumfreddo di Sicilia (70 km vom Flughafen) – wirklich eine Spitzenunterkunft zu einem tollen Preis; Blick auf den Ätna zwischen Orangenplantagen und absoluter Ruhe. Zudem sehr freundliches und bemühtes Personal, die auch versucht haben sich den Gästen anzunähern und ein sehr freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Ich glaube zumindest 1x die Woche wird versucht gemeinsam etwas zu veranstalten. Bei uns war es ein Barbecue. Das Hotel selbst ist jetzt nicht unbedingt der pure Luxus, aber der sizilianische Flair ist dort jedenfalls sofort spürbar (und ich glaube das sollte dort zählen). Die Internetbewertungen sind ebenfalls durchwegs positiv. Entfernt liegt dieses Hotel ungefähr 20 Minuten von Giardini Naxos.

Naja aufgrund der späten Ankunft hatten wir uns dann am Abend nach Giardini Naxos zum Abendessen begeben. Ganz ehrlich – es war während unseres ganzen Urlaubes der grauslichste Ort mit absolut nichts Sehenswertem außer ständigem Stau und verbauten Stränden. Zudem hatten wir keines unserer auserkorenen Restaurants gefunden und hatten dann aufgrund der fortgeschrittenen Zeit das Nächstbeste nehmen müssen (und es war eine Touristenabzocke mit grindigem Personal und mittelmäßigem Essen). Der Tag hat dann für mich gleich mal mit meinem ersten Strafzettel in dieser Stadt geendet *grrr* (um halb neun abends geparkt und warum auch immer es dürfte noch kostenpflichtig gewesen sein). Nachdem wir schon beim Essen das eine oder andere Gläschen Wein hatten musste ich dieses Strafzettelereignis gleich noch in der Hotellobby mit 2 Bier runterspülen. (Exkurs Freundlichkeit des Personals im Hotel: Diesen Strafzettel habe ich am nächsten Tag einem Angestellten des Hotels gezeigt um mich zu informieren, wo und wie ich den zu zahlen habe – wenn dies erst im Nachhinein durch die Mietwagenfirma gemacht wird gibt’s saftige Aufschläge. Er hat sich dieser Sache zu 100% angenommen und mir versprochen dies vor Ort mit dem Parkplatzsheriff zu regeln, weil er glaubte, dass es sich hierbei um keinen Strafzettel sondern um eine Verwarnung handelte (Sinn einer Verwarnung??). Jedenfalls nach unserem Urlaub hat er uns eine Kopie zukommen lassen und hat dann aus seiner eigenen Tasche € 1,-- an Strafe bezahlt (warum`s € 1,-- war keine Ahnung). Jedenfalls spitzen Service und vielen Dank nochmals falls du das lesen solltest :o)).

Tag 2: Der Blick in den Norden

Früh auf und mit dem Auto durch die Insel hindurch (vorbei am Nationalpark „parco regionale dell‘ Etna) rauf in den Norden nach Capo d`Orlando und dann die Küste entlang zurück nach Taormina. Die Straße war eigentlich super in Ordnung, aber überall war Müll gelagert (die Sizilianer oder möglicherweise auch die Touristen sind solche Schweine, wir haben noch nie so viel Müll herumliegen sehen). Das Landesinnere selbst war zu dieser Jahreszeit, so wie wir es auch erwartet hatten, großteils durch den langen Sommer bereits ziemlich verbrannt. Trotzdem war das Landesinnere auch in den Tagen danach, durch stets unterschiedliche Vegetation gekennzeichnet. Im Frühling kann ich mir vorstellen, muss es dort ein Traum sein.

Angekommen in Capo d´Orlando war die Aussicht aufs Meer ein Traum auch der Kiesel-strand mit den dortigen Felsen war herrlich, das Wasser glasklar, aber leider waren uns noch immer zu viele Touristen dort. Spätestens jetzt hatten wir bemerkt, dass die Ferienzeit, zumindest für die Italiener noch nicht vorbei war (dauert soweit ich erfahren habe bis Mitte September). Da die Gesamtstrecke des heutigen Tages doch bei etwa 300 km lag, konnten wir uns nur bedingt längere Zeit an den Orten bzw. Stränden aufhalten. Bei einer Tagestemperatur von ca. 35 Grad war mir das klimatisierte Auto ohnehin lieber. Weiter gings die Küste zurück mit einem Zwischenstopp in Marinello/Oliveri. Zuvor hatten wir hiervon einen tollen Artikel über den super Strand gelesen, allerdings war dies mit Abstand der schmutzigste und vermüllteste Strand den wir in dieser Woche gesehen haben. Den Stopp hätten wir uns also ersparen können. Zur Küstenfahrt kann ich nur sagen, dass der Teil zwischen Capo d`Orlando und Taormina vermutlich einige der schönsten Küstenabschnitte besitzt, die man direkt mit dem Auto entlang der Küste fahren kann (TOP Nr. 1). Andererorts wird es zumeist sehr schwierig direkte Küs-tenstraßen zu finden, die mit dem Auto befahrbar sind. So gegen 16 Uhr sind wir dann in Taormina angekommen. Jeder der sich auf Sizilien vorbereitet kommt an Taormina nicht vorbei. Vermutlich der am meisten beworbene Ort den es auf Sizilien gibt und dementsprechend haben wir uns darauf gefreut.

Kurz und knackig Taormina. Parkplatzsuche war ein Alptraum (ca. 30 Minuten Fußmarsch von Taormina entfernt hatten wir einen Parkplatz ergattert). Der Küstenabschnitt ein Traum. Isola Bella (FLOP Nr. 1) einer der Sizilienflops. Erstens darf man diese Insel genau fünf Meter hinein betreten und zweitens liegen am dortigen Strand die Menschen wie Sardinen aufgereiht (im Sommer zu vergessen). Auch hier ist vermutlich die Jahreszeit ausschlaggebend. In die Stadt Taormina kommt man dann eigentlich nur mit der Gondel (€ 3,50 pP hin- u. retour). Zu Fuss wäre der Weg zu weit und mit dem Auto bin ich mir nicht sicher, ob es für Nichttaormina überhaupt erlaubt ist dorthin zu fahren. Jedenfalls in Taormina hat man einen netten Ausblick, es gibt eine zentrale Einkaufsstraße, aber dort gibt es ausser Souvenirläden und zigtausenden Touristen nur Touristen. Weil die Zeit an diesem Tag schon drängte (am Abend hatten wir unser Barbecue) hatten wir uns entschieden nur mehr das Teatro Greco zu besuchen und anschließend den Weg ins Hotel anzutreten. Teatro Greco (FLOP Nr. 2), naja was soll ich sagen, vermutlich die größte Abzocke während unserer ganzen Reise (Eintritt pro Person € 8,--; elektron. Guide etc. noch alles extra). Geht man rein und steht man ganz oben….woowhh…, welch ein Ausblick…., naja das wars dann aber auch schon. Es gibt dort eigentlich nix zu sehen, ausser dem Theater selbst, das sehr klein ist und ansonsten nur vom Ausblick lebt (den, wie ihr später noch sehen werdet tausendmal besser an anderen Plätzen findet zu € 0,--). Was dort, und da waren wir leider zur falschen Zeit vor Ort, sicherlich ein Traum ist, sind die diversen Veranstaltungen in dem Teatro Greco zB gibt es dort Konzerte von Joe Cocker, Opern etc. Dafür wären wir durchaus bereit gewesen € 100,-- (oder vermutlich mehr) zu zahlen. Jedenfalls waren die € 8,-- für nichts deutlich überteuert. Jedenfalls waren wir danach schlauer und sind danach zurück ins Hotel zu unserem Barbeque gekehrt. Nur kurz: Es war ein tolles Barbeque mit super Stimmung, 70% der Hotelgäste waren anwesend, die Vorspeisen waren köstlich, nur beim Gegrillten herrscht noch etwas Gewöhnungsbedarf, da man das Gegrillte ohne Beilagen serviert bekommt. Wird dann ziemlich fad mit der Zeit. Aber das konnten wir dann mit einer hervorragenden Sangria runterspülen.

