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Inselumrundung

Beiträge: 1
Inselumrundung

Hallo,

Wir planen in diesem Sommer zum ersten mal unseren Urlaub auf Sardinien zu verbringen und wollen 3 Wochen an verschiedenen Orten bleiben. Welche Regionen, Städte und vor allem Strände könnte Ihr uns empfehlen. Wir sind mit dem eigenem Auto unterwegs.

Ich bin gespannt auf Eure Tips.

Gruß.

Oli

7 Antworten zu diesem Thema
Frankfurt
Beiträge: 265
Bewertungen: 120
1. AW: Inselumrundung

Hallo ohg780,

habe dazu zwar schon öfter einiges geschrieben (kannst ja mal im Archiv hier suchen), aber hier nochmal einige Daten:

Zunächst: Sardinien ist groß! Gut, dass ihr ein eigenes Auto habt. Es gibt Strecken, die man relativ schnell zurücklegen kann (insbesondere natürlich die Superstradas von West Ost und - nicht ganz- Nord/Süd) aber eben auch viele kurvige zeitaufwändige Strecken. Zeit einplanen, nicht zuviel vornehmen und darauf achten, wem es bei Kurvenreichen Strecken schlecht wird! Es wurde zwar viel ausgebaut in den letzten Jahren, aber an den Küstenstraßen in der Saison immer viel Verkehr und oft schwierig zu überholen und im Inland oft kurvenreich und LKWs verzögern das Fortkommen.

Ich empfehle zumal für den ersten Aufenthalt, sich auf einen Teil der insel zu beschränken. Zum Beispiel im ersten Jahr den Norden und später mal den Süden. Oder noch besser auf drei, viermal aufteilen.

Zur Orientierung: Aufgrund vieler Piratenüberfälle in der Geschichte der Insel gibt es nicht allzuviele schöne Küstendörfer (ich mache * bei den Städten, wo es sich lohnt)

Die insel ist IM WESENTLICHEN von zwei Winden geprägt: Der Maestrale (von Nordwest) und der Ponente (von West). Die anderen Winde (es gibt sehr oft welche) sind zu vernachlässigen (wie zum Beispiel der Scirocco). Die starken Nordwest/West Winde (oft Stärke sechs,sieben, selten auch mehr und auch im Sommer mal kühl) bestimmen oft, ob und wie man sich an der Nordwest-/Westküste aufhält.

Der Norden: Olbia ist Fughafen und Hafen und Ausgangspunkt für die berühmte Costa Smeralda im Nordosten. Olbia Stadt nicht besonders sehenswert. Costa Smeralda neue Bauten, die Städtchen in der Hauptsaison ok, insbesondere die Villen und einige Hotels super aber sehr teuer. Es gibt immer wieder schöne Strände, die aber in der Regel im Sommer sehr voll sind. Man kann sie unmöglich alle aufzählen. Fängt im Prinzip bei Olbia an und geht fast bis Palau (es gibt inzwischen Bücher und Panoramakarten, die viele Strände zeigen). Die Strände meist sehr schöner heller und meist feinkörniger Sand. Die bekannten sind Lisica Ruja (Ostküste - der ideale lange Morgenstrand - in der Saison früh da sein - sonst Parkprobleme) oder auch Capriccioli (Cala die Volpe - James Bond Drehort) oder Spiaggia Principe (Lieblingsstrand des Agha Khan, der die Costa Smeralda einst gekauft und ausgebaut hat). Nordspitze die vorgelagerten Inseln im Archipel zwischen Korsika und Sardinien. Ínsbesondere die Stadt La Maddalena (****) mit Altstadt und Hafenatmosphäre sehenswert. Strände auch schön, aber selbst auf den entlegenen Inselchen in der Saison immer Betrieb.

Schöne sehr lange Sandstrände östlich von Palau (Isola di Gabbiani) - hier nie überfüllt). Weiter bei dem herbschönen Santa Teresan (**) viele sehr schöne Strände: Marmorata, Rene Bianca (Stadtbadestrand im Sommer überfüllt), die wilde feslige Halbinsel Capo Testa (mit einigen Sandstränden). Fährausflug zum sehenswerten pittoresken Ort Bonifacio (****) (Korsika) möglich (Altstadt und Bootsrundfahrt).

