deutsch-englische Weihnachten

Seit einiger Zeit bereits lebe ich nun in England, Weihnachten feiere ich aber immer noch bei meinen Eltern in Deutschland. Mit der Zeit haben sich typische Bräuche etwas vermischt.

Der Weihnachtsbaum wird traditionell deutsch erst am 24. aufgestellt, von den Männern in der Familie gekauft oder wie dieses Jahr aus dem eigenen Garten (nein, nicht beim Nachbarn!) gefällt und anschließend von den Frauen in der Familie festlich geschmückt. In England wird in den Häusern mit Lorbeer, Stechpalmen, Misteln und Papiergirlanden dekoriert. Das konnte sich aber bei uns zu Hause nicht durchsetzen. Während der Adventszeit gibt es dafür einen Adventskranz, Strohsterne im Fenster und Kerzen.

Die Bescherung findet bei uns traditionell deutsch am 24. statt. Mit den Geschenken unter dem Weihnachtsbaum, natürlich vom Christkind gebracht - und nicht wie das am Morgen des 25. in England vom Father Christmas erledigt wird.

Am 24. abends gibt es bei uns in der Familie traditionell Würstchen mit Kartoffelsalat. Und da davon keiner so richtig satt wird und der Abend lang ist, werden danach bis wirklich keiner mehr etwas essen kann noch Plätzchen, Schokolade und sonstige Knabbereien gefuttert. Beim Essen wie auch Trinken hält sich über Weihnachten keiner zurück :)

Christmas parties, wie sie in England am 24. abends steigen, werden hier auch immer mehr angeboten, aber dazu waren wir zu vollgefuttert, so dass wir den Abend bei neu geschenkten DVDs auf dem Sofa haben ausklingen lassen.

Der Haupt-Weihnachtstag für die Engländer ist der 25., der Christmas Day. Morgens werden die Geschenke ausgepackt und mittags setzt sich die Familie zum traditionellen Christmas meal, typischerweise Truthahn, zusammen. Ein wichtiger Termin an diesem Tag ist die Weihnachtsansprache der Queen um 15 Uhr. Weniger erlebnisreich geht bei uns am 1. Weihnachtsfeiertag zu. Am Abend jedoch findet sich die Familie und einige Verwandte zum eigentlichen festlichen Weihnachtsessen zusammen. In der Regel ist das Gänsebraten, dieses Jahr gab es Entenbraten. Als englische Tradition hatten wir dieses Jahr Christmas Pudding zum Nachtisch. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Milchpudding, sondern um einen Pudding bestehend hauptsächlich aus getrockneten Früchten (für eine weitaus bessere Beschreibung http://de.wikipedia.org/wiki/Christmas_Pudding). Christmas Pudding wird noch warm mit Vanilleeis und Sahne gegessen und hat in meiner Familie nur wenige Anhänger gefunden...Auch die mitgebrachten Papierhüte, die sich die Engländer aufsetzen, blieben unbeachtet.

Am 26., einem weiteren Feiertag auch in England, klingen die Weihnachtsfeiertage mit Besuchen bei Freunden und Verwandten gemütlich aus.