Tag 3: Der Ätna ruft

Die Tour auf den Ätna (TOP Nr. 2). Wir hatten vorab online eine Tour gebucht. Leider, soweit wir recherchieren konnten, gibt es nur einen einzigen deutschsprachigen Bergführer dort, der aber leider zu dem Zeitpunkt nicht auf Sizilien verweilte. Daher war`s dann eben englisch, was auch kein Problem darstellte. Gekostet hat uns das ganze € 60,--/ Person inkl. Gondel, Bus etc. Schuhe, Jacke und frische Socken hat man auch vor Ort bekommen. Wenn man nicht die Popoklatschmädchentour (von der ich wirklich abraten würde, weil ansonsten ist man vom Ätna sicherlich enttäuscht) macht dh mit dem Bus rauf und dann mit dem Bus auch wieder runter, dann sollte man sich die Kleidung vor Ort ausborgen, weil danach kannst du deine Schuhe vermutlich entsorgen. Hierzu kann ich jedem nur anraten genau zu recherchieren, da die Preise zwischen den Anbietern doch sehr stark variieren. Wir sind mit dem Auto bis auf 1900 Meter nach Rifugio Sapienza (= im Süden; es gäbe auch die Nordtour) gefahren, danach mit der Gondel auf 2500 Meter und weiter mit dem Bus auf 2900. Das ist derzeit auch die max. Höhe die erlaubt ist. Aufgrund der aktuellen Eruptionen ist ein höherer Aufstieg per Gesetz und Strafe verboten. Im August 2010 war es letztmalig möglich ganz rauf auf die 3300 zu gehen. Unsere Tour hat um 10:30 Uhr begonnen und bis 15 Uhr gedauert. Naja jedenfalls hatten wir dort oben einiges zu sehen bekommen und sind nach ausführlicher Tour zu Fuss auf 1900 Meter zurückgegangen. Der Rückweg war herrlich. Man benötigt ca. 2 Stunden für den Rückweg, aber es ist einfach ein super Feeling, weil man durch mehr als knöcheltiefe Asche stapft und ständig nur bergab unterwegs ist. Es gibt aber auch den einen oder anderen der den Berg hinauf besteigen möchte. Persönlich würde ich dies nur den eingefleischten Wanderfüchsen empfehlen, weil der Weg sehr weit ist und ab einer bestimmten Höhe wird es aufgrund der Asche sehr mühsam. Wie lange man von 1900 auf 2900 benötigt weiß ich nicht, aber bergauf würde ich locker mal 5 Stunden und mehr einrechnen (wenn es überhaupt reicht). Uns hat die Tour sehr gut gefallen, obwohl es eigentlich nichts anderes ist als einen großen Steingeröllaschehaufen anzuschauen. Wenn der Name nicht Ätna wäre und es sich nicht um einen Vulkan handeln würde, würde kein Schwein dort rauf fahren. Einziges Manko der Tour war, dass es weder eine Begrüssung noch eine Verabschiedung vom Bergführer gegeben hat (vielleicht hat er ja gedacht er treibt Schafe rauf auf den Berg…wer weiß). Einmal sollte man`s jedenfalls gemacht haben, ein zweites Mal wär dann aber schon zuviel. Vor allem hat hier mehr das Erlebnis gezählt, als dass, was man dann wirklich zu sehen bekommen hat.

Nachdem die Verabschiedung ja so üppig ausgefallen war, sind wir dann ins Hotel zurückgefahren um uns der Körperpflege hinzugeben, weil ausgesehen haben wir wie Schweine (wenn man die richtige Tour macht). Ich kann jedem nur empfehlen, nach der Ätnatour entweder zurück ins Hotel zu fahren oder an den Strand, alles andere kann man den Mitmenschen nicht zumuten. Dann so gegen 17 Uhr gings wiederum ab nach Taormina, einerseits um uns Taormina nun genauer anzusehen und andererseits hatten wir dort vor Abendessen zu gehen. Naja zurück in Taormina, war es abends nun etwas einfacher einen Parkplatz zu finden, aber an den neuerlichen € 3,50 Gondelgebühr führte kein Weg vorbei. Auch diesmal sind wir die Einkaufsstraße entlang geschlendert, aber außer Massentourismus konnten wir auch heute nichts Neues entdecken. Aber wir wollten ohnehin nicht nur Taormina genauer ergründen sondern nach Castelmola, einem kleinen Ort direkt über Taormina. Wir dachten uns, gehen wir doch zu Fuss dorthin, weil irgendwo habe ich gelesen, dass man dorthin ca. 20 Minuten benötigt. Aber, glaubt mir, dass nächste Mal ist der Bus dorthin fällig. Es geht über steile Stufen und man braucht sicherlich knapp eine Stunde bis man in Castelmola ankommt. Aber die Herausforderung war`s wert und wären wir mit dem Bus gefahren, hätten wir nichts zu erzählen gehabt. Jedenfalls in Castelmola angekommen, war der Ausblick noch um ein Vielfaches traumhafter als in Taormina oder dem überteuerten Teatro Greco. Leider ist auch dieser Ort schon von diversen Ramschtouristenläden durchzogen, aber aufgrund der Tatsache, dass viele Touristen diesen Ort nicht unbedingt kennen oder sich nicht die Mühe machen dorthin zu gelangen, war der Tourismus dort ziemlich überschaubar. Wirklich sehenswert, und ich glaube sie hat dort auch bereits Kultstatus ist die Turrisi-Bar (TOP Nr. 3). Es handelt sich um eine drei- bis vierstöckige Bar (oder Cafè) mit Terrassen auf jedem Stockwerk und wunderbarem Ausblick. Was diese Bar so besonders macht…naja ihr werdet es sofort sehen wenn ihr dort reingeht.

Spätabends sind wir dann zurück nach Taormina um Abendessen zu gehen. Guter Essens-tipp: „Trattoria da Nino“ (TOP Nr. 4). Leicht zu finden. Man steigt aus der Gondel in Taormina aus und geht dann ca. 50 Meter links die Straße runter. Man sollte aber für sizilianische Verhältnisse entweder früher kommen dh so gegen 19 Uhr oder einen Tisch reservieren, ansonsten wird’s schwer. Grundsätzlich ist zum Abendessen in Sizilien zu sagen. Kommt man vor 21 Uhr ist man relativ alleine im Lokal. Die Sizilianer essen erst viel später und teilweise bis Mitternacht hinein. Zudem sind die Preise wirklich äußerst gesalzen. Pro Person unter € 20,-- ist eigentlich nur möglich, wenn man keine Vorspeise nimmt und sich von Pizza ernährt. Wir wollten aber die kulinarischen Spezialitäten des Landes probieren und da war schon mal ein Fisch oder eine der hervorragenden Nachspeisen dabei. Das summiert sich dann halt. Im Schnitt haben wir vermutlich zwischen 25 und 30 Euro pro Person inkl. Getränke pro Abendessen ausgegeben.