Südlich von Santa Teresa bis Vignola an der Nordwestküste lange feinsandige grauweiße Strände, die nie überfüllt sind. Super Naturschutzgebiete. Achtung bei hohem Wellengang mit Unterströmungen. Hier auch das Hinterland von Vignola Richtung Luogosanto (**) sehr schön und grün. Sehenswert im Inland auch die Stadt Tempio (**).

Der Norden sehr schön, sehr grün aber eben sehr voll. Ideal (weil hier die Insel nicht so breit) je nach Windlage schnell von Ost über Nord nach Westküste und umgekehrt zu wechseln.

Der Westen: Schön aber klein die Altstadt von Castelsardo (***). Bis Sassari (schöne Altstadt - rest nicht so sehenswert *) einige schöne längere Sandstrände (vor Sorso **) - ruhiger, wenn auch nicht so bilderbuchschön wie der Norden. Berühmt auch der Strand Stintinio bei der Insel Asinara.

Eines der schönsten Städte Sardiniens ist Alghero (****). Im Sommer ist hier die Hölle los (jetzt kommen die RyanAir Massen noch dazu...), aber das gehört hier dazu. Schöne Altstadt, schöne Hafenatmosphäre, am Strand ist Tag und Nacht Action. Nördlich der Stadt an der Küste ruhiger. Südlich schöne Küsten- und Inlandstraße nach Bosa. Bosa auch sehr schön (***).

Weiter nach Süden immer ruhiger. Wenn auch keine einsamen Strände, so doch wesentlich ruhiger. Sandstrand bei Oristano. Sehenswert die Salzseen bei Sinis. Sehenswert ist die Costa Verde (auch hier vorsicht beim Baden, wenn hohe Wellen) mit Hinterland und alten Bergwerken.

Der Süden: Schöne Sandstrände (zum Beispiel Torre di Ghia). Sehenswert ist die Altstadt (Ober- wie Unterstadt) von Cagliari (***). Auch östlich davon sehr schöne Sandstrände.

Der Osten: Südostspitze ein paar superschöne Sandstrände (Cala Sinzias).

Die ganze Ostküste hoch, immer wieder schöne lange Sandstrände. Mal länger wie die Costa Rei, mal abgelegener und ruhiger wie bei Tortoli/Torre di Bari. Hier auch sehenswerte Naturschutzgebiete im Hinterland bis hoch ins Gennargentu (hier sehr schöne Wandergebiete, aber auch hier vorsicht - es ist ein weitverzweigtes Gebiet). An den Steilküsten die beeindruckenden Sandstrände im Golf die Orosei (Cala Gonone sowie die ruhigeren Schwestern daneben - mit Ausflugsboot oder mit Gewaltmarsch erreichen - leider viel besucht).

Weiter nördlich weitere lange Sandstrände (San Theodoro).

Also es gibt viel zu sehen.

Literatur: Michael Müller und Velbinger

Viel Spaß wünscht

ikarusfly

Graz
Beiträge: 2
2. AW: Inselumrundung

Hallo ikarusfly,

habe gerade diene Antwort gelesen - vielen Dank, ist sehr hilfreich.

Auch wir planen heuer zum ersten mal unseren Sardienienurlaub. Eine Woche werden wir in der Nähe von Chia verbringen, die 2. Woche möchten wir dann in den Norden. Wir haben eine tolle Unterkunft auf der Isola di Maddalena gefunden. Ist das empfehlenswert? Oder ist die Insel zu klein um dort eine ganze Woche zu verbringen (wobei wir ja ein Mietauto haben und vor haben mit der Fähre an die costa smeralda zu fahren). Wie sind die Strände dort?

Da du anscheinend sehr ortskundig bist habe ich da noch zwei Fragen:

Wir reisen in der 1. und 2. Septemberwoche. Ist es da noch warm genug für einen Sommerulraub oder würdest du davon abraten?

Außerdem würde mich interessieren wie die Lebenserhaltungskosten in Sardienen sind, zB wieviel kostet durchschnittlich 1x Essen gehen?

