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Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an

Sachsen-Anhalt ...
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Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an

In Zürich fand ein Kongress der HOTREC statt. Dabei stand folgendes Problem im Vordergrund:

Während die Online-Distribution für die Hotellerie in ganz Europa stark an Bedeutung zunimmt, beobachtet der europäische Branchendachverband HOTREC mit Sorge eine immer marktbeherrschendere Dominanz einiger weniger Online-Buchungsportale. Die Zahl der relevanten Online-Buchungsportale (Online Travel Agents – OTA) nimmt tendenziell ab und der Einfluss einzelner Buchungsmittler auf die zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen stark zu. Aus diesem Grund hat die 62. Generalversammlung von HOTREC in Zürich ein Positionspapier mit 20 „Eckpunkten fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen“ aus Sicht der Hotellerie verabschiedet, um ein allgemeines Bewusstsein für diese Thematik zu schaffen und der Stimme der durch und durch mittelständisch strukturierten Branche in dieser Debatte Gehör zu verschaffen.

„Mitunter greifen im Internet Wild-West-Methoden des Marketings um sich, die mit Preisklarheit und -wahrheit, aber auch mit partnerschaftlicher Fairness nichts mehr zu tun haben. Hotels in ganz Europa sind besorgt, mehr und mehr die Kontrolle über ihre Preise, Vertriebskanäle und Produkte zu verlieren“, erläutert HOTREC-Präsident Kent Nyström. „Es ist schon bezeichnend, dass die Hotellerie es als Reaktion auf steigenden Druck seitens ihrer Vertriebspartner für notwendig erachtet, Grundprinzipien ihrer unternehmerischen Entscheidungsfreiheit in Erinnerung zu rufen.“

Diese Grundprinzipien werden hier eingehender erklärt.

…wordpress.com/2011/…

Wie in vielen andern Bereichen unseres Lebens zeigt sich auch beim Thema Urlaub, dass der Trend bei Angeboten dahin geht, ein Produkt anzubieten, welches über eine lange Kette von Zwischenhändlern und Subunternehmern verkauft wird. Tauchen dann am Urlaubsort Schwierigkeiten wie Überbuchung oder nicht eingehaltene Standards auf, so ist meistens der Kunde der Geprellte, denn niemand ist für dieses Problem letztlich verantwortlich. Der Hotelier beteuert, er hätte ein derartiges Angebot nie gemacht, der Verkäufer beruft sich auf einen Agenten, dieser wiederum auf einen Grosseinkaeufer und so verlaufen Ursachenforschung und Bescheinigung einer möglichen Haftpflicht meistens im Sande.

Bezeichnend finde ich die Tatsache, dass es die Hoteliers und nicht die Konsumenten sind, welche hier die Initiative ergreifen.

3 Antworten zu diesem Thema
London
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1. AW: Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an

Hallo Walteranamur,

vielen Dank für diesen Interessanten Beitrag, ich werde ihn auch nochmal auf Twitter einstellen.

Gruß

Bettina

Sachsen-Anhalt ...
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2. AW: Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an

Hallo Altermann

Ich vermute, dass dies eine sehr vielschichtige Thematik ist. Stadthotels, Riesige Urlauberhotels oder Boutique-Hotels, um nur einige zu nennen.

Probleme entstehen meines Wissens vor allem für die Betreiber der großen Urlaubspalaeste mit 1000 und mehr Betten. Die wollen Auslastung und diese kriegt man nur über Kontingente (ausserhalb der Hauptreisezeit). Typische Badeurlaubs-Destinationen wie Tunesien, Bulgarien und die Türkei haben ihre Bettenkapazitäten auf Hochsaison optimiert, das heißt gleichzeitig, dass für die restlichen neun Monate gewaltige Überkapazitäten bestehen.

Um diese Grundkosten zu decken, werden Kontingente verkauft. Nicht das Hotel verkauft, sondern ein Agent macht sich auf den Weg nach Europa, oder die europäische Firma schickt ihre Einkäufer. Ist das Kontingent verkauft, muss der Erwerber schauen, wie er diese Plätze (Hotel UND Flugkontingent) los wird. Nun beginnt das Problem. Via Unterverkäufer und last-minute werden Überhangkontingente an Lastminuteportale abgegeben, um die eigene Preispolitik nicht zu gefährden. Was nun dort beschrieben wird, darauf hat der Hotelier wenig Einfluss und dieses Unterverkaufen geht weiter: Heimoffices bieten über einen PC auf vermeintlich eigener Reisebüroseite weitere Restposten dieser Kontingente mit irgendwelchen Versprechungen an.

 Der Gast fühlt sich mit Recht betrogen und blendet gleichzeitig geflissentlich aus, dass er mit einem 250€ Schnäppchen Flug und 4-Stern AI gebucht hat....Der Hotelier, mit diesen Gästen konfrontiert, hat keine Chance.

Doch: Wie du gesagt hast: Unterverkauf seiner einmal verkauften Kontingente verbieten. Nur: Wird er dann seine tausend Betten los? Daran und nur daran wird der sales manager gemessen. Dies meine Erfahrung aus der Türkei.

Zuletzt geändert: 02 Juni 2011, 21:00
Bottrop, Deutschland
Reiseziel Experte
für Nordrhein-Westfalen
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3. AW: Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an

Dem kann ich mich nur anschließen. Da eine Bekannte von mir in einer Reiseagentur arbeitet weiß ich ziemlich genau, wie das gehandhabt wird. Und meist bleibt bei den Hoteliers sowieso am wenigsten hängen...

Antwort auf: Hotellerie mahnt mehr Fairness von Buchungsportalen an
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