Tag 4: Abschied von Fiumefreddo di Sicilia

Weiterreise Richtung Süden nach Ragusa. An diesem bzw. schon am vorigen Tag hatten wir unsere einzige größere Planänderung. Eigentlich wollten wir an Tag 3 auch noch die Gole dell`Alcantara (Höhlen) besuchen, was sich aber zeitlich dann doch nicht ausgegangen ist, sodass wir nun gleich am Vormittag dorthinauf gebraust sind. Eigentlich wäre diese Touriattraktion für mich zu den großen Flops zu zählen gewesen, aber und dazu komme ich noch später, war dies nicht der Fall. Eintritt kostet pro Person € 8,--. Ich hatte mal gelesen, dass man diese nur zu bezahlen hat, wenn man mit dem Lift fährt, dürfte allerdings nicht ganz stimmen. Wir mussten Sie jedenfalls bezahlen, obwohl wir zu Fuss gegangen sind. Mein Tipp: Entweder vormittags oder spät nachmittags dorthinein gehen, da ansonsten der Touristenanstrom zu groß ist. Das Wasser dort unten ist wirklich eiskalt, auch im Hochsommer. Sollte also eine Reise zu einer anderen Jahreszeit geplant sein würden wir nach heutigem Wissensstand eine dort angebotene Tour buchen (auch wenn vermutlich relativ teuer), weil man dann Gummistiefel und Hochwasserhosen bekommt. Ohne diese ist das Wasser dort nicht betretbar, weil man es fast nicht aushält.

Zu den Höhlen selbst (eigentlich ist es ja eher eine Schlucht). Man geht dort nun runter und steht vor einem kleinen Fluss. Nach rechts kommt man keine 10 Meter, weil ab einer bestimmten Stelle der Fluss gesperrt ist. Aber genau diese Richtung würde eigentlich die Höhlen (Schlucht) ausmachen. Naja dann eben nach links. Geht man nach links gibt es überall, sowohl links als auch rechts vom Fluss teilweise riesige Felsbrocken, die nur schwer zu überwinden sind. Dh für unsportliche oder körperlich eingeschränkte Personen wäre die Reise hier schon wieder beendet. Und dafür € 8,--??? Naja wir waren ja beide nun noch jung und sportlich und hatten uns zudem einen Plan von diesen angeblichen Höhlen mitgeben lassen. Nachdem wir nun rechts nicht gehen konnten sind wir nun links den Fluss entlang gegangen bzw. geklettert (mit Flipflops wohlgemerkt). Der Plan hat uns jedenfalls angezeigt, dass weiter unten eine Ausstiegsstelle kommt wo sich eine Höhle befindet (oder zumindest haben wir diesen Plan so interpretiert). Jedenfalls sind wir, ich vermute 2 km flussabwärts über Stock und Stein geklettert, auf der Suche nach dieser Ausstiegsstelle (die wir bis heute nicht gefunden haben). Jedenfalls sind wir dann an einen Punkt gelangt, der mit unseren Flipflops nicht mehr zu überwinden war und im Wasser war die Strömung zu stark. Zudem waren wir uns mittlerweile auch sicher, dass hier irgendwas nicht stimmen kann. Daher entschlossen wir uns mal links abzubiegen, durch Dornen, Schilf und was weiß ich noch, um endlich wieder aus dieser Schlucht zu kommen. Den Rückweg wollten wir uns nicht unbedingt nochmals antun. Irgendwie sind wir dann aber in einer Orangenplantage herausgekommen, aus der es aber auch keinen Ausweg gab. Nach langem hin und her ist uns dann doch nichts anderes übriggeblieben als umzukehren und den beschwerlichen Weg zurück auf uns zu nehmen. Ich glaube 3,5 Stunden später, nach Ankunft in den Höhlen hatten wir dann endlich den Ausgang wieder erreicht. Wir haben dann dort nur erfahren, daß dieser Weg den wir gehen wollten gesperrt ist, wo sich dieser dann aber überhaupt befunden hat, keine Ahnung. Jedenfalls könnt ihr jetzt verstehen, warum es für mich kein Flop war. Aus heutiger Sicht war es ein witziges Erlebnis, weil wir 2 „Idioten“ den Plan falsch gelesen hatten (oder auch nicht) und danach mit Flipflops km weit marschiert sind, wo schon längst nichts mehr von den Höhlen zu sehen war. Hätten wir das aber nicht gemacht, wäre diese Sehenswürdigkeit mit Sicherheit eine der Top 3 Flops gewesen.

Naja nach diesem netten morgendlichen Spaziergang sind wir dann endlich Richtung Süden gefahren. Mit dem Ziel Siracusa. Um genau zu sein die Insel Ortigia in Siracusa. Eigentlich hatte ich wieder Verkehrschaos und Parkplatzsuche ohne Ende erwartet, aber nachdem Sonntag war, war absolut nichts los. So konnten wir relativ nahe an der Insel heran parken. Die Insel selbst haben wir dann zu Fuss umrundet, einige Sehenswürdigkeiten angesehen und noch kurz was gegessen. Das einzig witzige hier war, dass an diesem Tag, der obendrein noch so ziemlich einer der heissesten war, sich halb Siracusa am Meer eingefunden hat. Aber nicht wie sonst üblich am Strand, sondern auf einer Seite der Insel war eine ganze Armada an Schiffen, Booten, Luftmatratzen im Wasser, wo sich alle vergnügt haben. Leider waren wir dann am späteren Nachmittag schon ziemlich müde und haben uns entschlossen von dort aus direkt nach Ragusa zu unserem Hotel zu fahren, um uns etwas zu entspannen. Persönlich muß ich sagen, dass die Anfahrt nach Ragusa eines der WOW`s war, mit denen wir so nicht gerechnet hatten. Da Ragusa auf einem Berg hinauf gebaut wurde, war der erste Blick wenn man die Stadt sieht ziemlich beeindruckend. In der Stadt selbst braucht man dann ziemlich gute Nerven und vor allem gutes Geschick beim Autofahren. Die Stadt geht nur bergauf (bzw. bergab) und es sind überall kleinste Gassen in die man fahren muss, um überhaupt an seinen Zielort zu kommen. Dies war dann auch der Tag, wo die hintere Radkappe dran glauben musste und wir uns von Teilen der Kaution verabschiedet hatten (dachten wir zumindest – kurz vorm Heimflug sind wir dann draufgekommen, dass die Radkappe nicht kaputt war sondern sich nur verklemmt hatte…puhhh…Glück gehabt). Sollte man dann auch noch das Pech haben, dass man an einem Feiertag (oder besser gesagt an einem 3-tägigen-Feiertagsfest), so wie wir, in der Stadt ist und dann noch die einzige Zufahrtsstraße zum Hotel Mediterraneo Palace (von Best Western) aufgrund eines Straßenfestes gesperrt ist, wird’s mühsam. Nach dem einchecken und 1-2 ruhigen Stunden haben wir uns dann hinaus auf die Straße zum Straßenfest begeben. Naja war jetzt ein Fest wie jedes andere auch, sodass wir eigentlich eher auf der Suche nach einem Restaurant waren, wo wir gemütlich essen konnten. 1,5 Stunden später war es dann endlich soweit wir hatten eines gefunden und das keine 70 Meter von unserem Hotel entfernt in einer Seitengasse :o)). Und ich muß sagen die Suche hat sich ausgezahlt. Es war ein echt sizilianisches Restaurant ohne Touristen (naja fast, wir 2 eben). Das Essen war absolute Spitze und der Wein hervorragend. Der Preis war wie er halt überall war - gehoben.