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen :)

Frankfurt
Beiträge: 265
Bewertungen: 120
3. AW: Inselumrundung

Hallo Sabi2808,

1. Standortwechsel von Süd nach Nord. Durch die Superstrada kein großes Problem. Hoffe ihr habt Klimaanlage. (Tipp: macht auf etwa halber Strecke eine Pause in Santa Christina, direkt an der Superstrada

http://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Cristina_(Brunnenheiligtum)

Wunderbar die Ruhe, der ideale Picknickplatz. Brunnen und Nuraghe liegen sehr schön, umgeben von Olivenbäumen, mehr Garten als Park. Der Brunnen beeindruckend perfekt pyramidenförmig in den Boden gebaut und viele tausend Jahre alt. Die Ruhe genießen!

2. La Maddalena. Deine Frage ist schwer zu beantworten. Es kommt auf die Ansprüche an.

Die Strände des Maddalena Archipels gehören zu den meistfotografierten Europas. Aber natürlich werden diese Fotos entweder außerhalb der Saison oder morgens ganz früh gemacht, wenn sie leer sind. In der Saison (auch Anfang September) gibt es eigentlich keine leeren Strände zur normalen Tageszeit. Viele Strände kann man von der Straße aus erreichen und die anderen per Boot oder übler Kraxelei. In den letzten Jahrzehnten ist der Bootsbestand im Mittelmeerraum (besonders bei den Italienern) explodiert. Also überall Boote aller größen (bis zur Luxusklasse mit Hubschauberlandeplatz und englischer Royal Family Flagge). Das alles belastet die Flora und Fauna sehr. Das Wasser ist dort normalerweise glasklar, es wirkt türkis und der Sand hat ein warmes Sonnengelb. Es gibt unter Wasser für mediterrane Verhältnisse im gesamten Archipel zwischen Korsika und Sardinien außergewöhnlich viel zu sehen (auch mit Schnorchel). Bootsverleih in der Stadt La Maddalena außerhalb kurz vor Caprera. Vorsicht. Wenn der Maestrale weht, verstärkt er sich noch durch die korsischen Gebirgszüge (Düseneffekt von Westen). Also besser einheimische Fragen, wenn man auf die Nachbarinseln will. Im "Normalfall" kein Problem (auf dem Wasser erscheinen sie weiter weg als von oben) aber bei Wind und Wellen nicht ohne...

Das Inselinnere bietet keinen Stoff für eine Woche. Strände und Unterwasserwelt schon, wenn man nicht den Ehrgeiz hat, vieles andere von Sardinien zu sehen. Wie gesagt ist die Stadt La Madallena eine der schönsten in Sardinien, wenn auch sehr klein. Aber hier herrscht authentische Atmosphäre (abends - auch mit den chicen Marinesoldaten in Uniform). Ich kann diese Atmosphäre auch mehrere Abende hintereinander haben, andere langweilen sich vielleicht.

Es gibt einen sehr schönen Aussichtspunkt auf dem höchsten Punkt der Insel. Meist ist man allein dort. Heißt Nido di Aquila (Adlernest). Zum Sonnenuntergang ist dort der Blick auf das Archipel und die umliegenden Inseln (die von hier oben sehr dicht zu La Maddalena liegend erscheinen) fantastisch. Auch Korsika wunderbar zu sehen.

Außerdem ist ja die Nachbarinsel Caprera direkt nebenan mit Brücke verbunden. Wohnhaus Garibaldis ist für Italiener ein Muss (für Österreicher vielleicht weniger), aber geschichtlich trotzdem interessant und das Haus ganz hübsch.

Auf Caprera ist auch eine Delfinforschungsstation, was zeigt, wie außergewöhnlich hier die Unterwasserwelt ist.

sardinien.com/rundreisen/gallura/la_maddalen…

Auf dem Weg dahin kann man oben rechts abbiegen (schwer zu finden - Einheimische fragen - Trampelpfad) und einen relativ weiten Weg zu einem Traumstrand zurücklegen, der aber sehr sehr klein ist und meist überfüllt (Wasser in Südseefarben) und früh im Schatten. Mit Boot natürlich einfacher. Mit Google-Maps siehst Du ja die Strände.

Also der Vorteil ist hier, dass es schon einiges zu sehen gibt und das Städchen La Madallena vor Ort ist. Nachteil ist, wenn man zur Costa Smeralda will oder zu den von mir beschriebenen Stränden Richtung Santa Teresa muss man immer den Fährenpreis MIT Auto bezahlen. Wohnt man in Sardinien, kann man ohne Auto viel günstiger nach Maddalena zur Abendpromenade. Zu den Stränden dann Boot oder doch wieder Auto. umgekehrt kann man auch mal Abends ohne Auto mit Fähre nach Palau und dort bummeln. Aber überschaubar und nicht mit der Atmosphäre von Maddalena zu vergleichen.

zum Archipel gibt es im Hafen von Palau dutzende Ausflugsfahrten (Geschmacksache). Oder eben selbst ein Boot mieten (siehe oben).