Tag 5: Süßwasserseen vs. Meer

Nach dem Frühstück gings ab nach „Cavagrande del Cassibile“ (TOP Nr. 5). Ein Naturreservat in dem sich eine Schlucht mit vielen kleinen Seen in denen man baden kann befindet. Vor der Reise habe ich mich auf diese am meisten gefreut. Nach gut einer Stunde Autofahrt sind wir dort angekommen, haben € 3,-- für den Parkplatz bezahlt (wenn man das Auto weiter vorne stehen lässt, parkt man gratis), haben das Auto geparkt, die Badesachen aus dem Auto geholt und wollten uns in Richtung der Seen auf den Weg machen. Aber dann….BAMM…. der Wächter der Schlucht lies uns nicht runter, da wir kein festes Schuhwerk an hatten. Na super, nirgendwo ist das gestanden und wir hatten alles im Hotel gelassen. Jetzt waren wir beide ziemlich sauer. Was machen? Nachdem wir 15 Minuten planlos herumgestanden sind und auch ua im Cafè nebenan gefragt hatten ob wir Schuhe ausborgen können mussten wir ziemlich angesäuert das Areal wieder verlassen (nach 1 Stunde Autofahrt). Wir haben uns dann entschlossen Richtung Noto zu fahren und je länger wir fuhren desto mehr ärgerten wir uns. Irgendwann nach 30 Minuten waren wir dann in Noto und haben am Stadtrand ein großes Einkaufszentrum entdeckt. Wären es nicht die Schluchten gewesen, wir hätten es nicht gemacht, aber so haben wir uns dann tatsächlich in diesem Einkaufszentrum um ein paar Euro billige feste Schuhe gekauft und sind nochmals zurückgefahren. 2 Stunden später standen wir dann abermals vor der Tür, zumindest so schlau nicht nochmals für den Parkplatz zu bezahlen, sondern das Auto vorher stehen zu lassen. Nun sind wir auch problemlos an dem „netten“ Herrn vorbeigekommen und unser Abstieg konnte beginnen. An dieser Stelle, trotz unseres großen Ärgers, möchte ich allerdings festhalten, dass diese Regelung mit dem festen Schuhwerk absolut sinnvoll ist. Neben einem Hubschrauberlandeplatz ganz oben gibt es auch auf halber Höhe nochmals einen. Ich glaube daran kann man schon erkennen, dass hier häufig Unfälle passieren. Der Abstieg hat ca. 30 Minuten gedauert und man sollte ihn wirklich sehr vorsichtig angehen. Unten angekommen, gibt es dann viele kleine Seen mit herrlichem kühlen Wasser und wirklich einem tollen Flair. Für mich, schon aufgrund des Auf- und Abstiegs, eines der ganz großen Highlights auf Sizilien. Nach ein paar Stunden der Entspannung dann der Aufstieg. Puhhh… der hatte es wirklich in sich. Wir hatten diesen in rekordverdächtigen 30 Minuten geschafft (so wie auch den Abstieg). Nachdem wir nicht die Unsportlichsten sind war das eine tolle Herausforderung. Oben angekommen, war mir dann aber kotzeübel und ich hab dann nochmals eine halbe Stunde zur Regeneration benötigt. Mein persönlicher Tipp: Dieser Ort ist wunderbar, aber wenn man nicht gut zu Fuss ist oder etwaige Beschwerden an den Beinen hat, würde ich persönlich dort nicht runtergehen. Außer man hat die Zeit und es ist egal wie lange man rauf oder runter braucht. Mit Kindern oder weniger sportlichen Personen würde ich jedenfalls 1,5 Stunden für den Aufstieg einrechnen.

Nach unserer Regenerationsphase gings dann weiter, abermals Richtung Noto, aber diesmal um sich die Stadt etwas näher anzusehen. Man liest zwar in dem einen oder anderen Reiseführer wie toll doch Noto ist, aber ganz ehrlich, hätte ichs nicht gesehen würde mir auch nichts fehlen. Kann man getrost auslassen. Den Großteil unserer Zeit hatten wir dort mit der Suche nach einem lt. Reiseführer sehr bekannten Eisgeschäft verbracht. Schlußendlich hatten wir auch eines gefunden, aber ob es das richtige war wissen wir bis heute nicht. Und…auch dieses Eisgeschäft wird mir nicht in Erinnerung bleiben. Somit gings dann kurz darauf, es war mittlerweile ca. 16 Uhr in Richtung Marzamemi (TOP Nr. 6). Marzamemi ist nur ein kleines Fischerdorf, aber irgendwie hat es uns dort wirklich super gefallen und es hatte auch etwas Besonderes. Man muß natürlich sagen, dass es immer davon abhängig ist, zu welcher Tageszeit man welche Plätze besucht und wie die persönliche Stimmung gerade ist. Die Temperaturen waren bereits angenehm und wir waren vermutlich am richtigen Ort zu der Zeit. Der Ort hatte nicht viel zu bieten, aber es war einfach sizilianisch. Bekannt ist der Ort angeblich für sein Filmfestival, dass zumeist in den Sommermonaten abgehalten wird. Soweit ich weiß allerdings ausschließlich italienische Filme (keine Hollywoodstreifen). Zu unserer Zeit war es allerdings bereits vorbei damit (es gibt auch eine Homepage dazu). Von Marzamemi sind wir dann noch über Portopalo di Capo Passero die Küste entlang gefahren und haben dann noch einen Zwischenstopp am Meer gemacht. Der Strand war traumhaft. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sind wir dann auch gleich Abendessen gegangen und anschließend Richtung Ragusa gedüst. Dort angekommen hatten wir relativ schnell wieder bemerkt, dass ja heute noch immer einer dieser verdammten Feiertage war. Ich weiß nicht mehr wie lange wir im Kreis gefahren sind, aber es war sehr lange und mein Gemüt hat sich langsam Richtung Zorn gewandelt. Es war einfach kein Parkplatz zu finden, zudem hatte ich die Orientierung verloren und das Navi hat uns stets zu irgendwelchen Straßen gelotst, die gesperrt waren. Gottseidank gabs einen Copiloten mit gutem Orientierungssinn. Eine Stunde später hatten wir dann keine 100 Meter entfernt doch einen Parkplatz ergattert.

Tag 6: Der Tag der Südküste

Abschied von Ragusa und ab Richtung Agrigento um unser 3. Hotel zu beziehen. Dieser Tag war eigentlich von relativ viel Autofahren geprägt und vor allem von wenig Stress, da wir keine besonderen Pläne für diesen Tag hatten. So ging es los runter nach Pozzallo, die Küste entlang über Marina di Ragusa und Gela bis nach Licata (TOP Nr. 7). Wo wir dann auch unseren Stopp einlegten. Und ich sage es gleich. Für mich persönlich vermutlich der schönste Strandabschnitt, den wir besucht hatten. Glasklares Wasser, absolut sauberer Sandstrand, ein Traum. Dort haben wir dann auch eine Weile verbracht, bis wir dann weiter nach Agrigento gedüst sind. Nachmittags hatten wir dann Agrigento erreicht und uns auf den Weg zu den Tal der Tempeln (FLOP Nr. 3) gemacht. Kann man nicht verfehlen, sieht man sofort bei der Anfahrt zur Stadt auf einem Hügel (warum es Tal der Tempel heisst, bitte irgendwo nachlesen wir wissen es nicht). Dort angekommen, leider nicht umgänglich, muß man gleich mal € 3,-- fürs Parken ablegen. Danach zur Kassa und …bowwhhh… nochmals € 11,-- pro Person. Auf die Frage ob wir auch einen elektronischen Guide möchten und irgendwelche Unterlagen, haben wir uns nach Rückfrage des Preises dazu entschieden dies nicht zu nehmen (wären nochmals ca. € 8,-- pP gewesen). Möchte man zudem auch noch das Museum dort besuchen, kann man nochmals um die € 5,-- ablegen. Dh hätten wir das gesamte Paket genommen, und eigentlich wäre es sinnvoll gewesen, hätten wir pro Person um die € 20,-- Eintritt bezahlt. So nun sind wir dann eben in abgespeckter Version dort rein. Ich sage mal so. Es war nett. Wenn ich allerdings die ersten 50 Meter gesehen habe, kenne ich das ganze Gelände, dass ohnehin nicht sehr groß ist, zudem war ein nicht beträchtlicher Teil (wie komischerweise bei fast allen Sehenswürdig-keiten) gesperrt. Nicht zu erwähnen, dass sämtliche Beschreibungen von diversen Objekten ausschließlich in italienischer Sprache waren. Mein Fazit: Ein gerechter Preis hierfür liegt inkl. Guide bei max. € 10,--. Alles andere ist Wucher. Wieder eine Erfahrung reicher sind wir von hier direkt weiter ins Hotel. Eine weitere Besichtigung der Stadt Agrigento war unsererseits nicht geplant.

Gegen den frühen Abend sind wir dann in unserem letzten Hotel „Oasi del Borgo“ ange-kommen (ca. 30 km von Agrigento Richtung Westküste). Eigentlich war es kein Hotel sondern eher ein Anwesen. Die Lage dieses Anwesens war absolute Spitze. Auf einem Hügel gebaut mit Blick aufs Meer und keine 5 Minuten entfernt war ein kleiner Nationalpark mit einem Strand. Auch ein kleines Lebensmittelgeschäft sollte anscheinend in unserer Nähe sein, dass wir aber nie von innen gesehen haben. Nach einigen Minuten der Rast haben wir uns dann auf den Weg gemacht, um uns zuerst den Strand anzusehen und uns anschließend dem Abendessen hin zu geben. Da direkt in der Nähe nichts zu finden war mussten wir bis in die Nähe von Eraclea Minoa fahren (ca. 10 bis 15 Minuten mit dem Auto). Dort sind wir dann, ich tue mir schwer dazu Restaurant zu sagen, in ein riesiges Anwesen gefahren, an deren Ende sich ein Restaurant befunden hat. Als wir ankamen waren wir wie immer so ziemlich die ersten. Wie schon gesagt, wir sind es nun mal gewohnt so zw. 20 und 21 Uhr allerspätestens zu essen, die Sizilianer kommen dann so gegen 22 Uhr oder später. Jedenfalls wollten wir an diesem Abend Pasta essen. Der Kellner, der zufälligerweise perfektes Deutsch sprach, hat uns empfohlen das Menü zu bestellen, da wir hier sowohl Pasta als auch Fisch finden würden. Nun ja wir dachten uns nix dabei und bestellten uns das Menü. Und dann hat sie begonnen….die Schweinefütterung. Nein stop….zuerst juckte es noch an meinem ganzen Körper und ich wusste nicht warum. Ich wurde innerhalb von 5 Minuten von ca. 20 Gelsen oder vielleicht auch 20 mal von 1 Gelse gestochen. Diese Viecher dort sind um einiges aggressiver als bei uns. Zu Gesicht bekommen habe ich aber keine, die waren wie unsichtbar. Gottseidank habe ich zur Linderung dann zumindest einen Gelsenspray vom Kellner erhalten. So nun zurück zur Schweinefütterung. Noch mal zur Erinnerung wir waren zu zweit. Begonnen hat das Ganze mit einem großen Teller Antipasti pro Person. Darauf war zu finden: Lachsfiletstück, ein lachsähnlicher Fisch ebenfalls als Filetstück, eine Muschel mit Shrimps und darüber irgendeine Mayo, klein geschnittene Tintenfischstückchen, eine weitere Muschel vollgefüllt mit Couscous und noch irgendwelche überbackenen Fischstückchen. Dazu dann noch das obligatorische Weißbrot. Dabei natürlich noch eine Flasche Weißwein und ein Liter Mineral. Eigentlich wäre ich an dieser Stelle bereits satt gewesen. Na dann kam Gang 2. Ich weiß nicht wie ich das von der Größe her beschreiben soll, aber wir bekamen Paella serviert. In einer großen Schüssel, in der zumindest kenne ich das so, normalerweise Lasagne serviert wird. Diese Schüssel war für beide gedacht. Naja, bis jetzt noch nichts besonderes, aber mit viel Mühe haben wir gerade mal so 2/3 Drittel dieser Schüssel geschafft. Zu einem Zeitpunkt, wo die Schüssel noch halb voll war, kam dann plötzlich der 3. Gang serviert. In derselben großen Schüssel nur waren es jetzt Nudel mit irgendeinem Fleisch (vermutlich Kalb). Ich dachte, dass gibt’s ja nicht, wer soll denn das essen. Wir beide bereits voll bis obenhin, schlecht war uns bereits, wollten aber unseren guten Willen zeigen und noch einige Happen davon essen. Es war ein Kampf. Aber ich glaube keiner von uns hat mehr geschafft als max. 2 Löffel. Nebenbei hatten wir dann noch gescherzt, wann denn endlich er Hauptgang kommt und man mag es nicht für möglich halten, aber der kam wirklich noch. Wieder für jeden von uns ein separater Teller mit einer ganzen Goldbrasse darauf, 3 oder 4 Stück Garnelen und einem in Öl und Essig eingelegtem Fischfilet. Tja, es ging einfach nicht mehr. Was können wir da machen. Wir haben begonnen uns künstlerisch zu betätigen. Die Goldbrasse habe ich zumindest geschafft aufzuschneiden, die Garnelen auseinanderzunehmen und das andere Fischstück aufzuschneiden. Gegessen habe ich davon vielleicht zwei Happen. Als dann der Kellner unser Leiden gesehen hat, hat er uns die ganzen Restbestände abserviert und verhöhnend gefragt, ob wir auch noch eine Nachspeise möchten. Wir haben dem natürlich zugestimmt. Gekommen ist gottseidank ein Minisorbet, was aber auch nicht mehr zu schaffen war. Naja hätten wir uns vermutlich vorher, dass Publikum angesehen, wäre uns eigentlich bald klar geworden, dass hier was nicht stimmt. Die Masse der Gäste war schwer übergewichtig. Dann gings ans zahlen. Wir haben eigentlich damit gerechnet eine Batzenrechnung begleichen zu müssen, weil wir schlauerweise davor nicht gefragt hatten, was denn der ganze Spass kostet. Und es war eines der wenigen Male wo ich sagen muss: „Es war wirklich günstig“. € 18,-- pro Person mit allem drum und dran. Das soll denen erst mal jemand nachmachen.

Tag 7: Der Tag der Westküste

Einer unserer intensivsten und längsten Tage gemessen an den gefahrenen Kilometern stand uns bevor. Geplant war die Westküste entlang rauf bis zur nördlichsten Spitze nach San Vito lo Capo. Auf gings über Sciaccia und über Mazara del Vallo bis nach Marsala. Bis auf ein, zwei kleinere Kaffeepausen und kleineren Strandspaziergängen gings eigentlich relativ zügig bis nach Marsala. Eigentlich wollten wir uns auch in Marsala länger aufhalten, schon wegen dem berühmten Mandelwein, aber irgendwie hat es sich nicht ergeben und so sind wir dann auch gleich weiter nach Trapani. In Trapani kann man relativ nett eine Küstenstraße entlang fahren und kommt irgendwann in das Hafenviertel. Nachdem wir hier bereits die eine oder andere Luxusjacht entdeckt hatten, wollten wir uns zumindest eine Weile den Hafen ansehen. Parkplätze waren zur Genüge vorhanden. Lag aber eher daran, dass es dort mehr Parksheriffs als Autos gab. Der Hafen war übrigens sehr nett anzuschauen. Direkt am Hafen hat es übrigens auch eine hervorragende Panetteria (sehr klein) gegeben, wo wir uns stärken konnten. Mittlerweile war es so gegen Mittag und wir wollten eigentlich auch noch den Fischereihafen ansehen, da wir irgendwo gelesen hatten, dass so gegen 13/14 Uhr die Fischerboote zurückkehren (Trapani ist übrigens bekannt für die Thunfischjagd). Leider wussten wir nicht, wo genau der Fischereihafen sich befindet, so sind wir dann einfach mal weitergefahren. Wie sollte es auch anders sein, keine 5 Minuten entfernt kamen wir auch direkt in den Fischereihafen. Leider war es nix mit der Rückkehr der Fischerboote, warum auch immer. Entweder waren sie schon zurück oder kamen erst später, jedenfalls den erwarteten großen Fischhandel hat es nicht gegeben. Zumindest konnten wir uns dann erstmalig an einem Straßenstand mit diversen sizilianischen Köstlichkeiten eindecken ua einer Thunfischsalami.