3. Die Strände an der Costa Smeralda: habe ich oben bereits beschrieben (zwischen Cannigione und Olbia). Also Liscia Ruja, Spiaggia Principe etc. und viele viele andere.

Die Strände sind sehr schön, das Wasser traumhaft, aber die kleineren Strände (z.B. Capricioli) sind sehr überfüllt (wird im September etwas ruhiger aber keinesfalls leer).

4. Andere Strände zwischen Palau und Vignola (habe ich oben beschrieben und sind bequem per Auto von la Maddalena aus zu erreichen (eben mit Fähre). Auch Korsika Tagesausflüge Bonifacio (ohne Auto) und Porto Veccio (Letztere mit Auto - natürlich teuer - auch schöne Altstadt mit einigen guten landestypischen Restaurants - auch im Hinterland).

5. Reisezeit Anfang September. Ich hatte es schon öfter geschrieben. Es gibt keine Schönwettergarantie im Mitelmeerraum. Regen ist allerdings zu dieser Zeit wirklich selten und Wolken eigentlich auch. Aber es kann eben immer Wind geben, der selbst im Hochsommer sehr kühl sein kann.

"Normalerweise" ist Anfang September eine ideale Reisezeit. Es ist noch warm genug zum Baden (auch wenn der sardische Sommer kürzer ist, als gedacht - doch es gibt auch oft im Oktober noch Badetage) und es ist schon etwas ruhiger (aber immer noch belebt). Die Macchia (Hinterland rund um Luogosanto - wunderbar) ist sowieso hier im Norden immer grün.

6. Essen gehen. Also im Großen und Ganzen sind die Preise schon gehoben, aber außerhalb der Costa Smeralda bezahlbar. Die Qualität ist oft nicht überragend. Ausnahmen sind die Top-Hotels und Restaurants an der Costa Smeralda. Die müssen auf Qualität achten, da sie die Hochzeitsfeierlichkeiten der Einheimischen abhalten. Aber das kostet natürlich. Agritourismo gibt es auch. Da gibt es einige, die zwar sehr teuer aber auch sehr gut sind (landestypische Küche).

Auch in La Maddalena gibt es ein paar Restaurants. Die am Hafen sind weniger zu empfehlen. In den Seitensträßchen in Hafennähe allerdings schon einiges Gute. Insgesamt im Durchschnitt etwa die Preisklasse von Korsika, allerdings wenn man die Touristenfallen meidet hat Korsika im Schnitt die bessere Küche in den Restaurants. Ausnahme sind die guten Restaurants an der Costa Smeralda (eben sehr gut und teuer) und einige Agritourismi. Ansonsten einfach mal die Restauranttipps hier im tripadvisor checken.

Hoffe das klärt einiges.

Viel Spaß wünscht

ikarusfly

Frankfurt
Beiträge: 265
Bewertungen: 120
4. AW: Inselumrundung

Korrektur zu Isola di Gabbiani. Diese langen Sandstrände sind natürlich WESTLICH von Palau (nicht wie irrtümlich geschrieben östlich).

Gruß

ikarusfly

Graz
Beiträge: 2
5. AW: Inselumrundung

Vielen herzlichen Dank für diese ausführliche Antwort.

Du hast uns damit sehr weitergeholfen und wir werden bestimmt einen angenehmen Sardinienurlaub haben :)

Danke nochmals für die Mühen!

Liebe Grüße

Frankfurt
Beiträge: 265
Bewertungen: 120
6. AW: Inselumrundung

...Noch kleine Konkretisierung zum Aussichtspunkt.

Ist auf dem Weg zum Nido d' Aquila. Der Aussichtspunkt selbst heißt anders, nämlich "Guardia Vecchia" (Leuchturm/Archipelüberwachung). Sieht man in Google Maps mit Kartenbeschriftung.

Schönen Gruß von

ikarusfly

7. AW: Inselumrundung

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Entfernt am: 01 März 2013, 1:00
 
Antwort auf: Inselumrundung
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