Am frühen Nachmittag gings dann weiter in Richtung Erice (TOP Nr. 8). Erice ist eine sehr kleine alte Stadt auf einem Berg und so etwas wie das Wahrzeichen von Sizilien. Es ging steil bergauf durch unzählige kurvenreiche Straßen. Verwundert waren wir nur, daß wir so ziemlich die einzigen waren die dort raufgefahren sind. Oben wussten wir dann auch warum. Einerseits gab es auch noch eine andere Zufahrt (für die Mädchenautofahrer) und andererseits gab es auch noch die Möglichkeit mit der Gondel dort rauf zu fahren. Wo die Einstiegsstelle war keine Ahnung. Jedenfalls für uns war die Fahrt mit dem Auto ein super Erlebnis – Rallyfeeling pur. So ca. an der Ausstiegstelle der Gondel haben wir dann auch unser Auto geparkt. Viel weiter ist die Zufahrt zu der Stadt dann auch nicht mehr möglich. Den Rest muss man zu Fuß gehen. Gleich vorweg, aber für uns war Erice vermutlich, das Highlight schlechthin. Wenn man durch die Straßen schlendert, fühlt man sich in die damalige Zeit versetzt (wenn man die Seitengassen benutzt, nicht die Touristenpfade). Wir hatten dann auch noch einen Blick in eine Kirche geworfen. Und ich sags gleich, normalerweise kann man mich mit einer Kirche nicht beeindrucken, aber diese hatte was. So sind wir dann durch die Stadt geschlendert immer leicht bergauf, bis wir so ziemlich am obersten Plateau angelangt sind. Und ich glaube jeder der schon mal da war wird es mir bestätigen. Vergesst den Ausblick von Taormina aus, vergesst den Ausblick vom Ätna, der mit Abstand beste ist auf Erice. Ein Traum. Das einzige Manko war leider, dass der Ort schon sehr von Touristen überbevölkert ist und war. In der Hauptgasse reiht sich ein Souvenirshop an den nächsten, leider. Aber wäre es kein Touristenort, wären wir vermutlich auch nicht dort gewesen. Naja man kann nicht alles haben. Leider, ich wäre hier gerne länger geblieben, aber wir hatten noch einiges vor, sodass wir weiter in Richtung San Vito lo Capo mussten. Nun hat uns unser Navi zwar die andere Straße hinuntergelotst, aber über welche Feldwege wir hier unterwegs waren, war schon sehr autoschädigend, aber es war lustig. Nach einer längeren Autofahrt über Stock und Stein sind wir dann auch irgendwann wieder auf eine „normale Straße“ gekommen. Ich glaube es war so ca. 16 Uhr als wir in San Vito lo Capo angekommen sind. Jedenfalls es war den Weg nicht wert. Wir hatten wiedermal unser Auto geparkt, ein Parkticket gelöst und haben uns auf den Weg Richtung Strand gemacht. Ich glaube wir waren dort für keine 10 Minuten. Es war die Touristenhölle. Lignano lässt grüßen.

Nachdem es dort auch ansonsten nichts zu sehen gab, haben wir uns entschieden ins Riserva Naturale dello Zingaro (TOP Nr. 9) zu fahren. Und es wird sich herausstellen, dass es eine gute Entscheidung war. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, gibt es zumindest 2 offizielle Möglichkeiten sich in das Naturschutzgebiet zu begeben. Einmal vom Norden aus und einmal vom Süden aus. Man sollte jedenfalls solange fahren, bis es nicht mehr weitergeht, weil es auch davor schon den einen oder anderen Strand gibt, der aber nichts mit dem eigentlichen Naturschutzgebiet zu tun hat. Jedenfalls kostet der Eintritt dort 3 Euro pro Person. Aufgrund unseres späten Eintreffens um 18 Uhr haben wir sogar einen Euro Rabatt erhalten. Was wir allerdings nicht wussten ist, dass um 20 Uhr alle das Naturreservat verlassen haben müssen. So kam es uns zugute, daß uns San Vito lo Capo „abgeworfen“ hat, weil ansonsten wären wir sicherlich nicht vor 19 Uhr dort gewesen und dann wärs nix geworden mit dem Naturschutzgebiet. Das Naturschutzgebiet ist natürlich nicht nur ein Naturschutzgebiet sondern es gibt dort auch eine Vielzahl von kleinen Buchten in denen man schwimmen kann. So hat uns der Kartenverkäufer eine Karte des Naturschutzgebietes mitgegeben und gesagt, dass wir 20 Minuten bis zum ersten Strand (Bucht) benötigen dh auch 20 Minuten für die Rückreise, die wir natürlich einzuplanen hatten. Irgendwie jedenfalls hatten wir unsere Badesachen dabei, und sind wieder mal mit unseren Flipflops über einen steinigen Weg die Küste entlang spaziert. Aufgrund mangelnder Italienischkenntnisse jedenfalls dürften wir aber an der erwähnten Bucht vorbeispaziert sein. Zuerst dachten wir, der Verkäufer hat uns verarscht und wollte uns nur das Geld abknöpfen, als wir nach 30 Minuten noch immer keine Bucht gesehen hatten (und wir sind wirklich nicht die langsamsten gewesen). 40 Minuten später hatten wir uns dann doch noch entschieden bei einer Abzweigung abzubiegen, die uns dann auch prompt bis an eine kleine Bucht brachte. Nachdem aber mittlerweile der Schatten schon Einzug gehalten hatte und es doch schon etwas kühl wurde, haben wir uns auch mit einem kurzen Bad begnügt und uns anschließend auf den riesigen herumstehenden Felsen die Zeit vertrieben. Nachdem wir aber, so schlau wie wir waren viel zu weit gegangen waren mussten wir uns dann aber auch bald wieder auf den Weg in Richtung Auto begeben. Und es wurde knapp und auch schon dämmrig. Wenn man diesen Weg im Dunkeln gehen muß, dann gute Nacht. Ursprünglich hatten wir eigentlich geplant, ohne Genaueres zu wissen, die Nacht im Naturschutzgebiet mit dem Schlafsack zu verbringen. Aber irgendwie hat es sich dann nicht so ganz ergeben und eigentlich wollten wir am letzten Tag dann auch nicht so mehr den Stress aufkommen lassen, sodass wir uns dann doch entschieden haben so gegen 21 Uhr zurück zu unserem Hotel zu fahren. Das Navi zeigte uns einen Fahrtweg von ca. 2 Stunden an. Nachdem wir ja gestern die Schweinefütterung hinter uns gebracht hatten, hat es uns auch nicht gestört, dass wir nicht zu Abend gegessen haben, weil uns noch immer schlecht vom Vortag war. Die Fahrt zurück war problemlos und wir ließen den Abend mit einem Bierchen ausklingen.

Tag 8: Der letzte Tag ist angebrochen

So der letzte Tag ist nun angebrochen und eigentlich war dies auch der einzige Tag den wir gar nicht durchgeplant hatten. Nachdem wir aber am 6. Tag aus irgendwelchen Gründen vergessen hatten die Scala dei Turchi (weiße Klippen) nahe Agrigento zu besichtigen, hatten wir zumindest bereits ein Vormittagsprogramm. Zumal der heutige Tag auch der vom Wetter her schlechteste bzw. kühlste war, insofern man das auf Sizilien so überhaupt sagen kann. Jedenfalls ging es am Vormittag ab in Richtung Agrigento (ca. 30 km), also eigentlich ein ganz schöner Umweg, den wir uns ersparen hätten können, hätten wir darauf nicht vergessen. Leider kam auch noch dazu, daß man diese Klippen auch tatsächlich auslassen kann. Absolut nix besonderes, zumal wir es uns deutlich größer vorgestellt hatten, auch der Strand war nur mässig, sodass es eigentlich Leerkilometer waren die wir gefahren sind. Zumindest war es eine der wenigen Sehenswürdigkeiten, die kostenlos waren (nicht mal fürs Parken). Nachdem wir nun also die Klippen relativ zügig hinter uns gebracht hatten, hatten wir uns entschieden einen Tipp den wir von unserer Vermieterin erhalten hatten wahrzunehmen. Nachdem wir ihr am Vortag erzählt hatten, dass wir uns auf den Weg nach Erice machen hat sie uns gesagt, dass Erice zwar schön, aber von Touristen total überlaufen ist (haben wir dann ja selbst gesehen). Ein ähnliches Örtchen wie Erice gibt es ganz in der Nähe unseres Hotels, nämlich „Caltabelotta“ (TOP Nr. 10). Und zu diesem Ort haben wir uns dann auch aufgemacht. Leider wieder in die völlig andere Richtung, sodass wir wieder unzählige Kilometer bis dorthin fuhren. Auch der Weg dorthin war ähnlich spektakulär wie nach Erice, allerdings fast null Tourismus. Und hier hatten wir dann unser per-sönliches Highlight mit unserem Navi. Nachdem es hier keine Touristen gab, war es für Touristen auch erlaubt direkt in den Ort einzufahren. Wir haben uns gedacht, naja dann fahren wir doch gleich ganz rauf. Aber es war ein Fehler. Das Navi lotste uns in irgendwelche Seitengassen, die so eng waren das wir die Seitenspiegel einklappen mussten und dann …… Gegenverkehr. Ich weiß nicht mehr wie wir es geschafft haben, diese Gasse rückwärts wieder zu verlassen, aber wir schafften es. Für uns war ab diesem Zeitpunkt sofort klar, nix wie das Auto abstellen und die Stadt zu Fuß besichtigen, ansonsten bringen wir das Auto nicht mehr heil zurück. Das Auto nun unten abgestellt sind wir die Stadt rauf gelaufen. Es war ziemlich steil hier (wie so ziemlich jede Stadt). Ganz oben sind wir dann zu einer Hochzeit dazugestoßen, die in einer örtlichen Kirche (am Donnerstag vormittag) stattgefunden hat. Übrigens Hochzeiten hatten wir in dieser Woche mehr als genug gesehen. Eigentlich hat es dort nicht viel gegeben. Es hat dort eine Bäckerei gegeben, drüben die Dorfpolizei, dann eine Kirche und ein Postamt und viel mehr war dann dort auch nicht mehr. Unser Highlight dort war dann eine kleine Bar (oder eher ein Gasthaus) oder so was ähnliches zumindest. Hier haben wir uns ein Pizzastück genehmigt (um € 1,-- - normalerweise zahlt man dafür 4-5 Euro) und die Atmosphäre genossen. Für uns war es eigentlich nur aufgrund der touristenfreien Zone und dem sizilianischen Flair ein TOP. Zu sehen gab es eher weniger. Gegen Nachmittag sind wir dann Richtung Küste gefahren, weil wir uns am letzten Tag dann auch noch etwas den Strand geben wollten. Dafür sind wir in Richtung Riserva Naturale Foce del Fiume Belice e dune limi gefahren. Hier war das grösste Problem einerseits eine direkte Zufahrt ans Meer zu finden und dann noch einen Platz wo wir unser Fahrzeug abstellen konnten. Der Strand dort war ein sehr schöner Sandstrand und total wenige Touristen. Allerdings hat es weit und breit nichts gegeben um zB eine Erfrischung oder dgl. zu holen. So sind wir dann mal so locker gute 40 Minuten das Meer entlang bis zur nächsten Bar geschlendert, die wir von weitem nur als Umriss wahrnehmen konnten und von der wir auch nicht wussten, ob dies überhaupt eine Bar ist. So gegen abends sind wir dann zurück um unsere Sachen zu packen, unsere Restbestände an Bier zu vernichten und uns für unser Abschlussabendessen fertig zu machen.

Tag 9: Die Rückreise

Da Catania ja bekanntlich im Osten der Insel liegt und wir uns so ziemlich am anderen Ende der Insel befunden hatten, mussten wir uns an diesem Tag auch relativ früh auf den Weg machen. Der Flug ging um 13:30 Uhr und das Navi zeigte uns 2,5 Stunden für die Autofahrt an. Eigentlich wollten wir erst um 9 Uhr los fahren, sind dann aber gottseidank schon um 8 gefahren. Leider hatten wir das Pech, dass eine der Hauptstraßen die direkt in die Autobahn mündeten wegen Bauarbeiten vollkommen gesperrt war. Daher mussten wir einen relativ großen Umweg fahren, der uns sehr viel an Zeit gekostet hat. Kurz vor Catania mussten wir auch noch den Wagen volltanken. Zudem war die Straße rein zum Flughafen total verstopft. Die Rückgabe hat reibungslos funktioniert, aber sollte man irgendein Problem oder einen Schaden haben, könnte die Rückgabe durchaus länger dauern. Am Flughafen dann selbst mussten wir uns bei einer elendslangen Schlange für das Check-in anstellen, da ein Check-in am Automaten (warum auch immer) nicht möglich war. Nach der Abgabe des Gepäcks war es dann ca. 12:30 Uhr dh es wurde tatsächlich trotz dieser großzügigen Planung noch knapp.

Unsere persönlichen Tipps/Eindrücke für Sizilienreisende mit dem Mietwagen:

Fahrzeug:

- Onlineanbieter ist nicht unbedingt Autovermieter vor Ort

- Vollkaskoversicherung OHNE Selbstbehalt abschließen

- Auto bei Abholung genau auf Schäden überprüfen

- keine großen Autos nehmen (Gassen teilweise sehr eng)

- ein Dieselauto nehmen, da große Treibstoffpreisunterschiede (ca. Diesel € 1,50; Benzin € 1,65 pro Liter)

Navi:

- wer die Möglichkeit hat, sollte ein Reservenavi mitnehmen (wir waren froh darüber)

- vor Fahrtantritt unbedingt sofort den Zigarettenanzünder testen

- wir hatten zuvor die Wegstrecken mittels Google Maps ausgelotet; hierzu muss man sagen, daß wir auf längeren Fahrtstrecken ca. 15 Minuten länger gebraucht haben, als von Google Maps angezeigt.

- leider waren wir beide keine Naviexperten, aber wenn es irgendwie die Möglichkeit gibt, dass Navi so einzustellen, dass nur größere Straßen in die Streckenberechnung miteinbezogen werden dh keine Schleichwege oder Seitengassen, dann sollte man diese Option unbedingt wählen. Wir waren teilweise auf absolut desolaten Straßen unterwegs, dann wurden wir in minikleinste Gassen gelotst (wo gottseidank) fast nie ein Auto entgegenkam oder plötzlich waren wir irgendwo mitten im Lande zwischen Kuhherden und Schafherden. War zwar grundsätzlich witzig, aber das Auto schadenfrei dort zu manövrieren ist nicht sehr einfach.

Flughafen:

- für die Fahrt zum Flughafen wirklich genug Zeit einplanen; in Sizilien ist mit allem zu rechnen

unsere Hotels:

- „La Terra dei Sogni“ in Fiumefreddo di Sicilia: Spitzenhotel (naja eigentlich kein Hotel eher ein Anwesen); super Personal, ruhige Lage, 20 Min. v. Taormina entfernt

- „Mediterraneo Palace“ in Ragusa: sehr modernes Hotel im Zentrum von Ragusa, eher unpersönlich, sehr sauber, sizilianischen Flair wird man hier nicht finden

- Oasi del Borgo in der Nähe von Agrigento: nette Ferienanlage abseits des Trubels; tolle landschaftliche Umgebung mit Strand und Naturschutzgebiet direkt daneben und traumhaftem Blick aufs Meer;

Würde alle 3 Hotels weiterempfehlen, allerdings das Mediterraneo Palace war mir zu unsizilianisch und eher für eine Städtereise im Winter oder Geschäftsreisende optimal.

Restaurants:

- Trattoria del Nino: in Taormina mit Superangebot, nettem Personal und naja sizilianischen Preisen  TOP

- Orleo: keine 70 Meter vom Hotel Mediterraneo Palace entfernt; nur Einheimische die sich dort aufhalten  TOP

- Garibaldi (am Lido Garibaldi): in Eraclea Minoa (30 Min. von Agrigento, aber nur 15 Min. vom Hotel Oasi del Borgo)  TOP

- Baglio Sicilia Antica –-> Restaurant der Schweinefütterung (wenn man die Fütterung selbst erleben möchte, dann ist das Menü zu empfehlen)  grundsätzlich TOP

- die schlechten haben wir uns leider nicht gemerkt

Sehenswürdigkeiten:

Normalerweise heisst`s ja „Was nix kostet ist nix wert“. Für Sizilien gilt aber eher „Was was kostet ist nix wert“. Vielleicht liegts ja auch an unserer persönlichen Einstellung, aber uns bleiben eher jene Dinge in Erinnerung die echt sizilianisch waren, die Landschaft, die Küste und die vielen kleinen Erlebnisse. Das Teatro Greco oder das Tal der Tempel wird uns auch in Erinnerung bleiben….negativ.

die Tops:

- Teile der Küstenstrecke zwischen Capo d`Orlando und Taormina

- eine ausführliche Ätnatour (nicht die einfache Bus rauf Bus runter Tour)

- Castelmola (der kleine Ort oberhalb Taorminas mit der Bar „Turrisi“)

- Strände im Südosten ,aber vor allem der Strand von Licata (traumhafter und vor allem sauberer Sandstrand)

- Marzamemi (kleines Fischerdorf mit einem besonderen Flair)

- Cavagrande del Cassibile (Seen in einer Schlucht, allerdings nur im Sommer empfehlenswert)

- Erice (kleine überschaubare Stadt mit dem besten Ausblick in ganz Sizilien, einer wunderbaren Kirche und einem uralten Stadtkern)

- Riserva Naturale dell`Zingaro (beeindruckendes Naturschutzgebiet mit Klippen und kleinen Badestellen)

- Caltabellotta (kleines uriges touristenfreies Bergdorf)

die Flops:

- Isola Bella (kleine Insel vor Taormina; vollkommen von Touristen überlaufen und zudem noch gesperrt); vermutlich nur außerhalb der Sommermonate empfehlens-wert

- Stadt Taormina (grundsätzlich schön gelegene Stadt, aber zu touristisch; jeglicher Flair Siziliens ist hier verloren gegangen)

- Teatro Greco in Taormina (total überteuert für wenig Angebot)

- Giardini Naxos (furchtbarer Touristenort)

- Tal der Tempel in Agrigento (ähnlich wie das Teatro Greco in Taormina); sehr schöne Kulturstätte aber total überteuert

Sonstiges:

- die Sizilianer können durch die Bank kein Englisch; vor allem auch bei kleineren B&B`s etwas problematisch; ein paar Brocken Italienisch schaden also nicht;

- weiß nicht ob die Volkszählungen im Süden Italiens für bare Münze zu nehmen sind, allerdings bei so manchen Städten kann ich die Einwohneranzahl nicht ganz glauben. Ragusa ~70000 Einwohner???. Ich würde das 5-fache schätzen; Gela ~70000 Einwohner. Ich war dort mit dem Auto. In Peking kanns nicht schlimmer zugehen.

Fazit:

Sizilien ist eine wunderbare Insel, allerdings glauben wir, dass der optimale Zeitpunkt für einen Besuch Mai/Juni ist. Ein Mietwagen, sofern man nicht nur einen Strandurlaub plant ist unumgänglich (sowie auch eine ordentliche Planung im Vorfeld). Wir würden diese Reise jederzeit wieder machen. Vermutlich würden wir das eine oder andere etwas abgeändert planen, aber grundsätzlich hat alles hervorragend funktioniert.

kurz noch ein paar Eckdaten zum(r) Mietwagen(tour):

Fahrtstrecke: 1966 km

Mietwagen: ca. € 260,--

Dieselverbrauch in Euro: ca. € 190,--

durchschnittl. pro Tag 2-3 Stunden Autofahrt

PS: Die diversen dort oben enthaltenen Rechtsschreib- u. Beistrichfehler bitte zu vernachlässigen. Habe keine genaue Prüfung vollzogen.

3 Antworten zu diesem Thema
London
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1. AW: Sizilien, Quaxi (unser grasgrünes Auto) und wir

Hallo QuietschiW,

vielen, vielen Dank für deinen superausführlichen Bericht eurer Reise und für die Zusammenfassung am Ende. Eure vielen nützlichen Tipps werden bestimmt von anderen Forumsbenutzern in Zukunft sehr geschätzt werden.

Viele Grüße

Bettina

(TripAdvisor Team)

Strausberg
Beiträge: 1
Bewertungen: 3
2. AW: Sizilien, Quaxi (unser grasgrünes Auto) und wir

Hallo quietschiW, habe mir deinen tollen reisebericht reingezogen und lust auf sizilien bekommen. Was soll ich sagen, wir waren jetzt 3 Wochen dort und es war sooo schön:-))) danke für die hotelpfehlungen! Waren im la terra dei sogne und im oasi del borgo jeweils für 5 Tage. Danke auch für alle anderen nützlichen Tipps, denen wir oft gefolgt sind. Lg kerstin

Sizilien, Italien
Beiträge: 10
Bewertungen: 1
3. AW: Sizilien, Quaxi (unser grasgrünes Auto) und wir

Danke für diesen tollen Reisebericht. Wir waren jetzt schon 3 mal auf Sizilien und haben uns in diese Insel verliebt. Ich muss QuietschiW bei vielen Dingen beipflichten.

Sizilien hat so viele schöne Ecken, die man entdecken kann und das schönste dabei ist, dass man dabei Ecken entdeckt, die menschenleer sind. Wir waren z.B. auf der Landzunge von Milazzo ganz an der Spitze und es war einfach traumhaft.

Wir haben unser Traumferienhaus übrigens auf http://sicily-holidays.eu gefunden. Direkt am Strand, wunderbar eingerichtet und zu einen sehr guten Preis. Wir können es nur weiterempfehlen.

Grüße

Oskar

Antwort auf: Sizilien, Quaxi (unser grasgrünes Auto) und wir
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